Waldorfschule?

Hallo!
Gibt es hier Eltern die ihr Kind in eine Waldorfschule geschickt haben? Und waren Eure Kinder dann auch im Waldorfkiga vorher oder in einem normal ausgerichteten Gemeindekiga?
Würdet Ihr Euer Kind auch in eine Waldorfschule schicken wenn es eine sehr lange Anfahrt hat?
Bei uns wäre es eine Anfahrt von einer Stunde, aber für meinen Sohn wäre das so ideal von den Schwerpunkten und auch von unserer Einstellung...
Würde mich sehr über Erfahrungen freuen! Bitte keine "Müsligegener-Diskussion";-)
Gruß!
Marti

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Hi,

zuerst sei gesagt daß mir ganz egal ist, in welche Schule die Kinder anderer Leute gehen.

Hast Du am Freitagmorgen den Bericht in SWR 3 gesehen?
Nachdem ich ihn gesehen habe, würde ich mein Kind niemals in eine Waldorfschule gehen laßen. Die haben herausgefunden, daß das schon in die Sektenrichtung geht. Die Lehrer habenu.a. negative Folgen zu befürchten, wenn ihre Kinder zu früh lesen, schreiben oder rechnen können. Das kann doch nicht angehen.

Es wurde auch geklärt, warum die Abiquote so hoch ist. Es sind zum Großteil besser gestellte Eltern, die die Nachhilfestunden innerhalb der Schule locker bezahlen können. Sie haben gesagt, daß die richtig hochgedrillt werden. Wie kann sich das mit dem angeblichen fehlenden Notendruck vereinbaren.
Einerseits keine Noten, somit kein Druck, und dann das. Würde mir als Eltern sehr zu denken geben. Und im Übrigen wäre mir persönlich egal für welche Schule, 1 Stunde wäre zu viel, auch für die Kinder.

Ich wünsche Euch alles Gute und daß Ihr den richtigen Weg geht

leonie (keine Müsligegnerin);-)

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Hallo,

eine Stunde Anfahrt ist definitiv zu viel! Die Leistungsfähigkeit deines Kindes würde immens leiden.

LG Marion

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Ich habe im Bekanntenkreis 2 Kinder, die auf Waldorfschulen waren.
Ehrliche Meinung? Die Kinder sind lebensunfähig bzw waren auf dem besten Wege dahin, denn die Eltern haben sich entschieden, sie doch auf Regelschulen zu geben.
Die Kinder waren nicht fähig, Frustrationen zu ertragen, gaben sehr leicht auf und hielten von Regeln mal gar nichts.

Ich würde es nicht tun.
Eine Stunde Anfahrt ist übrigens viel zu viel! Überleg mal, wo deine Kinder dann ihre Freunde hätten! Treffen am NAchmittag wäre Fehlanzeige.

Gruß,

Ariane

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Hallo!
Die Schule ist eine Ganztagesschule, also gemeinsame Hobbies und Kontakte zu Freunden dort vor Ort. Auch ist die Schule "nur" 30km entfernt, der Bus braucht nur so lange weil der überall hält.
#gruebel
Marti

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Kontakte "vor Ort" und gemeinsame Hobbies sind aber schon ganz etwas als einfach mal zum Schulfreund 3 Häuser oder auch 3 Straßen weiter zu gehen und gemeinsam zu spielen.

Ich halte es grundsätzlich für sehr schlecht, wenn Kinder im Heimatort keine sozialen Kontakt durch Schule und Sportverein/Hobby haben, vor allem im Kindergarten/Grundschulalter.

Eine 1 Stunde Anfahrt halte ich für ein Kindergarten bzw. Grundschulkind für indiskutabel. Hast Du schon mal überlegt, daß Dein 6jähriger dann vermutlich schon um 7.00 h an der Bushalte steht ? und womöglich nicht vor 17.00 h wieder zurückkommt ?

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Hallo,

meine Tochter wird im nächsten Jahr auf eine Waldorfschule gehen. Sie war drei Jahre in einem evangelischen Kindergarten und wir haben aber jetzt für das letzte Jahr noch gewechselt, da der Waldorfkindergarten direkt neben ihrer zukünftigen Schule liegt und für sie dann alles nicht so fremd ist.

