Ist das ADHS? Junge, 6, vor 2 Monaten eingeschult

Hallo,

ich war lange stille Mitleserin hier. Nun habe ich (leider) auch ein Problem. Vielleicht hat jemand Erfahrung mit folgender Situation und kann mir helfen:

Mein Sohn wurde vor 2 Monaten als jüngstes Kind seines Jahrgangs eingeschult (geboren Ende August, Stichtag Ende September). Der Kindergarten war der Meinung, er ist kognitiv soweit. Das ist er vielleicht auch, aber leider macht er in der Schule überhaupt nicht mit. Er schlägt im Buch nicht die richtige Seite auf, wenn er überhaupt das richtige Buch nimmt. Er summt und singt im Unterricht und liegt hängt manchmal über dem Tisch, manchmal auch darunter. Seine Sachen kann er nicht organisieren, jeden Tag lässt er Dinge in der Schule liegen, oft auch Dinge, die er für die Hausaufgaben braucht. Er macht in der Schule sozusagen was er will und wann er will und hält sich nicht im Mindesten an die Regeln, macht auch nicht einfach das, was die anderen machen. Ich bin verzweifelt! Niemals hätte ich gedacht, dass es so kommen kann mit meinem Sohn, denn er ist eigentlich ein schlaues Kerlchen- aber halt mit einem ganz eigenen Kopf!

Nun will die Schule ihn nicht mehr haben, uns wurde nahegelegt, ihn auf eine Schule für Kinder mit sozial-emotionalen Problemen zu geben- und das nach nur wenigen Wochen Schule und ohne zu wissen, was eigentlich das Problem ist. Dagegen wehren wir uns natürlich. Gerne gebe ich ihn auf eine andere Schule, wenn es sein muss auch Förderschule, aber nicht ohne zuerst zu wissen, wo das Problem überhaupt liegt!

Kennt das jemand, und falls ja, was war das Problem? Habt ihr eine Diagnose bekommen und wenn ja, welche?

Vielen Dank, ich freue mich auf eure Nachrichten!

Wie wäre es mit Vorschule und nächstes Jahr ein neuer Anlauf?

Ja, er geht jetzt erst einmal wieder in den Kindergarten.

Förderschule ? Armes Kind!

zurück in den Kindergarten/Vorschule

wenn es nicht geht, erst Diagnostik, dann Entscheidung!

#winke

Ja, so machen wir es. Er wird wieder in den Kindergarten gehen. Damit können wir dann erst einmal ausschliessen, dass es "nur" an der zu frühen Einschulung liegt. Ich befürchte aber, da steckt noch mehr dahinter. Er ist auch sehr oppositionell...:-(

Ich freue mich, dass es geht. Dann hast du genug Zeit neu zuschauen#klee#herzlich#winke

Hallo

Ist ADHS schon bestätigt. Entweder würde ich schauen ob er noch mal ein Jahr Pausiert und nächstes Jahr neustartet oder versuchen eine Integrationshilfe zu bekommen die ihn begleitet bis er es von alleine hinbekommen und ihn dann auch unterstützt damit es schneller geht. Wenn er Kognitiv alles kann, gehört er meiner Meinung nach nicht auf die Förderschule

Eine Integrationshilfe gibt es leider nur mit Diagnose.

Ich weiß. Arbeite selber als I-Helferin. Deshalb meine frage ob es bestätigt ist.

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Hallo, um welches Bundesland geht es denn? Grundsätzlich kann man so eine Schule (und egal welche andere Sonderschule) nicht ohne eine entsprechendes sonderpädagogisches Gutachten besuchen, zudem haben die oft Wartelisten. Gab es bereits Kontakt zu der Schule, war ein Kopp-Lehrer da, gibt es ein Gutachten? Wenn nein, dann muss die Grundschule das erst einmal alles in die Wege leiten. Und ob dein Kind dann in den Bereich ESENT fällt entscheidet dann ein Sonderpädagoge und nicht die Lehrer der Grundschule.

Viele Grüße von einer Sonderschullehrerin für den Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung.

Ein Koop-Lehrer war noch nicht da. Da wurde etwas in die Wege geleitet, aber vermutlich ist mein Sohn schon wieder im Kindergarten, wenn das zustande kommt. Wir konnten ihn nämlich zum Glück nachträglich zurückstellen. Das Bundesland ist Ba-Wü. In welchem Bundesland bist du Sonderschullehrerin?

Ich bin auch in BaWü. Also grundsätzlich hat es die Schule dann ja richtig gemacht. Falsch ist aber die Annahme, dass der Kontakt zum SBBZ automatisch zu einer Beschulung bei uns führt. Die KoopLehrer machen sich da schon ihr eigenes Bild und versuchen vor Ort zu helfen, und nur wenn das gar nicht klappt oder die Situation wirklich untragbar ist, dann kommt ein Kind zu uns.

