Mit Hänseleien umgehen

Hallo,

mein Sohn besucht die 5. Klasse einen Gymnasiums. In letzter Zeit berichtet er mir häufiger, dass er von zwei, manchmal drei Mitschülern gehänselt wird. Die sagen dann solch furchtbar kluge Sachen wie "du hast eine Nase am Penis", "dein Finger stinkt nach Scheiße".... Ein Kind davon fällt auch im Klassenchat (WhatsApp) häufiger negativ auf (unpassende Kommentare, Stinkefingersmileys).
Leider ist es so, dass unser Kind sich nicht zu wehren weiß. Heute fand er es besonders schlimm, da sein bester Freund auch noch mitgelacht hat :-(.
Bisher sagt er, er habe versucht sich verbal zu Wehr zu setzen. Aber ein schlichtes "hör auf", "red doch keinen Müll", "lass mich in Ruhe" reicht nicht. Neulich hat er dann geschubst und gehauen. In welchem Ausmaß weiß ich nicht, da ich nur seine Erzählung kenne. In seinen Augen war es gemessen an seiner Wut wohl gering :-(.

Welchen Rat gebt ihr den Kindern, wenn sie geärgert werden und vielleicht zu schüchtern oder verbal nicht schlagfertig genug sind sich da verbal zu schützen?

Ich habe ihn gebeten das bei Klassenlehrerin oder der Vertrauenslehrerin anzusprechen, nachdem die Tipps mit "lass mich in Ruhe" etc nicht funktioniert haben. Er traut sich nicht, da er Angst hat nachher wären "die coolen der Klasse" dann gegen ihn. Oder man würde ihm nicht glauben, da auch die anderen Kinder sich bei diesen beiden Jungs nicht unbeliebt machen möchten. Die beiden Kinder die das hauptsächlich machen sind die Klassensprecher und wohl beliebt.

Alternativ habe ich angeboten mit der Lehrerin zu sprechen. Ich weiß sie legt enorm großen Wert auf gutes Sozialverhalten und würde ihn vermutlich unterstützen das Problem zu lösen. Das lehnt unser Kind ab. Er möchte das selbst lösen. Hat aber keine Idee wie.

Lg

Ach so, ich kenne die Eltern der anderen Kinder nicht. Und aufgrund des Datenschutzes gibt es keine entsprechenden Listen mit Namen oder Adressen. Die Elternschaft der Klasse ist so gut wie garnicht vernetzt.

Hallo,
schwierige Situation.. Meine Tochter ist ebenfalls in der 5. Klasse und hat ein "schwieriges" Mädchen in der Klasse. Über sie haben sich viele geärgert, weil sie andere beschimpft, anschreit, ... Ich hatte ihr geraten, sich von dem Mädchen fernzuhalten, was aber irgendwie nicht geklappt hat.

Sie hat sich dann mit ihrer Freundin zusammengetan und sie haben anonym einen Zettel in den Kummerkasten der Klasse geworfen. Einmal in der Woche hat die Klasse eine Orga-Stunde, wo u.a. der Kasten geleert wird und wo das Problem dann auch angesprochen wurde. Die Klasse hat das diskutiert und der Klassenlehrer ist mit dem Mädchen dann auch raus und hat mit ihr unter 4 Augen gesprochen.

Seitdem klappt es offenbar besser mit diesem Mädchen und meine Tochter fühlt sich wieder wohl in ihrer Klasse. Ich fand das sehr mutig von meiner Tochter und ihrer Freundin.

Ob das unter Jungs evtl. anders ist - keine Ahnung. Aber vielleicht findet dein Sohn einen Verbündeten, mit dem er sich beim Lehrer beschwert über die "blöden" Jungs. Hat er einen besten Freund, der ihn da unterstützen könnte? Zu Zweit ist es ja oft einfacher..
Gibt es in der Klasse einen Kummerkasten oder eine andere Möglichkeit, Probleme anzusprechen? Wenn nein, vielleicht kannst du das ja mal anregen beim Lehrer..?

Ich drücke die Daumen!!