Warum? Nun, ich denke, wenn man sein Kind gut kennt, dann kann man sagen, ob es passt oder nicht. Meine Tochter ist ein Kind, der das Waldorf-Konzept hinsichtlich der musischen und handwerklichen Erziehung und auch das 'Lernen über die Sinne' mit Sicherheit einfach liegen wird. (Bitte erspart Euch diesen 100 Jahre alten Eurythmie-Witz.) Das muss man für sich entscheiden und das geht sicherlich nicht, ohne dass man sich damit näher beschäftigt hat. Jede Waldorfschule hat Infoabende, geh einfach mal hin. Jetzt im November hat jede Waldorfschule Herbstmarkt, erkundige dich mal. Geh hin und schau dir auch die Kinder dort an. Bei unserem Infoabend hat man vorgeschlagen, doch einfach mal in der großen Pause zu kommen. Da sieht man, wie sich die Kinder verhalten und kann sich ein eigenes Bild machen.

Dieses Totschlagargument "Die Kinder kennen keine Regeln" ist völliger Quatsch. Sicher gibt es auch im Waldorfkindergarten oder der Schule Kinder, die 'unangenehm' in irgendeiner Weise sind. Aber da heißt es dann ja immer gleich von anderen: "Na klar, Waldorf, merkt man doch gleich". Ich habe noch nie jemanden gehört, der bei einem solchen Kind gesagt hat: "Na klar, Regelschule, ist ja logisch." Auch Versager im Beruf gibt es immer und das sind beileibe nicht alles ehemalige Waldorfschüler, aber da schiebt man es dann halt auf die Schule.

Auf unserem Parkplatz stehen Autos vom Opel Corsa oder Ford Fiesta bis zum Mercedes, wie auf jeder anderen Schule auch. Und ich glaube nicht, dass man wirklich behaupten will, es gäbe auf einer Regelschule keinen Druck. Was man nicht hat, ist der Druck in der vierten Klasse, sich mit 10 Jahren für einen Lebensweg entscheiden zu müssen. Wenn ein Kind sich erst mit elf oder zwölf Jahren 'berappelt', dann findet es sich nicht plötzlich auf der Hauptschule wieder und sieht dort kein Weiterkommen, sondern es hat noch Chancen. Regeln gibt es im Übrigen selbstverständlich auch 'bei Waldorfs'.

Ich habe mir über Freunde und Bekannte Epochenhefte besorgt aus den unterschiedlichen Jahrgangsstufen, um mich über den Schulstoff zu informieren und konnte hierbei nichts negatives finden. Auch diese Kinder lernen lesen, schreiben, rechnen, man soll es kaum glauben. Im übrigen haben auch staatliche Schulen mittlerweile einige Waldorfprinzipien übernommen wie z.B. Bewertungszeugnisse. Und über die Abschaffung des Sitzenbleibens und die Einführung des Epochenunterrichts habe ich nicht nur einmal in der Zeitung gelesen. Es kann also nicht alles so falsch sein.

Wenn Du der Meinung bist, es wäre für Deinen Sohn das Richtige, dann mache es. Wenn Du dir unsicher bist, dann sieh dir noch andere Schulen an und entscheide später. Aber diese Entscheidung würde ich nicht von Forumsbeiträgen abhängig machen.

Kirsten

P.S. Ich bin beileibe keine verträumte Weltverbesserin, sondern selbständige Softwareentwicklerin und stehe mit beiden Beinen fest in dieser Welt. Aber ich mache mir gerne selbst ein Bild und bilde mir nicht meine Meinung durch einen Fernsehbericht, der in der Regel immer in die eine oder andere Richtung 'gefärbt' ist.

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Ach so ja, unsere beiden Nachbarskinder sind Waldörfler. Und die Tochter ein Bekannten.

Egoistisch, nicht an Regeln haltend, keinen Anstand (obwohl die Eltern welchen haben), fühlen sich als der Nabel der Welt, sind unverschämt und frech gegenüber Erwachsenen.

Komisch, das ist bei allen so, die auf die Schule gehen, die ich kenne. Und die Epochenhefte können ja nicht ernst sein, wenn man sieht was da drinnsteht, kann ich das mit der Sektenrichtung glauben. Aber nur am Rande, es ging ja hier um den Weg.

lg
leonie

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Ich kann dem nur zustimmen: Alle Schüler (bei kurzem Nachdenken fallen mir etwa 10 Stück ein, sind aber mehr) die ich kenne, die jemals auf einer Waldorfschule waren, bzw. noch sind, benehmen sich, als gehört ihnen die Welt!

