Schulempfehlung

Hallo zusammen,
mein Sohn ist in der 4. Klasse.
Anfänglich hatte er Probleme, weil er noch mit 5 eingeschult wurde. Danach haben wir immer wieder Deutschprobleme festgestellt.
Keiner (Schule, Kinderärztin, Ergotherapie) konnte etwas feststellen.
Erst zum Ende der 2. Klasse haben wir eine Überweisung zu einer Kinderpsychologin bekommen. Sie hat herausgefunden, dass mein Sohn kurz vor der Hochintelligenz ist und LRS hat. Durch seine Intelligenz ist es niemanden aufgefallen.
Anfang der 3. Klasse wurde seine Klassenlehrerin schwanger und kam von dem Tag nicht wieder.
Er hatte dann in der 3. Klasse permanent wechselnde Lehrer, vor allem in Deutsch.
Nun hat er seit 2 Monaten eine neue Klassenlehrerin, die nun eine Schulempfehlung gibt.
Mein Sohn hatte wegen LRS bisher in Deutsch eine 3, abwechselnd in Mathe oder Sachunterricht eine 1, den Rest 2.
Er lernt viel in Deutsch, muss sich auch anstrengen. Er liest immer noch langsam und stockend, versteht aber den Sinn.
Heute sagte mir die Lehrerin, er bekommt eine Realschulempfehlung, weil er so schlecht liest. Sie möchte ihm keine unnötigen Druck aussetzen.
Mein Sohn möchte unbedingt aufs Gymnasium. Er hat sich auch schon ein bestimmtes ausgesucht, ohne dass er weiß, ob Freunde draufgehen. Wir finden die Schule auch sehr gut, weil sie als Einzige speziell auf LRS eingeht. Er hätte dort 3 zusätzliche Förderstunden in der Woche und den Nachteilsausgleich. Ich habe es der Lehrerin gesagt, aber sie bleibt bei ihrer Meinung.
Mein Sohn weint nun seit Stunden.
Wir wohnen in NRW, wo die Empfehlung nicht bindend ist. Trotzdem zweifelte mein Mann und ich nun. Außerdem gibt es an der Schule immer zu viele Anmeldungen, so dass man wenigstens die eingeschränkte Gymnasualempfehlung haben sollte.
Was meint ihr? Ist er doch besser auf einer Realschule oder Gesamtschule aufgehoben? Oder sollten wir noch mal mit der Lehrerin reden?
Verzweifelte Grüße

Euer Sohn scheint genau zu wissen was er möchte und arbeitet trotz LRS darauf hin. Ihm ist sogar egal ob er alleine hin muss ,ohne Freunde.Noten sind gut.

Das Gymnasium ist spezialisiert auf Schüler wie ihn.

Also...Rauf mit ihm,runter kann er immer noch.
Mit Direktor des Gymnasiums und der Lehrerin nochmal sprechen.

Viel Erfolg


P.s.Ich hasse es wenn Potenzial verschwendet wird nur weil man nicht "perfekt"ist. Ich hab auch LRS und es geht soll. ...Ich bin jetzt erst im Erwachsenenalter soweit was daraus zu machen,vorher wurde ich immer klein gehalten.

Vertrau deinem Bauchgefühl. Weil er schlecht liest....mal ehrlich mein Sohn hat Mitschüler die 30 Fehler im Diktat haben und nicht gut vorlesen können....aber sie haben es bislang bis zur 9. Klasse Gym geschafft!! Die Begründung erscheint mir nicht richtig, denn Sachkunde - da muß man Texte verstehen können und Mathe wohl auch...es geht ums Verstehen. Vorlesen....irgendwann liest man nicht mehr vor

Hat dein Sohn die 3 MIT Nachteilsausgleichen/Notenschutz oder habt ihr nie Nachteilsausgleiche beantragt? Ich würde mit der Lehrerin reden und eventuell kannst du so argumentieren.
Bitte zweifelt nicht. Wenigstens die Eltern sollten auf die Fähigkeiten ihres Kindes vertrauen. Kämpft für euer Kind, dass es diese Chance erhält und sieh zu, dass dein Kind auch in der Schule vorsprechen und begründen darf, warum es sich die Schule ausgewählt hat. Sowas wirkt immer.

