Sich notfalls einen Namen "basteln"?

Meine Frage ist völlig bescheuert, bitte lacht nicht :-D Die Verzweiflung ist mittlerweile sehr groß... Unsere Tochter hat drei Vornamen - der zweite und dritte ist jeweils ein Familienname, zuletzt als Rufname getragen von unseren Großmüttern und Zweitname unserer Mütter. Das war alles wunderbar einfach, weil die traditionellen Frauennamen in unseren Familien alle hübsch und gut vergebbar sind. Also alles kein Thema.

Nun bekommen wir einen Jungen und da wirds schwierig. Der zweite Name steht, aber der dritte müsste aus der Familie meines Mannes kommen und unter uns: Die sind alle wenig attraktiv ;-) Anders als in meiner Familie gibt es da auch nix Traditionelles, wo man sagen könnte "So heißt da jeder Mann seit 500 Jahren mit zweitem Namen", es sind alles zeitgenössische Namen, Marke Siegfried, Günther, Helmut und Co. Das widerstrebt mir total.

Es gibt jetzt genau drei Varianten:

- Schweren Herzens wird es eben ein "hässlicher" Name. Damit würde quasi die Gerechtigkeit siegen, keiner der Eltern könnte sich zurückgesetzt fühlen, weil wir eben dem Schema treu geblieben sind (ja, ich weiß, dass das unsere alleinige Entscheidung ist, aber wenn man schon weiß, dass einige da empfindlich reagieren, kann man ja Rücksicht nehmen).
- Man nimmt keinen Namen aus der Vergangenheit, sondern den des Bruders väterlicherseits, zu dem das Verhältnis sehr eng ist. Der ist in Ordnung, aber mein Mann hat die Befürchtung, dass es auch da zu Irritationen kommt (weil die anderen Namen eben immer von Omas und Opas sind - Richtung "Aha, warum nicht Opa? Sehr seltsam!").
- Und jetzt die Bastelvariante: Man baut sich aus zwei Namen, die nicht so toll sind, einfach einen dritten :-D Also beispielsweise sowas wie "Josef und Richard werden zu Jorik". Mein Mann zeigt mir einen Vogel #schein Ich finde das gar nicht so doof, aber natürlich ist es totale Trickserei und man vera... sich nur selber ;-)

Tja, wie würdet ihr entscheiden? Wir würden gerne die Tradition mit mehreren Namen fortführen, wäre auch für das Kind bisschen doof, wenn man später sagt "Tja, blöd, bei dir konnten wir uns leider nicht einigen" :-D Irgendeine Lösung muss halt her. Und gefallen soll sie einem auch noch :-D

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Mein Sohn trägt auf Wunsch meines Mannes den hässlichen Namen des Uropas als Zweitnamen. Ich wünsche mir heute noch, ich hätte da damals nicht zugestimmt. Von daher würde ich von den hässlichen Namen abraten.

Namen basteln fände ich auch irgendwie komisch. Wenn dann vielleicht eine modernere Form des Namens, falls es das gibt. Basteln wie in deinem Beispiel fände ich albern.

Ich würde den Namen des Bruders nehmen.

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Meine persönliche Meinung:

Ich halte nichts davon, einen Zweitnamen zu nehmen, den man hässlich findet. Ich kenne mehrere Leute, die einen Zweitnamen in Richtung "Hildegard, Gudrun" etc. haben, weil sie nach ihrer Oma oder Patentante benannt sind, und die finden das alle nicht so toll. Ich würde das nur machen, wenn mir der Name gut gefällt oder ich ihn okay finde.

Ich finde, man kann den Kindern auch so viel von den Großeltern erzählen (falls diese verstorben sind) oder bei lebenden Verwandten ein enges Verhältnis haben, ohne dass man nach ihnen benannt sein muss.

Achso, und ich persönlich wäre auch etwas sauer auf meine Eltern, wenn meine Schwester schöne Zweitnamen abbekommen hat, und man selber eher komische Namen, die man nicht unbedingt mit angeben möchte.

Die Idee mit dem Zweitnamen basteln finde ich übrigens gar nicht schlecht. Dann hat der (schöne!) Zweitname noch eine nette Geschichte dazu.

