Ich bin gerade traurig...

Hallo zusammen! Ich bin gerade ziemlich traurig und erschrocken.
Bei uns im Dorf ist dieses Wochenende Kirmes.
Ich habe ihn im Laufe der Woche gefragt, was er plant und mit wem er hingeht. Mit fast 13 wollen die ja auch nicht mehr unbedingt mit den Eltern. Hier ist das wenigstens so.
Und er hat irgendwie immer herum geeiert und ich habe nie eine richtige Antwort bekommen.

Er hat wohl seinen ältesten und „besten“ Freund gefragt. Dieser war wohl schon mit ein paar Jungs zur Kirmes verabredet. Als Antwort kam: nein, die anderen möchten das nicht. 😳

Dann hat er wohl weiter in der Klasse herumgefragt. Ende vom Lied: es findet sich keiner, der mit meinem Sohn zur Kirmes will.

Mich macht das gerade so traurig. Er hat 2-3 Freunde, mit denen er sich regelmäßig verabredet. Aber meist fragt er an, ob die Zeit haben.

Ach man, dass mein Sohn wohl so unbeliebt ist, dass sie ihn nicht einfach mitlaufen lassen - das tut mir richtig leid.

Was kann ich tun? Oder ist die Jugend einfach so? Und mein Mutterherz reagiert über?

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Solange er nicht dauerhaft isoliert ist (ich rede von Monaten) ,würde ich mir da jetzt keine Gedanken machen.

Gerade in dem Alter gehen die Interessen auseinander. Freundschaften bilden sich neu und zerbrechen.

Warum geht er nicht alleine hin? Einfach nur schauen. Es ist wahrscheinlich das sich ein Anschluß daraus von ganz alleine ergibt. Und wenn nicht,kann er ja wieder Heim kommen.

Meine Tochter ist auch so eine die keine festen Freunde hat. Sie mischt mal hier und nal dort mit. In der Mensa sitzt sie jeden Tag woanders,bei anderen Kindern.
Sie kommt inzwischen mit jedem zurecht aber auch keine dicken Freunde. Und meist ergibt sich eine Verabredung aus der Gelegenheit heraus. Gezielt fragt die schon lange nicht mehr.

Wir Mütter neigen bei solchen Sachen immer zu etwas Drama. Ich übrigens auch. *lach*

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Sehr schön geschrieben

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Hat dein Sohn Hobbys? Sport, Vereine, Skateboard fahren, Musik, etc? Wo er andere kennenlernen kann, mit denen er eine Leidenschaft teilt?

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13 ist ein chaotisches Alter. Einige sind schon in der Pubertät und zeigen Interesse am anderen Gesclecht, andere bauen noch gerne Lego. Und da kann es auch unter Freunden durchaus Intressenskonflikte geben, die dann zu solchen Situationen führen.

Mein Sohn hat auch nicht " den besten Freund" sondern eine Handvoll Leuten, die zusammen etwas machen und manchmal ist er auch dabei. Für mich war das auch alles komisch, für ihn aber normal.

Ich kann dich verstehen, aber solche Situationen können auch stark machen. Also nicht alleine ins Kämmerchen hocken, sondern zur Kirmes gehen, dann auch alleine.

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Hat er rumgeiert , weil
- es ihn selbst belastet?
- er DICH nicht traurig machen wollte? Er selbst u.U. irgendwie damit klar kommt, vielleicht traurig ist, DEINE Traurigkeit aber nicht auffangen wollte/abbekommen wollte?
- Wie hättest du reagiert, wenn er es dir früher gesagt hätte?

Bei meiner merke ich: je stabiler ich selbst wirke, desto mehr erzählt sie mir.
Je emotionaler ich nicht nur zu höre, sondern zu reagieren bereit wäre, desto mehr hält sie sich zurück.

Oft will sie mir einfach nur was erzählen, was sie doof findet. Ohne meine Wertung, ohne meine Reaktion. Je stabiler ich wirke, desto mehr erzählt sie - und bringt ihre Lösung direkt mit. Ist sie traurig, möchte sie in den Arm genommen werden. Freut sie sich, möchte sie ihre Freude mit mir teilen.
Was sie NICHT will, eine emotional überschüssige Mutter, die sie noch mehr durcheinander bringt, als die Situation selbst.

