Erfahrungen gesucht - Einschulung sensibler Sohn

Hallo!

Mein Großer wird nächstes Jahr eingeschult und ich hab etwas Sorge ob er zurecht kommen wird. Mich würden die Erfahrungen interessieren, wie eure sensiblen und klugen Kinder klar gekommen sind.

Er ist ein sehr sensibler Junge, kognitiv weit entwickelt, stur und 'eigen', meist laut und dominant, beobachtend, aber nicht unbedingt wild, vorsichtig, oft sogar ängstlich. Er hat Schwierigkeiten mit Lautstärke, optischen Reizen und manchmal in einer Gruppe zu interagieren. Morgenkreis im KiGa ist schwer für ihn auszuhalten, Musikschule mit 5 Kindern plus Lehrerin kein Problem, da zeigt er sich musterhaft, stört nicht, macht super mit, verleiht gerne seine Stifte an Kinder die ihre vergessen haben, also alles prima. Mit EINEM gegenüber kann er lange und ausdauernd spielen, kommen weitere dazu, scheint er die Kontrolle zu verlieren und wird schnell wütend. Er kann extrem ausdauernd an einer Sache dran bleiben, die allerdings ER von SICH aus festgelegt hat. Vorschläge von außen sind immer erstmal blöd und werden meist abgeblockt. Beispiel: er versucht sich seit Tagen ein Auto aus Pappe selbst zu bauen, mit Rädern, Lenkrad, Motorhaube, Pedalen, Radio. Dass das dann nicht fährt frustriert ihn extrem und auf unser Erklären und Verhandeln dass man rben

Upps 🙊

...dass man eben nicht mal so ein Auto bauen kann, darauf lässt er sich nicht ein.

Und wurde vom KiGa eine professionelle Beratung sehr ans Herz gelegt, wegen sozial emotionaler Schwächen. Ich sehe das auch ein, er hat an einigen Stellen schon Probleme aber erlebe ihn zuhause auch von einer anderen Seite, sehe da also nicht unbedingt eine 'chronische' Ursache oder grundsätzliche nicht altersgerechte Entwicklung. Er kann ausgesprochen emphatisch und kooperativ und sozial sein, aber ist es oft eben auch einfach nicht.
Mit alltäglichen Dingen hat er manchmal so seine Mühe, er ist so der Typ 'ich bin mit Denken beschäftigt belästige mich nicht mit so unwichtigen Dingen!' 😂

Es ist übrigens ein Wald KiGa mit engagierten und emphatischen Erzieherinnen und er geht sehr gern hin.

Wer hat ein ähnliches Exemplar daheim und kann berichten wie es mit der Schule läuft? Was würdet ihr im Rückblick anders machen oder wie kann man so ein Kind auf die Schule vorbereiten?

Das ist jetzt aber lang geworden! 🙈
Freu mich auf eure Erfahrungen :-)

Gut, dass du dir Gedanken machst. Bitte höre auf die Erzieherinnen. Es gibt bestimmt immer mal wieder Erzieher und Lehrer, die mit ihrer Einschätzung daneben liegen. Aber du hast ja einen guten Eindruck von ihnen. Und eine Beratung schadet erst einmal nix und so etwas wie Ergotherapie, um zum Beispiel den Umgang mit Wut und Frustration zu üben schadet auch nichts, aber es hilft ihm vielleicht. Du würdest auch Tipps bekommen, wie du mit ihm im Alltag üben kannst.
Deine Beschreibung klingt schon so, als sollte man langsam aktiv werden. Das muss nichts großes sein und er hat ja auch noch ein dreiviertel Jahr, um sich zu entwickeln. Er sollte aber langsam lernen auch mal Dinge zu tun, die er nur so halb gut findet. Wenn etwas nicht klappt, sollte er lernen damit umzugehen. Da kann man auch mal sagen, dass man zwar versteht, dass er gerade enttäuscht ist, aber dass das auch wieder vorüber geht und er jetzt kein riesen Theater deswegen veranstalten muss.Er muss, mit deiner Anleitung natürlich, lernen sich selbst zu beruhigen bzw. nicht aufzuregen. Also ihn nicht nur ablenken, sondern ihm auch zu verstehen geben, dass man nicht aus jeder Mücke einen Elefanten machen muss.
Außerdem sollte er lernen Rücksicht zu nehmen, zu warten und zu erkennen, dass andere auch Bedürfnisse haben und diese gerechtfertigt sind. Da hilft es dem Kind, immer und immer wieder zu erklären, wie der andere wahrscheinlich gerade fühlt und denkt und warum er deshalb so handelt.

