Meine Kinder laden dauernd Freunde ein

Wir wohnen in einer Gegend mit vielen Kindern, was ich eigentlich toll finde. Meine Kinder haben viele Freunde direkt in der Nähe, die sie täglich sehen. Die Kinder besuchen sich gegenseitig nach der Schule und am Wochenende und somit ist ihnen nicht so oft langweilig. Auch OK.

Das Problem ist, bei uns schaut es langsam aus wie am Bahnhof. Kinder kommen und gehen wie es ihnen gerade passt. Die sind zwar größtenteils nette Kinder, die immer fragen, ob sie zu uns dürfen, allerdings wird mir das langsam zu viel. Unsere Wohnung ist gar nicht so groß, und es gibt nicht viele Rückzugsmöglichkeiten. Natürlich sind auch meine 2 öfters irgendwo zu Besuch, trotzdem will ich manchmal einfach nur meine Ruhe haben. Besonders schlimm ist es am Wochenende - die läuten schon um 9:00h an. Nicht falsch verstehen - natürlich dürfen meine Kinder Freunde einladen. Aber ich wohne auch nunmal da und habe ein Recht darauf, mich wohl zu fühlen.

Wie gesagt, es geht nicht nur mir so. Viele andere Eltern finden das aber OK. Ich nicht mehr. Es ist mittlerweile selbstverständlich, dass die Kinder zB am Freitag Nachmittag zu irgendwem nach Hause gehen. Und ich will einfach entspannen - ohne fremde Kinder zuhause. Im Winter ist es noch schlimmer, weil die meisten husten, sind verschnupft oder sonst was, und mich sofort anstecken (bin leider SEHR anfällig).

Wie kann ich das einschränken, ohne dass die anderen Eltern beleidigt sind? V.a. diese, die es gern so haben? Die Menschen sind ja verschieden - für manche ist es völlig in Ordnung, für andere überhaupt nicht. Wie kann man sich ausgrenzen, ohne unhöflich zu sein? Es ist vor allem deswegen schwierig, weil es eine weile schon so läuft. Nun muss ich plötzlich die Regeln ändern. Wie soll ich das machen? Bitte um Tipps!

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Sage 100 Mal folgenden Satz:

"Nein, es passt jetzt nicht, spielt bitte woanders!"

Vielleicht hast Du ihn dann im Bedarfsfall drauf.

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ja - mache ich gelegentlich. Dann hat mich aber eine Nachbarin gefragt, ob ihr Kind was angestellt hat, dass er nicht zu uns hat dürfen.... Die hat sich einfach keinen anderen Grund vorstellen können. Ich habe natürlich gesagt, dass ich müde war und Ruhe wollte. Manchmal habe ich Kopfschmerzen, bin krank...whatever und sage genau diesen Satz. Aber ich glaube, ich muss einfach die Wahrheit sagen, damit sich was ändert. Das Problem ist, die sind dann beleidigt.

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Wenn meine Tochter nicht ab und an ein Machtwort spräche, würde ihre Leonie auch täglich jemand anschleppen bzw jemand vor der Türe stehen. Besonders zwei Mädels, deren Mütter keine Kinder reinlassen und die froh sind, ihre mal eine Weile loszuhaben. Nein heisst nein und dann dürfen die Mädels wieder heimgehen, groß begründet wird nicht, auch nicht gegenüber den Müttern. Wenn die dann mal kurzzeitig verschnupft sind, dann ist das eben so. Die Kinder vertragen sich trotzdem. Wir sind wirklich nicht stur, hab die Freundinnen auch schon öfter mit durchgefüttert, weil Leonie sie anschleppte zum Essen, aber wenn es nicht passt, sag ich auch nein. Das würde ich auch nicht groß begründen, wenn ich es nicht will. Wenn Dich eine Mutter so seltsam fragt, würde ich ganz einfach sagen, dass ich mein Haus nicht ständig voll haben will. Sie könne das ja gerne anders machen.
LG Moni

