Schüssler Salze bei ADS! Jemand Erfahrung?

Hey meine Lieben,

bei meiner Tochter (7 1/2 und in der 2 Klasse) wurde nun ADS nach langem hin und her bei Ärzten und Kliniken festgestellt.
Uns wurde sofort Ritalin vorgeschlagen, was ich erstmal verneint habe.

Nun bekommt sie Ergotherapie und ich habe mich im Internet schlau gelesen was man noch so tun kann und bin auf Schüsslersalze gestoßen.

Kennt sich jemand damit aus? Welche Salze? Dosierung? Wielange?

Ich würde mich sehr freuen.

Achso und ich suche nur nach ADS nicht nach ADHS da dies schon wieder ganz was anderes ist und andere Salze gebraucht werden zwecks der Hyperaktivität. Wir haben das ganze Gegenteil daheim.

Danke euch.

Schönes Wochenende noch.

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Völlige Zeitverschwendung.

Wenn ihr das unbedingt probieren müsst, weIL ihr auf den Plaveboeffekt hofft, bitte.

ADS und ADHS sind im Prinzip das Gleiche und werden auch gleich behandelt. Das eine geht nur mit mehr motorischer Unruhe einher, das andere eben mehr geistiger Abwesenheit ohne erhöhten Bewegungsdrang. Da es ein Syndrom ist und derzeit noch keine endgültigen Erkenntnisse über die Ursachen vorliegen, ist die Unterscheidung rein kosmetisch und wird im Diagnoseschlüssel nichtmal berücksichtigt.

Behandelt wird mit multimodalem Ansatz: Ergotherapie ist nett (aber kein Allheilmittel). Elterntraining. Verhaltenstherapie, Kooperation zwischen Eltern, Behandeln und Schule. Und ggf. Medikamente. Und zwar wenn nötig, die richtigen.

Sei echt vorsichtig. Man gerät aus Furcht vor der etablierten Therapie (gerade MPH ist bekannt und gefürchtet) schnell in esoterische Kreise. Schüssler und Homöopathie sind die Einstiegsdrogen für schärferen Voodoo.

Je nach Umfeld und Kind kann Beratung der Eltern schon viel bewirken. Konzentriert euch auf die modernen Behandlungsmethoden, ihr verzögert sonst nur wirksame Hilfe.

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Danke aber nicht böse sein.

Ich habe nicht nach Deiner Meinung gefragt sondern nach Erfahrungen!
Ich denk das solltest du jedem selbst überlassen.

Danke trotzdem.

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Guten Morgen :-)

Ich nochmal: geht den Schritt und lasst euch beraten - es kostet nicht die Welt! Es wird wahrscheinlich je nach Ausprägung nicht DEN Durchbruch bringen, aber vielleicht gibt es die Impulse in die richtige Richtung.

Mein Sohn hat Epilepsie und eine daraus resultierende Entwicklungsverzögerung. Durch seine Globuli konnte ich weder seine Tabletten weglassen, noch ist er ein 1 er Schüler geworden #lach Aber das war auch nie mein Beweggrund ?

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Hallo,
ich kann dir da nur den Tipp geben, mal bei rehakids.de zu fragen. Was dort niemand weiß, gibt es auch nicht.

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Hallo Kati,
Danke Dir ich werd mal schauen.

LG und schönen Sonntag noch

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Hallo!

Wir waren mit unserem Sohn (andere Problematik) bei einer Heilpraktikerin, es gibt aber auch Berater für Schüssler Salze und Bachblüten. Ich bin auch jemand, der alles Möglichkeiten ausschöpfen möchte. Aber würde mein Kind nie alleine einstellen. ...

LG

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Ja, unbedingt jemanden dafür bezahlen, dass auch ja das richtige Placebo gefunden wird.

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Hallo,

ich habe dir eine PN geschrieben.

LG jokie

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Bitte tu das deinem Kind nicht an.

Alle Eltern haben große Bedenken ihren Kinder eine Langzeitmedikation zu geben. Das ist ganz normal.

Ergotherapie ist aber nur als Zusatztherapie geeignet. Eine Verhaltenstherapie ist für einige - aber bei weitem nicht für alle - Kinder ausreichend.

