Klasse überspringen? Wer hat Erfahrungen?

Hallo ihr lieben,
beim letzten Elternsprechtag empfiehl mir die Klassenlehrerin meines Sohnes (knapp 7 J) nach den Sommerferien die 2.Klasse zu überspringen. Sprich nach der 1. in die 3. Sie hat bis jetzt ein Kind dabei begleitet, in den Sommerferien mit dem Kind den Stoff der 2.Klasse aufgearbeitet. Es ist gut ausgegangen.
Ich bin da eher skeptisch:

-er wäre der jüngste und kleinste unter den 3-Klässlern
-er hat sich bereits in seiner Klasse eingelebt

Was allerdings dafür sprechen würde ist, daß er gefordert wäre. Im Moment langweilt er sich oft im Unterricht, trotz Zusatzaufgaben. Dann fängt er an Quatsch zu machen und die Kinder abzulenken.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Oder kennt ihr jemanden aus dem Freundeskreis. Habt ihr Tipps worauf ich achten sollte?

von der ersten in die dritte? ich würde mir die hefte von drittklässlern ansehen.... bist du der meinung, das dein kind im september eine ganze bildergeschichte schreiben kann? ein siebzig seitiges kinderbuch lesen und vorstellen kann? im oktober das komplette 1*1 lernen kann? die schritte in einer kläranlage in einer arbeit selbständig reproduzieren kann? meine tochter macht grad handstandnoten..... find ich von eins auf drei echt harter tobak für ein kind, das jetzt gerade mal ein halbes jahr zur schule geht.... ich würde mir das gut überlegen.... das niveau in drei jst schon nicht ohne

Danke für deinen Beitrag.
Das hört sich ziemlich sportlich an, was du beschreibst. Bin, wie gesagt, auch skeptisch und würde den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen...
Nur die Lehrerin sprach vor seiner zunehmenden Verweigerung der Mitarbeit im Unterricht, was mich nachdenklich macht. Bei den HA Zuhause ist er auch oft genervt und unmotiviert.
Mit Mathe würde er klar kommen, lesen auch, nur halt die Rechtschreibung und die Schreibschrift - da fehlt ihm definitiv einiges an Übung.
Bin auch dafür daß er die Ferien mit Freunden im Freibad genießt, anstatt Zuhause Schönschrift zu üben.
Muss mich nur gg die Verwandtschaft verteidigen, die machen nämlich Druck - ich würde ihm etwas verwehren usw... Da könnte ich paar gute Gegenargumente gebrauchen.

Welche Art Zusatzaufgaben bekommt dein Sohn?

Gegen die Langeweile darf mein Sohn nach den Pflichtaufgaben in Deutsch lesen und Geschichten schreiben, in Mathe Logicals und Knobelaufgaben machen.

Die Hausaufgaben muss er trotzdem machen, da diese aber nie mehr als 5 - 10 Minuten dauern ist das kein Problem und er weiss, dass man eben immer mal Sachen machen muss, die man nicht so toll findet.

Gibt es bei euch Kurse an einer Kinderakademie oder Kinder Uni für begabte Kinder? Da darf mein Sohn sich nun austoben und sein Köpfchen anstrengen. Außerdem lernt er ein Instrument um einfach mal was Neues zu machen.

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Von der 1. in die 3. kannst du nur machen wenn dein Kind wirklich schnell und problemlos lernt oder wirklich schon sehr viel weiter ist als die Mitschüler. Die ganze Schreibschrift, Multiplikation und Rechtschreibung nachholen ist nicht ohne.
Ich glaube ich würde klären ob mein Kind nicht schon jetzt stundenweise wechseln kann.

Hallo,

Erfahrung habe ich nicht aber wir standen vor derselben Entscheidung und haben uns gegen den Sprung entschieden .

Wie ist die sozial-emotionale Entwicklung deines Sohnes?
Mein Sohn ist da ganz klar 6 Jahre alt und sehr sensibel auch wenn er im Kopf problemlos im 1000er Bereich rechnet, Geschichten schreibt und fast täglich ein Buch liest. Aber genau diese emotionale Entwicklung ist später sehr wichtig. Dies sehe ich aktuell bei meiner Tochter, 5. Klasse, G8 Gymnasium. Sie wäre vor einem Jahr noch nicht reif gewesen für die Herausforderungen am Gymnasium. Nicht stofflich, sondern eben die anderen Herausforderungen.

