Rechnen mit den Fingern?

Hallo Liebe Mamis,
Meine Tochter ist 7 und kommt nach den Ferien in die 2. Klasse.
Auf dem Zeugnis meiner Tochter steht, dass sie immer noch mit den Fingern rechnet und dies bemängelt wird.
Dies ergab auch schon vorherige Gespräche mit der Lehrerin. Wir versuchen Zuhause so gut es geht zu üben, trotzdem tut meine Tochter sich etwas schwer ihre Finger aus dem Spiel zu lassen.
Ich persönlich finde auch, dass es etwas übertrieben ist, deswegen Druck aufzubauen.
Ich bin auch keine Mathegenie und benutze heute noch gelegentlich meine Finger zum rechnen.😂😂
Wie seht ihr das?

Habt einen schönen Abend❤

7

Die Finger werden für immer ein wichtiges Hilfsmittel beim Rechnen bleiben. Ich nutze sie auch als Erwachsene (und Lehrerin) in bestimmten Situationen. Das sage ich bewusst auch den Kindern bzw. ermutige sie teilweise dazu.
ABER die Grundaufgaben der 1. Klasse müssen einfach ohne Finger sitzen. Die Aufgabe 2+4 kehrt wieder in 20+40, 32+4 aber auch als Umkehraufgabe in 6-4, 60-40, 36-4... Wenn deine Tochter 2+4 nicht verinnerlicht hat und gegen Ende der 1. Klasse 12+4, dann wird sie es wahrscheinlich nicht leicht haben in Klasse 2. Nein, verboten ist das rechnen mit Fingern dort auch nicht, aber bei größeren Zahlen haben die Finger ihre Grenzen.

Ihr solltet die Ferien nutzen, um die Grundaufgaben bis 10 +/- auswendig zu lernen (letztlich wie ein Gedicht). Dazu immer wieder die Aufgaben veranschaulichen. Nicht nur mit den Fingern. Muscheln im Sand, Schokolade, Bausteine,... nahezu alles eignet sich. "Schau, da sitzen 2 Möwen, 4 kommen dazu..." usw.
Ebenso die Aufgaben bis 20...

1

Ich hab noch in der 7. Klasse mit den Fingern gerechnet. Heimlich unterm Tisch😅

Das ist dir jetzt wahrscheinlich keine große Hilfe, aber spätestens mit Einführung des Taschenrechners hat das bei mir aufgehört 😆

Lg

2

😂😂😂
Ja ich sagte ja, sogar heute benutze ich manchmal noch die Finger.
Finde es irgendwie nicht schön Kinder in diesem Alter wegen so etwas unter Druck zusetzen. Jeder hat seine Stärken und Schwächen, Mathe zählt da halt nicht unbedingt zu den Stärken 😂🤷‍♀️

3

Wichtig ist, dass deine Tochter eine Grundvorstellung entwickelt und vom zählenden Rechnen wegkommt. Ansonsten wird die irgendwann Schwierigkeiten bekommen.

Auf meiner Fortbildung Rechenschwäche habe ich gelernt, dass Kinder bis zum 2. Halbjahr der 2. Klasse nicht mehr die Finger nutzen sollten.

Kann sie simultan Mengen erkennen (schnelles Sehen), hat sie das kleine 1+1 automatisiert und kann alle Zahlen im ZR 10 zerlegen? Nutzt/Kennt sie Rechenstrategien?
Lg Basket

4

Naja sie tut sich auch bei kleinen Zahlen noch schwer, ich habe aber oft das Gefühl das es durch Unsicherheit kommt, aus Angst etwas falsch zu machen. Hast du vielleicht irgendwelche Tips?

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Du hast eine PN von mir!
Lg

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Du solltest es als Aufforderung sehen, in diesem Bereich mit deinem Kind regelmäßig zu üben. Es gibt viele Spiele zur Zahlzerlegung und die muss sie automatisieren. Der Zahlenraum wird in der 2. Klasse auf 100 erweitert und es ist unerlässlich das sie dann auf die Erworbenen Fähigkeiten eben dieser automatisierten Zahlzerlegung zurückgreifen kann. Da kommt sie mit dem Fingerrechnen nicht weit.

6

Ich hole mal etwas weiter aus....

Mathe ist DAS Fach bei dem die meisten Menschen/Eltern von "Begabung" reden. Entweder man hat diese Begabung oder eben nicht und damit ist das Thema Mathe so gut wie durch. Wenn diese "Begabung" in den Köpfen der Eltern nicht da ist, dann wird auch nur noch ganz oberflächlich für das Fach geübt. Meist zielgerichtet auf die nächste Prüfung, Test, Arbeit wie auch immer. Und, in den Köpfen vieler Mütter :" Mathe war ja auch nie MEIN Ding." (- Wer hat mit dir gelernt? Deine Mutter???-)

Wenn dein Kind jetzt, im ersten bzw. zweiten Schuljahr ein - ich nenne es mal - "Gefühl" und einen Blick für Zahlen entwickelt kann die ganze Geschichte in eine völlig andere Richtung gehen.
Ich spreche ich nicht von einem plötzlichen Genieblitz, der dein Kind trifft, sondern ich rede davon, dass jetzt die Grundsteine für die nächten 8 Jahre !!!!!!! Mathematikunterricht gelegt werden.
Da wird sie durch müssen, so oder so.
Ich meine damit, dass sich grundsätzliches Üben auch in Mathe sinnvoll ist. Um das Mal auf den Punkt zu bringen.