Also, es ist schön, dass ihr die Situation anders lösen konntet und ich hoffe, dass der Neustart nächstes Jahr besser klappt 🍀

Sollte es nochmal zu einem Kontakt mit einem SBBZ kommen, dann habe bitte keine Angst davor (oder boykottiere das, das machen manche Eltern leider), eine Beschulung bei uns ist keine Schande, sehr hilfreich für die Kinder und wir haben in der Grundschule hohe Rückführungsquoten.

Wenn du noch Fragen hast, gerne! 🙋🏼‍♀️

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Hallo

also ADHS kommt ja nicht von jetzt auf gleich. Da hättest du das ja schon im Kindergarten merken müssen bzw die Erzieherinnen hätten was sagen müssen, das etwas nicht stimmt. Mein Sohn hat die Diagnose bekommen. Allerdings war mir das schon klar bevor überhaupt irgendwer das geäußert hat. Es zeichnete sich schon im Kleinkindalter ab das etwas nicht so ist wie es sein sollte.

Wenn du jetzt wirklich große bedenken hast dann mache ein Termin in einem SPZ. Mein Sohn wurde in einem Kinderzentrum getestet. Danach hast du dann mehr gewissheit. Vielleicht fühlt sich dein Kind aber auch erstmal nur überfordert. Es ist echt ein mega großer Schritt von Kindergarten zur Schule.

Der Hammer ist ja das die Schule gleich so massiv reagiert. Leider sind die Lehrer ja völlig überfordert wenn das Kind nicht gleich so rund läuft. Aber ich habe gemerkt das viele Kinder das erste halbe Jahr brauchen um anzukommen.

LG Hexe12-17

Im Kindergarten war noch alles normal, daher riet man uns ja auch zur frühen Einschulung.

Hi,
Also ich musste bei deinem Beitrag spontan lächeln - was natürlich gemein ist, weil du ein massives Problem hast. Aber trotzdem: mein erster Gedanke war, dass wohl das „Programm“ nicht stimmt, wenn dein Sohn scheinbar so selbstverständlich was Anderes macht.
Was sagt er denn dazu? Kann er begründen, warum er was Anderes macht? Merkt er, dass er summt? Oder macht er das automatisch?

Meine Tochter hat das auch gemacht: in ihrem Fall war das ‚Schutz aufbauen, sich abschotten, sich wegdenken, Flucht vor 25 Chaoten in der Klasse (ich übertreibe jetzt natürlich, aber es war ziemlich schlimm), die irgendeinen Scheiß gemacht haben, aber nicht das, was die Lehrerin wollte. Die wiederum hat sich keinen Deut darum gekümmert (also die in der 1., in der 2. war es eine andere Lehrerin) Gemerkt hat sie das selber nicht. In der ersten Klasse waren wir irgendwann in der Psychotherapie mit dem Ergebnis: sie haben ein ganz normales Kind, da gibt es nichts zu therapieren. Unsere Geschichte geht noch weiter und hat weiterhin noch ??? (aber darum geht es hier ja nicht). Fakt ist: sie ist extrem sensibel und musste vor allem in den ersten zwei Schuljahren wahnsinnig viel durchmachen.
Meine Tochter hat sich zB gerne die Kapuze aufgezogen, was mein Sohn wiederum nicht durfte. Der Sohn einer Bekannten hat sich teilweise unter den Tisch verkrochen, weil er das Stören der Mitschüler nicht ausgehalten hat; er hat dafür Strafarbeiten kassiert - sie sind jetzt auf einer Montessori-Schule und dem Kind geht es wieder gut.

Gibt es bei euch die Möglichkeit, dass sich jemand Neutrales den Unterricht anschaut? Wenn man selbst rein geht, hat man ja eine Beeinflussung als Mutter. Bei uns an der Schule gab es eine Sozialarbeiterin, die sich eben manchmal auch in den Unterricht gesetzt hat. Der waren in ihrem Handeln zwar auch die Hände gebunden, aber sie war zumindest mal eine Beobachterin, die eben auch durchaus was ganz Anderes erzählt hat als die Lehrerin.

Was verschusselte Sachen angeht, so kann sich dein Sohn wahrscheinlich bei ? 20% der Grundschüler einreihen. Guck dir mal die Fundstellen an, die quellen über vor allem Möglichen. Ja, es gibt Kinder, die mit einem Schuh nach Hause laufen. Also den Teil deines Problems haben einige Eltern, das würde ich bei den anderen Sachen erst mal rauslassen.

