Mobbing an Schulen

Hallo zusammen,

auch ich habe gestern von dem traurigen Fall gelesen, dass ein erst 11-jähriges Mädchen einen Suizidversuch begangen und dann auch leider verstorben ist.

Das hat mich nicht erst jetzt nachdenklich gestimmt. Wie geht ihr als Eltern damit um ? Also bereitet ihr eure Kinder in irgendeiner Form auf Mobbing vor ? Welchen Rat gebt ihr euren Kindern?

Eigentlich bin ich immer sehr dafür, dass ein Kind bzw der Mensch im allgemeinen er selbst sein soll und ich finde "Mitläufer" zu sein alles andere als gut. Andersrum scheint es heutzutage sehr schwierig zu sein, wenn man nicht immer "up to Date" ist.

Dann frage ich mich, woher das hohe Gewaltpotentzial vieler Kinder kommt. Früher hat man sich auch gerauft, aber spätestens wenn der andere am Boden lag, war doch vorbei. Heutzutage gibt es aber oft keine Grenze und es wird noch nachgetreten. Wie geht ihr als Eltern damit um?

Bisher waren wir zum Glück nicht in so einer Situation. Aber dennoch mache ich mir als Mutter Gedanken darum , wie ich mein Kind auf so etwas vorbereiten kann. Wenn das überhaupt geht.

Viele Grüße

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Hallo,

ich habe nicht das Gefühl, dass es schlimmer wird, sondern besser. Wenn ich an meine Schulzeit denke... ich wurde wegen meiner Kleidung ausgelacht, als ich eine Brille bekam und wegen anderer Dinge, die heute zumindest in unserem Umfeld niemanden interessieren. Ich erlebe Kinder als sehr viel umgänglicher, was Unterschiede angeht, egal ob es dabei um Arm und Reich geht, um unterschiedliche Interessen oder um bessere Noten. Auch die Umwelt reagiert viel sensibler darauf, auch wenn es natürlich Ausnahmen gibt.

Das Gewaltpotential hat sich gefühlt erhöht, aber in Wahrheit wahrscheinlich gar nicht so sehr. Auch zu meiner Schulzeit gab es Kinder, die sich nicht unter Kontrolle hatten. Die schlimmen Fälle kamen auf eine Sonderschule, heute werden alle gemeinsam beschult, es gibt Integrationshelfer, die Kinder begleiten, Schulsozialarbeiter, die tolle Arbeit an Schulen leisten. Es kommt auch immer auf das Einzugsgebiet an, wenngleich ein gut situiertes Viertel kein Garant für eine tolle Schulzeit ist.

Ich bestärke meine Kinder in dem, was sie wollen. Wollen sie lange Haare, bestärke ich sie, wenn andere das doof finden. Sehen sie, dass andere Kinder geärgert werden, sollen sie nicht mitmachen, sondern einschreiten. Werden sie geärgert und können den Streit selbst nicht schlichten, sollen sie sich Hilfe bei einem Erwachsenen holen. Bisher klappt das sehr gut, das melden zumindest Lehrer und Erzieher zurück.

Meine Kinder wissen, dass sie mit uns Eltern über alles reden können und sollte ich das Gefühl haben, meine Kinder werden gemobbt oder bemerken, dass andere Kinder gemobbt werden, würde ich das Gespräch in der Schule suchen und ggf. weitere Schritte einleiten.

LG

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Hi.Es gibt leider noch zu viele Eltern,die es egal ist ,was ihre Kinder in der Schule treiben..Deshalb ist es wichtig,das Lehrer,Kernzeitbetreuer oder Hausaufgabenbetreuung die Augen offen halten!!!!Und unseren Sohn weiss,das er immer zu uns kommen kann ,wenn er Probleme hat oder andere Kinder Probleme mit ihm haben🍀

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Ich glaube nicht, dass es früher anders war, damals hatte es nur keinen Namen. Meine Mutter ist Jahrgang 1953 und kann aus ihrer Schulzeit ähnliche Geschichten berichten, nur dass Kindern früher für solche Probleme noch weniger ein Ohr geboten wurde.

