5. Klasse, Wechsel von Realschule auf Gymnasium - wer hat’s gemacht?

Guten Morgen 😊,
unser Kind wurde diesen Sommer in der Realschule plus (Empfehlung der GS) in RLP eingeschult. Wir denken aktuell ĂŒber einen Wechsel ins Gymnasium nach.
Ich habe das GefĂŒhl eine falsche Entscheidung getroffen zu haben und nicht meinem BauchgefĂŒhl gefolgt zu sein.
Unser Kind hatte - auch in der Grundschule - nie Probleme mit dem Schulstoff, sie war einfach oft langsam, schlechte Noten hatte sie nicht. Daher die Empfehlung zur Realschule.
In die 5. Klasse ist sie super gestartet, mit dem Tempo hat sie keinerlei Probleme, Schrift ist besser geworden, sie kommt mit allem was jetzt neu war gut und selbststÀndig klar. Ich denke sie hÀtte in der GS mehr Gas geben können, sie hat es einfach nicht gemacht. In Klassenarbeiten, wenn es drauf ankam, hatte sie nie ein Zeitproblem, teilweise zuerst abgegeben.

Ich tue mich mit so einer Entscheidung so schwer, sie ist keine Überfliegerin, ich traue ihr das Gymnasium im Moment durchaus zu, ob es in der 7. Klasse immernoch so ist weiß ich nicht, kann die Erwartungen dort auch nicht so gut einschĂ€tzen. Andererseits wĂ€chst man mit seinen Aufgaben.

War jemand von euch schon in einer solchen Situation? Wann ist ein Wechsel sinnvoll, direkt nach dem Halbjahr, nach Abschluss der 5.? Hattet ihr UnterstĂŒtzung durch die Schule? Wie ist es gelaufen, welche Erfahrung habt ihr gemacht?

Danke und LG

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ich denke, die letzten paar Wochen sollten nicht das Entscheidungskriterium sein.
in der 5. wird anfangs doch oft nur wiederholt -- in der RS, wie auch im Gym.

Stellt euch doch einfach die grundsÀtzliche Frage, die ihr euch auch in der 4. Klasse gestellt habt.

Fakt ist: selbst die SchwellenschĂŒler kommen inder 5. und 6. einigermassen gut klar im Gym, ganz einfach, weil da der Anspruch noch lange nicht sooooo hoch ist, wie er dann in der Mittelstufe anzieht ....... aber dann ab der 7. und 8. rappelt es heftig und zwar oft.

Nicht ohne Grund werden in den meisten Gymnasien in der 7. und/oder 8. mindestens 1 Klasse, manchmal 2 Klassen weniger sein .... hier starten auch 5 Schulklassen mit 140 Kindern und ungefĂ€hr 80-90 machen das Abi .... der Rest bröckelt ĂŒber die Jahre weg.

Ich wĂŒrde mir tatsĂ€chlich die langfristige Frage stellen: --- pack Dein Kind, wie es lernt und engagiert ist und bereit ist, mehr und lĂ€nger zu lernen auch den Anspruch der Folgeklassen.... --- wenn sie gerne viel lernt, --- gut organisiert ist und helle mag das funktionieren .... aber es sollte ja damals einen Grund gegeben haben, warum sie auf die RS gegangen ist oder RS-Empfehlung bekommen hat. --

solche Sachen wĂŒrde ich mir ĂŒberlegen -- und nicht die Tatsache, dass sie jetzt mit neuem SChwung an neuer Schule mit tollen neuen LEhrern und neuen FĂ€chern gerade ein paar gute NOten bekommen hat ....

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Danke fĂŒr deine Nachricht.
Die damalige Klassenlehrerin hat ausdrĂŒcklich gesagt die Empfehlung gibt es aufgrund der Geschwindigkeit und der „VertrĂ€umtheit“, kognitiv könnte sie es schaffen auf dem Gym. Sie ist die jĂŒngste in der Klasse und denkt auch lieber an ihre Freizeit. Nach dem Übergang merkt man dass sie vernĂŒnftiger wird und ihr die Schule langsam wichtiger wird.
In ihrem Abschlusszeugnis hat sie in Kunst eine 1, der Rest 2. Das Empfehlungszeugnis sah etwas schlechter aus - meine Schuld.

