3 Schulwoche und schon Probleme Aspergersyndrom

Hallo.

Mein Sohn wurde jetzt eingeschult. Lang herbeigesehnt und mit großer Vorfreude. Er ist Asperger Autist und sagt auch, dass er so gerne zur Schule geht.
Wir haben seine Diagnose in der Schule sofort bei der ANmeldung angesprochen und er ist in einer Integrationsklasse. Dh es gibt neben der regulären Lehrkraft auch eine Sonderpädagogin. Der Rektor meinte sie haben viel Erfahrung mit Autisten.
Bis gestern war ich echt happy, dass er so gerne hin geht. Gestern hat mich die Lehrerin genervt angerufen er soll abgeholt werden weil sie es zu anstrengend findet. Er geht in der Lernstunde herum und redet immer dazwischen. Seine Aufgaben macht er schlampig. Er sagz zu mir, dass er das ja schon alles kann.Was auch stimmt - er kann lesen und schreiben- und daher sieht er wohl nicht ganz ein warum er 20x ein l oder o schreiben soll.
Nunja ich versuche ihm auch zu erklären wie er sich verhalten soll aber er hört mir leider nicht richtig zu. Ich habe echt ANgst vor der Schulzeit wenn es jetzt schon so los geht.

Übernächste Woche gibt es ein Gespräch mit dem Lehrerteam. Leider erst dann da nächste Woche immer eine der beiden Lehrerinen keine Zeit hat.
Ich bin auch schon mit dem Autismuskompetzenzentum der Stadt in Kontakt und die Dame hat mir heute auch versichert, dass sie mit der Schule Kontakt aufnehmen wird.

Ich weiß um die Besonderheiten meines Sohnes und habe solche Angst, dass die Lehrer nicht mitihm klar kommen. Mich amcht das so traurig. Ich kann ihn auch nicht jeden Tag früher holen weil er stört.

Habt ihr noch Tipps?

Lisette

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Integrationskraft und Sonderpädagogin?

Nicht du solltest dir Sorgen machen, sondern diese sogenannte Fachkraft. Wie kann man denn bitte das zu anstrengend finden? Die sind zu zweit in einer Klasse mit einem Teil von förderungsbedürftigen Kindern und dein Kind ist zu anstrengend?
Weil er herumläuft? Weil er sich langweilt?
Ich würde mich weigern, mein Kind abzuholen. Die Beschäftigung ist doch Aufgabe der Schule und wenn man nicht mal kompetent genug ist, dem Kind dann einfach Aufgaben zu geben, die dem Lernstand angemessen sind, würde ich doch niemals an meinem Kind oder mir zweifeln.

Du hast alles richtig gemacht. Alle momentan notwendigen Stellen sind involviert. Stell dich auf die Hinterbeine und lass dir das nicht gefallen.
Mein Sohn hat trotz diverser Baustellen an einer normalen Mittelschule seinen Abschluss gemacht. Mit Auszeitzimmer und der Erlaubnis, sich zurückzuziehen, wann immer das notwendig war. Mindestens das erwarte ich von einer integrativen Klasse, zumal es ja Monate im Voraus bekannt war.

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„ Die sind zu zweit in einer Klasse mit einem Teil von förderungsbedürftigen Kindern und dein Kind ist zu anstrengend?“

Die TE schreibt überhaupt nicht, ob sie wirklich zu zweit in der Klasse sind. Über die Rahmenbedingungen steht im Post sehr wenig!
Ich bin auch Sonderpädagogin und arbeite zum Teil in der Inklusion. Ich betreue einen Schüler, der inklusiv beschult wird, für den hat das Schulamt 2h/Woche genehmigt. 2h/Woche/Inklusionskind ist hier übrigens Standard! Das heißt wir sind 2Schulstunden in der Woche zu zweit! Ein Witz für ALLE Beteiligten!!!