Außerdem noch etwas allgemeines, was mir auffällt, aber nicht auf euch zutreffen muss: Manche Eltern meinen (das muss auf dich nicht zu treffen) sie würden selbstbewusste Kinder erziehen, die sich gut durchsetzen können. Manchmal sind das aber nur Kinder, die ständig mit anderen aneinander geraten, weil sie sehr ich-bezogen sind. Das führt eher dazu, dass es schwierig wird Freunde zu finden. Diese Kinder regen sich auch oft auf, weil sie meinen in der Schule plötzlich zu kurz zu kommen, weil sich nicht alles um sie dreht. Das verursacht großen Stress bei den Kindern. Besser geht es den Kindern, die da entspannter sind, weil sie es gewohnt sind, dass sich nicht alles nur um sie dreht und auch wissen, dass sie am Ende des Tages auch zu ihrem Recht kommen werden.

Wie alt ist er denn? Ihn zurückzustellen, damit er noch ein bisschen Zeit hat seine sozialen Fähigkeiten in Gruppen ohne Druck auszubauen, wäre keine Option? Die Kita würde euch bestimmt unterstützen, wenn schon Gespräche zu seinen Problemen geführt worden sind.

Versteh mich nicht falsch, dein Sohn ist bestimmt sehr schlau und begabt, aber er liest sich auch....speziell.

In der Schule herrscht ein anderer Wind. Meist ist die Situation: 1 Lehrkraft, 25-30 Schüler, dazu noch Inklusion oder Kinder mit anderer Muttersprache und da bleibt einfach wenig Spielraum um einem einzelnen Kind mit sozialen Eigenheiten und individuellen Defiziten wirklich gerecht zu werden.

D.h. die Lehrer werden zu einem Zeitraum X Leistung Y mit Verhalten Z erwarten und wenn es da Probleme gibt, kommen die Elterngespräche.....und die nicht so guten Beurteilungen...

Schlau sind viele Kinder. Probleme in den ersten Jahren liegen auch meistens nicht am den Stoff verstehen oder überhaupt am Inhalt. Meistens gibt es dann Schulprobleme in den ersten Jahren....wenn die Kinder Probleme haben mit Anpassung an eine soziale Gruppe, an bestimmte und erst einmal neue Regeln, an verbindliche Termine, an genauere Vorgaben und einer Beurteilung immer im ständigen Miteinander und auch Vergleich mit anderen.

Da muss sich das Kind tatsächlich behaupten können und möglichst sozial und emotional gefestigt sein um z.B. auch Kritik zu verarbeiten, nicht unter zu gehen oder sich Aufmerksamkeit von Mitschülern nicht nur negativ zu holen. Auch müssen sie Geduld haben sich einer Sache zu widmen, die man auch Mal noch nicht kann, vielleicht auch mal nicht mag.

Es ist halt die Frage, ob er mitmacht, wenn der Lehrer vorne eine Aufgabe an die Klasse gibt die ihm nicht passt und sich auch Mal gedulden kann, weil ja auch noch 25 andere Kinder da sitzen und was vom Lehrer wollen und oder ob er sich verweigert und stört, weil es nicht nach seinen Vorstellungen geht.

Vielleicht gibt es ja Schulen mit kleineren Klassen bei euch? Oder mit viel Eigenarbeit und weniger frontalen Vorgaben. Das würde ihm vielleicht erstmal entgegen kommen?

