Frage zur Benotung Oberstufe

Guten Morgen,

ich hätte mal gerne gewusst, wie ihr die Sachlage so seht. Es sind ja auch ein paar Lehrer(innen) hier unterwegs.

Unsere Tochter ist in der 11 Klasse (G8), die ich nun gestern vor Wut weinend zu Hause empfangen habe. Es ging um eine Klausur in Kunst.

In besagter Klausur wurde eine Aufgabe gestellt, in der zu 3 Begriffen jeweils die Definitionen zu schreiben waren. Für diese Aufgabe sollte es 6 Punkte geben. Lt. meiner Tochter gab die Lehrerin während der Klausur den Hinweis, dass man keine Romane verfassen solle, sondern EIN aussagekräftiger Satz je Begriff ausreiche.

Genau dies hat unsere Tochter (wie der Rest der Klasse) auch getan, bzw. hat exakt die Definitionen hingeschrieben, die für diese Begriffe auch im Lehrbuch standen (es geht um Kunstgeschichte).

Gestern nun gabs die Klausur zurück und die Lehrerin meinte, dass sie sich während der Korrektur der Klausur überlegt hätte die Punktevergabe zu ändern. Für diese Aufgabe gibts nun plötzlich 11 statt 6 Punkte.

So, lt. meiner Tochter hat nun aber niemand diese 11 Punkte erreicht, weil man um diese zu bekommen, nicht nur die Definitionen sondern halt ausführlicher über die Begriffe hätte schreiben sollen. Hat natürlich keiner gemacht, da ja die Ansage kam "schreibt keine Romane, ein Satz reicht".

So, ich habe meiner Tochter gesagt, dass ich mich an ihrer und an der Stelle der Mitschüler beschweren würde, weil irgendwie kanns das ja nicht sein. Das möchte sie aber nicht, weil die Dame wohl nach dem Motto lebt, dass es ihre Meinung und ansonsten nur falsche Meinungen gibt.

Ich habe dann angeboten, dass ich mich mit der Frau mal in Verbindung setze, aber das ist natürlich peinlich, wenn man kurz vor der Volljährigkeit die Mama vorschickt.
Aber eigentlich will ich die Frau auch damit nicht durchkommen lassen.

Aber meine Frage, darf ein Lehrer einfach so eine Willkür walten lassen?

LG
Tiffy

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Die Punkte hinter der Aufgabe signalisieren den geforderten Umfang -- kennt man ja schon jahrelang, dass bei Aufzählungen von X Begriffen meist je XY Punkte gegeben wird und man sich so im Zusammenhang mit der Fragestellung orientieren kann, wie ausführlich man antwortet.

Beim korrigieren Vergabepunkte so drastisch zu ändern, erscheint mir nicht richtig.
Genau das, würde ich mal vorbringen. -- mehr nicht. und dann fragen, wie sie das sieht.

(was die Lehrerin während der Arbeit zu den Schülern gesagt hat, oder nicht (?), bleibt in der sachlichen Argumentation aussen vor.)

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Wie gesagt, das war auch meine Aussage. Geh hin frag was da los ist und dann wissen wir mehr.

Aber angelich kann man mit der Frau nicht reden... ja gut, was soll ich da noch sagen.

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Lass das deine Tochter alleine regeln.


Natürlich erscheint das erstmal nicht korrekt.

Trotzdem denke ich, dass eine Beschwerde von Seiten der Schüler nur Erfolg haben wird, wenn sich die Lehrerin wohlwollend zeigt.
Aus 6 Punkten plötzlich 11 zu machen, ist ungeschickt, aber nicht verboten. Vielleicht wollte sie so ja auch den Antworten der Schülern gerecht werden.
Auch die Formulierung "ein Satz reicht", ist mehr als schwammig. Satz ist ja nicht gleich Satz....
Und dass in der Oberstufe bloßes Widerkäuen aus dem Buch nicht zur vollen Punktzahl reicht, sollte klar sein.

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Danke für Deine Antwort.

Dass, das bloße Widerkäuen nicht reicht, war wohl allen klar.

Vermutlich um zu vermeiden, dass eben ausführlich widergekäut wird, kam ja auch der Spruch "schreibt nicht zu viel".

Es kommt einem halt einfach als Vera....... vor, weil sonst alle ausführlicher geschrieben hätten. Da ja nun aber offenbar keiner die 11 Punkte erreicht hat, finde ich das mehr als unfähr.

Wäre jetzt nur meine Tochter drauf reingefallen .... ok Pech gehabt. Aber so, wurde ja die komplette Klasse hinters Licht geführt. Dementsprechend sind jetzt auch die Noten. Normalerweise würde das keinen jucken, nur zählt ja jetzt schon alles für die Abi-Note. Und wenn man da in Kunst eine reingedrückt bekommt, ist das sehr ärgerlich.

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Ich verstehe euren Ärger.

Nur was die Lehrerin vielleicht gesagt hat, was die Schüler verstanden haben...das ist doch alles so wischiwaschi, damit kann man keiner Lehrerin auf den Schlips treten.
Klar kann man versuchen, ob sie so gutmütig ist und da nochmal was ändert, aber sehr wahrscheinlich ist das nicht.