Viele Grüße

PS: Diagnostik: wir waren erst bei ADHS, jetzt sind wir bei Hochbegabung. Die ist auf jeden Fall bestätigt, was das ADHS betrifft ist aktuell unklar, ob es beides ist oder ob die Hochbegabung nicht in der Schule die gleichen Symptome hervor ruft (dafür spricht, dass sie zu Hause und auch früher im Kindergarten ein fröhliches und aufgeschlossenes Mädchen ist/war. In der Schule hingegen legen mir manche Lehrer Autismus nahe, was kein gar überhaupt nicht zutrifft. So kann sie zB nicht verstehen, warum andere Kinder Dinge nicht verstehen, die sie ganz einfach findet.

Ja, es ist schon interessant, wie schnell Lehrer mögliche Diagnosen in den Mund nehmen. "Autismus" hat unsere Lehrerin auch gemeint zu sehen. Da ist man als Elternteil natürlich erst einmal baff.

Hochbegabung steht bei uns auch im Raum, wir haben auch getestet. Er ist über alle Kategorien hinweg überdurchschnittlich begabt, hat aber ein heterogenes Intelligenzprofil. Das ist bei ADHS ja oft der Fall, wie ich mir habe sagen lassen. Die Aufgaben, wo man schnell und richtig arbeiten muss, kann ein Kind mit ADHS schlecht lösen.

Hallo,

auch wir haben einen schwierigen Schulstart hinter uns. Habe auch nen August- Jungen, der kognitiv sehr weit ist und ne irre Merkfähigkeit hat. Im sozial-emotionalen jedoch seine Baustellen hat.

Hier wird im Unterricht zwar gemacht, was der Lehrer sagt, aber wenn andere Kinder zu nah kommen gibts Prügel. Kenne ich von zu Hause her nicht, außer eben ab und an Streit mit seiner Schwester, aber das sind ja auch keine "Fremden." Gesprochen haben wir sehr viel und ich habe den Eindruck, dass mein Kleiner sich echt Mühe gibt, aber es aus irgendeinem Grund für ihn extremer Stress ist, so viele für ihn fremde Kinder um sich herum zu haben. Sportunterricht findet er übrigens furchtbar (fange spielen etc.).

Ich kann dir nur sagen, wie unser Weg jetzt erstmal ist.
Ich habe mit der Klassenlehrerin bereits mehrmals gesprochen und war mit meinem Sohn beim Kinderarzt. Dort haben wir eine Überweisung für das SPZ abgeholt und anschließend auch gleich nen Termin dort gemacht. (6 Montae Wartezeit, früher gab es nichts). Außerdem hab ich mich an die psychologische Beratungsstelle gewandt (Diakonie, Caritas etc.) und hatte da nun ein Gespräch. Insgesamt wird es langsam etwas besser. Privat versuche ich regelmäßig Treffen mit anderen Kinder zu vereinbaren, die mein Sohn gern kennenlernen möchte oder mag. Er braucht nun einfach wieder Sicherheit und Gewissheit wie es läuft, muss sich umgewöhnen.

Also du bist nicht allein, wichtig ist, denke ich, zu handeln, denn nur das hilft unseren Kindern. Sie senden uns ein Signal damit, wir müssen "nur" rauskriegen, wo genau das Problem ist um ihnen dann helfen zu können.

LG und alles Gute

Isabel

Habt ihr eine Diagnose bekommen?

Hi,

nein, noch nicht. Das wir auch sicher noch mindesten bis zum Sommer dauern.
Wir haben die Diagnostik angestoßen, indem ich eine Überweisung vom Kinderarzt bekommen habe. Anschließend haben wir nen Termin im SPZ vereinbart. Da besteht allerdings eine sehr lange Wartezeit, Erstgespräch ist erst Ende März.
Ich stehe in engem Kontakt mit der Lehreirn. Viel mehr können wir momentan nicht tun bzw. seine Lehrerin meinte wir sollten nun erstmal die Diagnostik abwarten.

LG

Isabel

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Der erste Schritt ist eine Diagnostik! Vorher wirst du nicht wissen können welcher Weg, welche Schulform der richtige ist. Es bringt ja nichts jetzt einfach nur rum zu probieren... Evtl braucht er individuelle Förderung. Mache dir ein Termin in einer Kinder und Jugend psychiatrische Praxis. Nebenher könntest du über den Kinderarzt bereits mit ergo anfangen. Der Schule vermittelst du, dass es in Arbeit ist. Einen Schulbegleiter ist bei uns zb nur sehr sehr schwer zubekommen und ohne Diagnose gar nicht möglich! Wir haben übrigens die Diagnose ADHS und eine LB...