Ich habe meinen Sohn so erzogen, dass ich ihn bei Problemen und Konflikten immer versucht habe ihn dazu zu bringen, dass er sich mal in die andere Seite einfühlt. Dass er bei Konflikten, die drohen körperlich zu werden, aus der Situation geht, aber sich wehren darf. Zum Thema "wehren" hatte ich leichte Probleme mit dem Hort, denn die propagierten eher "einstecken und dann den Erziehern erzählen".

Ansonsten helfen, wenn möglich, Hilfe holen, wenn möglich und wenn ihm selbst sowas passiert, dass es ganz wichtig ist, dass er mir sowas erzählt.

Gott sei Dank, er ist jetzt 15, gab es nie mehr als übliche Kinderstreits. Bei schwerem Mobbing wäre ich konsequent den Weg Schulleitung, Schulamt, Polizei, Presse gegangen und hätte mein Kind vom Arzt attestiert krank gemeldet.

LG

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Mit tun die Eltern so etwas von Leid! Und was muss das Kind durchgemacht haben, dass es so verzweifelt ist, mit 11 Jahren das Leben zu beenden.


Mein Kind wurde in der Grundschule ab der zweiten Klasse gemobbt. Nicht nur von bestimmten Mitschülern, sondern auch von der Klassenlehrerin. Die Lehrerin hatte übrgens schon vom Schulamt ein Verbot, die 3./4. Klasse eine Klassenleitungsfunktion zu übernehmen aber 1./2. Klasse war ja OK . Die Lehrerin war schon über den Genzen bekannt.....aber manche Eltern haben die Augen verschlossen, sie wollten vieles nicht wahrhaben und an die heile Welt einer Dorfgrundschule glauben. Und wenn nicht alle Eltern an einem Strang ziehen– kaum eine Chance was zu bewegen.,

Es war eine schlimme Zeit, weil die Schule absolut keine Lust hatte, sich mit dem Thema auseinander zu setzen....Mobben kann es angeblich in einer Grundschule nicht geben, die Kids wissen ja nicht was das ist.
Dann gab es Eltern, die ihre Lieblinge extrem in Schutz genommen haben“ Mädchen sind ja so lieb und süß, sie tun nichts böses“ und perse haben Jungs immer die Schuld.

Das mein Kind keinen Knacks weg hat, wundert mich bis heute, wir konnten ihn recht gut auffangen, stärken und den lieben anderen Kindern privat komplett aus dem Weg gehen.

Lehrer sind nicht ausgebildet im Thema Mobbing, nicht überall gibt es Sozialarbeiter und sein wir ehrlich, durch die Schulpflicht haben auch die Schulleiter kaum eine handhabe, Schüler mal von der Schule zu werfen. Da laufen gleich die Anwälte der Eltern auf ....also versuchen alle Partein den Ball flach zu halten.
Eltern haben Angst, mit der Hand auf den Tischh zu hauen, da Lehrer an einer gewissen Machtpostion sitzen....Schulleitung hat Angst, dass sie sich mit Anwälten rumschlagen müssen.

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Wir haben Gott sei Dank eine Schule, wo Mobbing ernsthaft unterbunden wird.
Es gab damals zum Eintritt in die 5.Klasse extra ein Elternabend für die Eltern und eine Unterrichtstunde für die Schüler, wie sich jeder bei Mobbingvorkommnisse verhalten/ handeln sollte und wie die Schule dagegen vorgeht.
Bei uns wird gegen Täter Schritt für Schritt vorgegangen, bis zum Verweis der Schule. Da unsere Schule eine staatlich, anerkannte Privatschule ist, müssen sie nicht die Schulpflicht, solcher Schüler, zwingend über sich ergehen lassen. Auffang für die Schulpflicht ist bei uns die zuständige staatliche Sprengelschule. Meine Tochter ist jetzt zur 8.Klasse zu den Streitschlichter gegangen, die auch eine beratende, erste Anlaufstelle für Mobbingopfer sind.....an den Versammlungen werden Streit älle besprochen, aber es kommt selten was vor und wenn was vorkommt, nur kleine , übliche BFF Zickereien.