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Hi,

- kümmere dich um eine Schulbegleitung
- wer hat die Diagnose erstellt? Ihr seid doch sicherlich bei einem KJP mit Autismus-Spezialisierung; lass dich dort beraten. Autismus-Therapie könnte helfen. Elterntraining ist auch sehr hilfreich
- er muss lernen, dass er die anderen nicht stören darf; erörtert Ersatzhandlungen
- eventl. sucht ihr einen andere Schule mit anderen Strukturen

- werde locker - er spürt deine Anspannung, das kann ihn verunsichern
- leg dir ein dickes Fell zu, das wird noch spannend die nächsten Jahre
- akzeptiere ihn so , wie er ist und gib ihm Werkzeuge an die Hand, wie er mit der Welt klarkommt

VG

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Er ist in einer Autismustheraphie. Er war auch schon in Ergotheraphie, Heilpädagogisches Reiten ect.
Ich akzeptiere ihn wie er ist aber ich habe das Gefühl, dass es die Umwelt nicht macht.
Wir haben extra diesen integrativen Rahmen für ihn ausgesucht und mich enttäuscht es einfach, dass die Lehrerin ihn so schnell wegschickt.
Die Sonderpädagogin war scheinbar gar nicht da. Es war die Regelehrerin die wollte das er geholt wird.
In der Theorie gäbe es sogar die Möglichkeit eines extra Raumes für ihn.
Ja an Schulbegleitung bin ich dran.

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Je nachdem wie viele Förderkinder an der Schule sind, desto weniger Zeit hat Sonderpädagogin für jedes einzelne Kind!
Wie viele Sonderpädagogen hat denn die Schule!

Für deinen Sohn ist es natürlich total blöd und ich ( als Sonderpädagogin) finde, dass sie ihm auch herausforderndes Material geben sollte. Ein „normales“ Kind, dass fit ist , ist ja schon schnell genervt vom seitenweise Buchstaben schreiben. Ein Autist versteht es einfach nicht, warum er dieses tun soll.

Habt ihr eine I-Kraft?

Es ist gut, dass du dir schon Hilfe von der Autismusberatung geholt hast. Such ein schnelles Gespräch mit der Schule. Dein Sohn muss natürlich auch Aufgaben in der Klasse machen aber nicht bis zum Erbrechen. Findet gemeinsame Lösung , dann wird er den Unterrichtsalltag auch weniger stören.

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dann solltest du eine eigen I-Kraft nur für ihn beantragen - bzw. auch dort vorsprechen, warum die zweite Hilfskraft nicht anwesend war, wenn das doch so versprochen war.

Da ihr ja schon in Behandlung seid, wird euch euer Behandlungsteam dabei sicher helfen.
Klingt, wie wenn er etwas mehr Hilfe braucht.
Vielleicht auch mehr Psychologisch, statt Ergo-Sport und reiten. -- das ist nette Bewegungs- und Beschäftigungstherapie, aber leider oft keine Verhaltstherapie.

Asperger kann man nicht heilen, sondern nur bedarfsorientiert "Trainieren" und zwar zeitaufwändig je nach Ausprägung.
da ist reiten nicht das richtige -- und wenn es die falsche Ergo ist, dann solltet ihr euch vielleicht in die Verhaltsrichtung umschauen.

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Die Sonderpädagogin wird für alle Förderkinder der Schule zuständig sein und nicht nur für den Sohn der TE!

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Ich bin dabei mich um eine extra Schulbegleitung zu kümmern. Die zuständige Stelle hat mir heute versichert bald mal jemanden in der Schule vorbei zu schicken um sich ein Bild zu machen.
Die Förderlehrerin ist nur für diese Klasse zuständig. Es gibt 4-5 I Kinder wobei ich nicht weiß wer außer meinem Sohn noch ein I Kind ist. Ich hoffe das Gespräch am 4.10 mit den Lehrerinnen bringt uns weiter.

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Das Schulleben hat Höhen und Tiefen, für alle Kinder. Das betrifft nicht nur dein Kind.