Du schreibt, er hat sich in seiner Klasse einglebt. Das ist sehr schön und deshalb würde ich, wenn die Möglichkeit besteht, ihn erst einmal in seiner möglichen neuen Klasse schnuppern lassen. Denn wenn er jetzt schon Freunde hat, eventuell nach dem Sprung keine Freunde findet, dann kann das so viel mehr wiegen als die Langeweile jetzt.

Grüße,
jojo

Er braucht ertmal eine Weile bis er sich akklimatisiert und nach dem Auftauen ist er kommunikativ und sehr lebhaft. Spielt auch gerne mit Mädchen und hat seinem Schwarm vom Taschengeld einen "goldenen Diamantdering" für 50 Cent gekauft, ist jetzt quasi verlobt XD
Die soziale Geschichte macht mir mehr Bauchschmerzen als der Lernstoff, es wäre nicht gerade förderlich wenn er in der neuen Klasse zu einem Außenseiter werden würde

Wie süß! Da er sich in seiner Klasse so wohl fühlt, würde ich ihn auf jeden Fall vorher schnuppern lassen.

Freundschaften (und wohl auch Verlobungen :) ) ändern sich natürlich aber aus einer Gemeinschaft raus in eine bestehende Gemeinschaft hinein, kann schon Probleme verursachen.

Hier hätte man in der 5 Klasse springen können. GUT,dass wir dies nicht gemacht haben..
Von der Klasse 1 zu 3 ist schon ein Schritt....perfektes Lesen und Leseverständnis in Mathe ist wichtig.Vom Alter her war meiner auch 7 in der 3. Klasse...das wäre wohl nicht das Problem

Höre auf dein Gefühl, und nicht auf die Übermütter hier
Mein Pups sechin macht dies, mein Scheißerchen macht das... das ist ja nicht zum aushalten!
Höre auf dich und deinen Menschenverstand,höre auf deinen Mann, und die Lehrerin.

Ich kaufe ein Pupserchen und ein Aushalten

Wenn schon die Klassenlehrerin das empfiehlt (& es hoffentlich auch mit der Klassenlehrerin der Folgeklasse besprochen hat), würde ich zum sofortigen Wechsel raten & nicht bis Schuljahresende warten. Somit kann die Integration besser klappen & evtl. Schwierigkeiten besser aufgefangen werden.
Alles Gute!

Wäre es denn nicht sinnvoller, ihn jetzt, zum Halbjahr, in die 2.Klasse springen zu lassen ? So hat er noch fast ein halbes Jahr um anzukommen und der Schnitt ist nicht so gravierend.

Dieses Vorgehen habe ich schon oft im Zusammenhang mit Springen gelesen.

Ansonsten kann ich sagen, dass auch meine 3 Kinder sehr fit waren. Töchterchen saß in der 1.Klasse mit einem 300-Seiten-Buch in der Pause und schrieb schon kleine Geschichten am PC.

Ihr Zwillingsbruder war in Mathe sehr fit, Hunderterbereich kein Problem und Addieren von Zahlen wie z.B. 1,67 + 2,56 auch nicht.

Der Große ist unser wandelndes Lexikon, hat sich in der 2.-3.-Klasse für Teilchenphysik interessiert.

Langeweile war natürlich oft ein Thema, vor allem in der 1.Klasse. Die Lehrerinnen hatten aber für die fitten Kinder immer noch Aufgaben auf einem höheren Niveau.

Die Kleinen sind jetzt in der 3.Klasse und schwimmen so mit, sind keineswegs Einserkandidaten, dafür gibt´s zuviele Schusselfehler ;-).

Der Große ist jetzt 6.Klasse Gymnasium, kommt gut mit, liegt im 1-2er-Bereich, Langeweileklagen kommen inzwischen auch nicht mehr.