Mobbing kann nur entstehen, wenn es die Schule ignoriert, die Mitschüler wegsehen und die Eltern es unterschätzen oder Opferkinder sich ihnen nicht anvertrauen.
Da tragen die Mitschüler genauso viel Schuld wie die Schule. Täter sind frustrierte Einzelpersonen mit ein paar aufmerksamkeitsdefizite Mitläufer, sobald die Mitschüler gemeinsam hinter dem Opfer stehen würden, wären die Täter in Unterzahl und hätten keine Chance.
Wenn mehrere Schüler den Lehrer darauf hinweisen, dass jemand bösartig gemobbt wird, handeln sie mit Rückenwind ernsthafter.
Beispiel: Jammert ein AN vor dem Chef zwecks Unterbezahlung, ignoriert der Chef das meistens, wird er aber von der Überzahl seinem Personal damit konfrontiert, muss er handeln.

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Ja, das sehe ich auch so. Würde man sich auf die Seite des Mobbingopfer stellen und gemeinsam dagegen vorgehen, würde vielleicht ernsthafter damit umgegangen werden. Aber es oft so, dass entweder weggesehen oder aber auch auf die Seite des Täters gestellt wird.

Auch ich sage meinen Kindern, dass sie immer und zu jederzeit mit allen Belangen zu uns kommen können. Aber meine größte Angst ist, dass sie es (aus welchen Gründen auch immer) nicht tun. Oder dass ich Veränderungen nicht bemerke. Wie "twins" schon sagte, tun auch mir die Eltern des Mädchens sehr leid. Ich gehe gerade einfach mal davon aus, dass auch sie ihrem Kind gesagt haben, dass es jederzeit zu ihnen kommen kann. Wie schwer müssen nun die Vorwürfe sein, dass sie nichts bemerkt haben? (Es kann sicherlich alles anders gewesen sein. Ich möchte mir aber nicht das Recht nehmen, dahingehend zu spekulieren. Ich gehe einfach jetzt von dem "wie es eigentlich sein sollte"-Fall aus)

Ich hoffe und wünsche,dass wir nie in die Situation kommen und dass sie sich verhalten, wie man es ihnen beigebracht hat. Eben sich hinter schwächere stellen, Hilfe holen, nicht wegsehen etc....
Aber ein wenig Angst bleibt dennoch.

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Wenn man ehrlich ist, was sind Mobber, die anderen psychischen oder körperliches Leid zufügen? Kinder die ihre Aufmerksamkeit, egal ob positiv oder negativ woanders mit Gewalt suchen, die ihren angestauten Frust an anderen Schwachen ablassen. Woher kommt dieser Frust? zu 90% aus dem eigenen Elternhaus, was die meisten Eltern mit schwierigen Kinder eh nicht hören wollen, das sie mit ihren Verhalten oder Nichtverhalten , auch oft unbewußten Verhalten nicht sehen wollen.!!! Wieso tickt ein Mobbingopfer nicht so aus, der auch viel Leid einstecken muss und sich dadurch auch Frust aufbaut. Wieso läßt er seinen Frust wiederum nicht an andere aus? Weil es meist ein ruhiger und schwacher Mensch ist, mit niederigen Selbstbewußtsein, der andere beliebige Menschen nicht als Ursache oder Schuldigen seines Frustes sieht und deshalb nur noch Suizid als Ausweg sieht. Schenkt der Partner zuwenig Aufmerksamkeit, Desinteresse an manches oder ernsthaftes Zuhören, fühlt sich der Partner auch nicht ernst genommen oder zuwenig geliebt und führt zu Zweifel, Frust oder Unsicherheit. Kinder fühlen sowas noch empfindlicher, was dann zu Aufmerksamkeitdefizite und Frust führt, dazu kommt noch zu strenge oder zu lasche Erziehung, wie Vorbildfunktion und Wertevermittlung..Elternhaus soll das Nest der Geborgenheit, Wärme und Verständnis sein mit realen Lebensvorbereitung und nicht die millitärische Grundausbildung und nicht die ignorante "du kannst machen was du willst Wunschkonzert" sein.

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Hallo,

wichtig ist, dass man einen guten Draht zu seinen Kindern hat, damit die einem überhaupt erzählen, dass sie gemobbt werden.
Viele Kinder verschweigen das lange aus Scham.
Unsere Kinder (9 und 11) erzählen häufig von Dingen, die sie beschäftigen, wenn wir sie abends ins Bett bringen und noch eine Runde mit einem von uns quatschen.