Die Autisten, die ich von unserer Grundschule kenne, konnten sich irgendwann gut in die Klasse und in das Klassengeschehen einfügen, das braucht aber Zeit. Und manchmal auch Hilfe. Hast du schon eine Integrationskraft beantragt ?

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Ich habe selbst schon Asperger Autisten unterrichtet. Ohne Schulbegleitung bzw. zusätzlicher Kraft war es extrem anstrengend. Es gab zwar Integrationslehrer und Begleitung, aber nicht in allen Stunden. Und nie in meinen.

Ich schaffte es so irgendwie die ganze Klasse und auch ihn zu beschäftigen, aber ich war kaputt nach der Stunde.

Ich fand es nicht fair. Weder gegenüber dem besonderen Schüler, noch gegen der Klasse.

Ich hoffe dein Sohn bekommt eine ordentliche Betreuung 🤗

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Selbst wenn die Klasse zusätzlich eine Sonderpädagogin zur Verfügung hat, bedeutet dass ja nicht, das diese Sonderpädagogin sich nur um Deinen Sohn kümmern kann. Da sind ja noch mehr I-Kinder die besondere Aufmerksamkeit / Hilfe brauchen.

Ich würde auch nicht jetzt schon verzweifeln. Auf dem Gymnasium meiner Söhne sind einige Asperger-Autisten. Einige haben eine Schulbegleitung, einer einen Therapiehund und damit kommen sie (und die Schule) gut klar. Manche packen es auch ohne 'Sondermassnahmen'.

Ich würde das Gespräch mit dem Lehrerteam abwarten. Vielleicht läuft es darauf hinaus, dass Dein Sohn eine Schulbegleitung braucht, aber das ist ja nun auch kein Drama.

Grüsse
BiDi

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Mein jüngster Sohn,ebenfalls Autist, wurde auch gerade eingeschult und die Schule war vorher informiert,da er auch noch ein anderes Problem mit bringt. Eine Schulbegleitung haben wir schon im Frühjahr beantragt und es geht alles sehr langsam.Mit viel Glück klappt es zum ende des Jahres. Er verweigert auch gerne mal,vor allem,wenn es so zum ende des Schultages geht. Ich mache es dann mit ihm zuhause nach,aber auch mit vielem gutem zureden.Denn er versteht auch nicht,wieso er Dinge mehrmals wiederholen soll,die er eigentlich schon kann.
Ich habe sehr schlechte Erfahrungen in der Grundschule mit meinem anderen Sohn gemacht,auch Autist,und das wollte ich auf keinen Fall nochmal erleben bzw soll es mein jüngster Sohn nicht erleben müssen. Daher habe ich im Vorfeld schon mit der Lehrerin gesprochen und sie ist zum Glück sehr offen mehr darüber zu erfahren,da sie eben nicht vertraut damit ist.
Vielleicht findet ihr beim Gespräch eine vorläufige Lösung bis ihr eine Schulbegleitung habt.
LG Julia

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Danke für eure Antworten. Ich bin dran eine Schulbegleitung zu organisieren und am Montag gibt es endlich das Gepräch mit den Lehrerinnen.
Mittlerweile ist mein Sohn auch schon Gespräch in einer Eltern WhatsApp Gruppe. Daraus habe ich auch erfahren, dass mein Sohn scheinbar in der Ecke stehen muss wenn er störrt. Ich ichsche mich in diese Gespräche nicht ein aber sollte das stimmen( mein Sohn sagt leider nichts dazu) bin ich schon erschrocken.
Ich weiß mein Kind ist speziell. Benötigt wohl spezielle Förderung trotz seiner Intelligenz. Deshalb ist er ja auch ein I-Kind aber trotzdem sollte man nicht so mit dem Kind umgehen. Solche Methoden fördnern nicht die soziale Eingleiderung meines Kindes.
Das muss ich auch unbedingt ansprechen.

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