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Ich finde es gut, wenn man vor allem die Stärken eines Kindes im Blick behält. Und ich finde das ist vor allem euer Job als Eltern.
Dennoch halte ich es für sehr wichtig, auf die ErzieherInnen zu hören und euch jemanden zu suchen, der schaut, was mit deinem Sohn los ist.
Schule ist relativ gnadenlos und auf Kinder ausgerichtet, die der Norm entsprechen. Gerade sich in Gruppen einfügen zu können, Anordnungen Folge zu leisten und Frustration auszuhalten sind absolut wichtige Fähigkeiten in einer Regel-Grundschule. Mit entsprechender Diagnose könnte dein Sohn anfangs eine Integrationskraft an die Seite gestellt werden, die ihm hilft, sich in einzugewöhnen und die im Blick hat, was dein Sohn braucht.
Eventuell schaut ihr auch nach einer alternativen Schule (Montessori etc.), die offener für Heterogenität ist.

Die Beratung nehmen wir bereits in Anspruch, das steht ausser Frage. Es zieht sich nur hin und die Anmeldungen für die Schule stehen ja nun an.
Die Offenheit für "spezielle" Kinder ist am alternativen Schulen sicher ein großer Vorteil. Da er aber sehr klare Strukturen und Regeln braucht glaube ich dass er mit zuviel Freiheit und Eigeninitiative überfordert wäre.
Eine I-Kraft ist doch schon eher für Härtefälle mit pathologischen Befunden oder? So verhaltensauffällig empfinde ich ihn nun nicht. Aber wir werden sehen was die Expertin dazu sagt, sie wird ihn demnächst im KiGa beobachten.

Nein, eine I-Kraft ist dazu da, um dem Kind die Teilhabe am normalen Unterricht zu ermöglichen. Gerade Menschen mit einer seelischen Behinderung brauchen da Hilfe (ADS, ADHS, ASS würde ja schon genannt). Eine I-Kraft bedeutet nicht, dass das Kind nicht das Abitur schaffen und später studieren kann. Eine I-Kraft steht auch nicht auf dem Zeugnis.
Das Einzige, was bei meinem Sohn je als hochpathologisch beschrieben wurde (in einem ärztlichen Gutachten) war sein heterogener IQ von 101. Er hat übrigens auch Autismus, wird regelbeschult in der 7. Klasse und hat einen Schulbegleiter. Wenn man anderen Menschen glauben darf, ist er vollkommen unauffällig, sieht völlig gesund aus und benimmt sich geradezu vorbildlich. (Als Mutter ist man da ja sowieso immer voreingenommen ;).)

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Du beschreibst mit jedem Wort zu 100% meinen Sohn. Er ist 6 und wurde im September eingeschult.
Er mochte den Kindergarten nicht. In der Schule blüht er plötzlich auf. Hat immer noch Probleme mit seiner Schüchternheit, spielt trotzdem mit Kindern. Er liebt die Schule.
Allerdings ist er bei uns auf einer kleinen Montessori Schule (50 Schüler). Er ist kognitiv sehr fit. Während die anderen noch die Zahlen schreiben gelernt haben hat er schon gerechnet. Das geht hier und ist definitiv ein Vorteil, dass er hier schon festsitzenden Stoff einfach überspringen kann.
Bei ihm wurde vor einigen Wochen übrigens Autismus diagnostiziert. Hauptmerkmal, kognitiv fit und dafür im sozialen Bereich schwächer bzw. schüchtern. Er ist sehr sensibel. Eigentlich ganz lieb kann aber dann ganz plötzlich einen Wutanfall bekommen, wobei diese schon extrem besser geworden sind.

Das ist ja interessant, danke dir für die Antwort! Wie kommt er mit dem offenen Konzept zurecht? Mein Sohn braucht einen sehr klaren Rahmen und klare Ansagen, ich glaube sowas wie Gruppenarbeit und in Eigeninitiative würde ihn überfordern. In der Musikschule wird frontal gearbeitet, eine sehr Liebe aber auch konsequente und präsente Lehrerin die sagt wo es lang geht. Dort blüht meiner auf und macht super mit. Darum finde ich es umso spannender dass das bei euch so gut ankommt, wo sie sich ja zu ähneln scheinen :-)

Mein Sohn weiß genau was er zu tun hat. Er hat ein Matheheft und ein Deutschheft. Er muss diese einfach nur jeden Tag bearbeiten, egal wie weit er kommt. Diese Hefte macht er in den ersten beiden Schulstunden. Danach ist üblicher frontaler Unterricht (Sport, Kunst etc.). Statt Sachkunde gibt es freitags Thementag. Da wird viel je Thema gebastelt, experimentiert etc. Es wird nie langweilig.
Es sind auch 2 Lehrer pro Klasse (nicht unüblich für Montessori). Es kann sich also eher jemand um ihn kümmern.
Bei ihm ist es halt so, dass er schon immer gerne so Vorschulaufgaben gemacht hat.