Mit einer EinschÀtzung ob ein gerade 10-jÀhriges Kind in drei Jahren 8.-Klasse Stoff im Gym schafft tu ich mich schwer.

In der aktuellen Schule sind viele Kinder schlechter wie sie (die meisten). Es gibt viele Kinder die in irgendeiner Art und Weise gefördert werden mĂŒssen wodurch ĂŒber kurz oder lang die ganze Klasse langsamer/weniger machen wird als mein Kind z. B. machen könnte.

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Warum ist es deine Schuld dass das Empfehlungszeugnis schlechter war ?

Oder hab ich was missverstanden ?

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Guten Morgen :-)

Was sagen denn die Lehrer dazu? Gab es da aktuell Hinweise oder Empfehlungen oder kommt das allein von Dir?

Ich selbst habe keine Kinder in dem Alter, kann aber aus meiner persönlichen Erfahrung und meinem Empfinden heraus sagen: Ich hatte damals eine Empfehlung fĂŒr das Gymnasium und ging dort dann auch zur Schule. Die 5. und 6. Klasse waren absolut leicht und meine Noten top, ab der 7. Klasse wurde es dann doch schwieriger und ich musste mehr tun.

Was ich damit sagen will: Deine Tochter geht gerade mal zwei Monate auf die weiterfĂŒhrende Schule und Du sagst selbst, dass sie keine Überfliegerin ist. Ich wĂŒrde sie auf der Schule lassen und das Thema ggf. beim Elternsprechtag mit der Lehrerin besprechen. Ich kenne Deine Tochter nicht, aber aus dem was Du schreibst erschließt sich mir nicht, warum sie evtl. doch auf ein Gymnasium gehen sollte.


Viele GrĂŒĂŸe #blume

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FĂŒhlt sie sich nicht wohl auf der Realschule ? Möchte sie jetzt zum Gymnasium?

Wenn sie gerne hingeht und ihre Klasse etc. mag , dann spricht nichts dagegen erst nach der 10.Klasse zu wechseln. In dieser Zeit tut es deiner vielleicht einfach nur gut mit zu den besseren in der Klasse zu gehören.
Auf dem Gymnasium kann es nÀmlich auch schwierig werden, da sie ja in einen festen Klassenverband kommt. In der Oberstufe gibt es den nicht mehr.

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FĂŒr mich spricht eben dagegen spĂ€ter aufs Gym zu gehen dass sie es dann auf jeden Fall schwer hat aufgrund dem Wechsel und dem verpassten Stoff. Ich denke wenn man aufs Gym geht, am besten von Anfang an weil man dann eben direkt lernt wie es dort lĂ€uft bzw. wie man dort lernt.
Ein Wechsel nach der Oristufe stelle ich mir z. B. schwieriger vor.

Andererseits tut es ihr natĂŒrlich gut in der aktuellen Klasse zu „dem oberen Feld“ zu gehören.

Sie sagt sie fĂŒhlt sich wohl und mag ihre Lehrerin. Über das Thema Schulwechsel wollte sie garnicht sprechen also haben wir es abgeharkt (ich wĂŒrde natĂŒrlich keinesfalls gegen ihren Willen eine solche Entscheidung treffen). Letzte Woche kam sie dann aber und sagte sie hĂ€tte ĂŒber die Schule nachgedacht und es wĂ€re vielleicht doch besser wenn sie aufs Gym ginge.
Ich muss dazu sagen, wenn in ihrer Schule ein Unterricht auf gutem Realniveau möglich wĂ€re, wĂŒrde ich ĂŒber einen Wechsel nicht nachdenken. Dem ist aber nicht so und ich denke das wird - zumindest in Klasse 5 und 6 - so bleiben. Das merkt auch unsere Tochter. Ich habe einfach das GefĂŒhl sie da ein bisschen „vor sich hindĂŒmpeln zu lassen“.

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Wie ihr seht, ich bin hin- und hergerissen.

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Wenn ein Wechsel stattfinden soll, dann möglichst bald. Sprich mit der Realschule und dem Gymnasium. Vielleicht kann sie eine Probewoche machen.

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GefĂŒhlsmĂ€ĂŸig denke ich auch lieber frĂŒher als spĂ€ter. Im November sind jetzt sowieso die GesprĂ€che. Ich hatte das Thema bei dem Klassenlehrer angesprochen. Wir haben gesagt dass wir bis dahin abwarten, dann kann man sich auch schon ein besseres Bild machen.

