6 jähriger lebt in seiner Welt

Hallo zusammen,

heute gab es das erste Gespräch in der Schule meines Erstklässlers.

Er kommt gut mit, lesen, rechnen, schreiben, klappt alles gut.

Allerdings ist er sehr unkonzentriert, "immer in seiner Welt", dreht in den Haaren rum, passt nicht auf. Er redet viel, hört nicht zu, stört wenn mal was ruhiges gemacht wird (zb beim Sport Entspannungsübungen).

Die Lehrerin hatte den Verdacht, dass er zu Hause viel vor dem TV sitzt und an einer Konsole. Diese besitzen wir gar nicht, Fernsehen darf er 20-30 min am Tag.

Sie hat uns geraten, uns an eine Erziehungsberatungsstelle zu wenden. Ich bin leicht geschockt und traurig.

Ich weiß, dass mein Sohn sehr hibbelig ist. Er stört auch dauernd in seinem Judotraining, passt nicht auf, hört nicht zu. Rennt wild rum....
Allerdings hatte ich den Eindruck dass ein der Schule besser läuft, habe ja ein halbes Jahr nichts schlechtes gehört (bis auf einen Eintrag des Sportlehrer).

Ich bin jetzt sehr verunsichert, geht das Aufgedrehtsein über das Normale hinaus?

Bitte um eine Einschätzung um klarer Denken zu können 😕.

Lasse dich mal eher zuvor von einem Kinderarzt beraten und durchchecken....klingt etwas hyperaktiv.
Ihn etwas besser draußen auspowern lassen und viele Gesellschaftsspiele mit euch gemeinsam , wo er sich konzentrieren muss und ihr ihn dadurch selbst mal im Blick habt.

Danke dir. Gesellschaftsspiele spielen wir, da fällt mir nur auf dass er nicht verlieren kann.
Nach draußen könnten wir wohl wirklich öfter....

Meinst du er kann auch hyperaktiv sein, wenn er sich aber trotzdem auf Sachen die ihm Spaß machen lange konzentrieren kann? Er kann ewig basteln, an seiner Werkstatt, mit der Heißklebepistole, malen, schneiden.... Beim Vorlesen kann er auch zuhören.

Aber in die Schule mag er nicht, "die ist nutzlos" 😕

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Hallo,
dein Kind bleibt doch immer das Kind, was vor dir steht. Habe also keine Angst. Es kann doch nur besser werden, wenn du mal zu einem Facharzt gehst und eine Diagnostik durchlaufen lässt.
Meine Söhne galten in den ersten Lebensjahren auch als „sehr schlecht erzogen“. Das SPZ empfahl uns gar eine Erziehungshilfe vom Jugendamt, die wir aber abgelehnt haben. Erst die Diagnose vom KJP brachte dann etwas Licht ins Dunkel. Seelische Erkrankungen sind sehr schwer zu diagnostizieren. Meine Jungs sind Autisten. Seitdem bekamen sie eine spezielle Therapie und heute sagt mir jeder, was für liebe Söhne ich doch habe.
Dein Sohn klingt wirklich etwas hyperaktiv. Ich würde ihn in der KJP testen lassen.

Danke dir :). Wie waren denn deine Söhne, wie hat sich der (?) Autismus geäußert?

Hi

ich würde auch mal ganz in Ruhe weiterschauen.

Was sagt Dein Kind denn selbst?

Meine Tochter war ähnlich - da lief die Schule am Anfang überhaupt nicht. Ich hab sie dann auch mal (da war sie in der 2. Klasse) gefragt, was sie denn so in Mathe macht, wenn sie das ganze nicht versteht, das wäre dann ja bestimmt ganz schön langweilig... Antwort: Naja - sie schaut dann aus dem Fenster, sieht die Wolken und würde sich vorstellen, auf den Wolken draußen rumzufliegen... Sie hat sich also auch komplett weggeträumt... und abgesehen davon, dass sie den Stoff ja eh schon nicht verstanden hatte, wurde es damit natürlich auch nicht besser...

Wir waren damals auch im SPZ und letztlich war es bei Judith "nur" eine Entwicklungsverzögerung. Sie war einfach noch nicht so weit. Wir haben sie dann ein Schuljahr zurückgestuft - und das hat schon gereicht, um alle (Schul-)Probleme zu beseitigen. Fortan kam sie gut in der Schule mit (auch deutlich über das Wiederholungsjahr hinaus), war nicht mehr überfordert - und hat sich dann schlussendlich auch nicht mehr weggeträumt...

