Warum macht mich das Stillen so fertig?

Hallo meine Lieben,

meine Kleine ist nun 15 Tage alt und ich stille voll. Sie nimmt auch gut zu was mich sehr erfreut.

Allerdings habe ich ständig ein schlechtes Gefühl dabei. Es tut mir total weh (Anlegen tue ich richtig) und ich kann an nichts anderes kaum denken.
Es ist mein erstes Kind und bis jetzt war ich sehr flexibel. Nun will meine Kleine alle 2 Std. an die Brust. Manchmal sogar kürzer. Wenn ich mit einer Stillmalzeit fertig bin (was manchmal sogar 1,5 Std. Dauert) Denke ich gleich an die Nächste. Ich genieße die Zeit mit meinem Kind garnicht und hab nur das Stillen im Kopf. ????

Ich muss wirklich den Hut von jeder Langzeitstillenden ziehen. Ich weiß nicht mehr wie lang ich das noch durchmache.

Gibt es Frauen unter euch die es genauso empfunden haben und es würde besser? Habt ihr irgendwelche Tipps für mich?

Ich möchte nicht abstillen aber ich fühle mich zur Zeit nur als eine Milchkuh. Mein Selbstwertgefühl ist auf dem Boden und ich denke ich bin eine schlechte Mama die das gemeinsame Stillen nicht genießt.

Bitte keine Kommentare von Moralapostel, von wegen ,,hättest du dir früher überlegen" und sonst was.

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Hallo,

Ich kann deine Aussage sehr gut nachvollziehen.

Ich hatte zwar zum Glück nie schmerzen. Aber den ersten Monat habe ich mich auch gefühlt wie eine Milchkuh, stillabstände von 1-2 Std und dann immer so 30-40 min lang.

Danach wurde es bei mir aber nach und nach besser. Mein Sohn ist jetzt 5 Monate und wir sind bei 2-3 Std manchmal auch 4 Std Abstände.

Ich genieße das stillen zwar auch nicht so, aber mittlerweile liegt es daran das er soviel zappelt und immer mal los lässt :D

Vertrau auf dein Gefühl aber glaub mir es wird besser :)

Lg lovelife mit paulchen (5 Monate)

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Mir erging es vor ein paar Monaten wie dir...:-(
Ich war so darauf fixiert zu stillen, aber dann tat es einfach nur weh. Hatte ganz schlimme entzündete Brustwarzen, sogar meine Hebamme meinte zu mir, Respekt das ich so tapfer durchhalte. Musste zum größten Teil auch stündlich anlegen...
Meine Kleine hatte dann leider immer wieder abgenommen, weshalb ich nach 2 Wochen zufüttern sollte, danach wurde das stillen immer schlimmer #zitter
Ich habe noch ca 2 Wochen gestillt und zugefüttert. Und wie du schreibst, ich konnte das Stillen irgendwann nicht mehr genießen. Es war schlimm zu sehen, wenn ich meine Kleine gestillt hatte, war das ein einziger Kampf und wenn sie das Fläschchen bekam war sie so friedlich....
Habe dann nach 4 Wochen entschieden, nur auf die Flasche umzusteigen. Und ich muss sagen, danach war es viel besser. Meine Kleine war zufrieden und sie hatte wieder eine glückliche Mama :-)
Ich kann dir nicht sagen ob es besser wird. Solange deine Kleine zunimmt, ist dass ja schon mal super. Geb noch nicht auf, Versuch es vlt noch etwas. Ich muss sagen, heute denke ich auch, hätte ich es doch nur etwas versucht...ich denke das zufüttern war Endeffekts schuld :-(
Aaaaaber auch ganz wichtig - wenn es dich nur unglücklich macht, scheu dich nicht davor evtl auf die Flasche umzusteigen. Red mit deiner Hebamme.
Ich wünsche euch alles gute und egal wie du dich entscheidest, wichtig ist es dass es ein zufriedenes Baby UND eine zufriedene Mama am Ende gibt#klee