Es ist oft so, dass Kinder mit einigen Vorkenntnissen eingeschult werden, was sich dann meistens auf ein Niveau angleicht, weil die Anderen aufholen.

Ihr könnt zur Sicherheit ja auch einen Test machen lassen. Die DGhK kann Euch Anlaufstellen dafür geben. So erhaltet ihr einen Gesamtüberblick über Stärken und Schwächen und meistens auch Tips, ob ein Sprung wirklich sinnvoll ist oder ob man mit Vertiefung auskommt, zumal er sich ja in der Klasse an sich wohl fühlt.

Ines

Guten Morgen,

das ist ein zweischneidiges Schwert.

Mein „kleines“ Kind äußerte nach 8 Wochen im 1. Schuljahr den Wunsch in klasse zu gehen.
Dass das Kind nicht ganz „doof“ ist, war uns klar. Hat sich, wie auch immer, den mathestoff des 1. Schuljahres vor der Einschulung selbst beigebracht. Lesen konnte das Kind nach 8 Wochen.

Ich selbst bemerkte nicht, wie groß der Leidensdruck war. Bach 3 Monaten begann die Schulverweigerung. Die Lehrerin wollte unser Kind nicht springen lassen, auch nicht nur in einem Fach. Wäre organisatorisch kein Problem.

Nachdem die Schulunlust immer größer wurde , wir nicht mehr wussten ob wir das Kind überschätzen haben wir einen IQ Test machen lassen. Für uns der letzte Ausweg. Es kam raus, dass er IO überdurchschnittlich ist, Kind hat dann im nächst höheren Schuljahr geschnuppert, hätte dann auch von 2 nach 3 springen können, aber da war der Zug schon abgefahren.

Unser Kind wollte nicht und nun krebst es sich mit totaler Unlust durch die Schule. Hat eine Null Bock Haltung entwickelt. Die Noten passen. Ich mache drei Kreuze, wennfie GS vorbei ist , noch ein Jahr, dann sind die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen gelaufen. Hoffe, dass es dann wieder besser wird und unser Kind nicht komplett verweigert.

Sprich mit deinem Kind, deinem Mann und der Lehrerin und schiebe die Entscheidung nicht auf die lange Bank. Wie andere hier auch, empfehle ich den sofortigen Sprung, wenn es es springen möchte.

VG

Wunsch in klasse 2 zu gehen

Wir haben diese Möglichkeit bei beiden Kids ebenfalls gehabt ,wir haben uns in beiden Fällen gegen diesen Sprung entschieden.
Ich kann nur raten ,dass Du auf Dein Bauchgefühl hören solltest.
Unsere Kinder haben dann immer Extraaufgaben bekommen od. aber sie haben anderen Schülern geholfen. Unsere Tochter durfte auch Sudoku od. ein Buch mit in d. Schule nehmen etc.,es gibt viele Möglichkeiten.
Heute kann ich sagen,dass es für uns u. unsere Kinder d. richtige Entscheidung war. Sohn besucht momentan d. 10. Klasse ,Tochter Klasse 6 ...beide am gleichen Gymnasium. Sie haben weiterhin Null Probleme in d.Schule ,müssen kaum lernen .
Dieses höher ,schneller ,weiter ...manchmal empfinde ich es zu viel des guten.Oftmals macht der Alterunterschied später doch etwas aus u. da fangen dann die Probleme an.

LG Kerstin

Ach ,ganz vergessen ...unser Sohn wurde damals getestet auf Hochbegabung ...der Test ergab ,dass er überdurchschnittlich intelligent ist.
Und beide Kinder wollten von sich aus den Wechsel nicht. Unser Großer hatte Probestunden in Klasse 2 damals u. er fühlte sich dort sehr unwohl.

LG Kerstin

In meinem Umfeld hat ein Mädchen diesen Sprung gewagt. In der Grundschule lief das auch recht gut weiter, aber auf dem Gymnasium kam dann der Einbruch, schließlich ist sie nach der 11. Klasse abgegangen.
Was auf jeden Fall gefehlt hat war die soziale Entwicklung. Man hat gemerkt, dass sie jünger war als die Klassenkameraden und sie war sehr damit beschäftigt, das zu kompensieren und zu versuchen mitzuhalten.