Verpasst sie im zweiten Schuljahr, den Anschluß bei der Hunderter-Tafel und damit wird eingestiegen in Schuljahr 2, dann wir Mal-Rechnen schon schwierig, zum Ende des Schuljahres. Klar, irgendwann kommt bestimmt der "Aha"-Moment, aber meist doch zu spät, da gibt es schon neue Themen, die dann wiederum nicht verstanden werden.

Du hilfst deiner Tochter sehr, wenn du jetzt immer wieder auf diese Zehnerreihe zurückgehst und damit arbeitest. Jetzt sind es nur 2 Reihen, nach den Ferien 10 und da gehen einem schnell die Finger (und Zehen) aus. Mit diesem "Bild" 10 Punkte zur Seite, 10 Punkte nach unten wird dann die 1000 bzw. die 1 000 000 erklärt, ist also schon wichtig.

LG

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Wir haben damals die Reihen auswendig gelernt. Ich finde das wichtig, da sich doch immer wieder alles wiederholt.

Wenn man auswendig gelernt hat, das 5+5 10 ist, dann mußman das nnicht jedesmal neu mit en Fingern nachrechnen.

Ich nutzen die Finger heutzutage nur dafür, um etwas abzuzählen, wie z.B. Tage oder Menschen wo dann statt der Zahl eben der Name genannt wird... das klappt aber ja auch nur bis zur 10.

7-14-21-28-35-42-49-56-63-70 --- ich rechne das nicht. Das ist in meinem Kopf verankert. Ich hab die Zahlenereihen als Kind im Bett geübt, wenn ich nicht einschlafen konnte... ich wollte das aber auch können und es hat mir auch niemand ausgeredet, dass das nicht so wichtig sei.

Ich finde den Vorschlag mit Dinge zu rechnen auch gut. Dann erkennt deine Tochter auch den Sinn in der Abstrakten Rechnerrei.

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Hallo

"Wie seht ihr das?"
Ich wär heilfroh wenn der/die Lerhrer/in das ganze anmerkt, in Gesprächen wie natürlich im Zeugnis. Ich will ja die Wahrheit wissen und nicht irgend so eine Schönmalerei. Sowas finde ich weder übertrieben noch Druck aufbauen, sondern einfach Tatsache. Sie kann es halt noch nicht so gut und irgendwie muss es die Lehrkraft euch ja mitteilen dürfen/können.

Das alles ist jetzt kein Drama, man muss dazu ganz sicher auch kein Rechengenie sein um ohne Finger rechnen zu können. Jetzt wisst ihr aber wo sie steht und könnt da ansetzen und mit ihr üben. Und rechnen mit Fingern ist halt eher abzählen als rechnen.
In der nächsten Klasse geht der Zahlenraum bis 100, es kommt das Einmaleins, geteilt rechnen & teilen mit Rest, da ist Fingerrechnen nicht unbedingt hilfreich und es wird auch nicht leichter.

Ihr schafft das schon und schöne Ferien

LG

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Danke euch allen, werde mir alle Tips zu Herzen nehmen, danke!

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Anmerken müssen sie es und das finde ich auch gut.

Würdet ihr das nicht mitgeteilt bekommen, wäre es auch doof. So wird nichts übersehen.

Akut aktiv etwas dagegen machen, würde ich jetzt nicht.

Zur Kenntnis nehmen,
auch mal ohne Finger rechnen
keinen Druck deswegen ausüben.

In Klassenarbeiten kann das Rechnen mit den Fingern viel Zeit kosten. Daher sind andere Strategien, die schneller gehen, sinnvoll, diese auch zu üben.

Andererseits gibt es Länder in denen mit Fingern sehr großen Zahlen gerechnet werden können. Das finde ich super. Leider kann ich diese Technik nicht. Diese rechnen mit Fingern sehr viel schneller, als ich auf dem Papier.


Per se ist der Fingereinsatz also nicht schlecht.
In höheren Klassen bei "eigenangelernter" Fingerart kann es jedoch extrem viel Zeit kosten, die dann eben für andere Aufgaben fehlt. Das ist dann einfach schade.

Daher finde ich den Hinweis darauf zu achten, ganz gut.
So habt ihr die Chance auszuprobieren, welche Rechentechniken ihr helfen und schneller sind.


Bei mir ist es, wenn ich die Zahlen aufschreibe.
Eine Freundin mit Dyskalkulie stellt sich dann immer Kisten/Paletten vor oder skizziert diese auf. Voraussetzung: das skizzieren kostet sie keine Zeit, sondern unterstützt sie. Sobald sie sich verkünstelt, war's das mit dem Hilfseffekt!

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