Danke. Ergotherapie hatten wir heute den 1. Termin!

machst schnellstmöglich einen Termin bei einer/m KinderpsychiaterIn aus und lässt ihn dort untersuchen.
Es *könnte* ADHS sein (bei meinen beiden auffälligen Kindern war es das), aber irgendwas müsste da auch vorher schon aufgefallen sein, es könnte aber auch ganz was anderes sein. Vielleicht gibt es auch gar keine Diagnose und ist nur ein vorübergehendes Problem. Aber untersucht werden muss es halt. Und bevor ihr ein Ergebnis habt würde ich ihn nicht die Schule wechseln lassen.

Mein eigentlich unauffälliger Großer, der letztes Jahr Abi gemacht hat und außer hoher Intelligenz keine Diagnose hat, hat sich im ersten Schuljahr übrigens ähnlich angestellt.

Danke für deinen Beitrag!

Hallo, ich würde mich ein SPZ oder Kinderpsychologen wenden und ihn testen lassen. Wenn du die Probleme schilderst, werden die entsprechenden Tests eingeleitet, erst danach kann man eine Diagnose stellen oder überhaupt etwas in die Wege leiten.

Es kann ADHS sein oder aber er ist einfach noch nicht soweit. Kognitiv kann ein Kind sehr weit sein, aber wenn es emotional noch nicht so weit ist, fällt es hinten runter.

Wenn dem so ist, würde ich mein Kind das erste Jahr wiederholen lassen (oder zurück zur Vorschule) und dann mit dem neuen Schuljahr erneut einschulen lassen. In dem einen Jahr kann sich so viel entwickeln. Bei uns ist Stichtag 1.7. und es sind so viele August/September Geborenen in der aktuellen Klasse. Die profitieren natürlich.

Unser Sohn hat eine ADHS Diagnose und war sehr spät entwickelt. ihm hätte ein Jahr so gut getan. Er ist aber im Dezember geboren. Inzwischen hat er aber super aufgeholt (5. Schuljahr). Hatte es aber sehr schwer...

Gut zu hören, dass man bei euch alles gutgegangen ist!

Ich finde echt schlimm, wie in diesem Forum mit Diagnosen umhergeworfen wird. Offenbar ist hier jedes zweite Kind gestört.

Es kann auch sein, dass dein Kind einfach noch nicht schulreif ist. Ich würde ihm mehr Zeit geben bevor ich die Diagnosemachinerie starte. In vielen Ländern gehen Kinder ein Jahr später in die Schule und haben trotzdem bessere PISA Ergebnisse als Deutschland. Dein Sohn ist ja noch der Jüngste. Dass die ADHS Diagnosen nicht zuverlässig sind, zeigt alleine die Tatsache, dass die jüngsten Kinder viel häufiger mit ADHS diagnostitziert werden (https://www.aerzteblatt.de/archiv/171863/Einschulung-Juengere-Kinder-erhalten-haeufiger-ADHS-Diagnose).

Zu Förderschulen. Es ist auch kein Beinbruch. Ich kenne persönlich zwei Kinder, die auf Förderschulen gewesen sind und dann auf die Regelschule gewechselt haben. Eins sogar aufs Gymnasium. Nur müssen die Förderschulen gut sein. Das ist nicht immer der Fall.

Vielleicht könnte er tatsächlich erstmals in die Vorschule wechseln?

Da der Weg in die Grundschulförderklasse (=Vorschule) leider versperrt war (entweder schon voll oder anderer Schwerpunkt, wo mein Sohn nicht reinpasste), geht er zurück in den Kindergarten. Die Diagnosemaschinerie wollen wir aber schon starten, damit nächstes Jahr nicht das Gleiche passiert. Die letzten Wochen waren nämlich für uns als Eltern auch schrecklich und anstrengend.

Hallo,

kognitiv soweit, heißt vermutlich, dass Dein Sohn in der Vorschule im Kindergarten gut zurecht kam und auch brav mitgearbeitet hat.

Jetzt wäre die Frage, was in der Schule anders ist.
Was sagt denn Dein Sohn, warum er das macht?
Fühlt er sich vielleicht überfordert oder unterfordert? Ist es in der Klasse sehr unruhig, so dass er sich nicht konzentrieren kann? Kann er vielleicht nicht so lange still sitzen?
Wenn Dein Sohn sagt, ihm sei langweilig, würde ich weiter nachbohren, warum ihm langweilig ist. Die Kinder können das Problem in dem Alter noch nicht so gut in Worte fassen, aber wenn man nachhakt, bekommt man meistens schon einen Eindruck, was los ist.

Ich denke, letztendlich läuft es auf zwei Möglichkeiten hinaus. Entweder ist Dein Sohn noch nicht schulreif, oder es ist tatsächlich so etwas wie AD(H)S.