Offiziell haben wir keinen Nachteilsausgleich beantragt.
Er bekommt mehr Zeit bei Klassenarbeiten, aber seine Rechtschreibung wird trotzdem benotet. Grammatik kann er gut.

Huhu...

Meine Tochter hat eine Gymnasialempfehlung bekommen... und muss sagen das ich dennoch Bauchweh habe wenn sie ein Gym besuchen möchte und der Klassenlehrer falsch liegt :). Ich weiß das ist doof.. aber bestimmt weil wir selber keine guten Grundschüler waren..Wir haben uns eine angesehen und sie war total begeistert, wir auch.. Unterricht Hautstärke Bilingual. Ich würde hinter ihr stehen..

Meine Angst ist.. wenn sie die Erprobungsstufe nicht schaffen sollte.. dann würde sie auf eine Realschule kommen.. (haben nur eine) wenn die voll ist auf eine Hauptschule (haben auch noch eine) man hat auch keinen Anspruch auf Gesamtschule (nur wenn plätze frei wären) und man kommt leider nicht auf die Schule die man möchte. Und die Gesamtschule die hier zur Auswahl stehen würde lehnt jährlich mindestens 100 Kinder ab.. das man dann nicht die Schule besuchen kann die man möchte macht uns halt Bauchweh.

Mein Mann ist der Meinung lieber eine gute Schülerin auf einer Gesamtschule als eine schlechte Schülerin auf dem Gym. Wir schauen und dann noch eine Gesamtschule an.. und dann soll sie sich entscheiden.. Ich stehe hinter ihr egal welche Schule es wird..


Eine Empfehlung ist nicht Bindend und du kannst dein Kind dennoch anmelden. Wenn du deinem Kind es zutraust dann macht das.

Schaut euch noch Schulen an und vielleicht findet er noch eine andere tolle Schule.... Wichtig ist... er muss sich wohl fühlen.. es bringt nichts wenn er auf eine Schule geht wo er sich nicht wohl fühlt.

Klar, wir werden uns auch noch andere Schulen anschauen. Leider haben wir bei uns keine guten Realschulen. Wir schauen uns deshalb Gedamtschulen an.
Leider bietet aber keine andere Schule soviel Förderung an.

Die Lehrerin meinte, er würde im Unterricht zu langsam arbeiten.
In Mathe ist er aber immer als einer der Erdten fertig, selbst bei Textaufgaben.

Die Standard-Note unserer Tochter (12, 7. Klasse Gymnasium) ist die Eins. Sie ist eine von drei Überfliegern in einer bilingualen Französisch-Klasse.

Und weißt Du, was ihre Grundschullehrerin uns vier Jahre lang gepredigt hat?
Das Mädchen sei ja sehr schlau, würde aber auf dem Gymnasium Probleme bekommen, weil sie zu langsam sei.

Unsere Tochter wird in den Klassenarbeiten fast immer fertig. Manchmal reicht es nicht ganz. Da kommt dann eine 1- raus, oder ab und zu auch mal eine 2+...

Wo sollte sie denn landen, wenn sie schneller wäre? Auf Nullen? ;-)

Ich mache mich jetzt unbeliebt, aber ich würde ihn nicht aufs Gymnasium schicken.

Du schreibst ja unter anderem auch er arbeite im Unterricht langsam, einzelne Fächer ausgenommen.

Ich denke sowas können Lehrer viel besser einschätzen als die Eltern. Die haben in der Regel mehr Erfahrung und sehen das Gesamtbild. Du kannst deine Einschätzung nur anhand der Hausaufgaben und der Noten treffen. Aber es gehört mehr dazu: selbstständiges ggf schnelles arbeiten, hohe Auffassungsgabe, Sozialkompetenz etc.
Im Umfeld habe ich häufiger mitbekommen, dass Eltern ihre Kinder trotz Realschulempfehlung auf das Gymnasium geschickt haben. Soweit ich weiß, hat keins der Kinder das Abitur geschafft. Die meisten sind nach der 7. Klasse auf die Realschule gewechselt.

