Wie flexibel muss man sein

Hallo ihr,

ich wuerde euch gern um Rat fragen. Zum einen brauche ich Rat ueber die RECHTLICHE Seite der Angelegenheit, zum anderen aber auch ueber die moralische.

Meine Kleine ist fast ein Jahr. Das erste Jahr war ziemlich turbulent in Sachen Umgang mit dem Vater. Nun hatten wir es endlich hinbekommen, dass alle zwei Wochen Kind-Papa-Wochenende ist. Von FR auf SO. Auf die Frage (da ja 2 Wochen nicht-sehen fuer so ein kleines Kind ziemlich lange ist) ob er sie an "meinen Wochenenden" spontan vielleicht auch mal einen Nachmittag sehen moechte (war ein nett-gemeintes Angebot) wurde mir ziemlich direkt gesagt "Nein, dafuer habe ich keine Zeit".

Nun ist es so, dass er Anfang des Jahres diesen Umgang von sich aus auf die Dauer von SA auf SO beschraenkt hat. Nun gut, ich arbeite unter der Woche, da war es mir ganz Recht die Kleine ein wenig mehr auch an Papa Wochenenden zu sehen. Dann war es so, dass er Wochenenden, die ausserplan-maessig doch meine Wochenenden waren auch ersatzlos hingenommen hat. Naja, fand ich manchmal etwas aergerlich, da ich umplanen musste, aber gut, ist nun auch nicht die Welt.

Jetzt ist es aber so, dass er auf einmal findet, er wuerde sie nicht genug sehen. Ist ja generell eine schoene Erkenntnis, wuensche ich mir ja fuer meine Kleine. Nun ist es aber so, dass er ploetzlich aus heiterem Himmel anruft und sagt "naechstes Wochenende will ich sie haben, schliesslich ist letztens das Wochenende xyz "ausgefallen" (er hatte abgesagt oder es war generell so geplant worden, ohne dass er einen Ausgleich wollte). Sage ich dann aber "sorry, da haben wir schon Plaene" wirft er mir vor, dass ich ihm seine Tochter vorenthalten wuerde. Er meint, dass man in unserer Situation eben keine Plaene machen koennte.

Ich habe ihm wirklich immer alles recht gemacht, weil es mir sehr wichtig war, dass meine Tochter ihren Vater kennt. Vielleicht habe ich das zu lange so getan. Aber irgendwie moechte ich ja auch mein eigenes Leben, also dass von uns beiden als kleine Familie, planen koennen. Wenn ich jetzt nachgebe kann es genau so gut sein, dass er dann bald wieder besseres zu tun hat (besonders jetzt wo der Sommer wieder anfaengt) und wieder "keine Zeit" hat.

Nun halt meine frage: wann greift der Vorwurf "du enthaelst mir meine Tochter vor"? Denn so eine moechte ich ja nicht sein, ein Kind ist keine Waffe oder Druckmittel. Ist es wirklich besser um des Friedens Willen immer nachzugeben? Denn ich moechte ja dass es meiner Tochter gut geht, und "Frieden" ist halt die beste Situation fuer sie.

Wie wuerdet ihr das handhaben? Wie sieht das rechtlich aus, und wie sieht das moralisch aus?

LG neighbour

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Hallo neighbour,

oh das kommt mir sehr bekannt vor. Dieses Drama hatte ich auch gehabt und leider alles zu lange mitgemacht.

Bei dir ist es jetzt erst und das ist der Anfang. Ich habe das leider 4 Jahre durchgemacht nur damit meine Tochter Kontakt zu ihrem Vater hat.

Mein Rat an dich....setz dich durch.

Sage deinem Ex, alle 14 Tage am Wochenende. Absagen kommen nicht in Frage wenn er keine Lust auf sein Kind hat. Wenn er Party machen will...dumm gelaufen, muss er das an den Wochenenden machen, wo er sein Kind nicht hat.

So auch im Sommer. Nur weil er vielleicht etwas anderes vorhat weil es warm ist, würde ich nicht durchgehen lassen.

Die einzige Entschuldigung die ich in kauf nehme ist wenn er selber krank ist und es ihm hundeelend geht und das hört man auch am Telefon.

Geburtstage in der Familie...kann er sein Kind mitnehmen. Will er wegfahren, kann er sein Kind mitnehmen.

Sage ihm das du eine Regelung von alle 14 tage haben willst und das steht.

Lass dich nicht davon einschüchtern, wenn er sagt....Du entziehst mir mein Kind. das ist humbug, denn du bist ja bereit das er sein Kind sieht.