Schulreife hängt nicht rein vom kognitiven ab. Wir haben eine sehr schlaue Tochter (12, im Mai geboren). Die hätte das erste Schuljahr von Stoff her schon mit 5 gepackt. Aber die anderen Anforderungen (Frustrationstoleranz, lange still sitzen, sich organisieren usw.) wären zu hoch gewesen. Man merkte ihr im letzten halben Jahr im Kindergarten ganz deutlich an, dass zu dieser Zeit, der Schritt kam, der ihr zur Schulreife noch fehlte.

Blöd ist, wenn der Schritt erst im Laufe des 1. Schuljahrs kommt. So ein armes, zu früh eingeschultes September-Kind kennen wir auch. Das erste Halbjahr war eine Katastrophe. Glücklicherweise gaben sich die Probleme während der Grundschulzeit, und jetzt ist er auf dem Gymnasium.

Bei zu früh eingeschulten Kindern wird wohl des öfteren fälschlich AD(H)S diagnostiziert.

Echtes AD(H)S ist häufig bis zur Schule kein so großes Problem, weil die Eltern ja auf die Kinder eingehen, und im Kindergarten kann man träumen oder toben, ohne dass das Konsequenzen hat, bzw. die Kinder haben mehr Möglichkeiten, sich zu bewegen.
Das, was Du beschreibst, machen auch ADS-Träumer.

"Niemals hätte ich gedacht, dass es so kommen kann mit meinem Sohn, denn er ist eigentlich ein schlaues Kerlchen- aber halt mit einem ganz eigenen Kopf!"

Genau das ist das Problem bei diesen Kindern. Wenn die sich für etwas begeistern, läuft es, wie geschmiert. Aber wehe, sie haben zu etwas keine Lust, oder die äußeren Umstände passen nicht. #schwitz

Unser Sohn (9, Kann-Kind) ist ein ADS-Träumer. Wir haben ihn bewusst spät eingeschult, weil er so verplant war. Dass er ADS hat, wussten wir da noch nicht. Daraufhin war er im 2. Schuljahr stark unterfordert und hat sich heftig mit der, pädagogisch wenig geschickten, Lehrerin angelegt.
Dann hat er eine Klasse übersprungen, und es lief erstmal.
Zur Zeit ist er auf dem Gymnasium etwas überfordert, weil es unruhig in der Klasse ist, so dass er sich schlecht konzentrieren kann, weil viel mehr Eigenorganisation erwartet wird, und weil die Lehrer nicht mehr so auf die Kinder eingehen (können), wie seine zweite Klassenlehrerin.
Seinem besten Freund geht es genauso. Der ist auch ziemlich schlau, aber total verplant. Vermutlich verstehen die sich deswegen so gut. ;-)
Eigentlich muss man diesen Kindern eine Schule backen. #schwitz

"Nun will die Schule ihn nicht mehr haben, uns wurde nahegelegt, ihn auf eine Schule für Kinder mit sozial-emotionalen Problemen zu geben- und das nach nur wenigen Wochen Schule und ohne zu wissen, was eigentlich das Problem ist. "

Leider wird in Deutschland zwar groß getönt, von wegen Inklusion und die Kinder da abholen, wo sie stehen, in der Praxis gibt es aber wenige Lehrer, die willens und in der Lage sind, sich mit Kindern auseinander zu setzen, die nicht richtig "funktionieren".
Ich habe das in der Grundschulzeit unserer Kinder diverse male bei Kindern mit ganz unterschiedlichen Schwierigkeiten erlebt.

Unser Sohn war, laut seiner ersten Klassenlehrerin, auch irgendwie gestört oder nicht erzogen. #aerger
Der Lehrerin sind dann sämtliche Gesichtszüge entgleist, als die neue Lehrerin bei einer gemeinsamen Besprechung sagte, sie habe keinerlei Probleme mit unserem Sohn. Der sei ein sehr nettes Kind. #rofl

Was ich Euch raten würde, ist, einen Kinderpsychiater aufzusuchen, der heraus finden soll, was mit Eurem Sohn los ist.

Am besten lasst Ihr Euch jemanden empfehlen. Da gibt es leider einige, die entweder fachlich inkompetent sind oder wenig einfühlsam oder den Eltern einfach eine Diagnose ohne weitere Beratung um die Ohren hauen.
Die ganzen Fachleute, die sich mit so etwas befassen, haben leider normalerweise Wartezeiten von ca. 6 Monaten!
Wenn Ihr könnt, zahlt privat, dann habt Ihr nach drei oder vier Wochen einen Termin.

LG

Heike

Danke für die Tipps. Ja, wir haben jetzt einen Termin bei einem Kinderpsychiater. Ob der gut ist, da gehen die Meinungen auseinander. Aber da ich von außen nicht reinschauen kann, gehe ich eben diesen Weg.