Eine andere Userin schrieb, zur Not könne er wieder runter vom Gymnasium. Aber was bedeutet das? Im Normalfall Misserfolg, schlechte Noten, Selbstbewusstsein sinkt. In der neuen Schule Stoff nachholen und sich in ein bestehendes Klassengebilde einfügen müssen. Man darf nicht unterschätzen, was das für ein Kind bedeutet.

Ich weiß nicht wie es in NRW ist. Bei uns kann man auch über die Gesamtschule Abitur machen, oder eben Fachabi nach der Realschule. Es muss nicht immer der direkte Weg zum Ziel sein.

LG

Danke für deine Antwort.
Wie schon geschrieben kennt sie die Kinder erst 2 Monate. Sie sagte mir auch, sie hätte mit noch keiner anderen Lehrkraft gesprochen. Sie unterrichtet nur Deutsch, Englisch und Kunst. Der Rest ist bei anderen Lehrern.
Sie sprach auch ausschließlich von der Deutsch-Problematik, die ja LRS-bedingt ist.
Sie sagte mir auch, sie weiß, dass er sein Abi machen wird.

Ich würde ihn ganz sicher aus Gymnasium lassen. Das Kind zeigt Motivation und Willen. Aus meiner Erfahrung (bin selbst Akademikerin) sind das elementar wichtige Eigenschaften, um den ganzen Weg zu bestehen.

Stärke Deinen Sohn, arbeite mit ihm nach wo notwendig und bleibt positiv!

Besucht Dein Sohn eine Lerntherapie? Denn nur mit Lernen und Üben wird er mit LRS am Gymnasium an seine Grenzen stossen. Bei LRS brauchen die Kinder spezielle Methoden um den Buchstabenwust in ihrem Kopf ordnen zu können. Der Nachteilsausgleich ist nett um erstmal den Dampf 'rauszunehmen, hilft aber auf Dauer nur bedingt. Es ist ja nicht nur Deutsch: In z.B. den Gesellschaftswissenschaften müssen seitenlange Texte erfasst und begriffen werden. Das ist eine ziemliche Qual, wenn das Lesen Probleme macht. Da brauchen die Kinder einen 'Werkzeugkasten' mit dem sie effizient ihren Nachteil ausgleichen können. Und der muss individuell sein - auf 3 Stunden Förderunterricht würde ich mich da nicht verlassen.

Mach' doch mal einen Termin mit einem geeigneten Ansprechpartner auf dem Gymnasium. Ich vermute, der wird Euch dedizierter sagen können, was Sinn macht und was nicht.

Grüsse
BiDi

Er ist seit der dritten Klasse in der Förderung und ich übe auf dieser Basis auch noch täglich mit ihm daheim.
Die Klassenlehrerin will jetzt noch mit unserer Schulleiterin sprechen, weil es die einzige Lehrerin ist, die die Kinder die ganze Zeit in wichtigen Fächern unterrichtet (Mathe und Sachunterricht).
Wir werden das Ergebnis abwarten und dann noch mal mit dem Gymnasium sprechen.

Hm, schwierige Frage. Aber wenn ich lesen, er ist motiviert und möchte es und in allen anderen Fächern keine Probleme bestehen, würde ich ihm die Chance geben. Zumal Eure Wunschschule sich ja mit dem Thema LRS auskennt.

Ihr habt ja den IQ testen lassen, somit wisst ihr, dass er Potential hat.

Eine LRS bzw. eine Dyskalkulie (hat er ja nicht) ist gar nicht so selten bei Kindern mit einem hohen IQ. Meist können sie das durch ihre Intelligenz erstmal kompensieren, aber brauchen dann trotzdem Hilfe.

Es gibt, soweit ich weiß, verschiedene Programme zum Lernen, die speziell für LRS sinnvoll sind. Die Denkstrukturen sind in dem Fall wohl komplett anders, weshalb die normalen Strategien oftmals nichts bringen.

Evtl. könnt Ihr bei der Schulanmeldung ja auch das Attest der Psychologin einreichen.

Ich drücke Euch dir Daumen, dass es so klappt, wie Ihr und vor allem Euer Sohn es sich wünscht.

Ich würde also noch zusätzlich schauen, ob es da noch Hilfen gibt.

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