Schulpraktika, Bayern 9. Klasse, wie war es bei euch?

Übernächste Woche steht bei meinem Jüngsten ein Praktikum an. Er wird 1 Woche zu einem Automobilkonzern gehen und freiwillig 2 Wochen in den Sommerferien dranhängen.

Ich war überrascht, wie locker das einige Schüler und deren Eltern sehen und nur was suchten, was am wenigsten Aufwand macht. Eigentlich sollte doch diese Zeit genutzt werden interessante Einblicke zu erhalten. Mir erscheint es wichtig festzustellen, ob einem dies gefällt und genauso wichtig auch nicht gefällt.

Wie war das bei euch?

Wie bei sie, die einen so die anderen so ;)

Du meinst es gibt Menschen die wollen und die die niemals wollen?

Ganz ehrlich - keinen interessiert ein 3-wöchiges Praktikum das irgenwann mal in der 9. Klasse stattgefunden hat. Für die meisten Arbeitgeber lästig, für einige eine Möglichkeit an billige Arbeitskräfte zu gelangen und für die Schüler besser, wenn Sie in dieser Zeit Unterricht gehabt hätten.

A.

Ich denke dein Gedankenansatz ist grundlegend falsch.

Es geht doch nicht darum, was ein Unterenehmen davon hat, sondern um die durchaus interessante Möglichkeit, dass junge Menschen Einblicke in Unternehmen, Branchen und Aufgaben erhalten und dadurch erfahren können und selbst sehen können, ob es das ist was sie möchten oder auch nicht möchten. Es soll eine Orientierungshilfe uns Information für Schüler sein udn nicht für Unternehmen. das ist der Sinn dieser Praktika.

Meiner geht zu AMG Mercedes weil er Ingenieur oder Physiker werden möchte. AMG hat für ihr schon einen Laufplan erstellt und hat die Möglichkeit 2 Tage in der Eifel zum Nürburgring mitgenommen zu werden und da is nix mit billiger Arbeitskraft.

Wenn man sich selbst dazu macht, weil man den Sinn dieser Praktika nicht verstanden hat ist man schon irgendwie selbst schuld oder?

Es ist eine gute Chance für interessierte Schüler und natürlich Eltern.

Mein Gedankengang nennt sich Erfahrung.

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Ich glaube vielen haben hier recht.
Ich wollte damals in die Touristik oder Hotelindustrie und habe auch damals in BY das Schulpraktikum gemacht in einem Novotel. Das einzige was ich machen durfte war abräumen und servietten falten sowie Besteck polieren. Einmal wurde mir für eine Stunde die Rezeption erklärt und das wars.

Danach hatte ich keinen Bock mehr auf den Beruf.
Ich denke Praktikas machen erst ab einem gewissen Alter und länge sinn z.b. nach Abi. In unserem Unternehmen haben wir viele die 3 Monats-Pflichtpraktikum machen und diese lernen tatsächlich was. Vorher is ja nur zuschauen oder doofe arbeit machen.

Nicht unbedingt ""nur zuschauen oder doofe arbeit machen"..Meine Kinder hatten beide jeweils einen Betrieb, wo sie viele ,Arbeiten kennenlernten und selber mitmachen durften/mußten.
Mein Sohn hat heute, 6 Jahre später noch Kontakt zu seinem Chef damals und der hat ihn gerne 2x noch nen Ferienjob angeboten nach dem Praktikum. Auch bei Autoreparaturen bekommt mein Sohn Hilfe in der Werkstatt und er hilft dem Mann , wenn der Probleme mit Smartphone oder Laptop hat (Sohnemann macht das beruflich) . Da hat sich eine echte Freundschaft entwickelt.

Bei mir waren es sogar 2 Wochen - und wirklich ernst genommne habe ich das auch nicht. In dem Feld, in dem ich zu dem Zeitpunkt ein Studium angepeilt hatte, waren Praktikas nämlich erst ab 16 möglich. Ich musste also irgendwas machen, weil ich halt diese 2 Wochen abhaken musste.
Und gerade die Zeit vor den Sommerferien, wo viele Firmen versuchen vor der Urlaubswelle noch möglichst viel abzuhaken, ist aus meiner Sicht auch ein verdammt ungünstiger Zeitraum. Bei einer Woche sind die SuS auch gerade angekommen und haben nen groben Überblick über die Arbeitsabläufe - und sind dann schon wieder weg. Das Übertragen kleiner Aufgaben ist in vielen Berufsfeldern damit gar nicht drin - damit verfehlt das Praktikum dann schlicht und ergreifend seinen Zweck. Besonders für die SuS. Die Zeit reicht eigentlich nur, um zu merken, was man später so gar nicht machen möchte. Und richtig doof ist es, wenn man dann nicht nach einer Woche wieder gehen kann, sondern dafür noch 2 Wochen Sommerferien drauf gehen...

