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Hallo,

bis unsere Tochter vier Jahre alt war, hatten wir keine feste Umgangsregelung. Sie hat bei mir gewohnt, aber regelmäßig ihren Vater besucht, am Wochenende auch oft dort übernachtet.

Seit drei Jahren haben wir das Wechselmodell. Zuerst hat es sehr gut geklappt. Es gab keine großen Konflikte und ich hatte immer das Gefühl, dass das Wohl unseres Kindes im Mittelpunkt steht.

Das hat sich geändert, als wir vor einem Jahr mit meinem neuen Partner zusammengezogen sind. Der Kindsvater will nicht, dass mein Partner unsere Tochter ins Bett bringt, ihr Geschenke macht oder auf sie aufpasst. Dass seine Freundin aber all das gelegentlich auch macht, findet er unbedenklich.

Obwohl unsere Tochter sich super mit meinem Partner versteht, findet der Kindsvater es egoistisch, dass wir zusammengezogen sind. Eben hat er mir (mal wieder) einen Vortrag darüber gehalten, dass sie sich ja gar nicht unbeschwert und frei entfalten könne, wenn sie mit einem "fremden" Mann zusammenlebt. Er hat angekündigt, dass er beantragt, dass sie bei ihm lebt und nur noch am WE bei uns ist.

Könnte er damit durchkommen? Die Meinung unserer Tochter zählt doch auch?

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Damit kommt er niemals durch, dass ist ja an jeglicher Lebensrealität vorbei gedacht. Am einfachsten wäre es, wenn du einen Termin beim Jugendamt oder einer städtischen Erziehungsberatung machst, zu dem er dann auch eingeladen wird. Damit ihm der Zahn gleich gezogen wird.
Mein Exmann hat das damals auch versucht (wollte meinem neuen Partner verbieten dass der mit den Kindern zu tun hat. Dabei hatte der noch nicht mal irgendein Interesse an den Kindern, aber hielt sich halt mit in der Wohnung auf weil wir zusammen gewohnt haben). Der Familienberater der Caritas hat ihm klar gemacht, dass das nichts wird. Dann hat er Ruhe gegeben. Sollte er zu unvernünftig sein um das einzusehen, bleibt nur aussitzen, in der ruhigen Gewissheit dass er keine Chance hat, außer das Kindswohl wird gefährdet (wovon ich jetzt mal nicht ausgehe. Du hast ja nicht erwähnt dass dein neuer Partner prügelnder Choleriker ist oder so)

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Danke für deine Antwort.
Nein, das Kindswohl ist nicht gefährdet. Zuerst hatte der Kindsvater auch kein Problem mit meinem neuen Partner, aber seit wir zusammenleben, meckert er ständig.

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Sehr unwahrscheinlich dass er damit durchkommt, empfehle ihm einen gute psychologische Beratung Familienaufstellung, der seine Eifersucht gegen deinen Partner behandelt und sag ihm, dass dein Partner für das Kind die selbe Rolle hat wie seine neue Freundin. Beide werden euch als Eltern nie ersetzen, aber sie werden den jeweiligen Partner bei der Erziehung der Kinder in der jeweiligen zugeteilten Zeitspanne unterstützen und da hat niemand von der anderen Seite drin rum zu rühren. Die Kinder gedeihen am besten wenn alle vier Beteiligten das klar bekommen und akzeptieren lernen. Ich würde eine Mediation beim Jugendamt machen und ihn auf den Boden der Tatsachen holen.

Ein Kind kann mehrere männliche und weibliche mutter und vaterähnliche Personen in seinem Leben verkraften, aber einen präsenten Vater oder eine präsente Mutter sind nicht so leicht zu ersetzen. Mit seinem Verhalten schafft er höchstens Unsicherheit beim Kind, dass dann das Gefühl hat unter dem Druck zu stehen sich entscheiden zu müssen und das ist immer Gift für die kindliche Seele, die aus beidem besteht und eigentlich beide Seiten braucht. Am Gesündesten wäre, ihr würdest alle vier das Glück der Kinder im Auge haben und Frieden schließen und jeder gestaltet seine Zeit mit dem Kind so gut wie möglich und lässt das diskreditieren der anderen Seite sein.

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Hätte ich besser nicht schreiben können.
Ich verstehe da die Denke auch nicht. Er darf eine Freundin haben, aber die Ex keinen Partner.
#kratz

War bei uns genauso. Die Ex meines Mannes hatte etwas mit einem Verheirateten und von dem auch noch ein Kind. Drama hoch 10. Das war völlig in Ordnung.... Meinem Mann wurde hingegen zum Vorwurf gemacht, dass er mich hatte. Ich sollte nie da sein, wenn die Kinder kamen am besten unsichtbar sein. Sie wollte auch ein Verbot erwirken, dass ich mit den Kindern nichts zu tun haben darf. Richter und Jugendamt haben sie ausgelacht und ihr einen Vogel gezeigt. Alles was sie erreicht hat, war sich komplett lächerlich zu machen.

Ich würde der TE auch nahelegen, ihrem Mann zu raten sich bezüglich seiner Eifersucht behandeln zu lassen. Sonst stürzt er das Kind in einen Loyalitätskonflikt und das ist dann sehr wohl Kindeswohlgefährdung.
Der TE rate ich zu einem guten Anwalt :)

#klee

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