Ja, es ist schon interessant, wie die Schulen immer sagen, dass jedes Kind einzigartig ist, und dass das auch gut ist. Aber sobald ein Kind dann unbequem einzigartig ist, ist es plötzlich vorbei damit ;-)

Hallo,
man kann nun praktisches alles in deinen Post hineinlesen an Behinderungen...ADHS hätte ich jetzt da nicht gesehen, aber gut. Vielleicht eher die Version ohne das „H“, also ADS, oder eine Wahrnehmungsstörung in irgendeiner Art ... vielleicht aber auch nur das zu zeitige Einschulen und das nicht schulreif sein.

Ok, einen ZEITNAHEN Termin in einem GUTEN Diagnostikzentrum (ich nenne es jetzt mal so), wirst du nicht bekommen. Eine Diagnose hast du frühestens zum nächsten Schuljahr. Dein Kind braucht aber JETZT eine Lösung. Also musst du zweigleisig fahren. Leg Dir ein dickes Fell zu. Du wirst es brauchen. Wer nach den paar Monaten Schule schon ein Kind in die Förderschule bringen will ohne weitere Beratung der Eltern hat seinen Beruf verfehlt und absolut keine Empathie. Informiere dich über das Schulgesetz in deinem Bundesland! Informiere dich über die Rechte deines Kindes/deine Rechte und über die UN-BRK.
Erreichen kann man alles, wenn man nur will. Die Frage ist also, was will dein Kind/bzw. Du? Gefällt es deinem Kind in seiner Schule/Klasse? Ist er dort integriert? Was müsste sich vielleicht ändern, damit er sich nicht mehr so in sich zurückzieht? Vielleicht kann mal Jemand hospitieren, der dann mit euch redet (würdest du hospitieren, würde dein Kind sich vollkommen anders verhalten). Mein Ältester hat sich praktisch die ganze 1. Klasse unter seinem Tisch versteckt - irgendwann hat man ihm beigebracht, dass er doch bitte die Lärmschutzkopfhörer nutzen soll, wenn es ihm zu laut ist.
Wenn dein Kind in der Schule bleiben soll und du diese Schule auch als Optimal ansiehst, sage der Lehrerin einfach, dass eine Förderschule für dich nie in Frage kommt. Falls ein Förderbedarf festgestellt werden würde, würdest du dich grundsätzlich für die inklusive Beschulung entscheiden (du darfst deine Meinung natürlich jederzeit ändern, nur der Weg von der Förderschule zu Regelschule wird schwer...die andere Richtung ist leicht). Damit hast du die Fronten erstmal geklärt. Ein „einfaches Abschieben“ ist der Lehrerin nicht möglich. Sie kann zwar einen Förderbedarf u.U. feststellen lassen, aber das Kind wird sie nicht los. Manchmal hilft das, dass Lehrer dann doch auch andere Alternativen akzeptieren.

Es wurde Dir hier geraten zum SPZ zu gehen. Da Dir der Förderbedarf Emotional/Sozial vorgeschlagen wurde, rate ich dringend vom SPZ ab. Das ist verschwendete Zeit. Die SPZs haben praktisch deutschlandweit in den letzten Jahrzehnten immer wieder bewiesen, dass sie seelische Behinderungen nicht diagnostizieren können. Der Facharzt dafür ist der KJP (Kinder- und Jugendpsychiater). Hier würde ich nicht unbedingt eine niedergelassene Praxis wählen mit einem Arzt, sondern ggf. die Abteilung einer Klinik. Du brauchst Fachleute, die das täglich sehen und auch wirklich diagnostizieren können. Ein qualvoller jahrelanger Diagnosemarathon ist nicht zielführend. Dein Kind bleibt immer das Gleiche und falsche Negativ-Diagnosen schaden einfach. Sie erlauben deinem Kind nicht, die ihm zustehenden Hilfen in Anspruch zu nehmen/falsche Positiv-Diagnosen drücken dem Kind einen Stempel auf, den es nicht hat. Lieber also 8 Monate für die Diagnostik in einer guten KJP warten, als dann durch erneute Diagnostik und Gutachten, alte Fehler beseitigen zu lassen.

Eigentlich ist dein Kind, wie du es beschreibst, ein typischer Fall für einen Schulbegleiter. Kann gut sein, dass es den nur in der ersten Klasse „zur Eingewöhnung“ braucht. Nur bei „cleveren“, seelisch beeinträchtigten Kindern ist das Jugendamt zuständig und die haben da so Ihre ganz eigenen Auslegungen vom Gesetz. Dein Kind erfüllt derzeit die formalen Voraussetzungen nicht (das JA verlangt eine Diagnose nach ICD-10, optimalerweise sollte das Autismus sein; das JA fordert meistens als Voraussetzung noch einen sonderpädagogischen Förderbedarf - Beides nach Gesetz in der Form nicht vorgesehen).