Egal welche Schulform. Ich finde, Eltern können einen großen Einfluss nehmen. Eine Bekannte sagt zu ihrer Tochter "Oohhh, musst du wieder Hausaufgaben machen?" Wo soll da die Motivation her kommen.. Ich picke gerne Mal was raus zum Loben. Und wenn es nur ein Buchstabe ist, der gerade besonders schön geschrieben wurde.
Jedenfalls glaube ich nicht, dass es was bringt, die Einschulung zu verschieben.

Meine Tochter hat auch Autismus. Sie ist sehr ruhig, immer zurück gezogen, Wutanfälle kennt sie nicht. Sie ist extrem verträumt. Merkt nicht, wenn schon alle sich im Schulhof versammeln während sie noch in der Klasse sitzt. Daher hat sie eine Schulbegleitung.

Oh man, jetzt hab ich aber viel geschrieben 🙈

Rede mit dem KiA und lass am besten eine Diagnostik in einem KJP machen. Ergotherapie ohne Diagnose bringt übrigens gar nichts.

So wie Du Deinen Sohn beschreibst sind Probleme vorprogrammiert, wenn Du nur abwartest.

Andrea

Mit der KiÄ habe ich bereits gesprochen, sie sieht an ihm nichts auffälliges, außer dass er sehr schlau ist. Aber sie würde Ergo ausstellen wenn wir was passendes finden.
Die Beratung nehmen wir in Anspruch, demnächst wird er im KiGa beobachtet und dann folgt eine ergotherapeutische Diagnostik. Da er im 1:1 Kontakt unproblematisch ist, bei allen U Untersuchungen mit Freude die 'Aufgaben' löst gehe ich davon aus dass da nichts auffälliges bei raus kommt.

Die Dame bei der Beratungsstelle ist übrigens KJP und Heilpädagogin.
Und mit Diagnostik meinst du was genau? In eine bestimmte Richtung oder allgemein, ich bin mir nicht sicher ob ich dich richtig verstehe?

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Huhu.
Mein großer Sohn ist 13 und Asperger Autist.
Alles was du schreibst, traf mit 5 Jahren auch auf ihn zu!
Er brauchte schon damals klare Regeln und einen festen Rahmen und reagierte oft mit Sturheit.
Auch war er durchaus beliebt und konnte in erlernten Situationen sehr sozial sein.
Er ist durchaus empathisch, ordnet aber manche Situationen falsch ein.
Mit 4 brachte er sich das lesen selbst bei. Mit 6 konnte er problemlos multiplizieren.
Mit lauten Geräuschen hatte er immer Probleme. Auch mit Veränderungen. Er beobachtete seine Umwelt genau, um bestimmte Dinge 1:1 zu kopieren. Nur manchmal passte es auf die neue Situation nicht und er verstand nicht wieso.
Der Morgenkreis im Kiga überforderte ihn ebenfalls. Meist lag er da.
Oft setzte (und setzt sich noch immer) Dinge in den Kopf, die dann auch genau so nach seinen Vorstellungen laufen müssen. Eine Alternative lässt er gar nicht zu.
Technische Dinge interessierten ihn immer sehr. Mit 5 hatte ich ihn immer aufgefordert mich anzusehen, da er das in Gesprächen nie tat. Irgendwann klappte es. Aber er schaut bis heute nicht wirklich- das ansehen ist erlernt und ich weiß, dass er die Emotionen nur zuordnen kann, wenn man sie ganz extrem darstellt. Und manchmal nicht einmal dann.
Aber er weiß, dass man tröstet, wenn jemand weint. Er hat dann auch durchaus Mitgefühl.