Da müsste das Konzept schon ganz anders angelegt sein, damit das im Rahmen der allgemeinbildenden Schule tatsächlich sinnvoll umsetzbar ist und beide Seiten da entsprechend vorher heran geführt werden - eben damit auch beide was davon haben. Das machen nämlich auch Unternehmen nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern auch, um eventuelle Azubis bzw. Dualstudierende oder spätere Werkstudis abzuchecken und bei sich abzeichnender Eignung zu binden. Und ja, da stehen dann natürlich zunächst die Interessen des Unternehmens im Mittelpunkt. Kann man nicht wahrhaben wollen. Ist aber so.
Selbst die Uni hier versucht Praktikanten damit ein Studium schmackhaft zu machen. Und zwar natürlich nicht irgendwo, sondern genau hier. Denn auch da müssen die Zahlen stimmen...

Wir wohnen in NRW und hier sind 2 Wochen Praktikum in der 9./10. Pflicht.

Bei meinem Sohn in der Klasse hatten fast alle sehr interessante Stellen, durften viel machen und haben einiges gelernt.

Klar, es gab auch die, die sich das einfach gemacht haben und die Ganztagsbetreuung in der Grundschule ausgesucht haben, wo sie fast den ganzen Tag dann Fußball mit den Jungs gespielt haben. Aber da soll jeder wissen, was er macht und was für einen Sinn so ein Praktikum haben soll.

Mein Sohn war in der Uni in einem der Chemie Labore und war ganz begeistert Tag für Tag, durfte von vorne rein viel machen und relativ selbständig arbeiten, Geräte bedienen, Excel-Tabellen mit Berechnungen ausfüllen, viele Experimente durchführen und dokumentieren,... Auch die ganze Gespräche mit den Doktoranden im Labor fand er super.

Als kleine Ergänzung:
"Wir wohnen in NRW und hier sind 2 Wochen Praktikum in der 9./10. Pflicht."

Am Gymnasium, G8

Eltern nehmen da sehr unterschiedlich

Eine Bekannte sucht Praktikas für ihre Tochter in ganz verschiedenen Berufen, einfach damit sie sie sieht was es für Möglichkeiten gibt, nicht nur Bürokauffrau und Frisöse

Praktikanten werden hier nie abgelehnt und dient zur Auswahl der Azubis. Ohne Praktikum kein Ausbildungsvertrag

Ich hab während der Schulzeit, vor allem auf der FOS, mehrere Praktika gemacht.
Kann dir sagen, das alles nutzt in der Regel nichts. In den wenigen Wochen kann man ja nicht wirklich mitarbeiten, man ist ein Praktikant von vielen.
Für die Schüler ist es ne nette Abwechslung zum Schulalltag.
Also ich sag’s mal so : alle anderen Schüler sehen es realistisch und du etwas zu optimistisch :-)

Normalerweise sollten Schüler in der 9.Klasse schon so weit sein, zu wissen , was ihnen interssiert und was absolut nicht.....wäre eine
Gelegenheit um in ein Praktikum Erfahrungen in ihren Wunschinteressen zu sammeln , ob es wirklich mal dasa wahre sein könnte.
Aber viele Abiturenten wissen nicht mal was sie studieren möchten und viele Studenten , trotz Studienplatz, wohin sie zukünftig tendieren wollen.
Wer planlos ist, dem ist jeder Praktikumsplatz recht oder unrecht...

Meine Tochter hat jetzt die 8. Klasse abgeschlossen. Im Frühjahr gab es ein Praktikum und im kommenden Frühjahr ebenfalls.
Da meine Tochter mit dem Gedanken gespielt hat, Lehrerin zu werden, hat sie ihr Praktikum an einer Grundschule gemacht.
Sie interessiert sich außerdem für Illustrationen und Mediendesign und in die Richtung soll ihr nächstes Praktikum gehen.
Ihre beste Freundin wusste tatsächlich nicht, was sie machen sollte und ist im Baumarkt gelandet.
Die einen so, die anderen so.

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