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Guten Morgen, wir haben zwar nicht den Wechsel von Realschule auf Gym., aber haben uns gegen die Realschulempfehlung fĂŒr ein privates Gymnasium entschieden, weil uns das Konzept der Realschule+ bzw. Mittelstufenschule (so heißt es bei uns) nicht gefĂ€llt. Wir haben gedacht, runter geht einfacher.
Bisher ist natĂŒrlich viel Wiederholung und es lĂ€uft sehr gut bei meinem Sohn. Aber die Arbeitsweise auf einem Gymnasium ist insgesamt schon eine ganze Ecke anspruchsvoller und temporeicher als in der Grundschule. Mein Sohn wurde aber durch die Anforderungen und auch sein Selbstbewusstsein, welches durch die Entscheidung aufgebaut wurde, extrem gepuscht und er ist sehr motiviert. FĂŒhlt sich sehr wohl. Er ist sehr zuverlĂ€ssig (geworden). Und auch eher bei den Schnelleren (inzwischen). Die Noten haben sich sogar in Mathe verbessert (dort hatte er in der GS die einzige 3, jetzt steht er auf einer 2. Kann sich natĂŒrlich noch Ă€ndern).
Seine Zwillingsschwester hingegen - sie hatte mit ihrem Arbeitsverhalten und Zeugnisdurchschnitt 1,1 eine reine Gymnasialempfehlung - tut sich sehr schwer vor allem im MĂŒndlichen. Sie ist zum GlĂŒck noch nicht demotiviert, aber steht inzwischen in Mathe auf einer 3. Das hatte sie noch nie. Also es kann so und so kommen. Wenn ich einen Wechsel in Betracht ziehen wĂŒrde, dann wĂŒrde ich zum Halbjahr wechseln. Möchte deine Tochter es denn ? Die Motivation macht sehr viel aus !!

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Erst wollte sie nicht, mittlerweile schon.
Ich wĂŒrde sie in jedem Fall eine Probewoche machen lassen und dann erst entscheiden.

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Guten Morgen,

ich möchte auch noch einmal unsere Erfahrungen einfließen lassen.

Wir haben unsere Tochter nach der 5. Klasse aufs Gymnasium wechseln lassen, gerade erst jetzt nach dem Sommer. Bei uns haben auch mehrere "Bauchfaktoren" mit rein gespielt. Ich finde, das Mittelfeld ist abhanden gekommen. FrĂŒher gab es Hauptschule, Realschule und Gymnsaium. Nun sind Haupt- und Realschule eins, dort tummelt sich nun jedes Kind welches nicht auf dem Gymnasium ist. Meine persönliche Meinung ist, dass keinem dieser Kinder mehr gerecht wird, weder den "HauptschĂŒlern" noch den "RealschĂŒlern". FĂŒr die einen ist das Niveau zu hoch, fĂŒr die anderen zu niedrig, "Schwellenkinder" wird es immer geben. Und so versuchen viele Eltern ihre Kind doch aufs Gymnasium zu bringen, obwohl das vielleicht nicht die richtige Entscheidung ist.

So ging es eben auch uns. Unsere Tochter musste schon immer lernen, das muss sie jetzt auch am Gymnasium. Sehr verschlechtert hat sie sich bisher nicht, gehört aber auch nicht zu den LeistungstrÀgern in der Schule.

Mehrfach kam in den Kommentaren das Argument, dass die Kinder sich in der 7. und 8. Klasse verschlechtert haben. Das kann ich bestĂ€tigen, allerdings sehe ich es anders. Das ist die Zeit der PubertĂ€t, viele Kinder verschlechtern sich in dieser Zeit. Das war frĂŒher bei mir so (und ich war auf der Realschule) und auch bei meinen beiden Großen, die das Abitur bereits haben so (und die Beiden hatten eine eindeutige Gymnasiumsempfehlung). FĂŒr mich hat das weniger mit dem Schulstoff als viel mehr mit der Entwicklung des Kindes vom Jungendlichen zu tun. Es ist daher fĂŒr mich kein Kriterium bzw. Argument fĂŒr oder gegen das Gymnasium.