Sage ihn einfach, die Wochenenden die dir gehören, da planst du ja selber mit deinem Kind etwas zu unternehmen und kann nicht umgeworfen werden.

er muss warten bis sein Wochenende wieder dran ist. das ganze würde ich solange durchziehen bis es bei ihm ins Fleisch und Blut übergegangen ist und da würde ich auch keine Ausnahme machen.

Wenn euer Kind später größer ist, dann ist es etwas einfacher, da wird das Kind sich dann schon äussern ob es Lust zum Vater hat oder ob dein We getauscht werden kann mit dem des Vaters.

wenn alles nicht hinhaut, mach einen Termin beim Jugendamt, trage das vor und ihr kommt dann gemeinsam zu einer Regelung. Ihm würde ich aber auch sagen, ok, regeln wir das beim Jugendamt, wenn er es alleine nicht hinbekommt.

Um noch zu antworten rechtlich und moralisch. Rechtlich sieht es so aus, der Vater hat ein Umgangsrecht und auch das Kind hat ein Recht auf seinen Vater.

Moralisch sieht es so aus, das gerade der Mann versucht die Frau ein schlechtes Gewissen einzureden, nur weil man selber NEIN sagt für ein Wochenende was du geplant hast.
Das ist dein Recht und musst ihm auch nicht das Kind geben.

Bleib hart auch wenn es schwer fällt aber du schaffst es. Ansonsten hole dir Hilfe vom Jugendamt.

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Bei euch rate ich lasst den Umgang gerichtlich machen, er will sie öfter? Gut soll er einen Vorschlag machen wann er sie mal unter der Woche nehmen kann und alle 14 Tage am Wochenende, da soll er sie nehmen, ist er krank oder muss arbeiten setzt ihr einen Termin an wo der Ersatz ist, ansonsten ist es sein Problem wenn er keine Zeit findet oder Lust hat .....Was ein Horst.

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Hallo,

ich würde die Wochenenden verbindlich festlegen, und wenn mal eins seiner Wochenenden ausfällt (aus einem Grund, den ER zu vertreten hat), kann er gerne fragen, ob er's ein andermal nachholen kann, aber das liegt dann bei dir.

Wenn du eh nichts Besonderes geplant hast, kannst (und solltest) du ihm die Kleine ruhig geben, wenn du schon andere Pläne hast, dann ist es so, PUNKT.

Er kann dir ja schlecht verbieten, an DEINEN Wochenenden Pläne zu machen, nur weil ER offenbar "planlos" ist...

LG Dany

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rechtlich? keine ahnung!

Moralisch? Wie flexibel wills du sein?
Ich hab bestimmt fast ein Jahr lang immer allem zugestimmt damit der Vater seinen Sohn überhaupt sieht... hab eigene Pläne gar ncht gemacht oder über den Haufen geworfen.. inzwischen denk ich mir... hey.. wenn er nicht rechtzeitig genug vorher anruft, hat er pech gehabt. Mein leben... naja... mal schaun wann ihm wieder einfällt, dass er überhaupt einen Sohn hat,.. narf

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Ohne klare Regeln geht so eine Situation gar nicht. Ich denke auch das Gericht würde feste Umganzzeiten festlegen. Ein Urteil wie der Vater meldet sich wenns passt gibt es nicht.

Nun ist euer Kind noch sehr klein, aber auch für die Kinder ist es wichtig zu wissen wann wieder Papa-Zeit ist und nicht neben dem Telefon auf eine Anruf zu warten.

Ich kenne nun die Situation mit jeweils neuen Partnern (bin die Bonusmutter der Kleinen) und außer Weihnachten und Ostern haben wie die Erfahrung gemacht ist es wichtig sich an die Regel zu halten. Es spielen irgendwann soviele Interessen eine Rolle, da kann man nicht mehr allem gerecht werden. Viele Termine plant man bewusst mit oder ohne Kind und das Recht sollte man auch haben. z.B. ist es verdammt ärgerlich wenn man bei einen Ausflug mit anderen Kindern plötzlich ohne Kind dabei ist.

Die Idee sowas spontan zu machen kann auch nur nach hinten losgehen, denn dann endet man im Konkurrenzkampf. Wer das besser Programm plant bekommt das Kind. Geht auch gar nicht!

Sein Vorwurf ist Quatsch, er könnte sie ja gerne öfters haben, müsste sich halt nur an feste Zeiten halten.