Manchmal sind es relativ einfache Dinge die man ändern kann - aber dazu muss man wissen, was los ist,... Und da würde ich dann auch zum SPZ gehen...

LG
Frauke

Mit dem Schulstoff hat er keine Probleme, aber ich weiß schon was du meinst. Ich nehme das mit dem spz in Angriff. Danke dir.

Hallo,

Deiner Beschreibung nach, könnte das ADHS sein. Es kann aber auch sein, dass Dein Sohn noch zu unreif ist, oder dass Eure Erziehung tatsächlich nicht passt.

Kinderärzte kennen sich mit Verhaltensproblemen eher nicht aus. Es sei denn, Euer Kinderarzt interessiert sich zufällig besonders dafür.
Das sind eigentlich nur Allgemeinmediziner für Kinder.

Der richtige Ansprechpartner wäre ein Kinderpsychiater. SPZs und ähnlichen Stellen vertraue ich nicht. Mit denen haben diverse Leute, die ich kenne, schlechte Erfahrungen gemacht. Ich würde mich im Bekanntenkreis nach einem kompetenten Kinderpsychiater umhören.

Gerade AD(H)S-Kinder müssen übrigens sehr konsequent erzogen werden. Diese modernen Konzepte mit minimalen Grenzen, viel Entscheidungsfreiheit für die Kinder und zig Ausnahmen gehen bei solchen Kindern voll nach hinten los.

Wenn Dein Sohn meint, Schule sei nutzlos, müsst Ihr daran arbeiten und ihm aufzeigen, warum Schule nützlich ist und was passiert, wenn man sich da nicht anstrengt.
Vielleicht ist Euer Sohn auch gelangweilt, weil er sich unterfordert fühlt. Aber das sollte ein guter Kinderpsychiater ebenfalls einschätzen können.

Unser Sohn (9) hat übrigens ADS, also die Träumer-Variante. In der Schule ecken diese Kinder mit ihrer Art mehr an, als im Kindergarten, weil sie da weniger Freiheiten haben. Wir haben unseren Sohn ebenfalls wegen Schulproblemen testen lassen. Er wollte in der 2. Klasse die Schule kündigen, weil er meinte, er würde da eh nichts lernen. Er hat dann eine Klasse übersprungen, fühlt sich dort vom Stoff her ausreichend gefordert und kommt auch mit der neuen Lehrerin viel besser klar, als mit der alten.
Die alte Lehrerin meinte, wie bei Euch, unser Sohn sei nur schlecht erzogen und würde keinen Sprung schaffen. #aerger

Wenn man mit so einem Kind einen Lehrer erwischt, der pädagogisch keine Leuchte ist, ist das noch viel übler, als mit einem Kind ohne so ein Defizit. #schwitz

LG

Heike

Warum Schule wichtig ist, habe ich ihm natürlich gleich erklärt.
Ehrlich gesagt, kann ich es gerade gar nicht mehr einschätzen ob wir konsequent genug sind. Ich dachte schon, aber jetzt zweifle ich.
Werde parallel zum Kinderarzt /spz schlau machen, wo der nächste Kinderpsychiater ist. Danke dir.

Wie war es im Kindergarten?

Wie wird im Judotraining reagiert, wenn er nicht aufpasst?

ADS/ADHS hat man oder man hat es nicht. Im Grunde tritt es überall auf, nur dass man es in manchen Bereichen besser kompensieren kann.

Wenn mich etwas interessiert, kann ich mich stundenlang (Hyperfokus) damit beschäftigen. Wenn mich etwas nicht interessiert, bin ich in meiner eigenen Welt. Ich renne nicht (mehr) herum, zappele aber mit den Zehen in den Schuhen, stelle mir vor wie ich mit den Ohren wackle oder renne in Gedanken durch die Welt. :-p

Um mich zu bewegen etwas zu tun, was mich gerade nicht interessiert, brauche ich mehr als nur Motivation. Mehr als nur den inneren Schweinehund zu grillen. Da brauche ich dann eigene Methoden um dennoch zu tun, was ich tun soll.

Seit ich weiß, wie ich mir selbst helfen kann (ADHS), KANN ich mir selbst helfen :-)


Wie geht es deinem Sohn damit?

Was braucht er, damit er besser klar kommt in manchen Situationen?

Was hilft, wenn du Lehrer/Judotrainer fragst? Wann verstärkt es sich?

