Mutterrolle

Hallo!
So jetzt ist mein Kleiner 9 Wochen alt und ich sitz zu Hause und frage mich jeden Tag neu, was mach ich heut???
Plötzlich bin ich Mama und beschäftige mich mit Windelwechseln und Stillen und das 24 Stunden am Tag.
Ich hab den Kleinen echt superlieb, aber irgendwie fühle ich mich so eingesperrt.
das Wetter wird immer blöder und wenn man rausgeht, muss man immer tausend Klamotten einpacken, Regenschutz auf Kinderwagen, dann fängt der Kleine an zu brüllen, man kann ihn nicht mal eben rausholen oder stillen, weils viel zu kalt und nass ist.
Ich mag auch nicht in Cafes hocken, wo einen jeder vorwurfsvoll anglotzt, wenn der Kleine brüllt oder man stillt.
Wie gesagt, ich hab meinen Sohn echt lieb, aber ich finde diese Rolle in die man gedrängt wird echt schlimm.
Alle finden Kinder toll, aber egal wo man ist, bekommt man sehr eindeutig gezeigt, dass man mit Kind in der Öffentlichkeit stört.
Mittlerweile hab ich mich so in diese Angst andere Leute stören zu können, reingesteigert, dass ich Angst habe vor die Tür zu gehen. ich weiß, mir sollte das einfach egal sein....Aber bekomm echt schweißausbrüche wenn mein Sohn anfängt zu weinen und ich den Kinderwagen grad in die Bahn schleppe.
Hab letztens mit anderen mamas im cafe gesessen.
Die haben gestillt, gewickelt und Kinder brüllen lassen. Das Cafe füllte sich mit Studenten und ich hab immer gedacht "ich gehör eigentlich zu den anderen".

Bin echt wütend, auf mich selbst. Das ichs mir so schwer mach. Eigentlich bin ich gar nicht der Typ der sich so viele Gedanken über die Meinung anderer macht.
Nur wenn ich den ganzen Tag zu Hause hocke, gehts mir ja auch nicht gut. Bin allein mit meinem Sohn und es kommt Abends niemand zu uns nach Haus...


Was treibt ihr den ganzen Tag?
Seid ihr glücklich damit? Und wann habt ihr euch endlich als Mama gefühlt?
Wann konntet ihr euch auf die neue Rolle einlassen???

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Guten Morgen , ich hatte dieses Gefuehl ganz lange, mein Sohn ist nun 2,5 Jahre alt. ABER man muss sehr vorsichtig sein , wenn man soetwas ausspricht , da es schnell missverstanden wird . Wenn man ein Kind bekommt muss man es sofort 100% lieben , und 100% in dieser Mutterrolle aufgehen , wenn man das nicht tut wird man schnell verurteilt .
Ich habe nach 4 mon wieder gearbeitet , nur 2 Stunden am Tag , und es hat mir sooo gut getan.
Menschen sind halt unterschiedlich , Muetter sind unterschiedlich ..
Ich bin gerne Mutter , und ich liebe meinen Sohn , aber ich habe auch noch meine eigenen Intressen , meine Hobbys , und geniesse auch mal meine Zeit allein . Was viele vieleicht nicht verstehen.

lg toni

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Hallo Taria,

also ich hatte auch anfangs etwas schwierigkeiten mich an die neue rolle zu gewöhnen... als mein mann nach 3 wochen wieder den ganzen tag weg war und ich mit meiner kleinen daheim blieb war mir manchmal ganz schön komisch...

ich habe versucht, unseren tag so zu gestalten, dass es für uns beide gut ist. ich nehme rücksicht auf meine tochter und ihren rhythmus, aber ich habe nicht alles komplett dafür aufgegeben - weil sie dann keine glückliche mama hätte!
mein mann arbeitet im KH, hat also auch nachtdienste und unter der woche freie tage, da nehm ich mir auch mal ein paar stunden zeit für mich! danach bin ich viel ausgeglichener und zufriedener.

ich kann dir nur empfehlen, auch an dich zu denken. besorg dir ab und zu einen babysitter und mach was mit deinen freundinnen oder so...

unser tag ist mit essen, schlafen (3x pro tag) spazieren und einkaufen und kochen eigentlich total ausgefüllt. ab und zu mal noch eine freundin zu besuch oder eben krabbelgruppe...

ich wünsch dir alles gute!
purzelchen08

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Hallo Du,

erst mal: keine Panik!!!
Ich glaube, es geht vielen Müttern am Anfang so, daß sie sich erst mal in ihre neue Rolle einfinden müssen. Sicherlich hört man immer nur Geschichten, wie toll doch alles ist mit Kind und wie super das alles läuft, aber bekommt man immer die Wahrheit erzählt??? Das bezweifele ich stark. Schließlich ist es ja auch ziemlich mutig zu sagen, ich liebe mein Kind zwar, komme mit meinem neuen Alltag aber nicht so wirklich klar.
Mir ging es am Anfang ähnlich. Als mein Freund nach 2 Wochen Baby-Urlaub wieder arbeiten ging, habe ich erst mal Panik geschoben, was ich denn nun so den ganzen Tag mit dem Zwerg machen soll.
Was mir geholfen hat, ich treffe mich mit anderen Mamis, gehe in eine Krabbelgruppe, zum Babyschwimmen... Da kann man sich nämlich prima austauschen, merkt, daß es einem ähnlich geht wie anderen Mamas und kommt vor allem mal raus aus den 4 Wänden daheim.
Mein Rat also: such Dir Kurse oder Gruppen mit Deinem Zwerg.
Und das mit der Panik, daß man andere Leute stören könnte, das hatte ich zu Anfang auch, aber das geht vorbei, mittlerweile denke ich, wenn mein Zwerg brüllt, dann ist das halt so, versuche ihn natürlich zu beruhigen, aber er ist nun mal ein Baby und das schreit auch mal.
Ich wünsche Dir alles Gute #liebdrueck