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Ich selbst bin noch nicht in solch einer Situation (habe nur Kita-Kinder), aber mit meinem Mann habe ich darüber schon mal länger geredet. In seiner Kindheit war es nämlich so gängig, wie bei euch. Kinder kommen einfach vorbei und das fand er als Kind/Jugendlicher toll. In meiner Kindheit war das anders, ich kenne eher das Gegenteil, dass ich immer wohin gehen sollte. Ich fühlte mich Zuhause auch nicht so wohl mit meinen Freunden und andere Kinder auch nicht. Strenges Elternhaus ... Mein Mann schilderte, dass seine Eltern zwar dem gegenüber offen waren, dass einfach Kinder kommen können, allerdings gab es klare Regeln. Wenn seine Eltern Ruhe brauchten, dann muss das respektiert werden. Dann sagt Mama/Papa einfach Bescheid und das wird dann berücksichtigt.
Bespreche klare Regeln und zeig, dass auch du ein Mensch mit Bedürfnissen bist. Gegenseitiger Respekt hierbei ist wichtig, denn deine Kinder wohnen ja auch dort und haben eben das Bedürfniss Freunde da zu haben. Deine Kinder könnten auch lernen selbst ein Auge darauf zu haben, dass sie abwechselnd irgendwo bei jemandem Zuhause sind. Das wäre ja dann auch fair für alle. Wenn andere Eltern ein Problem damit haben, dann ist das ihr Problem. Sie finden es gut so, dann können die Kinder ja auch immer nur dahin gehen, falls diese Eltern rummeckern über dein Verhalten.

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Bei uns finden an den Wochenenden selten Besuche statt. Das liegt aber nicht direkt an uns, ist aber irgendwie so üblich, auch bei anderen Eltern.

Mittlerweile habe ich mir angewöhnt einfach die Wahrheit zu sagen und auch zu den Kindern.

Ich habe einen recht stressigen Job, teilweise auch mit Reisen verbunden. Meist kann ich es schon im Vorraus sagen, an welchen Tagen ich keinen Besuch will. Das teile ich dann meinen Kindern mit und gut ist, dann verabreden sie sich an solchen Tagen nicht bzw eben nicht bei uns. Auf Nachfrage sage ich das auch so zu den Eltern.

Wenn Kinder an der Türe klingeln, würde ich sie einfach abweisen, wenn es dir nicht passt. Wobei ich mir generell am Wochenende Besuche morgens um 9Uhr verbitten würde, da würde ich auch Klartext mit den Eltern reden.

LG

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Ich glaube an dem eigentlichen Problem bist du zum größten Teil selbst schuld. Schon in deinem Ausgangsbeitrag entschuldigst du dein Verhalten, deine Bedürfnisse, deine Empfindungen. Daran solltest du dringend arbeiten. Du wünschst deinen Kindern einen geregelten sozialen Umgang mit Gleichaltrigen, dann rede als erstes mit deinen Kindern und erkläre ihnen, wenn sie den Wunsch haben sich mit anderen zu treffen, dass sie dies vorher abzusprechen haben, sowohl mit dir, als auch mit der Familie die sie besuchen wollen. Du kannst sie nicht zu anderen lassen, wenn du selbst nur eingeschränkt Besuch empfangen möchtest.
Der nächste Schritt wäre, klar zu kommunizieren, dass du nur Besuch möchtest, wenn dies vorher abgesprochen wurde, dafür eignen sich zum beispiel Elternstammtische, Elternabende etc. je nachdem wie oft mit den anderen Eltern in Kontakt bist. Du wirst natürlich bei manchen auf Unverständnis stoßen, es gibt Eltern die ihren Nachwuchs prinzipiell als Bereicherung sehen oder allgemein viel Freude an Besuchen haben.
Aber wenn du deinen Standpunkt erläuterst, klar vertrittst und konsequent durchziehst, wirst du mehr Lebensqualität erhalten. Vernünftige, empathische Menschen, die nicht nur ihr eigenes Wohl im Blick haben, werden dich verstehen. Diejenigen die beleidigt sind,sind sie es halt, aber ich glaube, das ist eher die Ausnahme.
Ähnlich wie du, stehen weder mein Mann noch ich auf uneingeladenen Besuch, bei uns gelten klare Regeln. Zum einen muss sich der Besuch vorher ankündigen (das gilt sowohl für Kinder als auch für Erwachsene) und vorallem fragen ob es passt. Ich habe in meinem gesamten Leben noch nie unangekündigt vor einer Tür gestanden und empfinde es als unhöflich und aufdringlich, allerdings sage ich das auch.
Was die Wochenenden betrifft, sind diese für Familienzeit reserviert, da wir beide unter der Woche berufstätig sind. Ausnahmen werden aber z. B. für Geburtstagseinladungen oder für Wettkämpfe gemacht. Manchmal treffen sich die Kinder davor und ein Elternteil fährt, dabei schließen wir uns nicht aus.
Unsere Kinder haben gesellschaftlichen Umgang, treffen Freunde und sind ( so glaube ich) glücklich. Wir haben versucht (oder versuchen es noch) eine Atmosphäre zu schaffen, bei denen sich möglichst alle 5 Familienmitglieder wohlfühlen, das heißt aber auch, dass nicht immer allen Bedürfnissen nachgegeben werden kann. Aber da wir auch nicht alleine in diesem schönen Land leben, halte ich es für sehr angebracht Kindern frühzeitig näher zu bringen, dass ihr Umfeld nicht nur dafür da ist sie glücklich zu machen, sondern gleichzeitig sie auch einen Beitrag leisten müssen.
Sei offen mit deinen Gefühlen, erkläre sie zuerst deinen Kindern und dann versuche sie mit den anderen Eltern zu teilen. Schiebe keine Entschuldigungen wie "Krankheit" etc. vor, du kannst nicht immer krank sein, das ist unhöflicher und wirkt komischer als klar zu sagen was du willst.

