Befürchten negative Einstellung gegenüber dem Kind, wie ansprechen?

Hallo,
Mein Kind (9) hat schwelend seit längerem, jetzt akut nach den Zeugnissen ein Problem mit seiner Lehrerin (alle Fächer bis auf Sport) bzw. ihrer Sicht auf das Kind.

Kind ist eher ruhig, in den Interessensfächern aber doch mündlich sehr aktiv. Schriftliche Noten sind bis auf ein Fach immer 2 und besser (in dem einen Fach zwischen 2 und drei).

Das Endzeugnis der 3. Klasse entsprach dem aber nicht, so dass wir mit der Lehrerin gesprochen haben. Ihre Begründung: in Stillarbeitsphasen v. a. in dem Nicht-Lieblingsfach zu ablenkbar, zu verträumt, ADHS oder anderes?

Wir haben vereinbart regelmäßig alle 2 Monate eine kurze Rückmeldung über Verhalten Mitarbeit etc. zu bekommen. Rückmeldung war: Mitarbeit gut und im Lieblingsfach besser, Arbeitsverhalten verbessert, nichts Negatives.

Ich sehe das auch so. In der Schule werden in den Stillarbeitsphasen die HA begonnen und dann zu Hause zu Ende geführt. Obwohl das Volumen an HA in der 4. nochmal deutlich gestiegen ist, erledigt es deutlich mehr als im letzten Schuljahr. In Deutsch bleibt im Schnitt nur noch 5-10 Minuten Arbeit über oder nichts, in Mathe vielleicht 10-15 bis maximal 30 Minuten, die zu Hause relativ zügig abgearbeitet werden (kein Vergleich zu den Dramen des letzten Jahres).

Das Zeugnis hat uns jetzt doch etwas kalt erwischt, noch etwas schlechter als letztes Jahr, Nebenfächer 2 Noten schlechter als die schriftlichen Noten (mündlich 50-70 % bei uns).

Wir haben Befürchtungen, dass die Lehrerin das Kind nicht objektiv betrachtet, es einfach nicht "mag". Bemerkungen wie "da hat xy aber mal einen guten Tag gehabt" vor anderen als es eine bessere Note in seinem "schwachen Fach" geschrieben hat.
Als eine "Bonusaufgabe" vom Kind besonders kreativ gelöst wurde, die schriftliche Bemerkung dazu "Ist das Deine Idee gewesen?" und noch einige Sachen mehr, die ich einfach nicht richtig finde.

Wir haben jetzt ein enttäuschtes Kind, das sich für dumm hält und sich fragt, warum es sich noch anstrengen soll (O-Ton: Für eine drei muss ich aber nicht mehr für Klassenarbeiten lernen, das kriege ich auch so hin).

Habt ihr auch schon einmal solche Erfahrungen gemacht? Wir haben in 14 Tagen einen Gesprächstermin, bei dem wir natürlich die Notengebung ansprechen wollen, die wir nicht so verstehen (wenn sich das Kind im Laufe des Halbjahres so verschlechtert hat, warum wurde nichts gesagt wenn es so vereinbart war?).

Und nein, wir sehen unser Kind nicht übermäßig idealisiert, sondern auch seine Schwächen. Wir wissen auch, dass das Leben kein Ponyhof ist (wie ich den Spruch hasse...)
Wir möchten nur, dass es auch für sich erfährt, dass sich anstrengen lohnt und man nicht in Schubladen drin steckt aus denen man nicht wieder raus kommt.
Hat jemand Erfahrungen oder Vorschläge für eine Gesprächsstrategie?
Danke!

3

Meine Meinung

Wenn die Lehrerin dein Kind nicht mag hat es verschissen und Sie knallt dir immer einen Grund vor womit Sie die Noten begründet.

Bei uns war es in der 3.Klasse so schlimm das ich mein Kind von der Schule nahm.

