Passende Kampfsportart für Mädchen gesucht

Unsere 7jährige Tochter stand jetzt vor uns und sagt, das sie "KungFu" lernen will, während sie wild mit den Armen fuchtelte. Prima, da warte ich schon lange drauf #huepf. Sind wir mal ehrlich, sie weiß nicht mal den Unterschied zwischen KungFu und Kickboxen. Aber sie will "fuchteln" und ich sehe die Chance sie in Selbstverteidigung fit zu machen.

Ich suche jetzt aber keinen Wochendend-Kuschelkurs, ich suche etwas "handfestes". Denn sind wir doch mal ehrlich, wird es ernst außerhalb der Sportstätte, dann gelten keine Regeln mehr. Das Rüstzeug um aus so einer Situation ruhig und heile rauszukommen möchte ich ihr mitgeben. Also nicht ich persönlich, ist ja klar.

Mein Mann meint das Krav Maga was wäre, gute Idee, trifft genau meinen Nerv. Aber leider gibt es das nicht in unserer Gegend. Er selber hat MMA gemacht, traut es sich aber nicht zu, es dem Kind zu vermitteln. Da habe ich volles Verständnis für.

Tja, und nun? Hat einer von euch eine Idee`? Was machen eure Mädels?

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Na warum denn nicht Kung Fu? 😉
Ansonsten ist ja Judo oder Taekwondo das Klassische...

MMA finde ich jetzt etwas heftig.

Ich selbst habe Jujutsu und Shootfighting gemacht...

LG

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Hm, genau es ist so klassisch;-), das ist irgendwie mein Problem. Ich selber setze es mit langweilig und nicht mit den realen Problemen auf der Straße gleich, obwohl ich nicht so die Ahnung habe.

MMA ist heftig, da stimme ich dir zu. Aber ich sehe an meinem Mann, wie schnell er auch noch Jahre danach reagieren kann. Als ich das das erste Mal erlebt habe, da ist mir echt die Kinnlade runtergefallen, hätte ich nie von ihm erwartet. Ich glaube dem Typen, der unser Geld haben wollte, ging es ähnlich#rofl. Erst nach dem versuchten Überfall habe ich erfahren, was er da eigentlich konnte.

Ich habe im Moment das Gefühl, das ich eher einem Hype oder einer "Verkaufsstrategie" folge (klingt doch super, moderne Selbstverteidigung), als den klassischen Sportarten. Keine Ahnung ob das überhaupt nötig ist.

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Mhm... ich denke das Leben sollte aber auch etwas Leichtigkeit beibehalten, grade in der Kindheit.
Selbstbehauptung - super! Aber MMA gibts glaube ich noch gar nicht für Kinder und da Kinder nicht wissen, was klassisch ist, wird es ihnen auch beim Judo oder Teakwondo nicht langweilig.
Wie du schon sagst... deine Tochter möchte einfach nur mit den Armen fuchteln...
es muss doch nicht immer gleich etwas besonderes sein und sie kann sich ja auch weiterentwickeln.

LG

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Hallo,
Meine Jungs machen Wingtsun. Und damit fängt meine Kleine auch bald an.

Sie finden es gar nicht langweilig und ich finde toll daran, dass es nicht nur ums Kämpfen geht, sondern auch darum spezielle Situationen, in die das Kind kommen könnte immer wieder zu trainieren.

Und das hilft auch ohne sich Körperlich verteidigen zu müssen schon viel aus bestimmten Situationen heil heraus zu kommen.

Lg

JD

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Naja, Deine Tochter wird mit 7 Jahren vermutlich nicht in Strassenkämpfe verwickelt werden. MMA halte ich da definitiv für übertrieben.

Jemand effektiv zu treten, sich aus Festhaltegriffen zu befreien, schon vor dem körperlichen Angriff Körpersprache und Stimme einzusetzen, lehrt z.B. auch Taekwondo. Das ist (nach meinem Eindruck) wesentlich mehr auf 'echte' Situationen ausgelegt, als Karate oder Judo.

Krav Maga soll ja sehr effizient sein, hat aber den Nachteil, dass es eigentlich keine konkreten Ziele gibt, auf die man hinarbeitet. Und Kinder finden i.d.R. konkrete Ziele (Gurte, Wettkämpfe) toll.
WingTsun habe ich nur im Zusammenhang mit einem Frauenselbstverteidigungskurs kennengelernt. Also eher Wochenend-Kuschelkurs.

Grüsse
BiDi

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Meine Tochter hat mit 6 Jahren mit Taekwondo angefangen. Und konnte mit dem Erwerb des ersten Gürtels , nach 4 Monaten, am sog. Westentraining, teilnehmen. Und da wird richtig getreten und geschlagen.Das gefällt ihr gut, diese Gürtelgeschichte ist ihr nicht so wichtig.

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Ich selbst mache Jiu Jitsu und finde es für Kinder auch sehr brauchbar in puncto Selbsverteidigung. Es ist eine Mischung aus Karate, Judi, Kick-Boxen und zusätzlichen Abwehrgriffen, etc. Krav Maga ist soweit ich weiss hiervon abgeleitet und eher das Topping, bzw. man kann das später damit gut weiterführen.

Ich finde JJ ist eine gesunde Mischung, ist alles dabei, Schlag- Treitttechniken, Hebel, Wurftechnik, Stockkämpfe bzw. Abwehr von Stockangriffen, Messer, etc. Hängt aber auch vom Trainer ab, es gibt hier auch unterschiedliche Stilrichtungen. Mein Trainer kommt aus dem Balkan, der vermittelt uns sowohl die deutsche Wettkampftechnik, als auch das, was "da drüben auf der Straße" so praktiziert wird. Man muß die Techniken nicht anwenden, aber wissen was einem passieren kann ...