Ich sehe es daher eher kritisch, wenn es auch ein einzelner Fall ist.

LG

Bei meinem Sohn in der Klasse war ein Kind, das nach der ersten Klasse direkt in die 3 Klasse gesprungen ist. Er musste in den Sommerferien wirklich viel machen, wie schon erwähnt das kleine 1x1 und auch für deutsch einiges an Stoff. Wenn du das deinem Sohn zutraust, dann kann es vom Lernstoff her klappen. Allerdings wird es schwierig werden mit den Kindern, dieser eine Junge 1 Jahr jünger, teilweise auch 2 Jahre jünger als die anderen in der Klasse, er ist 7 und andere 9, das macht einen großen Unterschied und er hat sozial einen Anschluss gefunden. Mein Sohn war auch immer sehr gut in der Schule und konnte in der ersten Klasse problemlos bis 100 rechnen, doch niemals würde ich wollen, dass er eine Klasse überspringt. Ich freue mich solange er einen Vorpsrung hat, denn spätestens am Gymnasium wenn er nicht mehr so viel Lust auf lernen hat, wird ihm das zugute kommen und sich wieder ausgleichen.

Bei solchen Kinder ist es aber nicht unbedingt das Alter, was das Problem ist.
Ich habe eben von meiner Tochter geschrieben, die auch sozial sehr weit war. Trotzdem ist „Anschluss finden“ in der Schule ein Thema. Sie tickt und denkt einfach ganz anders als der Durchschnitts Mitschüler, hat Interessen mit denen die meisten wenig bis nichts anfangen können,...
Das ist es auch das, was die Mitschüler bemerken. Das Alter spielt da weniger eine Rolle.

Hallo
Meine Tochter kam mit noch 5 in die Schule ( hier spätes Muss Kind). Es zeichnete sich recht schnell ab, dass sie nicht in der 1 Klasse bleiben kann. Sie war den Mitschülern weit überlegen. Eben auch auf der sozialen Ebene, was bei diesem Thema eine nicht gerade kleine Rolle spielt. Sie kam „nur“ in die 2 Klasse und war dann stufenweise in der nächst höheren Klasse. Das tat ihr sehr gut. Probleme wegen ihrem Altern gab es, bis heute (10,6 Klasse), nicht. Oder besser gesagt, nur mal von Seiten der Lehrer. Es gibt Lehrkräfte, die da einfach prinzipiell dagegen sind.
Aufarbeiten musste sie ehrlich gesagt nichts. Sie war im Stoff viel weiter und ihr Kenntnisstand ist einfach bis heute immer über dem Klassenziel. Für die Schule lernen kennt sie bis heute nicht. Ihr fliegt alles zu. Für die Schule muss sie daheim nur Hausaufgaben (sofern nicht bereits in Schule oder Bus fertig gemacht) und sowas wie Projekte machen.
Was ich gerade bei so einem Kind wichtig finde: auch außerhalb der Schule richtiges Futter anbieten. Meine Tochter lernt in der Freizeit Fremdsprachen, gerade machte sie einen Coding Kurs usw. Das sind zwar auch Dinge die ihr leicht fallen, aber da muss auch sie mal lernen. Wenn auch nur kurz ;-)
Aber man muss sich achten, dass das Kind auch körperlich ausgelastet wird.

LG

Unser Kind hat die 2. übersprungen. Allerdings war sie in eine Mischklasse aus 1. und 2. und jeder konnte in seinem Tempo arbeiten. Mit den Arbeitsheften für die 1. war sie nach dem Halbjahr fertig und hat dann mit denen für die 2. begonnen. Zusätzlich haben wir jeden Tag eine halbe Stunde zu Hause weitergemacht. Sie war bis zu den Sommerferien mit dem Stoff der 2. fertig.
Die Initiative ist vor Weihnachten von der Lehrerin ausgegangen. Auch wir haben zunächst abgelehnt. Trotzdem auch uns alle möglichen Horrorszenarien geschildert wurden, hat es super funktioniert. Kind wollte selbst. Klasse 3 und 4 waren fast ausschließlich sehr gute Ergebnisse bis auf Sport und Kunst. In der 5. gab es dann schon ein paar zweier.
Für unser Kind war es das Beste, was ihm passieren konnte. Ich muss dazu sagen, sie ist nicht hochbegabt ist, auch wenn wir nicht getestet haben. Sie ist einfach sehr interessiert und hat ein normales schlaues Köpfchen. Jetzt auf dem Gymnasium schätzt sie, dass sie von Kindern umgeben ist, die lernen möchten. Eines Aussage, die ich bezeichnend finde.