Gerade mit den Nebenfächern haben viele Schüler in der 11. erstmal Probleme, weil sie eben jetzt viel genauer arbeiten müssen und wesentlich mehr abliefern sollen. Da hagelt es schnell mal die eine oder andere schlechte Note.
Kunst war bislang eher ein Ausruhfach, jetzt zählt es voll und da wird kein Auge zugedrückt, weil es "nur" Kunst ist.

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Hallo,

hat deine Tochter denn eine annehmbare Note bekommen?

Ich würde da nichts machen, wenn es sich nicht gerade um einen Leistungskurs handelt. Kunst ist ein sehr subjektives Fach, oft unterrichtet von Künstlern, die gerne selbst be- und anerkannt wären. Und so ungerecht es auch sein mag: Geht man dem Lehrer zu sehr auf den Senkel, dann wird sich das unter Umständen auf die folgenden Noten, gerade bei der Beurteilung von praktischen Werken, widerspiegeln.
Diese Erfahrung habe ich leider selbst machen müssen. Auf dem Gymnasium hatte ich einige Jahre über einen Lehrer, der nichts mochte, was ich erstellt habe. Kein Bild, keinen Gegenstand, keine Skizze. Er hat sogar in einem Fall die Benotung verweigert, im Zeugnis war es letztendlich eine 4- und dafür haben wir uns gegenseitig in Ruhe gelassen.
Dann kam die Wende, ein neuer Kunstlehrer und ich stand plötzlich auf einer 2+. Selbst, wenn etwas nicht so ganz gelungen war, gab es Gespräche über die Gedanken, die ich mir gemacht habe und das floss auch mit in die Note ein.

Viele Grüße
lilavogel

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Hallo,

es ist leider eine 4 geworden - o.k. nur wegen dieser einen Aufgabe wird die Benotung wohl nicht zustande gekommen sein, das ist mir schon bewusst.

Nur zählt halt jetzt alles schon für die Abi-Note und wenn man so ein Bock in einem mehr oder weniger unwichtigen Fach wie Kunst kommt, ist das echt ägerlich.

Zumal sie sonst immer in Kunst eine 1er Kanditatin war. Außer in der Klassenstufe 7, da hatten wir schonal das Vergnügen mit der Dame.

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Muss sie denn Kunst mit in die Wertung nehmen? Man kann doch auch Musik oder Literatur nehmen, oder?

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Es handelt sich ja hier "nur" um Kunst, aber ich würde das an der Stelle deiner Tochter auch nicht auf mir sitzen lassen. Ich denke mal, dass die fehlenden Punkte nun doch schon eine Note ausmachen. Das geht gar nicht. Ich würde mich bei der Lehrerin beschweren, als ganze Klasse, wenn die kein Einsehen hat, dann zum Tutor/Direktor gehen. Das geht meiner Meinung nach nicht, die Bepunktung während der Korrektur so krass zu ändern. Das ist quasi die doppelte Punktzahl. Wie begründet sie denn? Einfach nur mit "Hab ich mir während der Korrektur so überlegt" reicht ja wohl nicht.

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dafür gibt es doch einen Prozess:
1. fachlehrer(in) ansprechen wenn keine befriedigende Antwort
2. Klassenlehrer(in) ansprechen wenn..
3. Schulleitung bzw. Stufenkoordinator ansprechen, wenn...
4. Schulamt ansprechen...etc. pp.
da hier keiner die Gesetze kennt wirst du bzw. dein Kind sich an diesen Prozess halten müssen, oder mit der Note leben.

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schüler wiegeln sich in gruppen sehr gern über vermeindliche oder echte ungerechtigkeiten in ihrem ach so schweren dasein auf. das ist normal und altersgerechtes verhalten. genauso altersgerecht ist es für erwachsene eltern, wegen 5 be in einer kunstklausur nicht so einen aufstand zu machen. man kann da von außen nichts dazu sagen, ohne nicht den vorhergehenden unterricht, den genauen ablauf in der klausur, die festlegungen der fachkonferenz, den lehrplan, die verwendeten operatoren, die verteilung der anforderungsbereiche auf die aufgaben der klausur usw. usf. zu kennen. dein kind hat recht, eltern, die in der oberstufe noch beim lehrer auftauchen, deuten in fast allen fällen auf ein massives problem der eltern (weniger des schülers) hin. lass dein kind machen. wenn sie möchte, wird sie sich mit anderen sus zusammentung und zur lehrkraft gehen und das gespräch suchen, wenn das nicht hilft, zur obrstufenkoordination (oder wie das in eurem bundesland heißt, in bayern ist das eine art klassleitung für die ganze kursstufe)) gehen und das klären. wenn sie sich das nicht traut, hat sie halt pech gehabt. sie ist doch keine 10 mehr.

ich gebe zudem zu bedenken, dass eine arbeit, die keine 07 punkte mehr ist, selten irgendwie magisch besser wird, weil eine aufgabe doch nur 6 statt 11 be bekommt. die arbeit ist halt nur ausreichend. das deutetin der oberstufe i.a. darauf hin, dass der stoff auswendig gelernt, aber nicht verstanden wurde. mittlerweile betrifft das immer um die hälfte der jahrgangsstufe, da das niveau (trotz extrem gesenkter anfordeungen in den letzten zehn jahren) von vielen schlicht nicht erreicht wird, sei es aus mangelnder akamdeischer begabung (sehr, sehr häufig), sei es aus faulheit (seltener, die sortieren sich meist vorher schon selbst aus während der pubertät).

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