Ich hab als Kind mit Karate angefangen, das hilft mir heute im JJ bezüglich der Tritte, etc. Einfach mal Probestunden machen...

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Meine Große mittlerweile 14, geht seit Jahren zum Kickboxen. Ab 6 Jahren gibt es bei uns Gruppen und glaub mir hier gibt es kein Kuschelkurs. Sie trainiert zweimal die Woche und kommt meistens nach 1,25 Std total ausgepowert zurück. Du musst einfach in der Umgebung die Probestunden austesten und schauen wer wirklich gut trainiert.

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Wir haben uns umgesehen, was es bei uns gibt.
Dort ging sie zu den Schnupperstunden.
Dort wo es ihr gefallen hat, ist sie geblieben.

Ihr ging es weniger um die konkrete Kampftechnik, sondern um das Gesamtpaket. Also auch Trainer und dass er ihr gut tut.

Die beste Sportart bringt nichts, wenn man dafür mehrere Stunden fahren muss.
Daher haben wir aus den vorhandenen möglichen, die best-passendste ausgesucht. Nach schnuppern.

Was sie gelernt hat: Ausdauer, Wendigkeit, sich selbst wertschätzen, Ausstrahlung: nicht mir mir.
Sein wir mal ehrlich: eine 7-12 jährige kann sich mit der besten körperlichen Technik nicht gegen 1-5 100kg Typen zur Wehr setzen. Egal, ob die sich an Regeln halten würden oder nicht.

Wohl aber strahlt man Selbstbewusstsein aus, Schreien, ich werde sofort gesucht usw.
Garantie gibt es nie.
Allerdings durchaus Hinweise darauf, wer rausgepickt wird und wer eher weniger.

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Hallo,

ich würde als erstes recherchieren, was es in Eurer Ecke überhaupt gibt.
Was nutzt Euch ein Verein mit xy, zu dem die Anfahrt ewig lang ist?

Dann gibt es teilweise Altersbeschränkungen. Karate ist hier z.B. erst ab 12 möglich.

Wir hatten hier die Wahl zwischen Judo, Goshin-Jitsu und Taekwondo (und dem Karate ab 12). Alles andere war uns zu weit weg.

Mal ehrlich, ob ein 7-jähriger Zwerg mit Kampfsport vor einem Erwachsenen herum hampelt oder nicht, macht keinen Unterschied. Da fehlt einfach die Kraft, um ernsthaft gefährlich zu werden, bzw. für Hebel bei einem Erwachsenen sind die Kinder zu klein.
Die beste Rat ist da, weglaufen oder den nassen Sack machen und laut um Hilfe schreien.

Wenn Du willst, dass Deine Tochter nicht von Erwachsenen geklaut wird oder von Rabauken in der Schule belästigt wird, ist ein Selbstbehauptungskurs in dem Alter besser, als jeder Kampfsport.

Bei den Taekwondo-Kindern erlebt man hier leider öfter auf dem Schulhof, dass die anderen Kindern vor die Brust oder ins Gesicht treten.
Aus dem Grund haben wir unseren Sohn im Grundschulalter nicht im Taekwondo angemeldet. Der hatte damals nämlich auch einen sehr kurzen Geduldsfaden, und wir hatten keine Lust, dass er ein Kind krankenhausreif tritt, weil es ihn geärgert hat. #schock

Er hat eine Weile Judo gemacht und hatte dann keine Lust mehr.
Unsere Große (13) hat mit 9 beim Judo angefangen und ist dabei geblieben. Mittlerweile hat sie den orangenen Gürtel und trainiert in der Gruppe ab ca. 12, wo auch die Erwachsenen sind.
Wenn sie jemanden richtig erwischt, fliegt der, wenn er nicht zu groß ist. Mich hat sie schon mit 11 geworfen. Und wenn man den Gegner dann nicht auffängt und der voll mit dem Rücken auf den Boden knallt, überlegt der sich auch, ob er die andere Person noch weiter belästigen will, bzw. bis der sich aufgerappelt hat, ist man weg.
Im Judo gibt es auch Hebel, mit dem man jemandem den Arm brechen kann und Würgetechniken. Der Haken ist nur, dass man nah ran muss.

Goshin-Jitsu klang in den Augen der Kinder nicht so interessant. Daher haben wir uns damit nicht befasst.

Viel wichtiger ist aber grundsätzlich, was man ausstrahlt. Wenn jemand selbstbewusst daher kommt, ist die Wahrscheinlichkeit, belästigt zu werden, viel geringer, als wenn jemand schon mit eingezogenen Schultern und ängstlich um sich blickend, läuft.

LG

Heike

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Mein Mann hat im Alter deiner Tochter mit Taekwondo angefangen und trainiert heute noch mit Freude 3x pro Woche. Mit "langweilig" hat es nichts zu tun und auch als Zuschauer lassen sich Turniere gut aushalten.

Im Taekwondo wird auch immer kampfsportunabhängige Selbstverteidigung geübt, welche auf reale Situationen zugeschnitten ist (Schwitzkasten, Würgegriff, Befreiung aus verschiedenen Haltegriffen und später Entwaffnung eines Gegners).

Viel wichtiger als die eigentliche Kampfsporterfahrung ist aber immer die Körperhaltung. Ein Mädchen mit einer selbstbewussten Körpersprache wird sehr viel seltener als mögliches Opfer eingestuft.

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