Was läuft im Wechselunterricht

Hallo,

ich wollt mal fragen wie bei Euch der Wechselunterricht so abläuft.

mein Erstklässler hier hat seit dieser Woche täglich zwei Stunden Schule.
Bisher haben wir immer Montags einen Wochenplan mit einem Packen Arbeitsblätter bekommen und sollten die Sachen dann freitags wieder zum Korrigieren abholen. Außerdem freiwillig noch Aufgaben in der Anton-App und die Vorgabe jeden Tag mindestens 10 min zu lesen. Dass es da keine Video-Konferenzen o.ä. gab, fand ich gar nicht so schlimm.

Naja, jetzt hätte ich eigentlich erwartet, dass es 2 Stunden Unterricht gibt und danach Aufgaben zum üben zuhause, die auch noch etwa 2 Stunden entsprechen. Aber de facto machen sie in der Schule jetzt Aufgaben nach Arbeitsplan (1 Seite im Heft x, eine Seite in Heft y), und wenn sie fertig sind, dürfen sie sich still beschäftigen, dazu dürfen sie sich auch was zum malen oder basteln von zuhause mitbringen. insgesamt ist das jetzt noch weniger wie beim kompletten Homeschooling.

Da frage ich mich schon, was das soll. Das hinbringen und abholen bringt meinen ganzen Tag durcheinander, vorher lief das alles eigentlich ziemlich entspannt, obwohl ich auch 8 Stunden Homeoffice am Tag zu machen habe. Jetzt muss ich meine Kundentermine nach den Bring- und Abhol-Zeiten meines Sohnes machen.... da wird es echt schwer ordentlich zusammenhängende Slots zu finden, die auch für andere passen. Außerdem setzen wir uns doch einem erhöhten Corona-Risiko aus (mein Mann ist Risikogruppe), - ääähhh ... was soll das?

Wie läuft das denn bei Euch? Habe ich zu hohe Erwartungen? Oder haben wir es hier nur total blöd erwischt.

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Hallo,

was Du beschreibst, klingt eher nach Distanz-Lernen vor Ort in der Schule als nach (Wechsel-)Unterricht.

Bei uns findet aktuell ebenso wie letztes Jahr im Mai/Juni tatsächlich Unterricht in kleinen, festen Gruppen statt. Zwar "nur" in Deutsch, Mathe, Englisch und Sachunterricht, aber immerhin 4 Stunden pro Tag im täglichen Wechsel. An den Schultagen gibt es Hausaufgaben, für den Tag des Homeschoolings jeweils Aufgaben wie vorher auch. Beides wird dann am nächsten Schultag in der Schule besprochen.

Letztes Jahr fing das- wie wohl so ziemlich überall- etwas "holprig" an, vor allem die Aufgaben für zu Hause sowie die Video-Konferenzen. In diesem Lockdown läuft es gut und vor allem strukturiert.

Wir haben in inzwischen bald neun Jahren als "Schulkinder-Eltern" gute Erfahrungen damit gemacht, Dinge, die uns auffallen und mitunter stören, in einem geplanten Gespräch sachlich zu thematisieren. Meist mit einer Mail vorab, worum es geht, dann kann die Schule sich entsprechend vorbereiten.
An Eurer Stelle würde ich nachfragen, was und vor allem wie konkret in der täglichen Schulzeit unterrichtet wird. Bei zwei Stunden Unterricht sollte tatsächlich kein Bedarf an selbst mitgebrachtem Bastel-Material bestehen #augen. Zwischendurch kann das ja mal ganz nett sein, aber doch nicht als täglicher "Lückenfüller" bei so wenig Lernzeit.

Viele Grüße!

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Genau so ist es bei uns auch.

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Hallo!
Das ist ja echt ein bisschen mau, wie das bei euch läuft. Über große Erfahrungen kann ich noch nicht berichten, denn wir sind erst seit dieser im Wechselunterricht. Meine Tochter war am Montag das erste mal dran und morgen (bzw. heute) das zweite mal. Wir haben einen festen Stundenplan mit 5 Unterrichtsstunden täglich. Unterrichtet wird zurzeit aber nur Mathe und Deutsch. Sie ist auch in der ersten Klasse. Am Montag wurde jedenfalls ganz normaler Unterricht gemacht und es gab dann auch Hausaufgaben für nachmittags. Für den jeweils anderen Tag gibt es dann Materialien, die zuhause bearbeitet werden.
Bis letzte Woche wurden aber auch einfach nur wöchentlich zig Arbeitsblätter per E-Mail verschickt, die dann im Laufe der Woche bearbeitet werden sollten. Die wurden dann zwar auch abgegeben, aber bei der Rückgabe gab es noch nicht mal einen Kommentar dazu, sondern einfach nur den Klassenstempel drunter. Gibt noch Einiges anderes, womit ich nicht zufrieden war/bin. Ich habe mich hier nach längerer Abwesenheit eigentlich nur wieder angemeldet, um diesbezüglich eine Frage zu stellen, habe mich dann aber wegen der Wiedererkennungsgefahr, hätte ich die Einzelheiten näher dargelegt, doch nicht getraut. Aber wie das bei euch läuft, toppt das bei uns ja nochmal.
LG und gutes Durchhalten,
Dian