Du hast kontrolliert, dass bei deine, Kind alle Voraussetzungen erfüllt sind, dass er auch eine Chance hat z.B. das richtige Buch zu wählen? Buchumschläge haben die richtige Farbe? Warst du mal mit ihm beim Augenarzt, Pädaudiologen? Das lässt sich ggf. noch dieses Jahr erledigen und falls es daran liegt, kann man hier vielleicht auch schnell Abhilfe schaffen.

Hallo, einen Schulbegleiter gibt es nicht ohne Diagnose. Mir wurde eine gute KJP einer Klinik empfohlen, da "dürfen" wir aber nicht hin, weil für unseren Wohnort eine andere Klinik zuständig ist, von welcher uns aber von einem fachkundigen Freund dringend abgeraten wurde.

Wir waren zunächst beim KJP UND zusätzlich im SPZ, weil wir mit der ADHS Diagnose auf Nummer sicher gehen wollten und die Diagnosen waren 1:1 identisch. Ebenso die Therapievorschläge. Somit kann ich deiner kollektiven SPZ Verurteilung nicht zustimmen....

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Diagnostik und ADHS würde ich erst einmal nicht vermuten.
Dein Kind war vermutlich sozial-emotional noch nicht schulreif.
Der Haken ist, jetzt ist er in der Maschinerie Schule. Einmal eingeschult gibt es keinen Weg zurück in den Kindergarten.

Gibt es bei euch Vorschule oder Schulkindergarten, falls nicht an eurer Grundschule an einer in eurem Einzugsgebiet? Das wäre der Weg, den ich versuchen würde. Gleichzeitig ggf. Ergotherapie und Gruppenaktivitäten wie Kinderfeuerwehr, Sportverein, etc. um zu lernen, dass Gruppenaktivitäten auch immer Regeln mit sich bringen.

Man kann ein Kind im ersten Schulhalbjahr noch zurückstellen in den Kindergarten, das haben wir jetzt in die Wege geleitet.

vorab: ohne ein besonderes pägagogisches Sondergutachten KANN Deine Schule überhaupt keine Ausschlüsse vornehmen.
"will ihn nicht mehr haben" ... - die sind ja lustig... ---

vermutlich solltest Du mit der Klassenlehrerin mehr und öfter in Kontakt sein, und dann Dinge wie möglich, einzeln angehen... -- das ist ja ein spezieller Fall: aber hey: es ist der Anfang der ersten Klasse... --- das kann sich auch schnell ändern....

Grundsätzlich (ADHS-Verdacht hin oder her) sollt Dein Sohn ein gewisses Maß an "Benehmen und Anstand" mitbekommen haben --- kriegt man ihn eventuell auf dieser Schiene? Egal, ob eine Diagnose im Raum steht, sollte er auf jeden Fall Regeln einhalten ---

was machst denn Du mit ihm? mittags? Hausaufgaben usw...? Zeigst du ihm die Regeln für die Schule auch streng genug auf? --- nicht alles ist "krank" --- vieles kann man auch erziehen.... --- könnte da was für euch machbar sein?

Hallo, ich denke, ich bin eher zu streng als zu locker mit ihm... aber derzeit komme ich kaum mehr an ihn ran, seit er in der Schule ist, ist echt sein Verhalten auch zuhause schlimmer geworden.

Wollte er denn eingeschult werden? Kann er das was verlangt wird und kann er sich überhaupt (privat, andere Interessen) lange genug konzentrieren?

Er wollte in die Schule, jetzt sagt er aber "Wenn ich gewusst hätte, dass es so ist, hätte ich nicht gewollt". Er kann sich spitze konzentrieren, wenn ihn etwas interessiert. Leider ist das nicht der Schulstoff.

Hallo, also unser Sohn war genauso. Wir haben Ergotherapie bekommen und seit dem läuft es richtig gut.Klar manchmal vergisst er auch noch seine Mappe in der Schule aber er kann sich mittlerweile 35 Minuten am Stück konzentrieren und hält sich an die Regeln. Wir sind froh das seine Lehrerin damit umgehen kann und das sie uns das mit den Smileys angeboten hat. Er bekommt halt jedem Tag ins Hausaufgabenheft einen lachenden, einen es geht so oder halt einen traurigen und das funktioniert super in Verbindung mit der Ergotherapie.Ich finde das die Schulen es sich teilweise ziemlich einfach machen in dem sie die Kinder abschieben nur weil sie nicht immer funktionieren wie sie es gerne hätten. Frag doch mal die Lehrerin ob das nicht eine Alternative für euren Sohn wäre. LG

Wenn unser Sohn nächstes Jahr wieder eingeschult wird, hat er eine andere Lehrerin. Vielleicht wäre die dann bereit, ein solches Belohnungssystem einzuführen. Die jetzige will ihn nur noch loshaben.

