Klasse überspringen? Wer hat Erfahrungen?

Hallo ihr lieben,
beim letzten Elternsprechtag empfiehl mir die Klassenlehrerin meines Sohnes (knapp 7 J) nach den Sommerferien die 2.Klasse zu überspringen. Sprich nach der 1. in die 3. Sie hat bis jetzt ein Kind dabei begleitet, in den Sommerferien mit dem Kind den Stoff der 2.Klasse aufgearbeitet. Es ist gut ausgegangen.
Ich bin da eher skeptisch:

-er wäre der jüngste und kleinste unter den 3-Klässlern
-er hat sich bereits in seiner Klasse eingelebt

Was allerdings dafür sprechen würde ist, daß er gefordert wäre. Im Moment langweilt er sich oft im Unterricht, trotz Zusatzaufgaben. Dann fängt er an Quatsch zu machen und die Kinder abzulenken.
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Oder kennt ihr jemanden aus dem Freundeskreis. Habt ihr Tipps worauf ich achten sollte?

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von der ersten in die dritte? ich würde mir die hefte von drittklässlern ansehen.... bist du der meinung, das dein kind im september eine ganze bildergeschichte schreiben kann? ein siebzig seitiges kinderbuch lesen und vorstellen kann? im oktober das komplette 1*1 lernen kann? die schritte in einer kläranlage in einer arbeit selbständig reproduzieren kann? meine tochter macht grad handstandnoten..... find ich von eins auf drei echt harter tobak für ein kind, das jetzt gerade mal ein halbes jahr zur schule geht.... ich würde mir das gut überlegen.... das niveau in drei jst schon nicht ohne

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Danke für deinen Beitrag.
Das hört sich ziemlich sportlich an, was du beschreibst. Bin, wie gesagt, auch skeptisch und würde den Dingen ihren natürlichen Lauf lassen...
Nur die Lehrerin sprach vor seiner zunehmenden Verweigerung der Mitarbeit im Unterricht, was mich nachdenklich macht. Bei den HA Zuhause ist er auch oft genervt und unmotiviert.
Mit Mathe würde er klar kommen, lesen auch, nur halt die Rechtschreibung und die Schreibschrift - da fehlt ihm definitiv einiges an Übung.
Bin auch dafür daß er die Ferien mit Freunden im Freibad genießt, anstatt Zuhause Schönschrift zu üben.
Muss mich nur gg die Verwandtschaft verteidigen, die machen nämlich Druck - ich würde ihm etwas verwehren usw... Da könnte ich paar gute Gegenargumente gebrauchen.

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Welche Art Zusatzaufgaben bekommt dein Sohn?

Gegen die Langeweile darf mein Sohn nach den Pflichtaufgaben in Deutsch lesen und Geschichten schreiben, in Mathe Logicals und Knobelaufgaben machen.

Die Hausaufgaben muss er trotzdem machen, da diese aber nie mehr als 5 - 10 Minuten dauern ist das kein Problem und er weiss, dass man eben immer mal Sachen machen muss, die man nicht so toll findet.

Gibt es bei euch Kurse an einer Kinderakademie oder Kinder Uni für begabte Kinder? Da darf mein Sohn sich nun austoben und sein Köpfchen anstrengen. Außerdem lernt er ein Instrument um einfach mal was Neues zu machen.

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Von der 1. in die 3. kannst du nur machen wenn dein Kind wirklich schnell und problemlos lernt oder wirklich schon sehr viel weiter ist als die Mitschüler. Die ganze Schreibschrift, Multiplikation und Rechtschreibung nachholen ist nicht ohne.
Ich glaube ich würde klären ob mein Kind nicht schon jetzt stundenweise wechseln kann.

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Hallo,

Erfahrung habe ich nicht aber wir standen vor derselben Entscheidung und haben uns gegen den Sprung entschieden .