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Hi,

Keine Sorge, du bist nicht alleine!!
Meine kleine ist heute genau 1 Monat alt geworden und bis vor ein paar Tagen war ich auch manchmal jede Std am stillen bzw jetzt gibt es diese Tage auch im Wechsel noch. Nachts schafft sie zum Glück mal 2-3std ohne.
Ich hab/hatte kaum Zeit für mich. Selbst 10min duschen war schon ein Krampf. Wir haben dann vor einer Woche mit dem Schnuller angefangen, den mein Mann ihr dann ab und zu gibt. Also wirklich nicht oft, aber so das man nach dem voll stillen mal durchatmen kann. Klappt aber auch nicht immer (will ja selbst nicht das sie den Nuckel ständig im Mund hat). Dazu kommt bei mir noch, dass meine Brust doll entzündet war und ich dadurch kaum zur Pflege kam, weil sie ständig ran wollte. Geholfen haben mir letztendlich heilwolle und die kompressen von multimam...und seit 2 tagen scheint es endlich geholfen zu haben und nun hält sie auch mal 2-3std tagsüber aus.
Also es wird langsam besser und dadurch kann man das stillen auch wieder genießen, wenn man auch mal ein paar Minuten(heute Stunden) für sich hat. Ich hab dann auch das Gefühl ich bin eine schlechte Mama, aber letztendlich sind wir auch nur Menschen und für sie ist es ja auch besser wenn ich sie entspannt in die Arme nehmen kann

Lg summer mit gerade auch glücklich voll gestillter Lena im Arm

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Das was du durchmachst, geht vielen Müttern so. Gerade am Anfang schmerzt das stillen unheimlich. Ich habe beim anlegen sogar eine Weile geweint. Aber aufgeben wollte ich nicht und habe mir immer wieder bewusst gemacht, dass es nur solange schmerzt bis sich die Brustwarzen an den enormen Anspruch gewöhnt haben. Nach ca. 4 Wochen waren die Schmerzen vorbei und ich konnte halbwegs genießen. Denn das viele stillen kostete trotzdem Kraft. Zeitweise habe ich mit meinem Sohn quasi auf der Couch gelebt. Aber dies sind auch nur Phasen, in denen die Babys sogenanntes Cluster Feeding betreiben. So sichern Sie den Milchvorrat für beispielsweise einen Wachstumsschub. Mir hat es geholfen mich über diese Dinge umfangreich zu informieren um mir das Weshalb bewusst zu machen. Mein Sohn ist heute 2 1/2 Jahre alt und ich habe ihn tatsächlich 2 Jahre gestillt. Zuletzt sehr wenig und wir konnten gemeinsam ohne Stress abstillen. Das durchhalten hat sich für uns gelohnt.

Alles Gute dir

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Ich kann dir nur sagen: es wird besser aber es dauert.

Für mich war es sebstverständlich zu stillen. Aber schon nach 2 Tagen hatte ich wunde Brustwarzen, eine Woche später die ersten blutigen Stellen. Mein Leben drehte sich eigentlich nur noch darum, wie ich die nächste Mahlzeit überleben soll. Mein Kind hat einen gesegneten Appetit, alle 2 Stunden war völlig normal, auch nachts. Und dann das abentliche Clusterfeeding... ich war eigentlich nur noch am heulen und saß mit entblösten Brüsten vor der Rotlichtlampe oder schmierte irgendein Zeug drauf. Wie eine Milchkuh mit kranken Euter.

Das ging ca. 2 Wochen so, als dann die Brustwarzen bluteten besorgten wir eine Milchpumpe. Nach einem Tag Dauerpumpen kam nichts mehr. Es war nacht um 1 und mir ging die Nahrung aus. Ein scheiß Gefühl. Das man für so einen Fall Prenahrung parat haben sollte hat mir niemand gesagt. Aber das Kind noch ein einziges Mal an meine blutenden Brüste zu legen kam für mich auch nicht in Frage. Das KH war dann so nett uns nachts 2 kleine Fläschchen pre zu überlassen. Damit war dann endlich etwas der Druck raus, denn für den Notfall hatte mein Kind was zu Essen.

Es hat 5 Wochen gedauert, mit einer Mischung aus Pumpen, Prenahrung und Kind Anlegen sobald die Wunden etwas geheilt waren. 5 Wochen lang drehte sich alles ums Stillen und ich hab es zwischendurch so gehasst. Besonders Nachts. Ich hab die Flaschenmamis beneidet und hatte gleichzeitig ein schlechtes Gewissen, weil ich ja genug Milch habe.

Der kleine ist jetzt 7 Monate. Wir stillen immer noch und mittlerweile echt gerne. Nachdem nach 6 Wochen die Schmerzen komplett weg waren fühlte es sich gut und richtig an. Ich bekam Übung. Stillen in der Öffentlichkeit, kein Problem. Nachts einfach BH auf und Kind dran, weiterschlafen. Ich bin jetzt doch froh nicht auf Flasche gewechselt zu haben. Es ist so unkompliziert, man hat immer alles dabei was man braucht. Aber wie gesagt, ich kann dich so verstehen und es kann leider echt lange dauern bis sich das einspielt. Aber es lohnt sich.

Hast du mal das Zungenbändchen überprüfen lassen? Bei meinem war es zu kurz. Wir haben es aber erst mit 3 Monaten durchschneiden lassen. Bis dahin waren die Brüste dann so abgehärtet dass es alles egal war. Aber eventuell haben die starken Schmerzen daran gelegen.