Das ist die Macht der Lehrer /in

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Du gehst einfach zur Lehrerin und bittest um einen Gesprächstermin (ggf. kannst du das auch aus Nachweisgründen schriftlich machen), da dir in einigen Fächern unklar ist, wie die Zeugnisnote zustandegekommen ist.
Das Gespräch selbst...lass sie einfach sprechen. Du hörst zu. Deine „Hauptfragen“ sind:
- Wie sind die Noten EXAKT zustandegekommen?
- Was muss mein Kind besser machen, um (z.B. in Mitarbeit) eine bessere Note zu bekommen?
- Wie kann ich mein Kind unterstützen?

Auf gar keinen Fall irgendwelche Vorwürfe an die Lehrerin. Du darfst aber gern sagen, dass DU ihre bisherigen Mitteilungen offenbar falsch verstanden, oder vielleicht nicht alle bekommen hast - da stand ja immer, dass alles in Ordnung sei. ;)

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Hallo,

danke für Deine Antwort.
Gesprächstermin ist schon fix in rund 14 Tagen.

Ja, wir werden nach dem genauen Zustandekommen der Noten fragen.

Was unser Kind besser machen kann, mögliche Unterstützung haben wir schon nach den Sommerferien direkt besprochen - und unserer Meinung nach auch umgesetzt.

Vor allem nachdem ihre Rückmeldung auch positiv war und ich auch objektiv positive Verbesserungen gesehen habe (Menge der übrig gebliebenen HA) bin ich ja so "angefasst" und frage mich nach der pädagogischen Einstellung???

Die Rückmeldungen der Lehrerin waren jeweils kurz persönlich zu mir (ich bin als Lesepatin ab und zu in der Schule), also nichts Schriftliches, was mein Kind vielleicht verdödelt haben könnte....

Ja, ich werde ruhig bleiben, keine Vorwürfe (vielleicht hilft ein bisschen Baldrian vorher ;-))
Viele Grüße!

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Ja, es kann gut sein, dass die Lehrerin dein Kind nicht mag, weil es eher unruhig ist und nicht einfach so mitläuft. Und wenn sie nicht besonders reflektiert ist, dann kann es gut sein, dass sie ihm absichtlich eine reinwürgt.

Was du da tun kannst? Leider nicht viel. Sie sitzt am längeren Hebel. Da heute die mündlichen Noten mehr zählen als die schriftlichen, kann sie ihm die Note geben, die sie will. Du kannst von ihr verlangen, dass sie dir ihre Notengebung erklärt, aber wenn sie behauptet, dass dein Kind sich zwar mehr beteiligt, die Qualität seiner Beiträge aber sehr schwach ist, kannst du ihr nicht das Gegenteil beweisen.

Das einzige, was bei solchen Lehrern manchmal hilft, ist, meiner Erfahrung nach, ihnen nach dem Mund zu reden, sie um Rat zu bitten, wie du mit deinem Kind daran arbeiten kannst, dass es besser wird, und dann so zu tun, als würdest du das alles umsetzen.

Mit ein bisschen Glück will sie dann zeigen, dass sie Recht hatte und ihre Erziehungstips funktionieren, und wird dann auf einmal Verbesserungen sehen. Hat bei einer Freundin von mir funktioniert.