Wie ist die sozial-emotionale Entwicklung deines Sohnes?
Mein Sohn ist da ganz klar 6 Jahre alt und sehr sensibel auch wenn er im Kopf problemlos im 1000er Bereich rechnet, Geschichten schreibt und fast täglich ein Buch liest. Aber genau diese emotionale Entwicklung ist später sehr wichtig. Dies sehe ich aktuell bei meiner Tochter, 5. Klasse, G8 Gymnasium. Sie wäre vor einem Jahr noch nicht reif gewesen für die Herausforderungen am Gymnasium. Nicht stofflich, sondern eben die anderen Herausforderungen.

Du schreibt, er hat sich in seiner Klasse einglebt. Das ist sehr schön und deshalb würde ich, wenn die Möglichkeit besteht, ihn erst einmal in seiner möglichen neuen Klasse schnuppern lassen. Denn wenn er jetzt schon Freunde hat, eventuell nach dem Sprung keine Freunde findet, dann kann das so viel mehr wiegen als die Langeweile jetzt.

Grüße,
jojo

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Er braucht ertmal eine Weile bis er sich akklimatisiert und nach dem Auftauen ist er kommunikativ und sehr lebhaft. Spielt auch gerne mit Mädchen und hat seinem Schwarm vom Taschengeld einen "goldenen Diamantdering" für 50 Cent gekauft, ist jetzt quasi verlobt XD
Die soziale Geschichte macht mir mehr Bauchschmerzen als der Lernstoff, es wäre nicht gerade förderlich wenn er in der neuen Klasse zu einem Außenseiter werden würde

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Wie süß! Da er sich in seiner Klasse so wohl fühlt, würde ich ihn auf jeden Fall vorher schnuppern lassen.

Freundschaften (und wohl auch Verlobungen :) ) ändern sich natürlich aber aus einer Gemeinschaft raus in eine bestehende Gemeinschaft hinein, kann schon Probleme verursachen.

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Hier hätte man in der 5 Klasse springen können. GUT,dass wir dies nicht gemacht haben..
Von der Klasse 1 zu 3 ist schon ein Schritt....perfektes Lesen und Leseverständnis in Mathe ist wichtig.Vom Alter her war meiner auch 7 in der 3. Klasse...das wäre wohl nicht das Problem

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Höre auf dein Gefühl, und nicht auf die Übermütter hier
Mein Pups sechin macht dies, mein Scheißerchen macht das... das ist ja nicht zum aushalten!
Höre auf dich und deinen Menschenverstand,höre auf deinen Mann, und die Lehrerin.

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Ich kaufe ein Pupserchen und ein Aushalten

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Wenn schon die Klassenlehrerin das empfiehlt (& es hoffentlich auch mit der Klassenlehrerin der Folgeklasse besprochen hat), würde ich zum sofortigen Wechsel raten & nicht bis Schuljahresende warten. Somit kann die Integration besser klappen & evtl. Schwierigkeiten besser aufgefangen werden.
Alles Gute!

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Wäre es denn nicht sinnvoller, ihn jetzt, zum Halbjahr, in die 2.Klasse springen zu lassen ? So hat er noch fast ein halbes Jahr um anzukommen und der Schnitt ist nicht so gravierend.

Dieses Vorgehen habe ich schon oft im Zusammenhang mit Springen gelesen.

Ansonsten kann ich sagen, dass auch meine 3 Kinder sehr fit waren. Töchterchen saß in der 1.Klasse mit einem 300-Seiten-Buch in der Pause und schrieb schon kleine Geschichten am PC.

Ihr Zwillingsbruder war in Mathe sehr fit, Hunderterbereich kein Problem und Addieren von Zahlen wie z.B. 1,67 + 2,56 auch nicht.

Der Große ist unser wandelndes Lexikon, hat sich in der 2.-3.-Klasse für Teilchenphysik interessiert.

Langeweile war natürlich oft ein Thema, vor allem in der 1.Klasse. Die Lehrerinnen hatten aber für die fitten Kinder immer noch Aufgaben auf einem höheren Niveau.

Die Kleinen sind jetzt in der 3.Klasse und schwimmen so mit, sind keineswegs Einserkandidaten, dafür gibt´s zuviele Schusselfehler ;-).

