Zuhause Unterichten mit jüngeren Geschwistern

Hallo.
Wie organisiert ihr den Unterricht für eure Kinder, wenn noch jüngere Geschwister da sind?
Ich habe neben meiner Großen, die in der 2. Klasse geht, noch ein Kindergartenkind und ein Baby. Unser Baby schreit leider sehr oft und meine Mittlere möchte natürlich auch Beschäftigt werden. Allerdings braucht meine Große noch sehr viel Hilfe bei den Aufgaben.

Ich weiß einfach nicht wie ich das alles schaffen soll. Setze ich mich zur Großen und mache mit ihr die Aufgaben, schreit das Baby und sie wird dadurch abgelenkt. Gehe ich mit dem Baby in einen anderen Raum damit meine Große in Ruhe ihr Aufgaben machen kann, macht sie die Aufgaben falsch, weil sie keine Hilfe bekommt. Zwischendurch versuche ich noch irgendwie die Mittlere zu Beschäftigen, die ihre Spielkamaraden vermisst und alleine nichts mit sich anzufangen weiß.

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Wahrscheinlich werd ich jetzt von manchen gesteinigt für mein Vorgehen, aber es ist gerade eine Ausnahmesituation wegen coronabedingtem Distanzunterricht. Meine Empfehlung:
Bring deiner Großen bei, dass sie alt genug ist die Aufgaben ohne Dauerbetreuung zu machen. Wenn sie nicht klappen, muss sie sie eben so oft machen, bis sie klappen, das geht von ihrer Freizeit ab. Pack dir dein Baby in eine Trage. So kannst du flexibel der Großen die Aufgabenstellung erklären, dann weggehen und sie machen lassen. Zwischendurch kannst du dann kurz kontrollieren und Probleme besprechen und eben wieder weggehen, da du ja das Baby in der Trage hast (alternativ eben Kinderwagen, wenn der Wohnplatz es zulässt). Du bist somit immer noch da, aber sie lernt gleichzeitig selbstständiger zu arbeiten. Und deine Mittlere parkst du eben vor dem Fernseher mit geeignetem Progamm (Löwenzahn, ...) oder dem Tablet. Vielleicht gibt's auch etwas, das sie sehr gerne macht, z.B. Ausmalbilder. Dann bekommt sie die nur noch, wenn die Große Aufgaben machen muss und auch nur, wenn sie absolut ruhig ist in dieser Zeit. Dein Baby könnte durch das Tragen und Laufen ruhiger sein, ist aber von Kind zu Kind unterschiedlich. So hat deine Große aber wenigstens mehr Ruhe, wenn du nur zur Aufgabenbesprechung zu ihr gehst. Vielleicht helfen auch Ohrstöpsel o.ä.

Ich habe zwei Kinder, meine Große ist in der 1. Klasse, meine Kleine ist fast 5 und Vorschülerin. Ich erkläre der Großen die Aufgabenstellung, diese kann sie ja noch nicht selbst lesen, dann gehe ich weg, sie arbeitet selbstständig. Bei Fragen bin ich da und hinterher kontrolliere ich alles. Meine Kleine darf frei am Tablet sitzen oder sie bekommt von mir Vorschulaufgaben. Sie weiß, dass sie ruhig sein muss, sonst verliert sie Privilegien für 1 oder 2 Tage, nämlich Tablet/TV oder auch Süßigkeiten. Wir haben diverse Lern-Apps auf dem Tablet. Ich gestehe ihr aber auch ein, dass ich mir für sie Zeit nehme und dass ich mit ihr spiele, was sie(!) will, sobald die Aufgaben der Großen erledigt sind und sie ruhig war, auch ein Privileg, das sie verlieren kann. Dadurch, dass sie viel Zugang zu Medien hat, sind diese relativ langweilig, sie beschäftigt sich lieber mit den Lern-Apps. Bei den Medien sieht sie auch eher YouTube und da dann Bastel- oder Experimentenvideos und das von sich aus und weil sie gemerkt hat, dass ich solche Videos auch mal mitsehe und interessant finde. Wir machen auch manches nach. Tanz- und Turnvideos sind auch beliebt beib ihr.