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Unsere Erstklässler gehen eine Woche lang täglich 4 Stunden und machen dann auch ordentlich was. Ob man nun unbedingt Kunst und Religion machen muss, sei mal dahin gestellt, da mische ich mich nicht ein. Aber zumindest werden die neuen Buchstaben oder neue Sachen wie Subtraktion in der Schule begonnen und dann zu Hause weiter geführt.

2 Stunden am Tag und dann nur ein paar Arbeitsblätter sowie stille Beschäftigung finde ich ein bisschen wenig, immerhin müssen sie ja mit einem bestimmten Stoff in die 2. KLasse wechseln - wie sollen die Kids bei euch das erreichen?

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Gibt es eine Präsenzpflicht in deinem Bundesland? Sonst könntest du weiterhin Distanzlernen praktizieren.

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Dann rede mit dem Lehrer oder der Schulleitung. Für 2 h richtigen Unterricht zu gestalten, ist der Job.

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Das klingt wirklich nach wenig hilfreichem Unterricht. Frag mal bei anderen Eltern nach, wenn es mehr Eltern stört, könntet ihr gemeinsam etwas sagen, statt dass alle einzeln sich melden. Der Elternsprecher sollte dann alle vertreten. Momentan ist auch keine Präsenzpflicht, oder? Vielleicht kannst du dein Kind doch Zuhause lassen, viele sozialen Kontakte gibt es auch in der Schule momentan nicht. Mein Kind ist durch den Unterricht jedoch wieder sehr aufgeblüht, auch einfach, weil es direkt ein Feedback der Lehrerin gibt und sie bei Problemen sofort von ihr Hilfe bekommen kann. Zudem ist es eine schöne Abwechslung mal raus zu kommen.

Bei uns (1. Klasse) ist seit dieser Woche Unterricht in 2 Gruppen, nur Deutsch, Mathe und selten Sachunterricht, ohne Wochenplan, nach normalem Plan. Jede Gruppe hat täglich 3 Schulstunden, danach Zuhause noch etwas Hausaufgaben (1-2 Blätter/Seiten) und die Aufgaben, die eventuell in der Schule nicht geschafft wurden. Somit kommt man auf die normalen Schulstunden für die Woche theoretisch (ohne Sport, Musik und Religion/Lebenskunde). Unsere Lehrerin ist aber auch sehr engagiert und zieht den Schulstoff nach Lehrplan durch. Sie hatte uns den Lehrplan auch grob Anfang des Schuljahres vorgestellt: Jede Woche ein Buchstabe, 1. Halbjahr Addieren, 2. Halbjahr Subtrahieren, zwischendurch Links/Rechts und weitere verschiebbaren Themen. Vor Ort möchte sie dann bei Problemen jedem Kind helfen können, daher ist es ihrer Meinung nach wichtig, dass möglichst alle Kinder kommen. Auch während des Lockdowns kamen 4-5 Kinder täglich in die Schule, aber nur die gefährdeten.
Nun das Problem: Nicht alle Eltern verstehen die Wichtigkeit des Lernens Zuhause auch während der Schulschließung, somit sind manche Kinder weit zurück im Lernstoff. Diese Kinder sind auch alle in einer Gruppe, damit die Lehrerin da den Stoff nachholen kann. Somit haben diese Kinder aber auch wesentlich mehr Hausaufgaben und die Eltern beschweren sich deshalb ... Ich bin froh eine standhafte Lehrerin zu haben, die gut die Kinder einschätzen kann und versucht alle mitzunehmen. Kinder die etwas weiter sind, bekommen schwierigere Zusatzaufgaben, der Lernstoff wird jedoch nicht vorgezogen, was ich auch gut so finde.