Der Große ist jetzt 6.Klasse Gymnasium, kommt gut mit, liegt im 1-2er-Bereich, Langeweileklagen kommen inzwischen auch nicht mehr.

Es ist oft so, dass Kinder mit einigen Vorkenntnissen eingeschult werden, was sich dann meistens auf ein Niveau angleicht, weil die Anderen aufholen.

Ihr könnt zur Sicherheit ja auch einen Test machen lassen. Die DGhK kann Euch Anlaufstellen dafür geben. So erhaltet ihr einen Gesamtüberblick über Stärken und Schwächen und meistens auch Tips, ob ein Sprung wirklich sinnvoll ist oder ob man mit Vertiefung auskommt, zumal er sich ja in der Klasse an sich wohl fühlt.

Ines

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Guten Morgen,

das ist ein zweischneidiges Schwert.

Mein „kleines“ Kind äußerte nach 8 Wochen im 1. Schuljahr den Wunsch in klasse zu gehen.
Dass das Kind nicht ganz „doof“ ist, war uns klar. Hat sich, wie auch immer, den mathestoff des 1. Schuljahres vor der Einschulung selbst beigebracht. Lesen konnte das Kind nach 8 Wochen.

Ich selbst bemerkte nicht, wie groß der Leidensdruck war. Bach 3 Monaten begann die Schulverweigerung. Die Lehrerin wollte unser Kind nicht springen lassen, auch nicht nur in einem Fach. Wäre organisatorisch kein Problem.

Nachdem die Schulunlust immer größer wurde , wir nicht mehr wussten ob wir das Kind überschätzen haben wir einen IQ Test machen lassen. Für uns der letzte Ausweg. Es kam raus, dass er IO überdurchschnittlich ist, Kind hat dann im nächst höheren Schuljahr geschnuppert, hätte dann auch von 2 nach 3 springen können, aber da war der Zug schon abgefahren.

Unser Kind wollte nicht und nun krebst es sich mit totaler Unlust durch die Schule. Hat eine Null Bock Haltung entwickelt. Die Noten passen. Ich mache drei Kreuze, wennfie GS vorbei ist , noch ein Jahr, dann sind die Anmeldungen für die weiterführenden Schulen gelaufen. Hoffe, dass es dann wieder besser wird und unser Kind nicht komplett verweigert.

Sprich mit deinem Kind, deinem Mann und der Lehrerin und schiebe die Entscheidung nicht auf die lange Bank. Wie andere hier auch, empfehle ich den sofortigen Sprung, wenn es es springen möchte.

VG

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Wunsch in klasse 2 zu gehen

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Wir haben diese Möglichkeit bei beiden Kids ebenfalls gehabt ,wir haben uns in beiden Fällen gegen diesen Sprung entschieden.
Ich kann nur raten ,dass Du auf Dein Bauchgefühl hören solltest.
Unsere Kinder haben dann immer Extraaufgaben bekommen od. aber sie haben anderen Schülern geholfen. Unsere Tochter durfte auch Sudoku od. ein Buch mit in d. Schule nehmen etc.,es gibt viele Möglichkeiten.
Heute kann ich sagen,dass es für uns u. unsere Kinder d. richtige Entscheidung war. Sohn besucht momentan d. 10. Klasse ,Tochter Klasse 6 ...beide am gleichen Gymnasium. Sie haben weiterhin Null Probleme in d.Schule ,müssen kaum lernen .
Dieses höher ,schneller ,weiter ...manchmal empfinde ich es zu viel des guten.Oftmals macht der Alterunterschied später doch etwas aus u. da fangen dann die Probleme an.

LG Kerstin

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Ach ,ganz vergessen ...unser Sohn wurde damals getestet auf Hochbegabung ...der Test ergab ,dass er überdurchschnittlich intelligent ist.
Und beide Kinder wollten von sich aus den Wechsel nicht. Unser Großer hatte Probestunden in Klasse 2 damals u. er fühlte sich dort sehr unwohl.

LG Kerstin

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