ich bin immer wieder erstaunt über die extreme Anzahl der Kinder, die nur aus Langeweile im Unterricht stören ! Wahnsinn - meine Wirklichkeit zeigt da andere Gründe, aber eagl.

Liebe gerneschwanger,

ich würde fragen, ob es nicht möglich ist jetzt sofort zu springen. Dann hast Du zwar das Thema Alter immer noch, aber zumindestens muss in den Sommerferien nicht soviel nachgearbeitet werden. Ich verstehe nicht, warum das die Schule nicht so anbietet.

Ein Argument dagegen wäre für mich: Es kommt ein Leben nach der Grundschule. Ich habe ein MUSS Kind, dass zu Schulbeginn gerade sechs Jahre alt wurde - Keine schulischen Probleme, aber ich würde ihr gerne jetzt (kommt nach den Sommerferien auf das Gym.) ein weiteres Jahr in der Grundschule geben. Kind wird schulisch im Gym. keine Probleme haben mit dem Stoff, aber mit anderen Dingen.

Danke für eure zahlreichen anderen und umfassenden Antworten!
Denke, die Idee meinen Sohn in der zweiten erstmal schnuppern zu lassen, ist ganz hilfreich. Dann kann man weiter sehen je nach dem wie es ihm bekommt. Ich werde ihn auf keinem Fall in irgendeine Richtung preschen. Nur wenn er Interesse zeigt und alle anderen Voraussetzungen günstig sind, würde ich den Sprung evtl in Erwägung ziehen.

Wenn dann soll er JETZT in die zweite wechseln.

Ich sehe keinen Sinn darin bis zu den Sommerferien zu warten und dann so einen erheblichen Sprung zu machen.

Die erste Klasse ist für viele Kinder sehr leicht.

Hallo,

unser Sohn ist letztes Schuljahr nach den Osterferien von der 1. in die 2. Klasse gesprungen. Er war in einer jahrgangsgesmischten Klasse. Jetzt ist er in der 3. - es war für ihn eine sehr gute Entscheidung.

Wenn möglich und gewünscht, würde ich Dir empfehlen Dein Kind so bald wie möglich springen zu lassen, nicht erst zum Ende des Schuljahres.

Schreibe mir gerne persönlich, wenn Du mehr wissen möchtest.

LG

Bei uns haben die Kinder die springen könnten die Möglichkeit, 3 Monate in der geplanten Klasse zu hospitieren, da kann man dann schauen, wie sie mit allem Klarkommen. Es ist ja nicht nur der aufzuholende Lehrstoff (den man nicht unterschätzen sollte) sondern auch das evtl. noch sehr kindliche Verhalten oder das Verträumt sein. Das Kind meiner Freundin ist gesprungen, aber zum Halbjahr hin. Ging gut, der betreuende Lehrer hat geholfen das Unterrichtsmaterial zu besorgen, aber das war von 2 auf 3.

Ich würde mein Kind lieber gleich springen lassen als erst nach Ende des Schuljahres.

Hallo,

am wichtigsten bei dieser Überlegung ist, was das Kind will.

