Es wird besser, eine Illusion?

Ich habe eine Tochter, 10 Jahre alt und habe das Gefühl eine anstrengende Phase folgt der anderen.
Baby...schlaflose Nächte, Kleinkind, geht überall dran, man hat keine ruhige Minute, Trotzphase, Kita, dauernd krank, dann Schule, Hausaufgaben...Stress ohne Ende, Schlafstörungen, Schulangst, Therapie.
Jetzt kommt sie in die fünfte Klasse.
Mir graut es davor. Die ganzen neuen Fächer, dann Corona, teilweise online Unterricht, sie eine Woche bei mir, eine Woche beim Vater.
Pubertät steht noch an......ich bin echt bedient, seit 10 Jahren ständige Probleme, dagegen waren die schlaflosen Nächte und die Trotzphase ja noch zu schaffen..
Ich wollte eigentlich nie ein Einzelkind, aber nach der Geburt meiner Tochter ist nie mehr ein ernsthafter Gedanke an ein weiteres Kind aufgekommen.
Mein Lebensgefährte hätte gerne noch ein gemeinsames Kind gehabt, aber er hat auch schon einen Sohn, so dass das kein Muss ist.
Er sieht ja was ich so an Belastung durch meine Tochter habe und sagt selbst, dass das offenbar nicht zu bewältigen ist.
Außerdem würde unsere Partnerschaft noch ein gemeinsames Kind nicht überstehen.
Ich habe Angst dass das nie aufhört, sie immer Probleme haben wird, nie selbständig leben kann.
Das nimmt mir die ganze Lebensfreude.
Ich arbeite Vollzeit, mein Beruf macht Spaß , ist aber auch anstrengend und abends bin ich oft einfach nur kaputt.
Wo noch Energie hernehmen?

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Das klingt schlimm, dass Dir dein Kind deine Lebensfreude nimmt.

Aber du sagst, sie ist in Therapie, damit wird es doch sicherlich besser. Und ermutige sie schnell Freundinnen zu finden in der neuen Klasse, das wird ihr sicherlich die Schulangst nehmen, wenn sie gute Freundinnen in der Schule hat.

Ebenso ist sie nur jede zweite Woche bei Dir. Nutze die Zeit für dich. Vielleicht wäre für dich eine Therapie ebenso sinnvoll oder Yoga zur Entspannung?

Und sei froh, dass du ihre Ängste nicht hast. Sie muss damit leben und nicht du.

Und ja, es wird besser.
Ich war auch ein ängstliches Kind. Zum Glück hatte ich immer Freunde die mich akzeptiert haben und mochten.

Und im Erwachsenen Alter baut man eh mehr Selbstbewusstsein auf. Und fragt sich, warum man nur so gefangen war in sich. Aber wie gesagt, eine Therapie ist sicher hilfreich.

Lg mcbess

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Hallo,

also was Du so beschreibst, ist bist auf die Schulangst/Therapie eigentlich der normale Wahnsinn mit Kindern.

Woher rührt denn diese Schulangst?
Hatte sie Probleme mit Klassenkameraden oder kam sie mit dem Lehrer nicht klar?

(Nur mal meine Erfahrung am Rande:
Meine Tochter hatte in der 1./2. Klasse auch Probleme, da sie eine nicht wirklich kompetente Lehrerin hatte, die nicht nur sie sondern auch beinahe jedes andere Kind irgendwie küchentischpsychologisch abgestempelt hat und auch recht schroff mit den Kindern umging.
Dazu kamen eben diese alterstypischen Querelen auf dem Schulhof, Zickerei usw unter den Gleichaltrigen. Da musste sie sich erst mal reinfuchsen. Im Kindergarten lief es immer recht harmonisch ab, in der Schule hingegen wurde erst mal die "Hackordnung" geklärt und dieses Verhalten der Mädels untereinander kannte sie nicht und war da besonders in der ersten Klasse noch recht verunsichert.