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Meine Kinder fragen immer, ob jemand zu uns darf. Und akzeptieren es, wenn ich nein sage. Genauso die anderen Kinder. Das Problem ist, es wird viel zu oft gefragt. Da gebe ich irgendwann einfach nach. Vielleicht muss ich einfach ganz klare Regeln schaffen - wann und wie oft. Ich habe aber einen sehr stressigen Job und will am Nachmittag und am Wochenende möglichst keine fixen Termine mehr haben, auch wenn es "nur" um kleine BesucherInnen geht. Ich will spontan entscheiden, wann ich aufstehe, wann ich frühstücke, wann ich was mache. Ich will mit Pyjama rumlaufen können, ohne von der halben Nachbarschaft gesehen zu werden, etc. Meine Kinder dagegen drängen in Richtung "Regeln", sprich, wann dürfen wir was. Wann darf XY bei uns übernachten, etc. Und das stresst mich total. Die Übernachtungen noch viel mehr als die Besuche.

Und ja - ich weiß wie schön es für Kinder ist, wenn sie nicht überall weggeschickt werden und würde es meinen Kinder gern ermöglichen - wenn wir ein Haus oder zumindest eine größere Wohnung hätten.. Nur die Räumlichkeiten sind leider nicht vorhanden.

Das Problem ist, Mütter, die das gern haben, sind schnell beleidigt, wenn sie keine gleichwertige Gegenleistung kassieren. Und es sind sehr oft recht nette dabei, die mir immer gerne helfen, wenn ich es zB nicht schaffe, ein Kind rechtzeitig abzuholen oder wenn ich generell einen Betreuungsnotfall habe. Es ist schwierig.

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Die Krankheit, Müdigkeit, etc sind nicht erfunden. Ich sage das dann, wenn es tatsächlich der Fall ist. Vielleicht habe ich mich falsch ausgedruckt. Und ich entschuldige mich nicht für meine Bedürfnisse - gerade im Gegenteil. Du hast Recht - in einer Familie muss man ein Stück zurückstecken können. Vielleicht widerspreche ich mir selbst - einerseits finde ich diese Art "Community" toll, andererseits stört es mich oder zumindest das Ausmaß und weiß nicht, wie ich es reduzieren soll.