Wir haben eine Tochter (6. Klasse), die eine der drei Überfliegerinnen einer bilingualen Französisch-Klasse am Gymnasium ist. Sie hat sich in der Grundschule gelangweilt, wollte aber auf keinen Fall springen, weil sie sich in ihrem Klassenverband und mit der Lehrerin so wohl gefühlt hat. Da hat sie sich lieber gelangweilt. ;-)

Unser Sohn (9, spät eingeschultes Dezember-Kann-Kind) ist nach dem ersten Halbjahr der 2. Klasse erfolgreich in die 3. Klasse gesprungen.
Er fühlte sich in seiner alten Klasse vollkommen unterfordert und hatte ständig Streit mit der Lehrerin. Die wollte ihm nicht einmal Zusatzmaterial geben und meinte, er sei ja nur bockig und langsam und nicht unterfordert. #aerger
Er musste deswegen definitiv aus dieser Klasse raus.
Wir haben dann bei einem Kinderpsychiater einen Intelligenztest machen und uns beraten lassen. Der empfahl den Sprung, im Gegensatz zu der Lehrerin. Unser Sohn ist übrigens nicht hochbegabt, aber immerhin überdurchschnittlich begabt.
Mit dem Ergebnis sind wir dann zur Direktorin gegangen, und unser Sohn durfte testweise in die 3. Klasse gehen.
Er wollte übrigens selbst unbedingt springen, obwohl ich ihm gesagt habe, dass das für ihn harte Arbeit bedeutet.

In der 3. Klasse sollte er plötzlich lange Texte schreiben, wo vorher zwei, drei Sätze am Stück das höchste der Gefühle waren und das auch noch mit Füller, wo er noch nie einen in der Hand gehabt hatte. Die Rechtschreibung sollte jetzt stimmen. Schreibschrift konnte er auch nicht. Die Hausaufgaben waren dreimal so umfangreich, und er saß anfangs 2,5 bis 3 Stunden am Tag daran - weil er das schaffen wollte, nicht weil wir das wollten. Von uns aus hätte er früher aufhören dürfen.
Die neue Lehrerin ist allgemein viel anspruchsvoller, als seine alte Lehrerin.

Nach ca. einem Monat hatte er die Zeit immerhin auf 1,5 bis 2 Stunden reduziert, nach zwei Monaten war er bei 1 bis 1,5 Stunden, und da ist er heute noch.
Wir haben parallel zur Schule die fehlenden Inhalte nachgeholt.
Mathe ist und war immer sein bestes Fach. Das war kein Problem.
Die Schreibschrift hatte er auch schnell drauf.
In Rechtschreibung hat er sich sehr schnell massiv verbessert.
Aber mit den Aufsätzen hat er sich furchtbar einen abgebrochen. Am Anfang war ihm nicht mal ganz klar, wo ein Satz aufhören und der nächste anfangen sollte. #schwitz
Englisch war auch schwierig. Da haben wir viel mit der Duolingo-App gearbeitet.
Von der Schule gab es nur ein bisschen Material für die Aufsätze von seiner neuen Lehrerin, weil wir sie darum gebeten hatten, sonst mussten wir zusehen, wie wir das machen.
Das ganze Nachholen hat 3 bis 4 Monate gedauert.
Wir waren wirklich beeindruckt, wie schnell unser Sohn begreift, wenn er will. Er wirkt nämlich sonst immer furchtbar verplant und verträumt (Er hat leichtes ADS.).

In der Klasse eingelebt hat sich unser Sohn schnell. Besonders die Mädchen mögen ihn, weil er nicht so wild ist. ;-) Mit der Lehrerin versteht er sich blendend. Die sagt, er sei ein wirklich netter Junge.
Er wird da zwar immer wieder von ein paar Rabauken geärgert, aber die ärgern auch andere Kinder, die nicht gesprungen sind, und die kommen damit genauso gut oder schlecht klar.
Die Körpergröße finde ich unwichtig. Unsere Tochter war in der Grundschule kleiner und zierlicher als manche Mädchen, die ein, zwei Jahre jünger waren. Trotzdem hat sie sich immer Respekt verschafft.

Das letzte Zeugnis unseres Sohnes, jetzt, in der 4. Klasse, bestand übrigens aus lauter 2en und einer 1 in Religion. Er hat eine Gymnasial-Empfehlung, und die Lehrerin sagt, der Sprung war richtig.
Ob es später mal Probleme gibt, wird sich zeigen, aber das weiß man ja nie.