Allerdings hat sie natürlich auch Freundschaften geschlossen und diese Kontakte werden von uns gut gepflegt und auch mit einigen der "Zicken" kommt sie inzwischen gut klar und hat sich ein etwas dickeres Fell zugelegt, wenn da mal ein flapsiger Spruch kommt.

Was meiner Tochter aber wirklich etwas Auftrieb gegeben hat, war eine "Stärke-Gruppe".
Ich habe damals den Tip von einer anderen Mutter bekommen, deren Tochter auch Schulangst hatte.
Den Kontakt zu den Kinderpsychologen bekam ich über die Diakonie.

Das war eine kleine feine Gruppe und es waren ca. 10 Treffen mit ausgebildeten Kinder- und Jugendpsychologen, die mit den Kindern wirklich diese Ängste und Verunsicherungen auflösten. Gekostet hat es kaum was, ich habe eine einmalige Gebühr von 50,-€ bezahlt, aber diese galt auch mehr für die Verpflegung der Kinder während dieser 2 Stunden.
(Gab Butterbrezeln, Obst, Tee, Saft und auch mal was Süßes zum Schluss)

Vielleicht wäre das eine Idee für Euch.

Und lass Dein Kind nicht späten, dass sie Dich belastet.
Das verunsichert sie noch mehr.

Am besten ist viel miteinander reden.
Sprechen. Offen füreinander sein.
Hat sie Sorgen oder Bedenken?

Gehen in die 5. Klasse der weiterführenden Schule auch "alte" Klassenkameraden? Vielleicht kann man da auch nochmal Kontakt aufnehmen?

Unternehmt am Wochenende mal was, soweit Corona es zulässt.
Und wenn Ihr Euch mal ein Eis holt und Euch in den Park setzt oder mal ein bisschen bummeln geht.
Vielleicht kann sie sich mal ein schickes T-Shirt oder ein paar schöne Sneaker aussuchen, wenn die Schule bald neu für sie beginnt. Etwas, worin sie sich gut und wohl fühlt.
Oder ein Glücksarmband.

Und last but not least - denke auch mal an Dich.
Wenn Deine Tochter beim Papa ist, dann mach mal etwas, was Dir gut tut.

LG

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Mir fallen dazu nur zwei Gedanken ein.

Es wird nicht besser/schlechter, --- Kinder zu bekommen ist einfach immer nur ANDERS.

Wer das nicht akzeptiert oder alten Lebengewohnheiten nachtrauert oder wieder auf "alte" Zeiten wartet, wird enttäuscht. Wenn man annimmt, dass es einfach anders ist und jeweils täglich sich darauf einlässt, hat es einfacher, als die, die nur auf spätere Zeiten hoffen oder alten Zeiten nachtrauern.

und ja: Kinder betreuen und Haushalt kostet Zeit. -- Die kannst DU nicht herhexen.
Heisst in "Mensch" und nicht in "Geld"-Einheiten: -- arbiete weniger, - dann hast Du mehr Herz und Zeit für die anderen dinge, die "müssen", und die Du DIr nicht aussuchen kannst, was eben viele Kinderdinge so sind.

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Weniger arbeiten?
Wie denn? Ich brauche das Geld und kann nicht auf 200 oder 300 Euro verzichten.
Ich habe netto 1700 Euro, da ist keine Option weniger zu arbeiten.

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das meinte ich mit "Mensch" oder "Geld".
wenn man mehr arbeiten MUSS oder in einem Job arbeitet, bei dem die Stundenlöhne niedriger sind, als bei anderen, dann sind die Folgen halt körperlich und im Stress zu spüren, wenn das Geld benötigt wird.