Ich habe bei der Klassenleherin nachgefragt, ob es in Ordnung ist, wenn ich ihren Wochenplan umstrukturiere, aufgrund unsere Betreuungsmöglichkeiten. Manchmal passe ich, manchmal mein Mann auf die Kinder auf, selten die Großeltern. Mit meinem Mann liest meine Tochter z.B. viel lieber, also verlege ich diese Aufgaben auf seine Tage. Mit mir läuft schreiben üben besser, also mach ich das eher. Usw. Die Lehrerin meinte, dass der Wochenplan nur eine Empfehlung ist und umgestellt werden darf, bis Ende der Woche sollte jedoch alles erledigt sein und das inklusive Wochenende. Vielleicht ist es bei euch auch so und manche Aufgaben können auf Samstag und Sonntag verschoben werden. Somit wären zwar täglich Aufgaben angesagt, aber dafür weniger.
Für die Aufgaben sind maximal eigentlich 2 Stunden ausreichend, je nach Motivation dauert es 1-2 Stunden bei uns. Meine Tochter hat 3-5 Aufgaben pro Tag auf, je nach Umfang. Der Satz "Wird deine Lehrerin diese Aufgabe so akzeptieren?" hat bei uns Wunder gewirkt. Die Aussicht alles nochmal machen zu müssen, weil die Lehrerin es sagt, fand sie unangenehm. Zudem freut sie sich auf die positiven Stempel, die sie für tolle Arbeit ins Heft bekommt. Die Lehrerin möchte übrigens auch Fehler sehen oder zumindest über Probleme informiert werden, damit sie den echten Lernfortschritt des Kindes weiß und dementsprechend handeln kann. Zu Beginn des Homeschoolings hat meine Tochter auch eher schludrig gearbeitet, dann habe ich herausgefunden, dass sie unglaublich gern Mathe mag. Also durfte sie die Matheaufgaben erst am Ende machen. Somit waren die für sie doofen Aufgaben schnell richtig erledigt und sie hat ein positives Erlebnis am Ende ihrer Aufgaben. Vielleicht gibt es ja auch bei deiner Tochter irgendetwas, das sie gern macht, dann lass sie dies zuletzt erarbeiten. Bei uns klappt's übrigens auch nur, wenn die Aufgaben Vormittags erledigt werden, nachmittags oder Abends haben die Kinder meistens keinen Bock.

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Hallo schasch , ich steinige dich sicherlich nicht und bei euch, vor allem mit solch kleinen Kindern hört es sich doch wunderbar an. Wenn es so funktioniert, ist es super....hilft aber der TE nicht. Berichte dir gern mal aus meiner Erfahrung....3 Schulkinder (4/5 und 10 Klasse Gymnasium) samt 3–jährigem Kleinkind. Zwei Kinder in dem Alter deiner Kinder wären für ,mich´ fast wie Urlaub...zumal unser 9-jähriger eine ADHS-Diagnose hat. Eigentlich braucht er eine 1/1 Betreuung, weil er sich nicht konzentrieren kann! Ich bin im homeoffice und hab nebenbei noch von 8:30 - 18:00 Uhr unseren Mittleren beschult, Danach dann meine Restaufmerksamkeit der 10-jährigen gewidmet und kurz beim Großen draufgeschaut.Nebenbei fast den Kleinsten vergessen...den ich kurz vor dem iPad geparkt habe...! Unklare Aufgabenstellungen...Lehrer nicht erreichbar..was wichtig ist, wenn die Kids älter sind! Nicht blöd gemeint...sei froh, dass deine Kinder in dieser chaotischen Zeit noch so klein sind....! Liebe Grüße

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Hallo.

In der 2. Klasse haben die Kinder ja wahrscheinlich nicht soo viel auf, oder?
Kannst du nicht mit dem Schulkind die Aufgaben erledigen, während sich jemand anders (Vater, Oma, Opa ...) mit den zwei kleineren Kindern beschäftigt? #kratz

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Leider ist doch recht viel auf bzw. braucht meine Tochter bei manchen Aufgaben etwas länger. In Mathe hat sie etwas Schwirgkeiten neue Aufgaben zu verstehen, was dann auch länger dauert.
Der Papa ist bis spätabends arbeiten.
Am Wochenende holt der Papa mit ihr das nach was wir in der Woche nicht geschafft haben.
Oma und Opa hätten zwar Zeit, möchten aber wegen der Pandemie nur telefonischen Kontakt.