Damit gehst du zum Kinderarzt, dann ggf. weiter mit Überweisung.
Wenn es einfache Dinge sind, wie mehr Bewegung, gezieltere Bewegung
Brille / Hörgerät etc. prima.
Wenn es in Richtung ADS/ADHS geht, auch prima. Dann könnt ihr Tipps bekommen, wie ihr ihm helfen könnt.

Wenn er es hat, dann hat er es jetzt auch schon. Nur noch keine passende Hilfe.
Wenn er es nicht hat, könnt ihr herausfinden, wie ihr ihm helfen könnt.

Danke dir. Im Kindergarten gab es auch schon Probleme mit dem Stillsitzen beim Morgenkreis und beim Essen.
Beim Judo wird laut gerufen/geschimpft.
Ich hatte das Thema "wann wird es weniger/ mehr nicht mit den Lehrern.

Spreche mal mit eurem Kinderarzt. Da kann eine Ergotherapie helfen. Mein Sohn hatte anfangs auch solche Probleme, es wird wesentlich besser mit der Ergotherapie, und sie macht ihm auch noch unheimlich viel Spaß.

Danke für den Tip!

Hi,
ich denke schon, dass das Aufgedrehtsein über das Normale hinaus geht, sonst hätte es seine Lehrerin ja nicht angesprochen.
Wenn er auch schon im Judo aufgefallen ist und jetzt auch in der Schule, würde ich tatsächlich handeln. Eine Berstungsstelle ist doch schonmal ein Anfang.

vlg tina

So ist es wohl 😟

Ein 6 jähriges Kind, das noch etwas verspielt ist und einfach mehr Bewegung bräuchte.

Sucht einen Ausdauersport für ihn.

Morgens würde ich mit ihm zur Schule laufen. Dann hat er schon Bewegung gehabt, bevor die Schule anfängt. Nachmittags sollte er viel draußen spielen.

Übt mit ihm, dass er bei den Hausaufgaben ruhig sitzen bleibt und zuhört. Danach geht es an die frische Luft.

Spielt mit ihm Spiele, da lernt er, zuzuhören, abzuwarten, bis er dran ist und auch zu verlieren. Während des Spiels sollte er ruhig sitzen bleiben, ansonsten wird nicht weitergespielt. Danach kann er ja wieder hüpfen etc.

Lobt ihn, wenn er etwas gut macht, besonders dann, wenn eine Aufgabe nicht leicht fällt. Lobt ihm, wenn er bei den Hausaufgaben ruhig sitzen geblieben ist.

Macht doch Abends vor dem Schlafen gehen auch Entspannungsübungen. Er kann Dir ja dann zeigen, was er in der Schule gelernt hat.

ADHS glaube ich nicht, dann wären mindestens jedes dritte Kind daran erkrankt.

Ehrlich gesagt, glaube ich eher dass mehr dahinter steckt als verspielt sein.
Spiele spielen wir.
Zum morgens laufen konnte ich ihn bisher nicht überreden. Er ist auch sonst nicht sehr sportlich....
Mittags hole ich ihn zu Fuß, wir gehen dann aber nicht immer nochmal raus. In den Garten kann er natürlich immer, aber basteln oÄ ist ihm meistens lieber.

Sorry das ich etwas sage zum laufen am morgen.

Unsere Kinder sind es gewohnt in die Schule zulaufen, wir Wohnen im Dorf und die Kinder sind in 8 Min. in der Schule,
Ich habe sie noch nie mit dem Auto gebracht oder abgeholt.

Vor ein paar Monaten haben wir vorübergehend weiter weg gewohnt.
Zu Fuss war es zu weit, aber mit dem Fahrrad kein Problem. In diesem Jahr sind meine Beiden Kinder immer mit dem Fahrrad in die Schule gefahren.
Sommer und Winter, bei Regen oder Schnee..

Klar sie hätten sicher nie nein gesagt wen ich sie mit dem Auto in die Schule gebracht hätte.
Aber bei uns gab es die Wahl nicht.

Am mittag geht es ja bei euch auch, du kannst ja sagen noch diese Woche fahre ich dich, danach geht es nur noch zu fuss in die Schule.

Lg nana

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Ich würde den Rat der Lehrerin ernst nehmen und mir einen Termin geben lassen.

Dann kann man immer noch sehen, was wird.

Ich werde auf jeden Fall etwas unternehmen...

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