Das sind starre wenn-dann-Bedingungen, die man oft nicht durchbrechen kann.
Dann hat man einfach keine andere Wahl, als fertig zu sein und so viel zu schaffen, bis die Kinder weniger Raum einnehmen. --

Leider gibt es kein Jonglieren oder ein "gleichzeitig". Nur ein "wenn-dann"

okay: man könnte sich besser organisieren, - weniger putzen, die kinder mehr alleine machen lassen usw...., sich vom Getue und Pubertieren nicht stressen lassen usw... -- aber leider ist das eben nicht so ganz einfach, sodass einem in dieser Konstellation eben wenig übrig bleibt, ausser sich anders zu strukturieren, anders zu arbeiten oder Hilfe zu holen.
So viel kann EIN einziger Mensch halt nunmal nicht leisten. Punkt. ---
Lass die Oma helfen putzen oder Kinder fahren, - dich entlasten, -- der Mann soll im Haushalt helfen, - wochenends wird ausgepannt und zusammen was gemacht und auch u.U. Haushalt gemacht ... es muss nicht immer nur alles von Dir erledigt werden.

(ich habe auch das letzte Mal vor dem Winter Fenster geputzt. -- okay, -- innen bin ich einigermassen auf Stand, -- aber die Fenster? Ich hab einfach keine Zeit dafür. Fertig. (ich habe 42). Unsere Wiese ist bis auf eine kleine Nutzfläche dieses Jahr BLUMENWIESE und wurde nur einmal gemäht bisher.
Versuche hier und da vernünftig kraft zu schöpfen und einzsparen, wenn es bei der ARbeit nicht geht.
Heisst auch: die KInder sind zukünftig alleine für das Saugen verantwortlich. z.B.

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Es wird insofern einfacher, dass sie irgendwann mehr mit ihren Freunden machen wollen und man auf einmal viel Zeit am Wochenende hat. Dann, das man nicht bei jedem Spiel in der Halle oder auf dem Feld zuschauen soll. Schulisch kommt halt darauf an. Man sitzt nicht daneben aber muss durchaus mal drängen, mehr zu tun. Alles in allem hat jede Zeit etwas Schönes. Ich bin manches Mal überrascht, was alles so in seinem Kopf vorgeht.

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Bis hin zu Schulangst, Schlafstörungen und Therapie beschreibst du ein normales Kind.

Natürlich hat jeder eine Belastungsgrenze, aber in der Zeit in der sie beim Vater ist, hast du doch Zeit zum runter kommen und Kraft tanken.

Wie zeigt sich ihre Schulangst? Hat sie generell Angst oder nur jetzt vor dem Schulwechsel?
Kommen die Schlafstörungen daher?
Macht sie deshalb eine Therapie oder gibt's da noch andere Baustellen.

Wieso glaubst du, dass sie nie auf eigenen Beinen stehen wird? Sie ist erst 10,da ist noch alles drin.

Was konkret macht sie, dass du sie als so belastend beschreibst? Immerhin hast du Angst, dass daran bzw. mit einem weiteren Kind, deine Beziehung scheitern könnte.
Empfindet dein Lebensgefährte sie auch so anstrengend? Wenn ja, fühlst du dich dadurch vielleicht unter Druck gesetzt?
Welche Pluspunkte hat sie? Davon schreibst du nämlich nichts,nur dass du seit ihrer Geburt quasi an deine Grenzen stößt.
Eigentlich vergisst man die oft anstrengende Babyzeit recht schnell. Es ist nicht böse gemeint, aber es klingt so als würdest du deiner Tochter einen Vorwurf daraus machen.
Aber vielleicht magst du uns zum besseren Verständnis mal ein paar konkrete Beispiele aus eurem Leben nennen.
So erweckt es nämlich den Eindruck als wäre deine Belastungsgrenze sehr niedrig.