Vielleicht hat eure Lehrerin auch das Problem, dass manche Kinder zu weit hinterher sind, somit versucht sie diese mehr zu betreuen, wobei andere dann zurückstecken müssen? Das wäre nicht fair. Vielleicht ist es auch nur diese Woche so, um alle Kinder auf ein Niveau zu bringen?

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Das habe ich im Sommer schon beobachtet. Konzeptbedingt ist Wechselunterricht fürs "Lernen" ein ganz schlechte Deal für alle durchnittlichen Familien. Nur die Verweigerer oder Kinder aus ganz schlechten Rahmenbedingungen profitieren.

-- das Miteinander, das da wieder möglich ist, soziales Miteinander: das ist das, was die Kinder wieder haben.

Effektiv "LERNEN" tun die Kinder 50% oder weniger als im inzwischen gut organsierten Homeschooling möglich ist.
Leider.
Und nächstes Jahr fordern die Lehrer wieder Zeug, was man können sollte, und einfach nicht gemacht wurde. ---

Fürs Lernen ist Wechselunterricht ein Schritt zurück.

Für das wichtige soziale Miteinander von Kindern ist Wechselunterricht ein ganz großes Plus.

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Das kann ich so unterschreiben:

Die Lockdowns haben unsere Erkenntnis vertieft, das WIR für die Bildung unserer Kinder selbst zuständig sind. Das bestätigen in Deutschland auch alle entsprechenden Studien.
Im Homeschooling lernen unsere Kinder effektiv mehr in kürzerer Zeit als in der Schule.

Aber die Kinder genießen die "Normalität" in der Schule - auch Maske und Einzeltische sind für die Kleinen ja schon normal.
Und die Lehrer investieren im Moment natürlich auch besonders viel Zeit, um Schule für die Kinder attraktiv zu machen. Gerade für unsere Erstklässlerin ist das immens wichtig, da sie immer noch dem Kindergarten hinterher trauert.

Eigene Beschäftigung von Zuhause mitbringen ist zwar Corona-Hygine-konform, sollte aber für den Unterricht nicht nötig sein, auch bei schnellen Kindern.
Das wurde bei uns nur für die reinen Betreuungszeiten gefordert.

LG!

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Wir haben schon länger szenario b.
Die Kinder sind in 2 Gruppen geteilt, gehen jeden 2.tag zur Schule.
Am Anfang der Woche bekommen die Kinder einen Wochenplan mit Aufgaben für die Schule und Aufgaben für das homeschooling.
Wenn die Kinder an den Schultagen gut arbeiten, bekommen sie in der schule zusatzaufgaben und keine Hausaufgaben für zuhause. Was die Kinder an dem Tag von den Pflichtaufgaben nicht geschafft haben muss natürlich zuhause nachgearbeitet werden.
Seit letzter Woche haben wir verstärkte Maskenpflicht auch auf dem Schulhof. Das findet mein Sohn gar nicht toll. Aber es darf wieder Sport gemacht werden seit letzter Woche. Finde ich gut weil er schon etwas eingerostet ist seit dem Winter.
Ich bin sehr zufrieden wie unsere Grundschule das regelt.

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Hallo,

hier auch erstes Schuljahr Unterricht in 10er Gruppen im täglichen Wechsel. Je nach Tag 4 oder 5 Schulstunden(Deutsch, Mathe, Englisch, Sachkunde und Sport - am 5 Stunden Tag).

Am Schultag selber gibt es keine Hausaufgaben, aber schon Arbeitsblätter und Aufgaben für den nächsten Tag Homeschooling. (kann man sich ja dann aufteilen für den Nachmittag ein bisschen, der Rest am nächsten Tag

Das Homeschooling läuft dann ähnlich ab, wie in den letzen Wochen und umfasst meist Folgendes:

2 Seiten im Deutscharbeitsheft
1 Seite im Mathebuch
4 Pflichtarbeitsblätter (Deutsch/Mathe)
3 Arbeitsblätter Deutsch/Mathe/Sachkunde die erledigt werden sollten
Plus 2 leichte Bonus Blätter (je 1 Deutsch und 1 Mathe) und 2 "schwere" Bonusblätter (je eins Deutsch und ein Mathe)

einen Tag Anton 15 Minuten im Wechsel mit einem Tag lesen 15 Minuten

Wer dann noch Lust, Zeit und Nerven hat kann in Übungsheften wie z.B. "Lies mal" arbeiten.

Das finde schon sehr umfassend und für einen Erstklässler mehr als ausreichend.

Am Tag in der Schule werden Fragen beantwortet und dann auch in den entsprechenden Büchern gearbeitet. Also volles Programm.

LG

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