Mit Placebos - ob das nun Schüsslersalze, Homöopathika, irgendwelche Algen, Diäten oder sonst etwas ist - verplemperst du wertvolle Zeit, in der deinem Kind geholfen werden könnte. Das wirkt alles ein paar Wochen lang, weil das Kind sich Hilfe wünscht und Eltern in dieser Zeit sehr aufmerksam auf jede kleine Veränderung achten. Auf Dauer kann das Kind sein Verhalten aber nicht ohne wirksame Hilfen ändern. Das erzeugt Frust - vor allem beim Kind selbst. Erspar ihr das - bitte.

Wenn schon mehrere Ärzte und Kliniken an der Diagnose beteiligt waren geht es deinem Kind wahrscheinlich schlecht. Dann wäre schon zu überlegen, ob es nicht zumindest sinnvoll wäre eine Verhaltenstherapie mit einer Medikation zu verstärken. Ob das Medikament danach wieder abgesetzt werden kann zeigt sich, wenn es soweit ist.

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Hi,

mein Schwager - mittlerweile fast 24 Jahre alt - bekam etwa mit 11/12 Jahren die Diagnose ADS.

Er war/ist - genau wie mein Mann (der auch ADS hat, aber in seiner Schulzeit gab es das nicht) - mit mehr als zwei Anweisungen gleichzeitig überfordert. Konnte sich nicht richtig konzentrieren, war auffällig in der Schule, etc. Das führte zu Aggressionen, genereller Unlust irgendwas zu tun (egal, ob Schule oder Zuhause). Darunter litt die Schule / die Noten ganz besonders.

Irgendwann bekam er nach vielen Tests und Psychotherapie die Diagnose "ADS" und dann ein anderes Medikament als Ritalin (irgendwas mit M), welches er eigentlich nur während der Schulzeit nehmen sollte. Mit diesem Medikament hat er wesentlich besser in der Schule gearbeitet, war auch zu Hause im Verhalten besser (die üblichen Teenager/Pubertätsprobleme bleiben natürlich). War zufriedener. Genommen hat er das Medikament nach absetzen in den ersten Ferien dann durchgehen - es ging ihm einfach besser damit.

Nachdem er seinen Hauptschulabschluss gemacht hat (mit Note 4) setzte er das Medikament ab. Die ersten beiden Jahre seiner Lehre waren furchtbar. Meine Schwiegermutter ist fast verzweifelt. Kurz vor Beginn des 3. Lehrjahrs stand der Führerschein an - und mein Schwager bekam es nicht auf die Reihe. Nach knapp einem 3/4 Jahr sprach der Fahrlehrer meine Schwiegermutter an, ob er wirklich weiter machen soll und ob es irgendwelche bekannten Probleme bei meinem Schwager geben würde. Erst da kam die Diagnose ADS zur Sprache und auch, dass er keine Medikamente mehr nimmt.

Auf Anraten des Fahrlehrers gab es Gespräche mit dem Arzt, der ihn die ganzen Jahre betreut hatte - und erneut das ADS-Medikament. Mich hat der Unterschied sehr erstaunt. Innerhalb von knapp 4 Monaten hatte er den Führerschein bestanden. Die Noten der Berufsschule und auch die praktischen Leistungen während der Ausbildung wurden deutlich besser. Er hat alles, was er bis dahin an Theorie nicht geschafft hatte, aufgeholt. Die Lehre schloß er als Innungsbester mit 1 ab.

Heute ist er bei der Bundeswehr - und sehr zufrieden dort. Die klaren Strukturen, die körperliche Anstrengung (er ist Fallschirmjäger) und das ganze Umfeld passen zu ihm. Sein Medikament braucht er jetzt nicht mehr.

Das einzige, was geblieben ist und auch bleiben wird, ist die Unfähigkeit, mehrere Dinge gleichzeitig zu behalten /auszuführen. Anweisungen wie: bring den Müll raus, stell die Tonne an die Straße und bring dann Holz mit rein überfordern ihn oft immer noch.

Außerdem hat er - wie auch mein Mann - immer noch Probleme, sich selbst zu strukturieren. Das merkt man daran, wenn er oder auch mein Mann z.B. die ganze Wohnung aufräumen will. Beide stehen ziemlich verloren da und fangen überall an und machen nix fertig. Erst, wenn sie sich notieren, was alles zu tun ist und dann die Liste nacheinander abarbeiten, klappt es.