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Meine Belastungsgrenze ist womöglich auch niedriger als bei anderen, aber das kann ich nun mal nicht ändern, nur versuchen das beste aus dem zu machen was mir an Ressourcen und Handlungsspielraum zur Verfügung steht.
Wenn meine Tochter beim Vater ist, arbeite ich sehr viel um in der Woche wo sie bei mir ist, etwas früher Schluss zu machen.
Es ist nun mal so, dass ich mein Kind in erster Linie als Belastung empfinde, das war schon vor der Geburt so.
Die Schwangerschaft , die Geburt, die erste Zeit mit Baby, das hat sich eingebrannt.
Ich war wie eine Maschine die funktioniert, ich habe wie ferngesteuert funktioniert.
Und die anstrengenden ersten Jahre, warum sollte man die vergessen?
Meine Freundinnen erzählen auch oft wie anstrengend sie die erste Zeit fanden und froh sind dass das vorbei ist.
Sie schläft keine Nacht , will nicht zur Schule, macht jeden Tag Theater, schreit, haut von der Schule ab.
Zeitweise war sie in einer Wohngruppe, hat auch nicht funktioniert.
Mein Lebensgefährte und ich leben nicht zusammen und er hat kaum Berührungspunkte mit meiner Tochter, wir sehen uns nur einmal die Woche wenn meine Arbeitszeiten es zulassen.
Der Vater meiner Tochter und ich haben eine schlimme Trennung hinter uns.
Er wollte sich lange nicht kümmern , musste es aber dann weil ich es nicht geschafft hätte alleine für sie zu sorgen.
Ich bin nicht geschaffen Mutter zu sein, es ist eine Herausforderung der ich nicht gewachsen bin.

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Klingt etwas nach regretting motherhood....vllt wäre es sinnvoll sich damit auseinander zu setzen.

Das ist etwas was es gibt und dagegen kann man halt nichts machen :/

Tut mir sehr leid für dich.

GLG

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Hallo,

Du solltest unbedingt an Deiner Einstellung arbeiten. Für die Schulangst kann Deine Tochter nichts. Daran arbeitet ihr ja schon, das wird also irgendwann besser. Aber das ist ja eine Sache die sie belastet, was genau belastet Dich denn noch? Schaffst Du Dir Freiräume? Nachmittags ist sie ja sicher mit ihren Freundinnen unterwegs, tust Du in der Zeit etwas für Dich?

Die Schulangst hat sie ja erst seit sie in der Schule ist. Was war denn davor? Warum war denn jede Phase so ungewöhnlich anstrengend?

Ich frage so weil ich das kenne. Meine Tochter hat allerdings ADHS, ist hochsensibel und hochbegabt. Und ich bin alleinerziehend, sie ist nur 4 Tage im Monat bei ihrem Vater. Es ist wahnsinnig anstrengend, sie ist jetzt 7. Aber so langsam wird sie ja flügge und sucht sich ihren Input draußen, fährt alleine los. Diese Zeiten nutze ich dann für mich, lese was, mache Sport oder ich meditiere.

Du musst Dir unbedingt Auszeiten schaffen Du bist ja nicht nur Mutter. Geh mit Freundinnen aus, das tut auch gut.

Alles Gute
Sunny

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Du hast ein Kind, dass keine gesundheitliche Beeinträchtigung (Behinderung) hat und nur zu 50% bei dir lebt?

Woher kommen dann deine Überfordern im Alltag, wo liegen die "Probleme" deiner Tochter?

Klar sind Kinder anstrengend, aber ein 10-jähriges Einzelkind, das nur 50% bei dir lebt und dir sämtliche Lebensernergie raubt? Mir fehlt ehrlich die Vorstellungskraft,wie das zustande kommen soll...

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Hab alle Posts durchgelesen.

Leider fällt mir als erstes dazu ein, dass deine Tochter - neben Schulangst und Therapie und Co. - einfach auch merken wird, dass sie nicht uneingeschränkt geliebt wird. Sie ist unerwünscht - sowohl bei dir als auch bei ihrem Vater (O-Ton "wollte nicht, aber muss sich kümmern"). Kinder merken das, auch wenn man es nicht durchblicken lassen möchte. Sie haben ganz feine Antennen dafür.

Eventuell solltest du überlegen, nicht nur für deine Tochter, sondern auch für dich selbst therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Vielleicht kann auch eine Art Familienberatung helfen, in der ihr Dinge gemeinsam aufarbeiten könnt.

Tut mir leid für die ehrlichen Worte, aber so denke ich und ich glaube, dass unterschwellige Ablehnung für ein Kind und dessen Entwicklung sehr schlimm sind.

