Milcheiweißunverträglichkeit?

Hallo,
ich muss mal weiter ausholen: Unser Junior (27 Mon) hat noch nie richtig geschlafen, er musste nachts immer rumgetragen, teilweise auch im Kinderwagen gefahren werden, meistens hat er nur auf uns geschlafen.

Mittagsschlaf war nur im Kinderwagen möglich. Mit 5 Monaten hatte er Keuchhusten, nach dem der ausgestanden war, ging es los mit Mandelentzündungen, Mittelohrentzündungen, Paukenergüssen, diverse Magen-Darm Erkrankungen teilweise mit KH-Aufenthalten und ständigem Schnupfen.

Irgendwann haben wir festgestellt dass er nacht Atemaussetzer hat, weshalb er auch ständig wach war und nur mit erhöhtem OK schlafen konnte. Wir waren beim HNO, Diagnose: Vergrößerte Polypen ( mit ca 13 Mon), man könnte aber noch nichts machen, nur abwarten.

Wir waren an dem Zeitpunkt schon am Ende, wöchentlicher Besuch beim KiA war schon Routine, Nasensprays und Ibu gegen Ohrenschmerzen genauso (homöopathie hat irgenwann mal nichts mehr geholfen).

Bei seiner 2. eitrigen Mandelentzündung innerhalb von 5 Monaten, waren wir zu Besuch bei meiner Schwägerin (ca 200 km Entfernung), die uns gleich zu ihrem Heilpraktiker geschleppt hat. Der meinte wir sollten ihm keine Milch mehr zu trinken geben.

Naja er hatte damals nur noch 1 mal Nachts zwischen 4 und 5 eine Milch bekommen, es war auch kein Problem ihn diese abzugewöhnen.
Und siehe da, wir haben das erste mal seit seiner Geburt länder wie 2 Std am Stk geschalfen#huepf. Und Mittagschlaf war in seinem Bett auf einmal auch kein Problem mehr. Er war das erste mal seit über einem Jahr richtig gesund. Das ging 3 Monate gut.
Dann kamm er in die Kita, und es ging alles wieder los.
Ständiger Schnupfen, Ohrenschmerzn, Paukenergüsse. irgenwann mal kammen dann auch nächtlich Hustenanfälle, die mehrere Std andauerten, und nach acht wochen nur mit Asthmamittel in den Griff zu bekommen waren, ständige Bindehauentzündungen, zwischendrin tränende Augen.
Dann war ich wieder mal beim Heilpraktiker und die hatte uns geratten, komplett auf Milchprodukte zu verzichten.

Ich muss sagen, nach einigen Wochen schlief er sogar durch, was wir von ihm überhaupt nicht kannte , er ist seit Monaten gesund, kein Schnupfen, keine Ohrenschmerzen, nichts nur noch gesund.
Vor einigen Wochen hatte er dann bei der Oma eine richtig schöne Quarktorte, mit ganz viel Quark und Sahne obendraf bekommen. Ob es dannach eine Reaktion dadrauf war oder einfach nur eine einfache Erkältung war, kann ich leider nicht sagen. Es fing am gleichen Abend an mit Schnupfen, unruhige Nacht, am nächsten Tag Fliesschnupfen, tränenden Augen, so wie davor auch, einige Nächte später stundenlanger Reizhusten. Der ganze Spuck war nach ca einer Woche wieder vorbei (wieder absoluter Verzicht auf Milprodukte).

Meine Frage nun, ist es tatsächlich möglich dass er eine Milcheiweißunverträglichkeit hat, oder ist alles nur Zufall?

LG#winke

Hallo!

ich freue mich sehr, dass Du uns so ausführlich berichtet hast. So kann man besser verstehen, um was es genau geht.
Ich bin natürlich kein Arzt und kann demzufolge auch keine Diagnose stellen, aber die Art und Weise wie sich eine Allergie zeigen kann, ist sehr unterschiedlich. Wir sagen gern: Eine Allergie hat viele Gesichter. Betroffene Organe können neben der Haut und dem Magen-Darm-System auch die Atemwege sein.
Erste Anzeichen können Niesreiz, Fließschnupfen und Hustenattacken ohne nachweisbaren Infekt sein. Je länger die eigentliche Ursache unerkannt bleibt, desto mehr können sich die Beschwerden ausweiten.
Allergische Erkrankungen sind im Kindesalter im Vormarsch. Laut Studien nehmen sie nachweislich zu. Warum ist noch nicht geklärt.
Zu den Hauptallergieauslöser im Kindesalter zählen Milch, Ei, Soja, Weizen, Nüsse und Fisch.
Aus diesem Grund kann es durchaus sein, dass die Beschwerden Eures Kindes allergisch bedingt sein.
Bei einer Allergie reagiert das Immunsystem fälschlicherweise auf das Eiweiß in der Milch und setzt eine allergische Reaktion in Gang. Die Behandlung einer Allergie besteht in der strikten Vermeidung des Allergens. D.h. im Falle einer Kuhmilchallergie ist eine milchfreie Ernährung notwendig. Damit sind wirklich alle Nahrungsmittel gemeint, die in irgendeiner Form Milchbestandteile enthalten, z.B. Wurstwaren oder Backwaren. Nur so werden die Kinder beschwerdefrei.
Um das Vorliegen einer Allergie sicher zu erkennen, empfehlen Experten eine Auslassdiät. Das habt ihr praktisch auch so gemacht. Denn man verzichtet konsequent für mind. 14 Tage auf alle Milchprodukte. Wenn eine Allerdie vorliegt, bessern sich dabei die Beschwerden. Anschließend bekommt das Kind erneut geringe Milchmengen, treten die bekannten Beschwerden wieder auf, gilt der Verdacht als bestätigt. Die Milchfreie Ernährung sollte dann für mindestens 1 Jahr fortgesetzt werden.
Um all diese Fragen zu klären, solltest Du Dich an einen Kinderarzt mit allergologischer Spezialausbildung wenden. Er ist hier der richtige Ansprechpartner.
Da Milch und Milchprodukte in der Kinderernährung wertvolle Nährstofflieferanten sind, sollte das Kind einen entsprechenden Ersatz bekommen, damit eine bedarfsgerechte Versorgung sichergestellt ist.
Auch hier kann Dich der Kinderarzt beraten oder eine Ernährungsfachkraft vor Ort.
Ich hoffe, ich konnte Euch mit diesen Informationen weiterhelfen. Für weitere Fragen könnt Ihr uns immer in der Expertengruppe finden.
Liebe Grüße, Frederike

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