Hallo und danke dir! Auch alles was du beschreibst erkenne ich so in meinem Kind.
Wir haben bereits über das Thema Asperger nachgedacht, ich lese gerade ein Buch dazu. Erkenne ihn in vielen Dingen aber in anderen wiederum so gar nicht. Aber klar, die Bandbreite ist enorm.

Oft kann ich nicht einordnen ob er aus sich heraus emphatisch reagiert oder weil er es sich tatsächlich abgeguckt hat.

Beispiel: beim Frühstück war ich an einem Morgen mit ihm und seinem Bruder so beschäftigt, einer will dies der andere das, hier fällt was runter, Mama noch dies.....dass mein Müsli unberührt auf auf dem Tisch stehen blieb. Der kleine hing an meiner Hose und meckerte als ich endlich mein Müsli anfangen wollte zu essen. Ich sagte "nein! Ich habe Hunger und jetzt bin ich dran mit essen!" da stand der Große auf "komm L. ich bin sowieso satt, ich hab Zeit für dich. Wollen wir ein Buch lesen? Ich muss mir nur noch die Hände waschen." Er wusch sich, nahm seinen Bruder vorsichtig an die Hand und lockte ihn von mir weg und schaute mit ihm Buch. Als ich mich später bedankte und sagte wie toll ich das fand,sagte er "ja, bitte Mama. Ich hab das gemacht damit du endlich in Ruhe essen kannst."
Ich finde das für einen 5 jährigen äußerst kompetent! Hat er das bei uns Eltern abgeschaut die manchmal abwechselnd essen wenn der Kleine keine Ruhe gibt? Kann sowas rein ERLERNT sein? Oder ist das schon Emphatie?
So ähnliche Situationen haben wir immer wieder, wo ich staune und mich frage woher das denn nun kommt.

Ich hoffe du kannst meinen Gedankengängen folgen 🙉

Wann hattet ihr die Diagnose und was hat das in Bezug auf die Schule geändert? Ist er auf einer Regelschule, mit oder ohne I Kraft und wie klappt es? Gerne auch per PN. Danke!!!

Hallo,

bei unserem Sohn (9) geht das teilweise auch in die Richtung.
Der hat leichtes ADS und wird zu Hause schnell wütend, wenn es nicht so läuft, wie er will.
In der Schule reisst er sich mittlerweile zusammen.
Das Problem da ist, dass er sich leicht ablenken lässt und viele Flüchtigkeitsfehler macht. Wobei "Problem" eigentlich zu viel gesagt ist. Er hat trotzdem eine Klasse übersprungen und bewegt sich am Gymnasium momentan zwischen 2 und 3.

Er hatte in der 2. Klasse ganz große Probleme mit seiner Lehrerin, die weder seine Unterforderung erkannt hat, noch mit ihm klar kam.
Nach dem Sprung kam er mit der neuen Lehrerin bestens zurecht. Die hatte eine natürliche Authorität und war lieb und freundlich, wenn man sich an ihre Regeln hielt. Aber unser Sohn hatte keine Lust, von ihr ausgeschimpft zu werden.
Und das sagte das Kind, dem es bei der anderen Lehrerin vollkommen egal war, wenn es angebrüllt und vor die Tür gesetzt wurde... #kratz

Er braucht auch klare Strukturen. Wobei er mittlerweile vieles schon selbstständig macht.

"Er kann extrem ausdauernd an einer Sache dran bleiben, die allerdings ER von SICH aus festgelegt hat. "

Das kennen wir von unserem Sohn. Das ist typisch für ADSler..
Er wollte damals unbedingt springen und hat freiwillig richtig hart dafür gearbeitet. Nach gut drei Monaten war er mit dem Stoff des fehlenden Jahres durch.
Er kann auch Vorträge über Römer und nordische Sagen halten.
Aber was in die 40 Grad-Wäsche und was in die 60 Grad-Wäsche kommt, kann er sich nicht merken. #augen

Dieses Problem mit vielen Menschen hat er allerdings nicht. Er spielt auch gerne zu dritt oder zu viert.
Lautstärke an sich stört ihn auch nicht.
Aber ich glaube, manche ADSler haben da Probleme.
Ich selbst kam im Kindergartenalter nicht gut mit Lautstärke und wilden Kindern klar und habe am liebsten mit einem Kind oder zwei ruhigeren Kindern gespielt. Aber Jungs im Kindergartenalter werden in Gruppen von mehr als zwei Kindern häufig sehr wild. #schwitz
Ich habe zwar keine Diagnose, unser Sohn ist mir aber recht ähnlich.

