Gefangen

Hallo ihr Lieben

Ich fühle mich derzeit so mies. Ich habe Angst, dem Allen nicht gerecht werden zu können. Meine Zwillinge sind jetzt fast 2 Jahre alt. Ich bin direkt nach dem Mutterschutz wieder arbieten gegangen, da ich mich noch in Ausbildung befand. Mein Freund war dann in Elternzeit. Er hat jetzt seit 2 Monaten einen neuen Job und fängt um 6 Uhr an zu arbieten. Ich mache also morgens die Mädels fertig und bringe sie zur Kita. Da ich in Schichten arbeite, kommt es auch oft vor, dass ich die beiden nur Abends kurz sehe oder erst wieder am nächsten Morgen.
Seitdem mein Freund wieder arbeitet, läuft zwischen uns auch nichts mehr, da wir beide ziemlich mit Arbeit und Kindern eingespannt sind. Ich fühle mich momentan wie eine Gefangene in meinem eigenen Leben. Ich vermisse die Freiheit, die ich vor dieser Beziehung hatte. Ich vermisse es, einfach tun und lassen zu können, worauf ich gerade Bock habe. Ich vermisse es, hin zu gehen, wo ich gerade sein möchte. Ich vermisse es, nach Hause zu kommen und mich einfach auf die Couch flezen zu können.

Ich habe so ein schlechtes Gewissen meiner Familie gegenüber, dass ich so denke.

Ich liebe die Kinder, ich liebe meinen Freund, aber ich möchte einfach wieder ungebunden sein.

Wie kann ich mit diesen Gefühlen umgehen, ohne meine Familie im Stich zu lassen?
Ich weiß einfach nicht mehr weiter :-( #zitter

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Mir geht es zur Zeit sehr ähnlich, nur das ich schon drei Kinder habe im alter von 2 bis 6 Jahre und wieder ungeplant schwanger geworden bin. Ich habe mir Anfang des Jahres eine Kur beantragt, wo ich gerade mit meinen Jungs bin. Habe hier einen Psychologen und werde mir nach der Kur auch einen zuhause suchen der mich noch eine Zeit betreuen soll. Hast du mit deinen Partner schon mal über deinen inneren Konflikt gesprochen? Versuche mit ihm ein paar Absprachen zu treffen, wo du Zeit für dich hast. LG Marlen

2

Liebes, ich glaube, jeder Mutter auf Erden geht das mal so. Ich inklusive. Es gibt sehr sehr gute Tage und sehr sehr schlechte. Ja und wenn sich der bockende 3-jährige auf die Hauptstraße schmeißt, man selbst seit Wochen keine Pause hatte, gleichzeitig mit Zwillingen schwanger und der Mann erst abends 18 Uhr von Arbeit heim kommt... Ja dann denkt man schon mal, warum man sich das freiwillig angetan hat. Und mein Sohn war nach Kinderwunschzentrum ein absolutes Wunschkind 😋 Was ich dir sagen will: Alle Kinder werden groß. Sie gehen eigenen Wege. Meine Freundin sieht ihren 11- jährigen Sohn nur abends 😀🙄 Meine Hilfe:

- Ganz gezielte Auszeiten, mein Mann muss zum Beispiel 1 mal pro Woche abends alles alleine meistern und ich gehe mit einer Freundin essen. Er macht das klasse.
- Auszeiten als Paar, unser Sohn und später auch die Zwillinge werden 1 mal im Monat bei Omi schlafen. Ein Genuss!!
- Auch an ganz schlimmen Tagen: Stelle dir die Frage, was heute positiv war. Haben sie gelacht? Waren sie süß? Was hast du toll gemacht? Und du machst das toll!!!
- Können die beiden mal in einen Kurs gehen? Mein Sohn ist 1 mal pro Woche für 1 Stunde im Sportkurs mit Musik. Da gehe ich immer Milchshake trinken. Mit viel Zucker 😀😀😀

3

Dieses Gefühl kennt jede Mutter auch wenn nicht jede dazu steht.

Auszeiten sind wirklich sehr hilfreich aber nur wenn du dich drauf einlassen kannst. Für mich war es am Anfang der Horror meine Tochter alleine bei meiner Mutter oder ihrem Vater zu lassen. Ich hab gefühlt jede Minute aufs Handy geguckt, es war ein langer Prozess ruhig und gelassen zu bleiben.

Als mein Sohn vor kurzem anfing mit seiner Schwester beim Papa zu übernachten wusste ich am ersten Wochenende nicht was ich tun soll, drei Tage ohne Kinder. Das zweite und dritte Wochenende hab ich genutzt um mich auf die Geburt vorzubereiten oder mich einfach nur zu entspannen. Es tut einfach so gut.

Rede mit deinem Partner über deine Gefühle und versucht gemeinsam eine Lösung zu finden.

4

Hallo, seit dem ich Kinder habe, arbeite ich nicht mehr Vollzeit. Es war einfach zu viel für mich und wechselte auf 25 Std/Woche. Seit dem mein drittes Kind da ist, habe noch mehr die Arbeitszeit reduziert auf 20 Std und habe jetzt ein Tag in der Woche frei. Gut dass mein Chef das alles mitmacht. Ich habe nach zwei Monaten zu meinem Mann gesagt, dass ich es so nicht schaffe und mir das alles zu viel wird, ich brauche ein Tag in der Woche ( ein Vormittag) wo keiner da ist und ich in Ruhe was erledigen kann.
Seit dem geht es mir auch wieder besser.
Vielleicht wäre es eine Überlegung auch für dich die Arbeitszeit zu reduzieren. In Vollzeit und noch in Schichten.....Ich wäre glaube schon weg ))). Hut ab an dich und Viel Kraft .
LG

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Oh ja- dieses Fremdbestimmte durch die Kinder ist manchmal sehr schwer zu ertragen!
Vor den Kindern war das Leben so selbstbestimmt- und Jetzt hat man die Verantwortung für so kleine Mäuse, taktet und richtet den Alltag danach, wird ständig bei irgendetwas unterbrochen und muss 24/7 auf Bereitschaft sein.

Jede Mama kennt das- jede Mama hat sich schon mal gewünscht wieder ungebunden zu sein.
Und doch ist es wirklich das größte Glück!

Schaff Dir Freiräume, in denen Du nur Du sein kannst! Das lädt die Akkus wieder auf- und so hast Du auch wieder mehr power für die Kinder( sie profitieren also auch von Deinen Freiräumen!).

Melde Dich z.B zum Yoga an, geh Shoppen, auch mal Essen mit Deinem Mann, oder ins Kino...oder mach doch einfach mal eine Pause auf der Couch. Sorge in der Zeit für einen guten Babysitter.
Du wirst nach dieser Zeit für Dich wieder liebend gerne und frisch gestärkt die Mama sein wollen!

Alles Gute

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