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Das ist ein schöner Beitrag. Meine Kinder sind zwar noch lange nicht in der Pubertät, aber ich merke schon jetzt immer wieder, dass sie mit mütterlichen/elterlichen Emotionen/ emotionalen Reaktionen oder Wertungen ziemlich überfordert sind und man als Elternteil gut beraten ist, diese Emotionen mit anderen Erwachsenen aber nicht mit den eigenen Kindern zu besprechen/zu teilen.

Danke nochmal für das "daran erinnern"!

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Es tut mir leid für euch und ich würde hier all die Eltern gerne sehen,würde es das eigene Kind betreffen….
Leider kann man da nur stärken,stärken…
Wir haben 6 Kinder und diese sind sehr,sehr beliebt und sehr sozial eingestellt( mich kotzt die scheiß egal Haltung mancher Eltern echt an,..müssen Kinder selber blablabla)bis auf mein Stiefkind welches einfach immer sehr uncool war für seine Mitschüler….ein sehr feiner Kerl.
Oft lösen sich so Situation auf,aber oft eben auch nicht😔
Der Bub wurde umgeschult an eine Privatschule und trotzdem war es sehr schwer.
Auch haben wir ihn im Verein angemeldet und ihn auch immer gefahren,da hatte er Freunde und Erfolgserlebnisse.
Bis mein Sohn meinte er soll zu ihm die Klasse kommen und dort wurde der Bub in die Gruppe meines Sohnes integriert.
Ich muss aber sagen,die Kinder haben tolle Eltern,die waren aufmerksam und haben in den ersten Woche es durchaus unterstützt…
Dieses Jahr machen die Buben zusammen Abi.

Sei aufmerksam und warte ab was sich tut,oft legt sich dies,aber handle sollte er auf Dauer ausgeschlossen werden.

Hier hat eine Lehrerin bei Urbia geschrieben,oft liegt es an den Kindern selbst und sie bringen was besonderes mit…da könnte ich 🤮
Und?
Ich habe an 6 Kindern in der Klasse erleben dürfen wie toll angagierte Lehrer so Probleme Aufgreifen und integrieren und eine Stimmung schaffen die sowas erst garnicht zulässt .

Ich wünsche euch alles Gute!

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Oje, kann ich total nachvollziehen wenn das das Mutterherz blutet #liebdrueck
War hier auch mal beim Jüngsten so, immer musste er fragen und er wurde beim spielen und bei Verabredungen oft ausgeschlossen. Da ich viel mitbekomme, ist mir nicht entgangen, dass mein Jüngster sehr dominant ist und gerne der Bestimmer ist--liegt wahrscheinlich daran, dass er 2 große Brüder hat und sich da durchsetzen muss.
Da lag dann auch der Hase im Pfeffer und ich gab ihm dann den Rat, sich mal ein bisschen zurück zu nehmen ;-)
Wobei in diesem Alter wechseln die Freundschaften noch, bei den Großen kristallisierte sich so mit 14/15 ein fester Freundeskreis heraus.

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Hallo, interpretiere nicht zuviel in die Absagen hinein. Bei denen, die abgesagt haben, kann auch sein, dass sie einfach keinen Bock auf den Kirmes haben. Das muss mit deinem Sohn nichts zu tun haben.
Und warum ein paar andere ihn nicht dabei haben wollen, kann auch zig Gründe haben.
Es ist noch lange nicht gesagt, dass er deswegen unbeliebt ist.
Lass es auf sich beruhen und schau, wie es in den nächsten Monaten weitergeht.

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Ich finde es sind schon viele gute Antworten gekommen und ich verstehe auch, dass Dein Mutterherz blutet. Würde meins auch.
Ich denke auch, dass Du ein Auge drauf haben solltest, wie gut er Anschluß hat und dann ggf reagieren solltest.
Pubertät ist eine Phase der Neuorientierung, das gilt auch für Freundschaften. Das ist eh nicht einfach und dann wurde das ja von Corona, Wechselunterricht und distanz auch nochmal neu aufgemischt für diese Generation.

Zur konkreten Situation: Fast 13 ist im Klartext ja noch 12, also kein Teeny. Dann geh mit Deinem Fast-Teeny auf die Kirmes, gib ihm nochmal einen aus solange er noch mit Dir geht, setz dich mit ihm zusammen auf irgendeine K***mühle wahscheinlich ist es das letzte Jahr wo Du das machen kannst. Zeig ihm, dass Du mehr als ein Plan B bist. #herzlich

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toll geschrieben #herzlich

und TE, warst du auf der Kirmes mit deinem Sohn?

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