Ich finde, Dein Kind muss wissen, was es wirklich möchte. Möchtest Du das Gymnasium oder wirklich Deine Tochter? Wenn es Deine Tochter ist, empfehle ich den Wechsel so frĂŒh wie möglich. WĂŒrde aber vermutlich dennoch das Halbjahr abwarten, einfach um nichts zu ĂŒberstĂŒrzen und zu sehen wie es sich entwickelt.

Meine Tochter wollte es unbedingt, fĂŒhlt sich sehr wohl an der neuen Schule und ist daher engagiert dabei. Wie es bei Euch ist, musst Du selbst einschĂ€tzen. Wir haben es definitiv nicht bereut, sind aber auch bereit, Abstriche in Kauf zu nehmen.

LG Ana

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Vielleicht kannst Du aus meinem damaligen Thread noch Tipps fĂŒr Dich finden?

https://www.urbia.de/forum/6-kids-schule/5272009-wechsel-von-realschule-auf-gymnasium-nach-der-5-klasse#p-36944546

LG Ana

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Ach Danke, das habe ich garnicht gefunden.
Und ich stimme dir in dem was du sagst hundertprozentig zu. Es ist einfach so und alle Lehrer mit denen ich bisher darĂŒber gesprochen habe sehen dies auch so. Ich finde das sehr traurig.
Wir haben uns fĂŒr die Realschule entschieden weil wir unser Kind eben nicht komme was wolle ins Gym „stecken“ wollten. Wie wĂ€ren mit der „Mitte“ durchaus einverstanden. Leider ist die Mitte tatsĂ€chlich abhanden gekommen. Das merkt auch unsere Tochter und so stur und wortkarg wie sie in ihren Entscheidungen ist sagt sie jetzt „ich will aufs Gymnasium“ so wie sie vorher sagte „ich will nicht aufs gymnasium“ 🙄😅
Das Halbjahr warten wir auf jeden Fall ab.

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Ich persönlich kann sowas nicht verstehen.
Das Schuljahr lÀuft gerade mal ein paar Wochen. Die erste Zeit ist es reine Wiederholung des Grundschulstoffs, sowohl auf der Realschule als auch am Gymnasium.

Habe jeweils ein Kind in jeder Schulart. Der Kleine hĂ€tte nach der 5. Klasse vom Zeugnisschnitt Wechsel können zum Gymnasium, aber das war absolut kein Thema, da er glĂŒcklich ist und sich wohl fĂŒhlt.

Beim Großen fing es in der 7. Klasse am Gymnasium an das die Klasse plötzlich schrumpfte. Das waren vor allem die SchĂŒler mit eingeschrĂ€nkter Empfehlung .

Ich kenne einen Fall, wo ein Kind nach 3 Monaten auf Rat der Lehrer zum Gymnasium gewechselt ist.

Haben die Lehrer euch darauf angesprochen? Was möchte dein Kind? Ist es nur euer Wunsch als Eltern?

Es gibt auch spÀter noch Möglichkeiten Abi zu machen!!
Lg Basket

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Hallo,
ich wĂŒrde das erstmal von der praktischen Seite betrachten:
- Gibt es ĂŒberhaupt noch Gymnasien, die SchĂŒler aufnehmen können? Passen die FĂ€cher?
- WĂ€re eine Form der Gesamtschule fĂŒr euch eine Option - da wird erst in der 6./7./8. Klasse ĂŒber die Richtung entschieden.
- WĂ€re es fĂŒr euch eine Option erst den Realschulabschluss und dann das Abitur zu machen?

So, wie du das beschreibst, wĂŒrde ich eher an eine Gesamtschule denken. So hĂ€lt sie sich alle Optionen offen und wĂ€hlt erst spĂ€ter. Alternativ finde ich die Möglichkeit auch gut, erst den Realschulabschluss zu machen und danach das Abitur.

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Hallo,
eine Gesamtschule wÀre mir am liebsten gewesen. Ich finde es einfach schwierig in diesem Alter schon die schulform festzulegen, Oristufe hin oder her.
Leider gibt es in unserem nÀheren Umkreis (ca. 15 km) keine. Dazu sind die Busverbindungen miserabel.
Das kam fĂŒr meine Tochter nicht in frage weil sie damit auch einen Teil ihrer sozialen Kontakte verloren hĂ€tte.
Gruß

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