Ein guter Freund von mir wurde nach der ersten Klasse einer Regelschule auf eine Waldorfschule geschickt. Nach ein paar Jahren habe ich ihn wiedergetroffen: Er meinte, ihn auf die Waldorfschule zu schicken, war das schlimmste, was seine Eltern ihm haben antun können! Er war froh, als er es noch geschafft hat, auf ein Gymnasium zu wechseln, das Abi hätte er bei dem Unterricht nie bestanden!

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Die Idee die Waldorfschule sei was fuer "Mueslis" ist sicher viel zu flach gezielt.

Die Waldorfschule wurde von Rudolf Steiner gegruendet und folgt seiner Weltanschauung, der Anthroposophie. Die sollte man nicht nur auf im Biorhythmus gesaehte Kartoffeln und Demetermuesli reduzieren: Anthroposophie ist eine Mischung aus Herrenrassenmystik und Science Fiction, oberbrutal in ihren Ansichten, mit heftigen rassistischen Anklaengen und einer (im Gegensatz zum Windelweichimage) knallharten Ideologie. Meine Nachbarin hatte ihre Toechter in einer Waldorfkita:

bitte, die Maedels mit geflochtenen Haaren in die Kita schicken, keine "harten" Farben tragen lassen, nicht mit Lego spielen lassen, KEIN Fernsehen zu hause, auch kein Computer, schwarze Wachsmalstifte wurden aus den Kaesten sortiert bevor die Kinder die bekamen, pro Tag durften die beiden nur je EIN Bild malen.

Krankheit und Leiden sind von den Anthroposophen erwuenscht, fuer die "Menschwerdung" der Kinder - dementsprechend hatte die Kita dann vor 2 Jahren einen fette Keuchhustenausbruch ("ja, da haben die Kinder wohl eine Auszeit gebraucht" - klar, du).

Individualitaet ist an einer Waldorfschule garnicht angesagt, denn Steiner hat ja vorausgesagt, in welchen Zyklen sich der Mensch entwickelt.

http://www.akdh.ch/ps/ps_46Frei-Druck.html

Hier ein Zitat aus einem Buch, dass noch vor weniger als 10 Jahren in den 5ten Klassen verwendet wurde:

http://www.bipomat.de/waldorf/waldorf.html

Die Saturn-Rasse sind die Indianer. Bei dieser “roten Rasse” sei die Pigmentierung der Haut das physiologische Merkmal der “Diskrepanz von zu starkem, nach außen drängendem Ich-Gefühl und unterliegendem Organismus”. Und an anderer Stelle: “Der heutige aussterbende Indianer ist in seiner äußeren Erscheinung verknöchert, im Denken greisenhaft.” Die Merkur-Rasse ist die “schwarze Rasse”, deren “zu schwaches Ich-Gefühl bewirkte, daß sie der Sonnenwirkung zu stark ausgesetzt war und sich daher zu viel kohlenartige Bestandteile unter der Haut ablagerten. Und weiter: “Der heutige Neger ist kindlich, ist ein nachahmendes Wesen geblieben.” Ähnlich verquer fällt die Beschreibung der Mars-Rasse (z.B. Hunnen und Mongolen) und der Venus-Rasse (Malaien) aus. Demgegenüber freilich die Arier: “Der Keim zum Genie ist der arischen Rasse bereits in ihre atlantische Wiege gelegt worden.”

Dazu gibt es auch noch eine aktuelle Auslaenderausgrenzung - siehe selber Link.

Ich kann Dir nur raten: informier Dich genau, bevor Du Dein Kind dahin gibst.

Der Schulweg ist uebrigens auch zu lang. 2x 1 Stunde, jeden Tag ist einem Grundschueler nicht zuzumuten.

Catherina

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Genau in diese Richtung ging auch der Bericht im TV, sorry aber ich finde das krank. Wenn ich Deinen Bericht lese, werde ich ganz wirr im Kopf.

lg
leonie

9

Hallo,

auch ich kenne diese Zitate. Sie gehen ja schon lange genug durch die Presse. Ich möchte das auch nicht verniedlichen, doch wie in dem Bericht ebenfalls erwähnt: Das 'Werk' Rudolf Steiners umfasst 360 Bände, die in sich auch sehr widersprüchlich sind. Positive Zitate werden nur leider nirgends genannt und bestimmt nicht deshalb, weil es keine gibt, sondern weil sie eben nicht ins Bild passen.