Ich möchte da jetzt nochmal nachhaken - Die Lehrerin hat dir gesagt, dass sie deinen Sohn jetzt loswerden möchten ?

Ich meine , wenn die Schule so ansetzt, ohne auch nur im geringsten Hilfe anzubieten, dann ist ein Wechsel auf jeden Fall ernsthaft zu überdenken.

Von dem was du beschreibst würde ich jetzt mal nicht auf ADHS tippen, aber das ist natürlich auch nur Hellseherei.

Hast du schon hospitiert ? Um dir selber ein Bild zu machen? Was sagt die Sonderpädagogin ? Was die Schulsozialpädagogin ? Gab es eine Eigangsdiagnostik ? In Deutsch? In Mathe ? Zur Wahrnehmung?

Hospitieren dürfen Eltern bei uns nicht, wegen Datenschutz. Weitere pädagogische Gutachten gibt es bisher nicht.

Das kommt auf die Ursache und Wechselwirkung an!

- ist er kognitiv soweit, aber emotional noch nicht
wäre vielleicht ein Jahr Kindergarten sinnvoller oder eine Vorschulklasse, wo er noch ein Jahr reifen kann, wo er das Konstrukt Schule kennen lernen kann .....

- geht es in Richtung ADS/ADHS
was nach zwei Monaten und als Jüngster schwer zu sagen ist.

Wie verhält er sich sonst? In anderen Situationen?
Wo sind schwerpunkthaft seine Auffälligkeiten?

Wie ist es in Vereinen, bei Freunden?


- wie reagieren Lehrer auf die Situation?
Sind sie mit ihrem Latein am Ende? haben sie schon einiges versucht?
Haben sie schon probiert - was bei anderen fruchtet und bei ihm nicht?

Dann würde ich durchaus weiter zu hören, Testung anstreben,
überlegen, ob ein Jahr zurückstellen (Vorschulklasse), Medikation/Therapie (je nach Diagnose) oder wirklich wenn es so ist , wie es ist Förderschule oder ähnliches.

Wenn es aber so ist, dass Lehrer sagen, sie dürfen nichts mehr tun, weil andere Eltern das nicht wollen (gib ihnen die Erlaubnis, so zu handeln, dass sie etwas tun dürfen)
wenn sie ihn machen lassen, nicht wirklich reagieren und du die Situation in der Schule übernehmen sollst
oder es für sie einfacher ist, die Klasse ist zu groß, also soll jedes mögliche Kind wechseln, das geht .... und dieses bietet sich an ....

dann würde ich mir extern Hilfe suchen!
nicht querstellen, aber auch zu meinem Kind stehen.

Lösungen suchen, Lösungen anbieten, aber mich auch nicht auf Hauruck Situationen einlassen!


- gibt es einen Schulsozialarbeiter an der Schule?
- was sagt der Kinderarzt?
- würde der Kinderarzt eine Überweisung ausstellen?
SPZ, KJP
für manche Förderschulen ist ohnehin eine Diagnose oder eine Bescheinigung von SPZ oder KJP notwendig - und die Wartezeiten sind ...... laaaaaaaaaaang .......

nicht überrumpeln lassen, informieren.



wenn er noch einer der Jüngsten ist, würde ich beim Lesen deines Beitrags (Bauchgefühl) zu einer Vorschulklasse tendieren. Sofern es das bei euch gibt.
Schulpflicht würde eingehalten werden, er würde nicht komplett aus dem Konstrukt Schule herausgerissen; hätte aber mehr Zeit das Konstrukt Schule besser kennen zu lernen, emotional zu reifen

- und danach wieder an eine Regelgrundschule (je nachdem, was die Vorschule sagt)
- parallel beobachten, um Termine zur Abklärung kümmern (wenn er nachreift/reift, könnt ihr sie ggf. verwerfen ; falls er sie trotzdem braucht, fangt ihr nicht erst dann wieder bei Null an)

Hallo.

Ich lese gerade über meinen Sohn (klingt wie bei uns 2015).
Wir haben einige testungen durchgeführt, haben uns aber für die Förderschule sozial emotional entschieden und den Schritt nicht bereut. Wir hatten Integration in der Schule, leider nur die falschen.
Stempel die Förderschule nicht ab. Es ist eine Regelschule mit Förderschwerpunkt.
Wenn du Fragen hast gerne per mail. Vielleicht kann ich helfen.
Liebe Grüße Yvonne

Danke, ich werde dir schreiben!

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