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Hallo,

Kinder sind anstrengend, gar keine Frage. Aber das sind Erwachsene und Eltern auch. Nicht umsonst heißt es, dass Pubertät das Alter ist, indem Eltern anstrengend werden. Und ich bin der festen Überzeugung, diesen Satz kann man auf jedes Alter projizieren, wenn Eltern ihre Kinder nicht verstehen oder nicht verstehen können/wollen.
So leid es mir tut, dir das sagen zu müssen, aber das Problem liegt nicht bei deiner Tochter. Das Problem bist du bzw. ihr Eltern. Ihr habt eine schwierige Trennung hinter euch und sei es Tochter spürt deine Haltung und Überforderung ihr gegenüber. Nehmen wir das Säuglingsalter. Ein Kind, dessen Mutter nervös ist, wird nicht entspannt sein. Ein Kind ist immer der Spiegel von uns selbst. Zumindest bis zu einem bestimmten Alter. Schreit das Kind und will nicht schlafen und die Mutter ist angespannt, nervös und überfordert, wird das Kind vor lauter Nervosität und Anspannung weiter schreien. Eine nervöse Mutter beruhigt kein nervöses Kind. Ein etwas älteres Kind, das in seinen Ängsten und Problemen nicht ernst genommen wird oder dessen Probleme ein Problem für die Bezugsperson darstellt, wird sich nie öffnen und die Ängste und Probleme werden größer. Eltern bedeuten für die Kinder Schutz und Geborgenheit. Der Therapeut kann noch so gut sein und das Kind kann sich dort noch so gut aufgehoben fühlen, das bringt aber alles nichts, wenn das Kind diesen Schutz und diese Geborgenheit bei der wichtigsten Bezugsperson nicht hat. Und hat ein Kind Zuhause keine Stabilität und Sicherheit, werden die Ängste nicht verschwinden. Du tust deinem Kind das Schlimmste an, was Eltern ihrem Kind antun können. Du vermittelst deinem Kind, dass es eine Last für dich ist. Dein Kind wird immer die Fehler bei sich suchen, sich immer als Last fühlen und sich nie seiner selbst bewusst sein. Deine Aufgabe ist es, dein Kind so anzunehmen wie es ist, es zu lieben, zu beschützen und ihm Geborgenheit zu geben. Anstatt deine Tochter zur Therapie zu schicken, würde ich dir raten, dir selbst auch einen Therapeuten zu suchen. Du machst deine Tochter sonst kaputt. Es bringt nämlich nichts, die Tochter zu therapieren, wenn die Ursache Zuhause sitzt. Deine Tochter ist erst 10. Die Pubertät steht vor der Tür. In der Pubertät benötigen Jugendliche noch mehr den Halt und die Stabilität des Elternhauses. In den Köpfen von Pubertierenden herrscht Chaos. Sie brauchen dementsprechend Orientierungspunkte und einen Ort, wo sie sie selbst sein können. Wo sie so geliebt werden, wie sie sind, mit allen Macken und Fehlern, die sie machen. Such dir bitte Hilfe, dass du lernst, deine Tochter zu verstehen und anzunehmen. Du hast deine Tochter in die Welt gesetzt und du bist es ihr schuldig alles dafür zu tun, dass sie sich zu einem gesunden und glücklichen Erwachsenen entwickeln kann. Also fang bei dir an um deiner Tochter dies zu ermöglichen.

LG
Lotta

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Ich bin in Therapie, schon seit Jahren.