Ich würde Euch dazu raten, eher zum Halbjahr in die 2. Klasse zu springen, falls Euer Sohn das will.
Im 2. Halbjahr der 2. Klasse kommt nämlich das 1x1 und dann hat Euer Sohn in Deutsch auch noch ein bisschen Zeit bis die Aufsätze ab dem 3. Schuljahr kommen. (Jedenfalls ist das hier in NRW so.)

Aber, wie gesagt, am wichtigsten ist, dass das Kind selbst dahinter steht und nicht das, was die Lehrerin sagt.

LG

Heike

Danke für deinen umfangreichen Beitrag.
Denke die Aufsätze könnten ein Problem werden. Ausserdem 2 Stunden HA für einen 7 jährigen ist schon hart.
Bis zu den Sommerferien warten halte ich es auch für nicht sinnvoll, dann müsste er ja noch mehr Stoff nachholen.
Hab heute die Lehrerin nicht erreicht, werde sie aber demnächst auf das Schnuppern ansprechen und dann sehen wir weiter

Hallo,
unsere Nichte wurde mit 5 eingeschult und ist im 2. Halbjahr der 2. Klasse in die 3. Klasse gesprungen. Bis zur 7. /8. Klasse war das kein Problem, aber dann...
Als sie 12 war, waren die Klassenkameraden zwischen 13 und 14. Manche hatten dann bereits einen Freund, haben sich geschminkt etc. Vielleicht ist das bei Jungen nicht so schlimm bzw. gravierend wie bei Mädchen, aber damals war das echt eine harte Zeit für sie. Mit 17 hat sie begonnen Medizin zu studieren und arbeitet jetzt mit 23 als Ärztin.
Wir haben noch mehr so Kanditaten in der Familie (z.B. bestes Abitur des Bundeslandes), die aber nicht gesprungen sind. Die haben sich im Sport und Musik ausgepowert. So haben wir es bei unserer Großen auch gehandhabt und sind damit gut gefahren. Sie wurde allerdings auch von der Schule noch extra gefördert, indem sie an einem speziellen Programm der örtlichen Hochschule für besonders begabte Kinder teilnehmen durfte. Das war in der Grundschule auch immer wieder eine schöne Abwechslung. Jetzt in der Oberstufe vom Gymnasium macht das ganze eh nichts mehr, sondern ist von Vorteil, da sie trotz super Noten weiter ihren Sport und Musik und alles Mögliche in der Freizeit machen kann.
LG

Unsere beiden Große haben damals ein halbes Jahr erste und ein halbes Jahr zweite Klasse gemacht. Sind als innerhalb eines Jahres von der 1.in die e. Klasse gekommen.
Hat super geklappt. Der Große ist jetzt 15 und in der EF (alte 10. Klasse) und der Mittlere ist 12 und in der 8. Klasse Gymnasium.

Hallo

ich habe (noch) kein Kind in dem Alter und lebe außerdem in Österreich. Weiß also nicht, inwieweit meine Meinung für dich interessant ist.

Der Sohn einer Kollegin ist auch in ein zwei Fächern begabt und langweilt sich zutiefst. Die anderen Fächer wiederum sind am Stand seiner Klassenkameraden.
Sie haben in der Volkschule die Lösung gefunden, dass er eben in Mathe und noch was (vergessen sorry) zu den Drittklässlern durfte. Da dort eine andere Lehrerin ist, werden sich die Arbeitsblätter nicht überschneiden, wenn er dann mit seiner Stammklasse die Thematik durchgeht.
Und als es dann soweit war und seine Stammklasse in der dritten war, war er halt Co-Lehrer und hat den Kameraden zusammen mit der Lehrerin bei den Aufgaben geholfen zu erklären. Machte ihn mächtig stolz und die Lehrerin hatte mehr Zeit für die anderen während der Stunde.
Jetzt ist er am Gymnasium und macht auch hier die Leistungskurse einfach.
Meiner Kolegin war wichtig, ihn nicht aus seinem Klassenverbund rauszureißen. Er ist eigentlich recht schüchtern (außer beim Erklären, da ist er toll) und hatte endlich Freunde gefunden. Tlw noch Kindergartenkameraden dabei. Für ihn war auch toll, dass er bei den Großen mitmachen konnte, aber keine Noten bekam. So blieb ihm manche Enttäuschung erspart, als wenn er als Vollschüler etwas in der dritten nicht gut geschafft hätte.