LG, lisma

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Oh mann genauso ging es mir auch,der Sprung vom Worcaholic zum heimchen war echt schwer,ständig richtete sich alles nach dem Kind,wann ich baden gehe,wann ich einkaufen gehe ja selbst wann ich aufs Klo darf.Das hatte voll genervt mir viel die Decke ähnlich wie bei dir auf den Kopf,ich hab mir Kurse ohne ende gesucht und Mamas mit gleichaltrigen Babys und schwupps war mein Tag ausgefüllt und ich glücklich.Mutterliebe kam spät ich glaub da war er 6 Wochen alt und lächelte mich das erste mal an...Jetzt haben wir nummer zwei bekommen und es ist viel leichter ich genieße viel viel mehr weil ich weiß wie schnell diese Zeit vorbei ist!
Ich kann dir nur empfehlen mehrere Kurse zu besuchen!

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hallo,

ich finde mich in deinen worten wieder... mika ist nun fast 6 monate alt und ich kann dir sagen, es wird irgendwann richtig schön. :-)

bei mir hat es sage und schreibe über vier monate nach der geburt gedauert, bis ich meine neue rolle wirklich annehmen konnte!

es war vorher wie verhext, ich bin eine kleine perfektionistin, habe vorher immer meine wohnung, haushalt und alles tip top gehabt, immer! und auf einmal geht das halt alles nicht mehr so 100%ig, wie ich es gerne hätte... das hat mir schwer zu schaffen gemacht, denn ich habe gemacht und getan, gerödelt und geputzt, wann immer mika schlief oder spielte, und trotzdem sah es nie so aus wie vorher. ich saß den ganzen tag zuhause, wir gingen zweimal täglich spazieren... auch immer allein... und alles drehte sich nur um mika. außerdem kann ein baby sich in den ersten monaten nicht allein beschäftigen und man muss sein kind halt auch erst mal kennenlernen, man weiß nicht auf knopfdruck direkt, was es hat, wenn es weint. rhytmus hat es in den meisten fällen auch keinen... heute weiß ich genau, wenn er morgens aufsteht und nach 2-2,5std. weinerlich wird, er braucht ein nickerchen vor dem mittagessen... ab in den kiwa und raus... danach lacht die welt wieder.;-)

all diese kleinen dinge spielten eine rolle und nach ca. vier monaten - zack- auf einmal hatten wir einen einigermaßen geregelten tagesablauf und baby sowie mama waren viel ausgeglichener! wir fahren zusammen einkaufen, gehen zum babyschwimmen und und und... und es macht spaß, weil ich nicht dauernd angst haben muss, was mach ich, wenn er jetzt anfängt zu weinen.

gib euch noch zeit, die dinge finden sich von allein!!
alles liebe
kiki

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Daaanke, an alle lieben Antworten, tut echt gut!

Hey mein Sohn heißt auch Mika :-), und das mit der Perfektionistin... hört sich sehr nach mir an.
Dann hoffe ich mal....

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Hi,

das geht den meisten müttern so aber ganz viele reden einfach nicht drüber. ich hab mich anfangs auch komisch als mutter gefühlt. alle wollten immer hören, wie toll es mit so nem baby ist und das alles super läuft und wenn ich erzählt hab, dass es anstrengend ist und ich angst hab zu verblöden, kam ich mir schlecht und herzlos vor. die umstellung war für mich schwierig, gerade wenn man vorher viel und gerne gearbeitet hat. eine freundin zu haben, die ebenfalls mutter ist und mit der man auch mal über die nicht so tollen zeiten mit dem baby reden kann, ist gold wert!!

als mein kleiner einige wochen alt war, bin ich mit ihm bus gefahren, um besorgen zu machen. er bekam hunger und fing an zu schreien. die anderen fahrgäste haben kaum reagiert, doch ich bekam schweissausbrüche und bin ausgestiegen! ich war auch so unsicher und bin lieber zu fuß weitergegangen.

lass dir zeit und setze dich nicht unter druck. mit der zeit lernst du dein kind besser kennen und weißt, was er mag und worauf er keine lust hat. dann werden dir auch die vielen menschen auffallen, die sich über deinen kleinen freuen!!

wir gehen eigentlich jeden tag raus um einzukaufen, spazieren gehen oder um andere mamis zum essen oder kaffee trinken zu treffen. wir gehen jetzt ausserdem zum pekip und waren vorher bei der babymassage. es tut gut, wenn man feste termine hat.

jetzt bin ich glücklich in meiner mutterrolle aber wie gesagt, es hat auch einige wochen gedauert. glaub mir, das wird schon!!

alle liebe,
tiffy




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