Wie ich schon geschrieben habe: Man muss sich selbst ein Bild machen und zwar vor Ort, mit Lehrern reden, mit Schülern reden, unangemeldet kommen etc. An 'unserer' Waldorfschule gibt es u.a. ein Schülerparlament, das kann ich nicht so ganz mit dem Autoritätsvorwurf in Einklang bringen. Auch der Wunsch an die Eltern, sich in Arbeitskreisen etc. in die Schularbeit einzubringen, zeigt mir nicht unbedingt den Hang zur 'Geheimniskrämerei', denn dann wäre eben dies nicht erwünscht.

Ich habe eine Freundin während einem Gespräch über die Waldorfschule mal gefragt: "Kannst Du mir das mit Atlantis erklären?" Ihre Tochter, 9. Klasse, war dabei. Die zwei haben mich angeschaut, als wäre ich aus der Klapse entlassen. Davon hätten sie noch nie gehört. Das Wissen scheint also an manchen Schulen so geheim zu sein, dass noch nicht einmal die Schüler eingeweiht werden.

Versteht mich nicht falsch: Ich möchte nichts beschönigen. Es gibt bestimmt auch in Waldorfschulen Lehrer, die in eine falsche Richtung laufen. Und auch ich werde aufmerksam sein. Das wäre ich aber bei jeder Schule.

Kirsten

Hier ist im übrigen auch ein sehr interessanter Artikel

http://www.welt.de/data/2006/11/01/1094894.html

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hallo marti!

ich hab eine freundin, die auf eine waldorfschule in bayern ging.

keine noten, kein druck und etwas merkwürdige weltansichten. als sie ihr dann weiß machen wollten sie würde nicht vom affen sondern von einem kristall abstammen, war endgültig schluss und sie hat auf eine normale schule gewechselt.

das fiel ihr jedoch so schwer und sie hatte so viel nachzuholen, dass sie heute mit 21(!!!!!!!!!!) gerade ersteinmal in der 12. klasse ist. da sie wiederholen musste und ganz schön zu kämpfen hatte.

mal abgesehen davon, dass ihr eingetrichtert wurde, dass sie einer höheren rasse angehöre und sie stets ihren namen "tanzen" musste....

überleg dir das noch mal...sie würde dort nie wieder hingehen...

rike

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Unabhängig von der - in m.E. weiten Teilen äußerst zweifelhaften Philosophie - würde ich meine Kinder NIE von "Lehrern" unterrichten lassen, die noch nicht mal eine Universität von innen gesehen haben müssen (oder auch nur das Abitur brauchen), sodern lediglich ein "Seminar" besucht haben. Mann kann über die staatliche Lehrerausbildung sicherlich meckern, aber diese haben Bio, Mathe, Geschichte, Chemie usw. STUDIERT und unterrichten spezialisiert und nicht einfach "ALLES"...

Grüße, das teufelchen

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Hallo Marti,

meine Tochter geht jetzt in die 3 Klasse einer "normalen" Schule. Dazwischen hab ich oft gedacht, W.schule wäre eine gute Alternative gewesen.
Allerdings hab ich neulich auch den Bericht im TV gesehen (wie vorher erwähnt).
Seitdem bin ich froh, dass meine Tochter nicht dorthin geht. Vielleicht war er etwas einseitig (auch Elternbeiträge ehemaliger W.-Schüler gegen diese Schulform), aber ich bin einfach gegen alles, was irgendwie nach Sekte "riecht".
Ich selbst kenne keine W.-Schüler,war auch nie dort und kann also "fachlich" nicht mitreden.
Aber der Bericht war nicht provokativ, sondern machte auch einen gut recherchierten Eindruck. Ist vielleicht nicht alles wahr, aber ein kleiner Teil bestimmt. Und das würde mich davon abhalten, mein Kind dorthin zu schicken.
Vielleicht machst du dich mal über Rudolf Steiner kundig, aber nicht bei einem W-Anhänger, sondern bei einer neutralen Institution.

LG maja

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