Der Kleine wird von ein paar Jungs aus der Schule geärgert. So richtiges Mobbing ist das noch nicht, aber man muss ein Auge darauf haben.
Die Große strahlt so viel Selbstbewusstsein aus, dass es sehr unwahrscheinlich ist, dass sie mal Opfer wird. Aber wir fragen sie natürlich auch, was so los ist in der Schule.
Ich hoffe, dass uns jemand mitteilen wird, falls unsere Kinder anfangen, zu mobben. Dann wird es nämlich sehr ungemütlich für sie werden. #wolke

Ich glaube nicht, dass früher weniger gemobbt wurde. Früher haben Lehrer und Eltern mehr weggesehen, aber die Mobber "verfolgten" einen nicht per WhatsApp nach Hause.
Mein Mann wurde in der Schule jahrelang gemobbt und seine Eltern haben sich von Lehrern und Bekannten einreden lassen, das sei eben so. #klatsch

Was das Gewaltpotential angeht, sehe ich das so, wie Du.
Ich denke, das hat mehrere Gründe.

Zum einen wird jede Rauferei unter Kindern heutzutage sofort unterbunden. Früher wussten die Erstklässler schon, dass es da Regeln gibt und was wie weh tut. Heute prügeln die Kinder sich erst, wenn sie schon älter und stärker sind, weil erst dann nicht mehr ständig ein Erwachsener daneben steht.
Unserem Sohn hat in der 1. Klasse ein anderer Erstklässler fies die Finger umgeknickt, so dass unser Sohn am nächsten Tag mit Verband kam. Daraufhin war der andere total geschockt und hat sich vielmals entschuldigt. Da fragt man sich aber, was der wohl gedacht hat, was passiert, wenn man jemandem die Finger umknickt... #klatsch

Dann gibt es momentan einen Trend zur Nicht-Erziehung. Da wird viel geredet, aber keine Grenzen gesetzt, weil man meint, das schade dem Kind. Das Kind wird verhätschelt und in den Himmel gelobt. Selbstverständlich hat ihm auch niemand etwas zu sagen, außer den Eltern, die das dem Kind ständig einreden.
In der Grundschule sind diese Kinder dann häufig außer Rand und Band, lassen sich von den Lehrern nichts sagen und von Mitschülern schonmal gar nicht. Die werden in Kumpel und Opfer unterteilt, und die Opfer werden schikaniert und/oder verprügelt. Die hochwohlgeborenen Prinzen und Prinzessinnen haben dabei keinerlei Unrechtsbewusstsein, denn wichtig auf der Welt sind ja sie alleine.
Die Eltern spielen das Tun ihrer Kinder herunter oder unterstellen Lehrern und Mitschülern, dass sie lügen und erlassen dem Kind die Strafarbeiten, die es für sein Verhalten bekommt. #aerger

Der dritte Grund sind dann die Kinder aus asozialen Familien, wo keinen interessiert, was sie treiben. Aber die gab es immer, und die hatten auch früher keine Skrupel, andere richtig zu verletzen.

Bei den Schulen ist das Problem, dass die häufig nicht durchgreifen. Hier an der Grundschule wird mit den Kindern geredet und mit deren Eltern geredet und das war es.
Bringen tut das gar nichts.
Am Gymnasium unserer Tochter hätten diese Früchtchen schon mindestens einen oder mehrere Tadel bekommen oder wären von der Schule geflogen. Wenn das droht, bekommen zumindest die Eltern der Prinzen und Prinzessinnen kalte Füße...

Bei den drei Jungs, die unseren Sohn ärgern, ist einer so ein verhätschelter Prinz und einer ein Kind, das mit technischem Krams zugebombt wird, als Ersatz dafür, dass sich keiner mit ihm beschäftigt. Erzogen wird er vor lauter schlechtem Gewissen der Mutter auch nicht. Über das dritte Kind weiß ich nichts, außer dass der offenbar nicht reden, sondern nur prügeln kann. #aerger

LG

Heike

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Na ja, heute wird recht wenig bis gar nicht erzogen. Das Kind soll sich selber „frei entfalten“ mit allem was dazu gehört.
Empathie ist nicht mehr wichtig, sozial muss auch keiner sein. Viele Eltern bringen einem bei „jeder ist sich selber der Nächste - sch... auf die anderen“. Durchboxen ohne Rücksicht auf Verluste. Daher kommt dann das Verhalten der Mobber.