Homöopathie und andere Alternative können in vielen Dingen helfen, aber bei ADS oder ADHS würde ich es allenfalls unterstützend einsetzen und "richtige" Medikamente geben. Dein Kind ist es, welches später unter der verpassten Zeit leidet und die Folgen uU ein Leben lang tragen muss.

Gruß
Kim

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M wird für Medikinet oder Metylphenidat (MPH) stehen. Medikinet ist eine andere Marke, die MPH (Wirkstoff) enthält. Ritalin ist eine andere Marke, die auch MPH enthält. Sollte man wissen. Wer sich vor Ritalin fürchtet, der hat die gleichen Gründe sich vor allen anderen Varianten zu schützen. Es gibt da noch andere Markennamen wie Equasym oder Concerta.

Andere Wirkstoffe sind z.B. Atomoxetin (Strattera) und Lisdexamfetamin (Elvanse). Aber auch deren Nebenwirkungen sind nicht weniger beängstigend.

Gerade MPGH ist sehr verbreitet und es liegen viele Daten über die Verträglichkeit vor. Sorgsam dosiert, ist es gut verträglich.

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Danke für die Erklärung. So genau habe ich mich damit nicht befasst. Es war Medikinet, was mein Schwager bekam.

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Mit Schüsslersalzen kenne ich mich nicht aus, aber schaden tun sie sicher nicht.
Ich möchte nach meiner Erfahrung aber auch deine Angst vor den Medikamenten nehmen. Was nicht bedeutet, dass man sie leichtfertig nehmen soll. Die frühere Psychotherapeutin meines Sohnes meinte, sie sei früher total dagegen gewesen. Bis sie Kinder und Jugendliche behandelt habe, die so sehr unter ihrem AD(H)S gelitten haben, dass sie depressiv oder gar suizidal geworden sind. Bei mir war es auch so, dass sich meine Meinung geändert hat, als ich gesehen habe, wie schlecht es meinem Sohn ging. Wir haben auch die Schule gewechselt und viele andere Massnahmen ergriffen natürlich. Aber Die Medikamente haben auf jeden Fall geholfen, die schlimme Gesamtsituation erstmal zu entspannen. Im November vorletzten Jahres hatte mein Sohn mit einer niedrigen Dosis Ritalin angefangen, was schon eine Verbesserung gebracht hat. Ende Jahr bekamen wir aber den Rebound stark zu spüren, so dass wir Anfang letzten Jahren auf das retarierende Medikinet umgestellt hatten. Das war dann viel besser, weil der Rebound viel milder oder gar nicht mehr vorhanden war. Das hat er dann ungefähr ein halbes Jahr genommen und parallel dazu eine Neurofeedbacktherapie angefangen. Die NFB-Therapie hat eine ähnliche Wirkung wie das Medikament, mittelfrisitg. Und er ist sehr gerne hingegangen, weil er sehr gerne Computerspiele spielt und das einfach "therapeutisches Gamen" ist. Kurz vor dem Sommer fand er dann, dass die Kombination von NFB-Therapie und Medikament ihn zu sehr beruhige und dass er es nicht mehr nehmen möchte, was natürlich völlig in Ordnung war. Er muss es ja selber wissen, er spürt es und wir stecken nicht in ihm drin. Seither geht es sehr gut ohne Medikament und ich bin natürlich froh, dass er es nicht mehr nehmen muss. Trotzdem muss ich sagen, dass das Medikament in einem ersten Moment eine grosse Hilfe war, um aus der Negativspirale auszubrechen.
Da wir seit etwas mehr als einem Jahr auch an einer nationalen AD(H)S-Studie teilnehmen, weiss ich auch ganz genau, dass sich seine Werte massiv verbessert haben. Im Januar 2015 hat er innerhalb der Studie durch Fragebögen, klassischen AD(H)S-Test und Elektroenzephalogramm ein sehr deutliches AD(H)S diagnostiziert bekommen. Gemäss der 3. Messung im Januar 2016 hat er eigenltich kein AD(H)S mehr, was sich auch mit unseren Beobachtungen deckt. Ich weiss jetzt nicht, ob man AD(H)S "heilen" kann oder ob sich einfach die Gesamtsituation soweit verbessert hat, dass die Indikatoren nicht mehr für die Diagnose ausreichen. Das ist auch unwesentlich, aber nicht nur seine Hirnströme haben sich stark verändert, sondern auch unser Familienleben, und zwar massiv zum Besseren …
Grüsse, Ks

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