Zahnschmerzen nach dem Verzehr von Süßigkeiten

Guten Morgen Frau Bertzbach!

Mein Sohn (5 Jahre) klagt gelegentlich nach dem Verzehr von Süßigkeiten über schmerzende Zähne. Besonders beim abendlichen Zähneputzen hat er an einigen Zähnen Schmerzen. Am nächsten Morgen ist hingegen wieder alles in Ordnung. Ich habe beobachtet, dass - insbesondere wenn er saure Weingummis nascht - das Problem eher auftritt, als wenn er z.B. nur Schokolade isst. Aber dann auch nicht immer. Nur gelegentlich und nicht regelmäßig.

Er hat noch alle Milchzähne und bislang keine Löcher.
Wir gehen zwei Mal im Jahr zur Zahnärztin und es ist immer alles top in Ordnung.
Da das Problem mit den schmerzenden Zähnen nicht gehäuft auftritt und einfach auch nicht immer so präsent ist, habe ich bislang nicht mit unserer Zahnärztin darüber gesprochen, da ich beim Termin schlicht nicht daran gedacht habe.

Unsere Kinder bekommen ihre Süßigkeiten rationiert - d.h. eine kleine Brotdose mit Lutschern, Weingummis, Schokolade und Traubenzucker für eine Woche. Pro Tag entspricht die Menge einer kleinen Portion von ca. 2-3 Weingummis, 1 Lutscher oder Bonbon und einem kleinen Schokobonbon. Je nach Lust auf Süßes kann dies natürlich an einem Tag auch mal mehr, aber auch weniger sein.

Der ältere Bruder hat eine Zahnschmelzstörung an einem bleibenden Backenzahn.

Was raten Sie mir?

Mit freundlichem Gruß,

Sanne

Hallo Sanne.
Kinder ohne Süßigkeiten großzuziehen ist illusorisch. Ich empfehle daher den klugen Umgang mit dem Süßen:
Ich halte es mit der Empfehlung der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendzahnheilkunde Hessen (www.jugendzahnpflege.hzn.de) gut: gestalten Sie den Vormittag Süßigkeiten-frei, suchen Sie sich am Nachmittag eine Zeit, wo Sie gemeinsam mit Ihren Kindern naschen: dann nach Herzenslust und ohne schlechtes Gewissen, für jeden eine Portion Süßkram, soviel, wie in eine Hand passt.

Die Häufigkeit des Naschens ist riskant für die Zähne, an Karies zu erkranken, nicht die Menge!

Es gibt zahnfreundliche Alternativen, die mit dem Zahnmännchensymbol, oder zahnfreundliche Kaugummis mit Xylit.

Der ältere Bruder sollte sich beim Zahnarzt vorstellen, wahrscheinlich hat er eine Molare-(Inzisiven)-Hypomineralisation (MIH). Man kann diese Zähne gut mit Glasionomer- oder Compositfüllungen versorgen, wenn der Schmelz eingebrochen ist. Für die Behandlung muss man in der Regel eine örtliche Betäubung geben und den Zahn möglichst mit Kofferdam gegen Speichel isolieren.
Viele Grüße
Sabine Bertzbach

Ich würde das Problem bei der Zahnärztin ansprechen und zur Sicherheit sogenannte Bissflügelröntgenbilder machen lassen. Es gibt leider auch Karies, die man klinisch nicht sieht, nur auf der Röntgenaufnahme. Schon oft erlebt. Bin auch ZÄ Schwerpunkt Kinder. Zwischenraumkaries. Prophylaktisch schon bei Milchzähnen Zahnseide benutzen! Falls nichts auf den Bildern feststellbar ist, dann ist man beruhigt. Wenn was zu sehen ist, kann man handeln.

Viel Glück!

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