Ganz, ganz extremes Fremdeln schon seit einem halben Jahr - Hilfe! (lang)

Hallo,

ich habe hier schon ein oder zwei Beiträge zum Fremdeln meines Sohnes (9 Monate) geschrieben, aber da war er noch kleiner. Ich liste mal kurz auf, was geht und was nicht.
Geht:
- Fremde Umgebung, solange ich da bin - nach kurzer "Gewöhnung" krabbelt er auch von mir weg und schaut sich um.
- Mit Fremden flirten, solange er auf meinem Arm ist.
- Ich gehe zu Hause raus/um die Ecke in die Küche, auch hier entfernt er sich von allein von mir.
- Bei anderen, bekannten Leuten auf den Arm, wenn (und hier fängt das Problem an) es nicht länger ist als ein paar Minuten und ich in Sichtweite bin. Das betrifft auch den Papa.

Geht nicht:
- Länger als ein paar Minuten bei jemand anderem bleiben - und das haben wir bislang (also das letzte halbe Jahr) nur beim Papa und einmal bei der Tante versucht.

Sobald er merkt, dass ich weggehe oder einfach weg bin, fängt er hysterisch an zu kreischen und lässt sich auch nicht beruhigen. Wir haben immer gedacht, dass es sich rauswächst - tut es aber nicht. Gestern war ich mit meiner Großen eine dreiviertel Stunde allein unterwegs, er beim Papa zu Hause - und er hat drei Minuten, nachdem ich weg war, angefangen zu kreischen und das durchgezogen, bis ich wieder da war. Rausgehen hat auch nichts gebracht. Auf meinem Arm war dann sofort Ruhe.

Das ist doch nicht gut :-(. Ich muss in drei Monaten wieder arbeiten, eigenltich sollte er dann in die Kita für 3 Stunden/Tag. Dann haben wir überlegt, ob er lieber noch ein halbes Jahr ganz beim Papa bleiben soll, aber das klappt ja auch so garnicht. Prinzipiell lässt er sich auch eher ablenken als beruhigen, wenn ich weg bin (verzögert das Kreischen aber nur wenig).

Wie man an der "Geht-Liste" sieht, ist es ja bei ihm nicht das klassische Fremdeln, von dem man immer liest - bei dem das Kind anfängt zu schreien, wenn es von jemand Fremden angeschaut wird. Sein Wohlbefinden ist irgendwie total an mich gekoppelt #schmoll. Für meinen Mann ist es wirklich saublöd. Er kümmert sich viel um unsere Tochter, aber für die ist es auch blöd, mich fast nie für sich zu haben. Was würdet ihr tun? Konsequent die beiden täglich 1-2 Stunden allein lassen? Mal richtig ins kalte Wasser schmeißen und für noch längere Zeit (halben Tag) allein lassen? Weiter so akzeptieren und auf Besserung hoffen? Wir wollen ihm nicht schaden, aber langsam bin ich verzweifelt.

Viele Grüße

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Hallöchen

also einen Tipp oder so hab ich nun nicht für dich da wir fast das gleiche hier haben.
Mein Sohn (8 Monate) ist genauso anhänglich und auf mich bezogen. Das hat er eigentlich auch schon irgendwie immer. Bei meinem Mann geht es aber es kommt auf den Tag und seine Laune drauf an.
Ich kann ihn wohl mal für 1-2 Stunden bei meinem Mann lassen, er schreit dann zwar nicht ist aber sehr mies drauf quengelig und sowas. Bei einem schlechten Tag schreit er sobald ich nur zur Tür drausen bin.
Wenn ich allerdings dabei bin und nur in der Küche und er mit meinem Mann im Wohnzimmer ist es gar kein Problem.
Andere dürfen ihn aber auch nicht ansehen oder anfassen und ansprechen bringt ihn auch zum kreischen. Wenn ich ihm auf dem Arm habe geht es dann lässt er sich auch mal kurzweilig ansprechen oder anfassen, aber meist schreit er richtig und klammert sich an mich.
Es gibt auch Tage da weinte er nur wenn ich aus dem Zimmer bin.
Wir sind hier auch schon am verzweifeln weil man eben auch gerne mal nen Abend ohne Baby verbringen würde für 1-2 Stunden, aber das ist undenkbar.
Schreien lassen und ins kalte Wasser schmeißen tun wir nicht, ich denke das bewirkt fast das Gegenteil wenn du dich ihm entziehst und er merkt das du ihn dann doch alleine irgendwo lässt.
Wir haben das übrigens auch schon bei unserer Ärztin angesprochen. Sie meinte manche fremdeln eben mehr manche weniger. Sie vermutet aber bei uns das der kleine Verlustangst hat und deswegen so drauf ist.
2 Stunden nach der Geburt wurde er mir aus den Armen gerissen und wegen einer Infektion auf die Neo verlegt. Dort durfte ich nicht dauerhaft bei ihm bleiben, nur selten mal rausnehmen und wenn fingen die Monitore an. Ich saß zwar fast dauerhaft wärend der Besuchszeiten neben ihm aber wirklich kuscheln war nicht. Stillen ebenso wenig, er wurde von den Schwestern mit der Flasche gefüttert das durfte ich auch nicht. Und wie lange er oft hat weinen müssen Nachts, weil eben die Schwestern nicht gleich kommen weis ich auch nicht. Das ging 5 Tage bis er heim durfte und laut unserer Kia hat er durch diesen Vorfall eben angst das ich plötzlich gehe und ihn dann eben alleine lasse.

Weg bekommt man das wohl nie aber sie meinte je älter die Kinder werden desto besser wird das auch. Vielleicht hattet ihr ja auch mal so einen Vorfall oder irgendwas ähnliches in der art weswegen er so drauf sein könnte ?

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Hallo,

danke für Deine Erfahrung. So etwas traumatisches wie ihr haben wir nicht durch. Ich hatte zwar vorzeitige Wehen in der Schwangerschaft (mal wieder) inklusive Lungenreife, und nach der Geburt sicher auch etwas Stress, weil wir die Einschulung meiner Tochter gefeiert haben. Aber wie gesagt, nichts besonders schlimmes. Und selbst wenn das der Grund sein sollte, würde mir das Wissen darum ja nichts helfen - wir müssen halt vorwärts schauen und langsam herausfinden, wie wie die Umgewöhnung von mir auf Kita und Papa oder zumindest erstmal Papa möglichst schmerzfrei gestalten #zitter.

LG

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Versucht doch mal eine „Eingewöhnung beim Papa“ also genau wie es in einer Kita gemacht wird inkl. Verabschieden (ganz ganz wichtig! Auf keinen Fall davonschleichen) und sagen, dass du gleich wieder kommst. Dann gehen und nach ein paar Minuten wieder kommen. Und das dann steigern.
Dein Kind hat Verlustangst und muss lernen, nicht immer zu befürchten dass du weggehen könntest. Durch das konsequente Verabschieden weiß dein Kind, dass du nicht gehst, wenn du dich nicht verabschiedet hast und kann so entspannen. Auch wenn das Geschrei beim Gehen groß ist, so ist das wahnsinnig wichtig fürs Vertrauen.

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Hallo :),
ich hab in der Hinsicht zwar noch keine Erfahrung, aber ich würde es auch so machen das du, wenn du weg fährst, immer mal etwas länger wegbleibst.
So ins kalte Wasser schmeißen ist nicht gut. Er kann dich doch mit dem Papa zusammen an der Tür verabschieden... & wenn du das immer mal wieder machst wird er sich bestimmt daran gewöhnen. :)

Alles liebe 😊

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