Ich glaube auch nicht, dass jemand von den Großeltern sauer auf euch sein wird. Und falls das angesprochen wird, könnt ihr ja einfach sagen, dass ihr die Namen nicht mehr zeitgemäß findet.

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Ich würde den Namen des Bruders nehmen.
Falls jemand fragt, erklären, "wir mögen euch alle gern, aber zum Vergeben an unsere Kinder haben wir die schönsten Namen ausgesucht." Da die Eltern den Namen des Bruders ausgesucht haben, bestätigt das nur ihren Geschmack.
Mir wäre es jedenfalls lieber, ein Enkelkind bekäme einen der schönen Namen, die ich ausgesucht habe als meinen hässlichen Namen...;-).

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Ich würde nur Namen vergeben, die mir gefallen. Wenn ich Siegfried also nicht schön finde, wird mein Kind (auch mit 2. oder 3. Namen) kein Siegfried.

Ich finde auch nicht, dass man drei Namen vergeben muss, nur weil das erste Kind drei Namen hat. Und auch dieses "ein Name aus meiner Familie, einer aus deiner" finde ich sehr verkrampft. Wenn man sowieso von beiden Seiten Namen hat, die einem gefallen - klar, wieso nicht. Aber wenn es da keinen Namen gibt, den man schön findet, dann vergibt man halt einfach nur einen Zweitnamen von einer Seite der Familie. Finde ich überhaupt nicht schlimm.

Einen Namen basteln würde ich nicht - da kann man den Namen ja eigentlich auch weglassen, weil dann ja der Sinn, einen Namen aus der Familie zu vergeben, wegfällt.

Meine Freundin hat zwei Kinder. Eins hat zwei Namen, eins drei, weil da noch ein Name aus der Familie dran gehängt wurde. Niemand findet es schlimm und auch die Kinder wundern sich nicht, warum ein Kind drei und eins zwei Vornamen hat. Ich habe einen Doppelvornamen mit Bindestrich, meine Schwester einen einzelnen Vornamen, meinen Zweitnamen. War auch nie ein Problem und niemand hat sich gewundert. 😄 Das mit der "Gleichförmigkeit" von Namen (Geschwisternamen müssen zusammen passen, die gleiche Bedeutung haben, mit dem gleichen Buchstaben anfangen, die gleiche Silbenzahl haben, die gleiche Anzahl von Vornamen...) habe ich nie so richtig verstanden. Gut, dass nicht alle die Kombi Waltraut-Hildegard Irene passend zur Schwester Luna finden, kann natürlich sein, aber wenn es den Eltern gefällt, ist das doch wurscht.

Auf die Meinung der Omas und anderer Familienmitglieder würde ich in dem Fall keine Rücksicht nehmen. Sie hatten bei ihren Kindern die Chance, Namen zu vergeben, die ihnen gefallen - jetzt seid bei euren Kindern ihr dran. :)

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"meinen Zweitnamen" sollte "keinen Zweitnamen" heißen. Ich hasse die Autokorrektur. 😭

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Meine erste Wahl in diesem Fall wäre der Name des Bruders.
- einer aus der Familie wird ganz offensichtlich geehrt
- es ist ein Verhältnis, in dem es wert ist, geehrt zu werden
- Der Familie kann man erklären, dass es gar nicht das Schema "Großeltern ehren", sondern "jemanden aus der Familie ehren" war. Vielleicht wird der Bruder ja sogar Patenonkel.

Meine zweite Wahl wäre die Bastelvariante.
- Ich würde es als unschlagbaren Vorteil sehen: Hey, hier ehren wir nicht nur eine Person, sondern gleich zwei!
- Wenn in deinem Beispiel Jorik euch wirklich überzeugt und begeistert, dann würde ich das sogar über die Bruder-Variante stellen.
- Wenn ihr den Namen nur so lala findet, dann würde ich doch lieber direkt jemanden ehren.

Meine letzte Wahl wäre ein ungeliebter Name, um den Großvater zu ehren.
- Wenn der Name überhaupt nicht gefällt, fände ich es blöd, ihn zu vergeben.
- Wenn er okay ist, dann zählt für mich das Schema mehr: Es geht ja nicht um den Namen, sondern um den Namensträger.

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Ich war auch bei der Variante "Bruder", aber unerwarteterweise findet mein Mann das seltsam - er fände es auch komisch, wenn sein Neffe seinen Namen bekommen würde, meint er :-D Wohingegen mir die Lösung richtig gut gefallen würde, denn er und sein Bruder stehen sich sehr nahe.