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Zähne zusammen beißen und durchhalten man bekommt es alleine nicht anders organisiert . Ich kenne deine Situation zu Genüge mit meinen ersten Kindern waren es damals die Hausaufgaben die ich mit zwei Kleinkindern und Baby zu bewältigen hatten . Jetzt fällt das Baby zwar weg aber wirklich viel anders ist es auch nicht . Meine Nerven und das schlechte Gewissen weil mein noch nicht Schulkind irgendwie bei Laune gehalten werden muss obwohl ich überhaupt gar keine Zeit habe weil meine Grundschulkinder so viel Unterstützung benötigen (ohne das ich non stopp daneben sitze geht leider nichts) . Du kannst höchstens überlegen ob du außerhalb vom Papa abends - abends erst die Aufgaben ist meiner Erfahrung nach ungünstig bei uns geht dann kaum noch was jemanden kennst der dir die kleinen Kinder in der Zeit abnehmen kann oder der die Aufgaben mit dem großen übernimmt .

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Hallo,
dann kombiniere den Mist doch. Anders klappt es eh nicht.
Schnapp Dir alle Drei und nimm sie mit in die Küche. Das Baby in die Trage. Die Große samt Schreibzeug an den Küchentisch und die Mittlere hilft dir beim Geschirr einräumen/ausräumen, Kochen oder Backen... Die Große darf hier leichtes Schulzeugnis selbstständig erledigen.

In der Mittagspause hat die Mittlere absolute Sendepause. Wenn sie nicht schlafen will, dann muss sie sich selbst ruhig beschäftigen. Sie kann sich dazu ein Buch nehmen. Die Zeit darfst du nutzen, um deiner Großen komplizierte Matheaufgaben beizubringen.

Den Papa unbedingt mehr einspannen. Wenn er erst „spätabends“ von der Arbeit kommt, ist er früh noch zu Hause, vielleicht sogar noch am Mittag. Da darf er ruhig helfen. Es sind auch seine Kinder.

Schau mal, ob du für die Mittlere vielleicht mal Videokonferenzen mit den Freunden vermitteln kannst. Auch das würde dich entlasten.

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"Wenn er erst „spätabends“ von der Arbeit kommt, ist er früh noch zu Hause, vielleicht sogar noch am Mittag"

Das stimmt leider oft nicht, sie redet ja nicht von einer Spät- oder gar Nachtschicht.
Selbst wenn der Vater um sieben zu Hause sein sollte, ist das doch viel zu spät, um mit der Großen sinnvoll zu arbeiten. Und dann wird er trotzdem morgens früh raus müssen.

Ansonsten hast du natürlich mit allem recht:-D

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Genau. Und wenn er morgens um 7.30 Uhr das Haus verlässt, kann das Kind auch noch keine Aufgaben machen. Es gibt einfach auch Berufe und Positionen, in denen man mehr als 8 Stunden täglich arbeitet.

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Hallo, das ist eine große Herausforderung für euch!

Ich habe im letzten Frühjahr, als Sohnemann in der 2. Klasse war, es so gemacht:

1) Er liest die Aufgabenstellung vor
2) Ich frage ihn, ob er verstanden hat, was er tun soll.

3a) er sagt, er hat es verstanden - dann habe ich mir von ihm die Aufgabe in eigenen Worten anhand des ersten Beispiels erklären lassen (Mathe z.B. die erste Aufgabe vorrechnen lassen, Deutsch ebenso) - hat das geklappt, bin ich gegangen und habe ihn die Aufgabe selbstständig lösen lassen

3b) er sagt, er hat es nicht verstanden - ich erkläre ihm die Aufgabe mit meinen Worten und erledige das erste Beispiel gemeinsam mit ihm. Dann gehe ich.

Das hat bei uns gut funktioniert.

Sind es Aufgaben, die in Partnerarbeit zu lösen sind, da würde ich warten, bis das Baby eben mal schläft. Das Kindergartenkind könnte eventuell am gleichen Tisch nebenbei kneten, malen, Bügelperlen, prickeln, etwas ausschneiden, kleben oder Ähnliches machen (je nach Alter einen Buchstaben kneten oder eine Zahl z.B.).

Ansonsten müsstet ihr das Lernen auf das Wochenende verlegen, wenn der Papa Zeit hat.

LG
B

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Hallo,

musst du denn tatsächlich die komplette Zeit neben deiner Tochter sitzen? In der Schule steht der Lehrer doch auch nicht die ganze Zeit hinter deiner Tochter. Es findet also während des normalen Unterricht auch keine 1:1 Betreuung statt. Ich würde deine Tochter erst mal die Aufgaben erledigen lassen, die sie selbständig kann. Bei denen, die sie nicht kann, würde ich es erklären und sie die Aufgaben alleine erledigen lassen und anschließend kontrollieren. So läuft es in der Schule ja auch. Das was falsch gemacht wurde, würde ich sie korrigieren lassen. Eventuell nochmals erklären, wenn es nicht verstanden wurde. Du siehst ja anhand der Kontrolle, wo es hakt. Ich würde mich aber auf keinen Fall die komplette Zeit daneben setzen.