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Bei uns hat es sich Gott sei Dank ab den KiGa so eingependelt, dass nur 1x in der Woche Kinder zu uns durften. Da wir Selbsttändig sind und 6 Tage Vollzeit arbeiten, hab ich freitags nachmittags Haushaltstag(putzen, bügeln ect) eingerichtet, damit auch Kinder zu uns kommen können.. Daher kam immer freitags 1-3 Kinder nach dem KiGa mit.
Anfangs wurde stets täglich gefragt zwecks Ausmacherei und da hab ich den Eltern gleich gesagt , dass meine Tochter nachmittags (ausser 2x die Woche mit Nachmittagsbetreuung im KiGa) oder wenn sie selbst zu einer Freundin nach dem KiGa ging, mit im Betrieb ist und ich kein Auge auf 2 oder 3 Kinder haben kann und ich daher keine Verantwortung übernehmen kann, also entweder freitags oder es geht halt nicht.
Ab der Schulzeit ging es einfacher, da sie selbstständiger und gefahrenbewußter waren und besser alleine miteinander spielen konnte.
Das einzige was ich nie mochte, wenn hier und da eine Mutter fragte, ob sie auch mit zu einem Kaffee mitkommen könnte#gruebel, was ich aber ablehnte, sonst käme ich ja nicht zum Haushalt, wofür ich ja den Freitagnachmittag einführte (waren meist reine Hausfrauen) .
Seit der weiterführenden Schule, kommen und gehen Freunde, meist sind sie ja unterwegs in der Stadt, Kino, Bad..
Da ich selbst immer mit was beschäftigt war, kam bei mir keine Ruhestörung oder fehlebnde Privatphäre auf.

Wenn ich du wäre, würde ich mit meinen Kindern absprechen, dass am Tag X oder Tage X+Y besuchsfreier Tag ist. Im Enddefekt , wenn es mehrere Kinder sind, könnten sie Tage vereinbaren, wo sie jeden Tag mal bei einem anderen sind.Somit hätte jeder mal seine Ruhe und andere Mütter, wo sie selten sind können es mal nachvollziehen.

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Natürlich gibt es auch Mütter, die keine Bedenken haben, sich irgendwo aufzudrängen:-) Was ich besonders hasse, ist wenn ein Kind bei uns ist und wir ausgemacht haben, dass es zB um 19h abgeholt wird, dann kommt Mutter/Vater 30 min später und bleibt samt Kind noch 45 min bei uns... Da tue ich mir auch manchmal schwer, sie Richtung Tür zu lenken. Aber das ist ein anderes Thema.

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Da tue ich mir auch manchmal schwer, sie Richtung Tür zu lenken.

Dann lerne es - im eigenen Interesse. Notfalls über "mir platzt beinahe der Kopf, ich lege mich jetzt hin - schönen Abend euch" ;-)
Es gibt wirklich Mütter, die nichts begreifen - oder die gutmütigen ausnutzen ohne Ende.
LG

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Hallo,

Rede erstmal mit deinen Jungs und erkläre ihnen deine Situation und dann findet eine Lösung z.B. am We nicht vor 10 Uhr oder nur nachmittags etc.

Gruß

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Nachmittags ist eine Möglichkeit. Da wären sie vielleicht schneller mit den Hausaufgaben:-)

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Ich kenne das, hier geht´s auch oft zu wie im Taubenschlag. Wir haben zwar ein großes Haus, aber manchmal sind die echt furchtbar laut. Ich sage dann, dass sie sich bitte etwas leiser beschäftigen sollen, ansonsten können sie nach draußen gehen. Und ich habe kein Problem damit, die Bande vor die Tür zu setzen.
Am WE haben wir auch Kanidaten, die schon um 8/9 Uhr auf der Matte stehen. Geht gar nicht und ich habe denen das auch gesagt. Musste ich zwar ein paar Mal sagen, dass sie erst ab 10 kommen dürfen, aber langsam fruchtet es.
Wie gesagt, sprechenden Menschen kann geholfen werden. Falls du nicht die Kinder ansprechen willst, dann impfe deine Kinder mit dem was du gerne hättest.

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Hallo,
Sprich morgens mit deinen Kindern, sag das sie zu den anderen sollen und nicht zu euch.
Bei dem Wetter hätte ich alle rausgeschickt.

LG

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Wir haben bei uns feste Zeit-Regeln.
Z.B. am Wochenende von 10 bis 12 Uhr. Dann ist Mittagszeit. Von 14 bis 18 Uhr kann wieder gespielt werde. Ich selbst achte Darauf dass meine Kinder außerhalb dieser Zeiten zu Hause sind und auch nicht bei anderen klingeln oder anrufen. Wenn andere Kinder bei uns sind schicke ich sie z. B. um 12 Uhr nach Hause, meist mit der Begründung dass jetzt Essenszeit etc. ist. Wenn man das konsequent durchzieht, spielt es sich ein und die andern Kinder wissen auch Bescheid.

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