Wahrscheinlich endet es also bei Variante "Basteln", denn mit etwas Fantasie kommen wir da auf einen Namen, der schon immer der Favorit meines Mannes für den Rufnamen war. Hätten wir doch nur nie mit den drei Namen angefangen...aber wem sage ich das :-D

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Wir basteln sonst auch gerne mit ;-)))

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Also ich würde den 3. Namen dann eher weglassen.
Mein Schwager hat auch 3 Namen und sie sind nicht schön.
Mein Mann ist auch nicht stolz als 2. Namen den seines Onkels zu haben, weil die sich nicht verstehen.

Aber es ist eure Entscheidung.

Ich würde weglassen oder ihn so nehmen wie er ist, aber nicht rumbasteln.

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Ich würde zuerst eine moderne Abwandlung der alten Namen favorisieren. Also statt Siegfried z.B. Friedo oder Friedrich oder Frieder oder statt Helmut Helmer oder Helmo oder so. Wenn das nicht geht, den vom Bruder.

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Ich finde basteln gut! Einen "hässlichen" Namen würde ich auch nicht nehmen! Wie lauten denn die Namen, die verändert werden müssten? Könnten vielleicht beim Basteln helfen. :)

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Fritz und Erich - ich würde da Frederik draus machen, denn Fritz kommt ja von Friedrich, dessen dänische Variante Frederik ist. Und die Endung -erik ist die dänische Variante von Erich. Insofern fand ich das ganz gut getrickst :-D Piers könnte man ebenfalls noch verwenden, aber damit fiel mir so rein gar nichts ein.

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Basteln find ich gut #cool#glas

Ich bin sehr dafür, Namen aus der Familie weiterzugeben - wenn man die Namen mag!
Man kann die alten Namen ja auch als Inspiration heranziehen, ohne sie direkt verwenden zu müssen. Denn mal ganz ehrlich, was kann man dafür, wenn die Eltern Namen tragen, die einem selber nicht gefallen. Muss man ein schlechtes Gewissen haben, wenn man den Geschmack der Urgroßeltern von vor 70 Jahren nicht teilt, also von Personen, die man vielleicht nicht mal mehr kennengelernt hat?
Meine Oma zB hieß Hubertine - nie und nimmer hätte ich diesen Namen weitergegeben, nicht mal Hubert als Fünftname für einen Sohn #zitter Meine Oma fand ihren Namen selber nicht schön und hätte es mir ausgeredet, den Namen weiterzugeben #rofl

Wir haben damals bei unserem Sohn auch quasi gebastelt: aus Papa Thomas wurde auf seinen Wunsch hin Tom und aus Matthias wurde aus meinem Wunsch hin Jonathan. (Wir sind da den Weg über die ähnliche Bedeutung gegangen, weil Tom Matthias hintereinander wie Tomate geklungen hätte ;-))

Frederik - aus meiner Sicht jedenfalls die perfekte Lösung, zumal: 2 Fliegen mit einer Klappe..
#pro:-)

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Hallo!
Vielleicht wäre es auch eine Möglichkeit zu schauen, ob es die Namen auch in anderen Sprachen gibt. Zum Beispiel Skandinavische Namen lassen sich durchaus ja auch hier gut vergeben.
Wir hatten zum Beispiel mal kurz über den Namen Joakim (skand. Form von Joachim) nachgedacht.
Klingt dann vielleicht etwas frischer, obwohl der Ursprung ja eher so in die Richtung eurer möglichen Namen geht.

Bei uns in der Familie ist es so, dass beim ersten Enkelkind noch die Vornamen der Opas verwendet wurden, beim zweiten dann gar kein Zweitnamen aus der Familie, sondern ganz unabhängig. Das Dritte Enkelkind hat dann als Zweitnamen den von der Uroma und das vierte wird den Namen der anderen Uroma tragen.
Und es hat sich irgendwie nie jemand benachteiligt gefühlt.

Ich finde Zweitnamen sollten genauso zusammenpassen wie Vorname und Nachname. Daher würde es für mich nicht in Frage kommen, dass nur wegen irgendeiner „Regelung“ zu machen.

Alles Gute! ☺️

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