LG
Lotta

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Liebe TE,

kenne ich auch noch von früher. Mein Großer ging damals auch in die zweite Klasse und ja
Hausaufgaben waren ziemlich viel. Zeitumfang 1,5 bis 2 Stunden (bei Nachfrage von bei anderen Eltern aus der Klasse ging es denen auch nicht anders). Und dann mit einem
autistischen Kleinkind (Diagnose zwar erst mit 6, aber hatte als Kleinkind schon autistische Tendenzen), das schreiend und wütend durchs Haus lief. Und wenn mein Mann damals Spätschicht hatte, bekam ich schlechte Karten. Ich rannte hinter meinen Jüngsten immer hinterher, weil er irgendwelchen Blödsinn verzapfte. Ich versuchte zu wenig wie möglich meinem Großen bei den Hausis zu helfen. Es gab aber auch Sachen, die musste genauer erklärt werden und da war ich gefragt. Das mussten wir dann auf abends vertagen. Das war nicht toll, weil die Konzentration vom Großen im Eimer war. Wenn mein Mann zu Hause war, drückte ich ihm unseren Jüngsten aufs Auge. So konnte ich mit dem Großen besser arbeiten.

Ich würde sagen, deine Große erledigt erstmal die Sachen, die sie selbständig kann. Auch wenn ich mich jetzt vielleicht in die Nesseln setze, aber bei Corona denke ich etwas anders drüber. Wenn du das Baby schlafen legst, parke deine Mittlere vor den Fernseher für eine halbe Stunde und sage du möchtest jetzt in Ruhe mit der Großen die Aufgaben machen, die sie nicht begriffen. Deine Große sollte lernen ihre Aufgaben selbständig zu
lösen. Und wenn du da Probleme siehst mit den Aufgaben, dann setzte dich mit der Lehrerin in Verbindung, dass sie es mit deiner Tochter bespricht. Auch im Homeschooling sind die Lehrer gefragt und nicht nur die Eltern.

LG Hinzwife

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Ich kann dich gut verstehen, uns geht es ähnlich.
Meine Kinder sind 14 Jahre (8.Klasse), 6 Jahre (1. Klasse) und 2,5 Jahre alt.

Besonders der Kleine ist sehr unausgelastet, hibbelig und aufgedreht.

Wir versuchen unseren Tag gut zu planen und zu strukturieren, hat anfänglichen auch nicht besonders gut geklappt 😆

Mein Mann arbeitet momentan nur in Spätschicht und kümmert sich früh um den jüngsten.
In der Zeit mache ich mit dem mittleren Schule und stehe den großen bei Bedarf zur Verfügung.
Ansonsten muss mein Erstklässler auch ran wenn der kleine schläft.

Kann dir jemand bei der Betreuung helfen?

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Leider habe ich keine Betreuungsmöglichkeiten. Oma und Opa wollen wegen der Pandemie nur telefonischen Kontakt und meine Freunde haben selber Kinder, um die sie sich kümmern müssen.
Der Papa ist bis zu 12 Stunden außer Haus und das manchmal 6 Tage in der Woche.

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Hi,
ich kann dir nur raten erstmal versuchen den Stress rauszunehmen. Denn wenn Stress da ist, lernen Kinder eh nicht gut.
Vielleicht kannst du ggf. auf den Lehrer zugehen und melden, dass ihr gerade wegen der Fülle der Aufgaben Schwierigkeiten habt nachzukommen. Glaub mir, damit bist du nicht allein. Ggf. kann der Lehrer dir dann schonmal sagen, welche Aufgaben ihr priorisieren solltet und welche evtl, auch erstmal nicht so wichtig sind.
Aber am wichtigsten ist, sei weiterhin so toll für sie da. Es gibt viel zu wenige Eltern, die sich bei Defiziten ihrer Kinder so einsetzen

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Ich würde Dir raten, die Aufgaben grob mit ihr durchzugehen und ggf. die Aufgabenstellungen zu erklären und ihr dann zu sagen, dass sie sie selbstständig erledigen muss. Baby in die Trage, Hausarbeit machen und wenn was ist, kann sie ja fragen kommen.

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