Ich glaube leider nicht, dass er es alleine lösen kann, deswegen würde ich schnell versuchen ihn zu überzeugen, Hilfe bei der Klassenlehrerin zu suchen. Sonst verfestigt sich dieses Verhalten und er bleibt "opfer". Je früher man das Problem anspricht, desto schneller kann man es an der Wurzel packen. Ich weiß dass es für ihn bestimmt erst einmal unvorstellbar ist damit offensiv umzugehen, aber meiner Meinung nach ist das die einzige Möglichkeit, es mit den betreffenden Jungs und der Lehrerin zu klären oder sogar das Thema in der gesamten Klasse besprechen, also das Thema mobbing, vielleicht auch ohne genau auf deinen Sohn einzugehen, sondern eher allgemein und anonym.

Aus eigener Erfahrung würde ich zweigleisig fahren. Ich würde die Klassenlehrerin ins Boot holen. Es gibt ganz viele tolle Programme, die man von extern in die Schule holen kann, die helfen Mobbingstrukturen zu verstehen und aufzubrechen. Viel geholfen wäre deinem Kind bereits, wenn man die Zuschauer aktivieren könnte, die eingreifen. Dazu sind erfahrungsgemäß viele bereit, wenn sie einzeln aktiviert werden. Auch Mobber lassen sich manchmal dazu bewegen, die Seite zu wechseln. Oft wollen sie sich ja nur profilieren und bietet man ihnen die Chance, das darüber zu tun, sich positiv für die Gemeinschaft einzusetzen, tun sie das.

Parallel dazu würde ich mein Kind ermuntern und mit ihm üben, unter der Gürtellinie zurückzuschlagen (vor allem verbal, aber notfalls auch körperlich). Gerade in neu zusammengesetzten Gruppen wird leider immer zunächst die Hackordnung festgelegt und das oft martialisch.
Seine Finger riechen nach Scheiße? Muss wohl dran liegen, dass er gerade aus Versehen die Jacke vom Mobber angefasst hat, sein Penis hat ne Nase? Der Mobber soll froh sein, dass das bei ihm nicht so ist, da er dann ständig kotzen müsste, weil er nach Pipi in der Hose riecht....

Tut mir leid, wenn das total hart klingt. Ich arbeite an einer Schule, wo oft das Motto “survival of the fittest“ herrscht und wir machen hier manchmal “Survival-Training, weil das manchmal einfach der pragmatischte Weg ist....

Ich hoffe echt, dir zu sehr vor den Kopf gestoßen zu haben. Das Pflaster an weiterführenden Schulen kann hart sein.

Klasse, deine Sprüche! Made my day #rofl!

Schwierig...5. Klasse da wird neu gemischt. Sind nicht gerade Elternsprechtage? Mobbing kann muss aber nicht so anfangen und die Handysache ist auch nicht ganz ohne....

Ich würde um einen Kurztermin mit dem Klassenlehrer per Telefon bitten und dann mein Kind sprechen lassen, es dabei unterstützen. Wir hatten eine ähnliche Situation. Das hat sehr gut geklappt und es wurde vermehrt Augenmerk darauf gelegt. Wenn mein Kind selber nicht weiter weiß, greife ich ein. Bisher sind wir damit sehr gut gefahren. LG

Finde ich auch.
Dadurch wird es die Lehrerin evtl. ernster nehmen und mal bitten es allgemein in der Klasse mal anzusprechen, wodurch andere ängstliche Mitschüler auch noch bestätigt bekommen, das sowas was die Bösewichte tun, auch im Sinne des Lehrers Unrechtens ist und sowas dann selber auch eher melden.