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Wir haben hier ein ähnliches "Problem" mit unserem Jüngsten (4.Klasse). Er hatte immer prima Zeugnisse--in der 2. Klasse und 3. Klasse, 1. HJ reine 2er Zeugnisse, 3. Klasse 2. HJ dann in Deutsch eine 3.
Bei den Empfehlungsgesprächen im November bekam er dann eine Realschulempfehlung und ich habe gesagt, dass ich zumindest auf eine eingeschränkte Gymempfehlung gehofft habe bei den Noten--er hatte zu dem Zeitpunkt auch schon wieder mehrere gute Arbeiten geschrieben.
So, Freitag dann der kalte Guss--in Mathe, SU, Englisch und Deutsch hatte er eine 3! Sein schlechtestes Zeugnis der gesamten Grundschulzeit. Trotz guter Noten die er geschrieben hat. Mit diesem Zeugnis kann und will ich ihn natürlich nicht auf dem Gym anmelden....er traut es sich inzwischen auch selbst nicht mehr zu und will lieber auf die Gesamtschule.
Jut, Hauptsache Kind ist glücklich, aber ich wollte es trotzdem wissen und hatte dann noch einen Gesprächstermin mit der Lehrerin. Sie konnte mir sehr gut begründen, dass mein Sohn plötzlich überall 3 steht, zeigte mir seine schriftlichen Arbeiten. Ich glaube, sie wollte mich mit den Noten einfach nur aufrütteln, dass ich meinen Sohn nicht am Gym anmelde. Aber ganz wasserdicht sind diese Noten sicher nicht, da seine Mitarbeit in allen Fächern bei einer 1 liegt und schriftlich hat er auch viele 2er geliefert, ein paar 3er. Aber der Fisch ist nun für mich gegessen....
Was ich damit sagen will--neue Schule (bei euch geht's doch auch zu einer neuen Schule, oder?)-neues Glück! Da sind ja auch mehrere LehrerInnen dran beteiligt, hier lag alles in einer Hand.

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Hallo,
danke für Eure Beiträge. Dann ist es wohl so, wenn das Kind in der Schublade mal drin ist, soll es ja nicht rausklettern...

Das mit dem Vorschläge der Lehrerin aufnehmen haben wir probiert - soweit wir es für sinnvoll hielten, wahrscheinlich war das der Fehler.

Ich gestehe, dass wir keine ADS-Diagnostik etc. gemacht haben (das H ist mir falsch reingerutscht, das Kind ist eher der ruhigere, verträumte Typ), denn unser Kinderarzt, der es seit Säuglingsalter kennt, hielt es für ein wenig bizarr auf Basis so weniger Hinweise eine allgemeine Diagnostik anzuleiern (seit wann gibt es Konzentrationsschwächen vor allem in einem Fach? Kann ein Kind gravierende Konzentrationsschwächen haben, wenn es bei den meisten Arbeiten als eines der ersten abgibt und recht gute Ergebnisse erzielt etc.).

Das Kind ist sowieso eher mit weniger Selbstwertgefühl ausgestattet (wir arbeiten daran...) und wir wollten es nicht durch eine Diagnostik verunsichern. Und ich finde auch, die Entwicklung in diesem Halbjahr gibt uns (offenbar natürlich nur subjektiv) recht.

Aber bei uns geht es auch um die Empfehlung.... Wenn sie nach unserem Wunsch (und damit der Aussage der Lehrerin vor eine halben Jahr entspricht) werden wir glaube ich wohl nur um ein wenig Aufklärung bitten und sonst soll unser Kind das halbe Jahr einfach hinter sich bringen...
Was mache ich aber, wenn wir unterschiedlicher Auffassung sind??? Hier gilt zwar der Elternwunsch aber das Zeugnis sieht einfach mittelmäßig aus...

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Na und wenn schon. Wenn du dir bei der späteren Schulwahl sicher bist, brauchst du dich nicht an die Empfehlung des Lehrers zu halten. Lehrer sind nicht allwissend (Eltern übrigens auch nicht.).

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Wir hatten dies auch bei der Tochter und ich kann Dir sagen,würde ich mir nicht geben!
Schaut euch nach einer Schule um,wir sind auf eine Privatschule für die kurze Zeit und Kind ist jetzt glücklich in der 9 Klasse Gymnasium.
Es gibt einfach auch so schlechte Lehrer und da hat man verloren.
Das Gespräch haben wir uns garnicht angetan!
Kind krank gemeldet und neue Schule gesucht,sie ist aufgeblüht.