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Hallo!
Mir erging es am Anfang genauso wie dir. Es tat höllisch weg, obwohl mein Kleiner richtig anlag. Ich denke, dass sich da bei mir erst einmal etwas abhärten musste. Dann hatte ich Lanolin und irgendwann wurde es besser. Ab da fand ich das Stillen toll.

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Genau das was du schreibst hätte auch von mir kommen können, wortwörtlich!!!

Für mich war immer vollkommen klar, dass ich stille. Aber dann habe ich mich von Anfang an beim Stillen unwohl gefühlt. Ich hatte dabei ein flaues Geühle im Magen, es tat nach 10 Wochen noch weh, und es hat mir jedes Mal gegraust davor, dass ich in 2 Stunden wieder ran muss.

Ich habe es gehasst. Hatte Milch ohne Ende (viel zu viel, es lief und lief), und fand es nur furchtbar, und alle Muttis haben mich um die viele Milch beneidet. Ich habe mir nur gewünscht ich hätte nicht genug und "dürfte" endlich die Flasche geben.

Letztendlich habe ich 3,5 Monate gestillt und fand es bis zum Ende einfach nur furchtbar, es war wirklich der Horror.

Jetzt 2 Jahre später, kann ich nicht mehr verstehen, wieso ich nicht einfach aufgehört habe. Ich konnte die Zeit überhaupt nicht genießen, es war nur furchtbar. Ab dem Moment wo ich die Flasche gegebn habe konnte ich entspannen und die Babyzeit genießen. Ich habe mein Baby regelrecht gehasst dafür, dass es wieder Durst hat. Das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

Es hätte alles so viel schöner sein können, hätte ich nur eher aufgehört.

Dazu habe ich chronische Verspannungen, die durch die total verkrampfte Haltung beim Stillen (u.a. durch die Schmerzen) entstanden sind.

ICh kann dir nur raten: Wenn du es nicht genieß, geb die Flasche und sei eine entspannte Mutter für dein Kind.

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Das tut mir sehr leid für dich. Ich habe die ersten Tage nach jedem Stillen Wollwachs drauf getan, nach wenigen Tagen waren die Schmerzen weg.
Und die Knötchen habe ich während des Stillens raus massiert.

Hast du das schon versucht?
Manche schwören auch auf Quarkwickel.

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Hallo,

ja, mir ging es genauso wie Dir. Im Krankenhaus war ich schon völlig fertig, ich hörte nur noch "Sie müssen anlegen... anlegen... anlegen" und bald darauf hatte ich fast durchgehend Schmerzen. Heulen inklusive... mir wurden dann Stillhütchen gegeben, die schon deutlich Linderung brachten. Trotzdem habe ich - weil ich echt nicht mehr konnte - zwischenzeitlich mal mehrere Stunden das Stillen sein gelassen und stattdessen ein paar Mahlzeiten mit einer elektr. Milchpumpe abgepumpt, die das Baby dann mit der Flasche bekommen hat. Das Pumpen war zwar anfangs auch nicht sooo einfach, aber ging dann doch recht gut, da man dort die Saugstärke regulieren und damit auch die Schmerzen reduzieren kann. So hatte ich ein paar Stunden Schonzeit.

Ich hatte dann (per Rezept) auch für die erste Zeit zuhause eine Milchpumpe aus dem KH mitgenommen, habe sie aber tatsächlich dann gar nicht mehr eingesetzt, weil es dann doch irgendwie irgendwann mit den Stillhütchen funktioniert hat und ich meinem Kind keine Flasche mehr geben wollte. ABER auch zuhause war es anfangs noch echt schlimm, auch mit Stillhütchen - das wurde nach ein paar Wochen besser und ich habe mich dann auch irgendwann wieder getraut, ab und zu mal ganz ohne Hilfe zu stillen - bis ich die Hütchen schließlich ganz weglassen konnte .

Mittlerweile (Baby ist 3 Monate) tut es nicht mehr weh (es sei denn, mein Baby ist unruhig und zappelt und zerrt etwas...;-) ) und ich genieße langsam das Stillen.

Nachdem die Schmerzen insgesamt nachgelassen hatten, brauchte ich trotzdem zusätzlich noch etwas Zeit, um mich auch innerlich an die häufigen Stillzeiten zu gewöhnen und "zurückzustecken". Aber auch das hat irgendwann geklappt (natürlich freue ich mich trotzdem über jede Stunde, die ich mal zwischendurch mehr für mich habe ;-)).

Nicht aufgeben!! Es wird i.d.R. bald besser :-)

Alles Gute!

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