Haben die Schüler keine Paten aus der höheren Klasse, Streitschlichter, Sozialarbeiter, etc.
Da würde ich mic/üh zuerst hinwenden. Vielleicht auch mal mit dem Klassensprecher sprechen. Bei uns machen die alehrer bei solchen Dingen nur eines „gebt euch die Hand und gut ist“....

lg
lisa

Hallo,
ich habe die anderen Antworten nicht gelesen. Ich würde auf jeden FAll die Lehrerin mit ins Boot holen und ihr von der Situation erzählen. Würde wohl auch die Gedanken meines Sohnes schildern und vielleicht kann sich die Lehrerin etwas überlegen die Sache zu "entzerren" ohne deinen Sohn zu outen. Es ist ja eine Art Mobbing was die Kinder da treiben und ich denke mal, da sollte man einschreiten.

lg

Aus eigener Erfahrung
Sofort aus der Opferrolle raus Kind sofort schützen
Eltern lassen nicht mit sichernden
Schule schaut oft weg
Dieses ..ach sind doch noch Kinder...Blabla..🤮
Und es wird sogar der Fehler beim Opferkind gesucht
Würde mein Kind ein anderes so angegen,da wäre hier Polen offen und es würde alles unterbinden
Leider läuft es zu 90% in die falsche Richtung
Nicht warten!

Danke für eure Anregunge . Wir werden jetzt verschiedene Dinge in Angriff nehmen.

1. Wird mein Sohn mit einem anderen Kind zusammen etwas in den Kummerkasten werfen.
2. Werde ich die Klassenlehrerin informieren, mit Hinweis auf das Bemühen des Kindes selbst die Lösung zu finden und da um entsprechende Steuerung bitten. Screenshot aus dem WhatsApp Verlauf inklusive.
3. Werden wir an der Schlagfertigkeit arbeiten und das trainieren.
4. Es gibt hier ein Projekt in den Sommerferien, für potenzielle Mobbingopfer. Da kenne ich den Leiter. Ich werde gucken ob er da unter kommen kann. Soweit ich weiß ist dies geschlechterspezifisch.

Lg

Hallo,

ich würde mit der Lehrerin sprechen und ihr auch die WhatsApp-Nachrichten zeigen.

Solche Kinder hören nicht von alleine auf.

Auf dem Gymnasium unserer Tochter gibt es eine Streitschlichter-AG mit älteren Schülern für solche Fälle. Wenn die nicht mehr klar kommen, kommen Lehrer-Streitschlichter dazu.
Wenn das auch nicht hilft, finden Gespräche mit dem Direktor und den Eltern statt, und wenn die Mobber nachhaltig beratungsresistent sind, dürfen sie sich einen neuen Wirkungskreis an einer anderen Schule suchen.

Die sind da der Ansicht, dass solche Strukturen möglichst schnell durchbrochen werden sollten, bevor sie sich verfestigen.

Leider machen andere Schule da wenig bis gar nichts, z.B. die Grundschule hier am Ort.

Am wenigsten gemobbt werden Kinder, wenn sie selbstbewusst wirken und als gingen ihnen solche Sprüche am Allerwertesten vorbei.
Unsere Tochter (6. Klasse) macht das super. Sie kann sich sogar vor Mobbing-Opfer stellen, ohne dass die Mobber sich trauen, sie dann auch zu mobben.
Leider scheint das mehr angeboren, als anerzogen zu sein.
Unser Sohn (4. Klasse) kann das nämlich auch nicht. Der weiß nicht, was er sagen soll, wenn einer ihm blöd kommt und wird irgendwann einfach nur stinksauer und schlägt und bekommt dann den Ärger oder weint, was die ärgernden Kinder natürlich wieder lustig finden. #aerger

Er hat es aber jetzt immerhin irgendwie geschafft, den einen, der ihn dauernd ärgert auf einen anderen, der ihn dauernd ärgert, zu hetzen, weil die beiden sich gegenseitig nicht leiden können. #rofl

Unser Sohn macht demnächst einen Selbstbehauptungskurs. Ich hoffe, das bringt etwas.

LG

Heike

Huhu
Ich weiss nicht ob ich es alleine so sehe aber ich würde mir die Jungs selber packen und denen klar machen das sie deinen Sohn in ruhe zu lassen haben.
Wenn jemand meine Tochter Hänseln würde würde derjenige das nur 1 einziges mal tun da bin ich ne Löwin wenn es darum geht das meine Kinder gehänselt werden.

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