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Hallo.
Tja, leider gibt es das immer wieder das Lehrer ihre antisymaphatie am Kind auslassen. Auch wir hatten so eine Grundschullehrerin. Begründung war auch immer die "mündliche" Beteiligung am Unterricht. Wir haben uns das 3 Jahre gefallen lassen, bis zur 4. Klassen, hatten auch immer Zweifel, ob die Beurteilung der Lehrerin auch objektiv ist. Im 1. Halbjährlich der 4. Klasse, war das Zeugnis aber absolut keine Reflektion der gezeigten Leistungen, mein Kind war sehr motiviert, hat Zusatzaufgaben übernommen. Nach dem Zeugnis hatte ich dann ein Häufchen Elend hier sitzen, der gedacht hat, egal wie ich mich anstrenge, mein Zeugnis wird eh nicht besser. Da hat es uns gereicht! Wir haben einen Widerspruch gegen das Zeugnis gemacht, eingereicht bei dem Direktor. Danach folgte ein Gespräch mit der Lehrerin, wo wir das 1. MAL Tacheles mit ihr gesprochen haben und wie sie es systematisch geschafft das unser Kind kein Selbstwertgefühl in Hinsicht auf Schule hat. Dieses Gespräch hat echt Wunder bewirkt! Heute ist unser kind in der 5. Klasse eines Gymnasiums und hat ein super Zeugnis erhalten und oh Wunder, die mündliche Mitarbeit ist in jedem Fach gut bis sehr gut!
Was ich damit sagen möchte, Lehrer sind keine Götter und man kann sich durchaus gegen Ungerechtigkeiten wehren. Hätten wir nicht so lange gewartet, wäre die Grundschulzeit mit Sicherheit besser für unser kind verlaufen.
Sorry, ist jetzt ziemlich lang geworden, aber daran sieht, wie mich als Mutter das Thema immer noch beschäftigt!

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Hallo,

ich muss auch sagen, dass es leider Lehrer gibt, die manche Kinder nicht mögen bzw. mit ihnen nicht umgehen können, und das auch zeigen.
Da kannst Du nichts machen, außer zuzusehen, dass das Kind in eine andere Klasse kommt.

ADS-Träumer wirken leider häufig etwas dämlich. Wir haben auch einen von der Sorte.
Er war in der 2. Klasse unterfordert, was seine Lehrerin aber nicht glaubte. Die meinte immer, sie können sich seine guten Leistungen in den Klassenarbeiten gar nicht erklären, wo er doch immer so langsam sei.
Er hat dann eine Klasse übersprungen, und schon in der Probephase meinte die neue Lehrerin, dass sie denkt, dass er das schafft, was dann auch so war.
Jetzt ist er in der 5. Klasse am Gymnasium, und die Lehrer wollten erst vorschlagen, ihn das Jahr wiederholen zu lassen, weil er so verplant und verspielt sei. Dann haben sie aber festgestellt, dass er in einigen Nebenfächern so weit ist, dass die Lehrer ihn kaum beschäftigen können. In den Hauptfächern steht er 2 bis 3. Jetzt meinen sie, er solle weiter machen.

Bei Kindern mit Besonderheiten sind Lehrer mit Verständnis leider sehr wichtig, und nicht jeder Lehrer hat für jede Art von Besonderheit bei den Kindern Verständnis.

Die hibbeligen Kinder bekommen schlechte Noten, weil sie erstmal auf ihrem Hintern sitzen bleiben und den Mund halten sollen. Hochbegabte, die sich beschweren, weil sie sich langweilen, sollen auch lernen, den Mund zu halten. Die ruhigen, verträumten Kinder sind dumm. Kinder mit Legasthenie oder Dyskalkulie oder ähnlichem sind dumm, etc.

Mit der ersten Lehrerin unseres Sohnes war nicht zu reden. Das haben auch andere Eltern festgestellt, deren Kinder andere Probleme hatten, mit denen die Dame aber ebenfalls nicht zurecht kam.

LG

Heike

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