Man lacht nicht über „anders“ aussieben, man macht sich nicht über andere lustig, was glaubst du wie sich derjenige fühlt, jeder ist wie er ist, usw. das versuche ich meinen Kindern mitzugeben. Sie sind empathisxh, sozial,...werden von Lehrern gelobt (& auch ich). Sie sind keine Mitläufer (& werden es hoffentlich nicht), nehmen Rücksicht auf andere.

Ich finde, man seinen Kindern schlicht Werte beibringen und sie somit nicht zu Mobbern machen.

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Sehe ich genau so wie du.

Das Problem ist auch, dass manch Erwachsener diese Werte nicht besitzt oder beherrscht.
Wie oft lästern denn Erwachsenen unter einander über irgendjemanden? Wie oft drehen sich Menschen nach jemandem um, der mal "anders aussieht"? Leider zu oft. Und dann ist es natürlich schwierig , dass solche Eltern ihren Kindern Toleranz , Akzeptanz und Empathie beibringen.

Ich versuche auch mein bestes dahingehend zu tun und sie mit all den wichtigsten Werten auszustatten. Trotzdem habe mir die Frage gestellt, ob es passieren könnte, dass sie nicht offen mit mir sprechen.

Es ist wie mit dem Beibringen von "gehe niemals mit einem Fremden mit". Das sage ich von klein auf. Sie sind nun 6 und 8. Aber ich bin ehrlich. Ich könnte meinen Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass sie es wirklich nicht tun. Ich hoffe es. Aber zu 100% bin ich mir nicht sicher.
Ich habe im Kindergarten das Thema bei einem Erziehungskurs angesprochen und gesagt, ich würde es gerne mal testen. Mit jemandem den ich kenne, meine Töchter aber nicht. Und die Erzieherin sagte mir "das können Sie tun. Aber Sie müssen mit dem Ergebnis leben". Und vor diesem Ergebnis und dem anschließenden Kopfkino hatte ich zu große Angst.

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Ich glaube, dass sich viele zwar immer wieder fragen, was kann ich tun um mein Kind vor Mobbing zu schützen, aber viel zu wenige sich fragen, was kann ich tun, damit mein Kind kein Mobber wird. Viele ruhen sich auf dem Gedanken aus, dass nur aus ungeliebten, schlecht erzogenen Kindern, die zu Hause keine Aufmerksamkeit bekommen mobbende Kinder werden. Meiner Erfahrung nach ist das nicht so. Zum Mobber kann jeder werden. Sei es aus eigener Unsicherheit, aus Gruppenzwang, weil man jemanden nicht besonders mag und nicht weiß, wie man das anders lösen kann... Wenn selbst gebildete Erwachsene im Berufsleben Kollegen mobben, wie kann man da sagen, dass das eigene Kind sowas nie tun würde? Nur weil es geliebt und erzogen wird?

Wir sollten unseren Kindern natürlich weiterhin zur Seite stehen und uns Gedanken darüber machen, wie wir helfen können, wenn sie schlecht behandelt werden. Wir sollten aber allesamt die Augen nicht verschließen, vor dem, was unsere Kinder außerhalb unserer Reichweite in der Lage sind zu tun! Wir sollten das Thema auch in die andere Richtung besprechen. Unseren Kindern beibringen, dass jeder Mensch das Recht auf freie Entfaltung hat. Dass anders nicht gleich schlecht ist. Dass Toleranz und Hilfsbereitschaft wichtig sind. Und dass man auch dann Hilfe bekommt, wenn man mal einen Fehler gemacht hat. Das würde glaube ich schon sehr helfen.

Ich litt als Teenager unter extremem Mobbing. Verbale Attacken, körperliche Angriffe, mit Müll beworfen werden war an der Tagesordnung. Die Täter kamen aus allen Schichten. Vernachlässigte, geliebte, Überbehütete. Da war alles vertreten. Deshalb bringe ich meinem Sohn beide Seiten nah. Ausschließen kann ich so weder, dass er gemobbt wird, noch, dass er selbst mal zum Mobber wird. Aber ich habe zumindest mein Möglichstes getan und wenn der Ernstfall eintritt, muss ich eben handeln.

LG

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So ähnlich ging es mir auch - und so Handhabe ich das auch!

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Keiner kennt doch wirklich die Hintergründe, deshalb wäre ich mit Vermutungen sehr zurückhaltend. Wer weiß, was wirklich passiert ist.

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