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Ich finde nicht, dass du das Problem bist. Es gibt Kinder, die einfach nur anstrengend sind und ihren Eltern den letzten Nerv rauben. Das tut mir für die Betroffenen auch Leid.Diese ganzen Punkte, die du aufgezählt hast, sind aus meiner Sicht auch nicht normal. Normal ist, dass ein Baby nach einer gewissen Zeit durchschläft. Dass man mit seinen Kinder krank Tagen hinkommt. Dass es in der Schule nicht in einer Tour Theater gibt.
Sonst macht das alles doch auch gar keinen Spaß.
Sei froh, dass deine Tochter immer eine Woche bei ihrem Vater ist. Arbeitszeit reduzieren würde ich nie im Leben, die Arbeit macht dir doch im Gegensatz zum Muttersein dieses schwierigen Kindes Freude.
Wenn du ohnehin schon in Therapie bist, frag ganz konkret nach Möglichkeiten, während der kinderfreien Zeit zu entspannen. Z.B. indem du dir selbst ganz deutlich sagst, dass du jetzt eine Woche deine Ruhe hast, nur du und deine Arbeit, danach kommst du nach Hause und musst dich um nichts als dich selbst kümmern. Genieße diese Zeit ganz bewusst und denk nicht dran, was nach der Woche wieder auch dich kommt.
Ich bin der Meinung, dass man sich über anstrengende Kinder ruhig beschweren darf. Man darf sich auch darauf freuen, dass sie in ein paar Jahren aus dem Haus sind (auch wenn es bei dir noch eine Weile dauert). Meine Kollegin, die drei Kinder hat, sagst über das mittlere ganz ehrlich "Das ist ein Nerventod". Und es war nicht damit getan, dass sie mir das einmal gesagt hat, sondern dieses Kind ist immer noch ein Nerventod. Schwierig, Dramaqueen-mäßig, augenverdrehend, über jeden Scheiß ewig diskutierend. Wenn die irgendwann aus dem Haus ist, tanzt meine Kollegin nackig aufm Tisch, das kannste aber glauben :-)

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Kinder spüren, wenn sie nicht geliebt werden
oder wenn sie als anstrengend empfunden werden.

Damit sind sie überfordert.
Diejenigen, die sie versorgen und über ihre Grenzen kommen auch.
Das ist eine Abwärtsspirale.

Gibt es Bezugspersonen für sie, die sie lieben?
Bei denen sie entspannen kann?

Therapie ist gut und wichtig. Ersetzt jedoch Liebe nicht.

Könntest du nach Leihgroßeltern sehen?
Menschen, die sich Kinder wünschen und sie annehmen wie sie sind?
Nicht als Entlastung für den Alltag, sondern als Bezugspersonen, bei denen sie durchatmen kann. Bei denen sie nicht funktionieren muss, sondern einfach spürt willkommen zu sein?

Das ist KEIN Armutszeugnis für dich. Sondern eine Stärke!
Das was du selbst nicht geben kannst, suchen, damit dein Kind es trotzdem bekommt. Weil du möchtest, dass es ihr gut geht, dass sie bekommt, was sie braucht.


Für dich selbst wäre auch eine Therapie interessant.
Wie kam es dazu, dass du diese Gefühle schon in der Schwangerschaft hattest?
Für deine Gefühle kannst du nichts.
Therapie für dich, um dich zu stärken, lernen mit deinen Gefühlen umzugehen, Strategien, wenn du an deine Grenzen kommst - für dich selbst und für dein Handeln.

Wenn deine Tochter merkt, dass du dir selbst auch Hilfe suchst, für dich selbst,
dann entlastet sie das enorm.
Und dich hoffentlich auch. Einen Platz haben darüber reden zu können und für sich selbst gutes tun.

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Meine Tochter hat andere feste Bezugspersonen, und zwar die Eltern ihres Vaters.
Diese sieht sie oft und regelmäßig.
In Therapie bin ich schon lange.
Es ist auch schon vieles besser geworden, aber wie du sagst, ich kann keine Gefühle, die nicht da sind einfach her therapieren.
Es geht um Katastrophenschutz.

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Warum ich diese Gefühle schon in der Schwangerschaft hatte, konnte ich auch durch die Therapie nicht endgültig herausfinden.
Eine Kombination aus mehreren Faktoren, die körperlichen Beschwerden, Übelkeit, die Freude kam nicht.
Schwanger sein fand ich einfach schrecklich, die Geburt war schlimm, und danach wurde es auch nicht besser.

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