Du wolltest Deinen Sohn ja schon wo vorstellen. Das ist sicherlich sinnvoll.

Was die Schule angeht, muss man gucken. Gerade bei solchen Kindern steht und fällt sehr viel mit dem Lehrer, und den kann man sich nicht aussuchen.

Was bei unserem Sohn übrigens ganz gut funktioniert und schon im Kindergartenalter funktioniert hat, ist, wenn man ihm selbst Verantwortung übertragt, wie z.B. dass er zusehen kann, wie er klar kommt, wenn er nur motzt, wenn man versucht, ihm zu helfen.
Dann kommt er kurze Zeit später meistens ganz kleinlaut an und bittet einen, ihm doch nochmal zu helfen.

LG

Heike

Danke dir!

Das letzte was du schreibst das mache ich intuitiv bereits so. Ich predige ihm schon lange dass er jederzeit Hilfe bekommen kann, wenn er mich einfach fragt. Ich bin da, höre zu, tröste (wir haben ein Geheimzeichen für "nimm mich in den Arm") , helfe jeder Zeit ABER ich habe aufgehört seine Wutanfälle aktiv zu begleiten weil ich das Gefühl hatte dass es das schlimmer macht. Statt dessen konzentriere ich mich darauf selbst ruhig zu bleiben. Er soll lernen die Wut umzulenken (zB stampfen oder Kissen schlagen) und dann produktiv eine Lösung für das Problem zu finden.
Er kriegt es noch nicht hin, aber wir üben üben üben.... :-/

Ich kann dir nur dringend raten,dein Kind von Fachpersonen anschauen zu lassen.
Zu einer Diagnostik gehören einige Tests,Fragebögen und Gespräche usw.
Wenn dein Kind jetzt schon deutlich Probleme in der größeren Gruppe hat,wird es in der Schule sicher nicht leichter.
Mein fast 10jähriger Sohn hat bisher keine schöne Schulerfahrung sammeln können.Erst in der 3.klasse im 2.Schulhalbjahr kam die Asperger Diagnose.Ich wusste schon immer,das er anders ist.Er ist auch sehr sensibel.Im sozialen Bereich ist es eine Katastrophe.Er hat keine Freunde,teilweise depressive Phasen und wir sind jetzt regelmäßig in der KJP, damit er dort auch mit jemandem sprechen kann.
Es dauert alles ewig,bis man zb eine Schulbegleitung bekommt oder auch die Wartezeit für eine Autismustherapie ist ca. 1 jahr.
Mein jüngster ist 5 jahre alt und ebenfalls Asperger Autist.Er ist ein I-Kind und ebenfalls ein sehr schlaues Kerlchen.Deine Beschreibungen passen teils auch auf ihn.
Zuhause und im Kindergarten sind die Kinder völlig anders.Daran darf man sich also nicht nur orientieren.Ich hatte oft Zweifel,ob ich mir einiges nicht nur einbilde.
Gerade bei meinem jüngsten war die Diagnose nicht leicht.Dafür brauchte es eine Erfahrene Person für jüngere Kinder.
Ich würde nicht mehr soviel Zeit verstreichen lassen.Hilfe bekommt man eben nur mit einer Diagnose.Was auch immer bei euch vorliegen mag.
LG Julia

Danke Julia! Wir sind ja dran. Aber wie du auch schreibst, man zweifelt. Bilde ich es mir ein? Bilden die es sich ein? Liegt an dee Gruppe? Ist er total unterfordert? Liegt es an unserer Erziehung? Mache ich was falsch? Und und und...

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