So. Jetzt komm ich als zweites Beispiel zur Cousine meines Mannes. Sie ist vorzeitig eingeschult worden (Geburtstag 2 Wochen nach dem Stichtag), weil es ihr im Kindergarten gar so langweilig war. Volksschule ging gut, laut Lehrer war sie halt sehr verspielt und fantasievoll noch. Dann kam die Unterstufe. Da traf sie auf tlw wirklich ältere Kinder in der gleichen Klasse. Sie also 11 geworden, die schon 13. Ich hoffe, du verstehst was ich meine. Da fingen die Probleme an. Nicht schulisch, sondern im Klassenverband. Cousinchen noch immer sehr verspielt und "unreif" für die schon Anfang der Pubertät stehenden Mädchen. Aber sie war halt erst elf und die anderen schon 13! Cousinchen fühlte sich 2 Jahr massiv schlecht in der Klasse. Bis auch bei ihr endlich die Pubertätssachen auftauchten.

Was ich sagen will, es kann ein Überspringen auch für die Psyche niht gut sein. Denn er wird massiv jünger sein unsd manche Kinder sind gemein. Kann man nicht verhindern. Klar kann das auch auf normalem Schulweg passieren. Aber die Kindheit wird doch eh immer kürzer heutzutage. Gönn ihm die Zeit mit seinen Klassenkameraden und versucht eine andere Alternative als Klasse überspringen.

lg lene

Du als Mutter musst die Entscheidung für dein Kind treffen, nicht dein Kind.
Ich denke, dass die Klassenlehrerin deinen Sohn schon recht gut einschätzen kann, und daher nicht einfach so mal eine Empfehlung ausspricht.
Jung und klein zu sein ist nicht schlimm.
Wir haben im Freundeskreis ein Kind dass von der ersten in die 3. Klasse gewechselt hat und das sehr gut "verkraftet" hat.

Herzliche Grüsse,
Chris

Hallo,

ich will Dir von mir erzählen:

ich hätte von Anfang an in die 2. Klasse gehen können - und habe es nicht geschafft, weil ich den Test nicht geschafft habe. Ich habe mich mit dem Test gelangweilt und als Kindergartenkind nach 2 Seiten abgebrochen. Also musste ich in die erste Klasse. Mir ist schon immer alles zugeflogen. Meine Eltern hatten Angst, dass ich das Gymnasium nicht schaffen würde, man müsse dort viel lernen - und ich langweilte mich für 6 Jahre auf der Realschule, bevor ich auf das Gymnasium wechselte. Dort war es auch nicht herausfordernd genug. Ich machte eine Ausbildung, um dann zu studieren, eher mittelmässige Abschlüsse, weil es mich nicht genug forderte. Nun mache ich neben meinen drei Kleinkindern noch ein Fernstudium. Der Abschluss wird sicher nicht schlecht werden.

Weißt Du, ich bin - solange meine Eltern das Sagen hatten, immer nie ausreichend gefordert worden. Man hat mir nie das zugetraut, was in mir steckt. In deren Augen war ich nie ausreichend sozial-emotional gefestigt. Sie trauen mir nicht zu, Rückschläge zu bestehen, mich tatsächlich mal anzustrengen und haben mich immer ausgebremst und zurückgehalten. Sie waren der Meinung: "Du schaffst das nicht." Erst ab dem Zeitpunkt, wo ich eigene Entscheide treffen konnte und ich auch ausgelastet bin, ist meine Leistung im oberen Bereich. Ich brauche diesen "Stress" um gute Leistung zu bringen. Bin ich unterfordert, dann schleicht sich bei mir der Schlendrian ein.

Ich kenn Euer Kind nicht, aber aus meiner eigenen Geschichte will ich Euch ermutigen, Eurem Kind zuzutrauen, dass es etwas schafft, was es auch möchte.
(Abgesehen davon - das schlimmste wäre wohl, dass er nach 3 Monaten wieder in die alte Klasse zurückwechselt, oder?)

LG, Pureheart

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