Frage an Eltern von Kommunionkindern

Ich ärger mich gerade....aber so richtig. Bin wirklich schon lebenslang christlich orientiert und katholisch - aber eines habe ich noch nie akzeptiert, schon als Kind nicht. Die persönliche Beichte. Eine Bußfeier täte es auch.
Nun soll meine Enkelin sich kommunionsbedingt auf die erste Beichte vorbereiten.
Menschenskind, die Maus weiß doch garnicht, was sie beichten soll. Das Mädelchen hat jahrelang mit ihrer Gesundheit gekämpft, ist in der Schule gut, ist pünktlich und anständig durch und durch.
Ich bin gerade SEHR versucht, ihr beizubringen zu sagen: "Herr Pfarrer sagen SIE mir, was ich beichten soll, ich bin nämlich brav!" #cool DAS Gesicht möchte ich dann sehen.
Sie ist tatsächlich brav und sozial, auch nach Aussage ihrer bisherigen Lehrer. Und wenn sie nun ab und an mal den Aufstand gegen Mama probt, dann nie in einer rotzigen oder unangemessenen oder frechen Art sondern sie lernt eben schön langsam, sich zu behaupten und zu argumentieren - auch das darf sie.
Ist meiner Ansicht nach absolut nichts, was man als "Sünde" bezeichnen könnte.
MÜSSEN nun die Eltern dem Kind irgendwas sagen, was es auf den vermaledeiten "Sündenzettel" schreiben soll, nur um die Form zu wahren - oder darf man sagen, dass man die Beichte eigentlich für so ein kleines Kind für vollkommen unsinnig ansieht?
Der Meinung sind die Eltern nämlich auch. Man kann doch nicht lügen, bloß damit der blöde Zettel ausgefüllt ist? Das hab übrigens ich als Kind schon nicht getan.....mir fiel auch nichts ein, da hat mich der Pfarrer aus dem Beichtstuhl gejagt und ich sollte weiß der Kuckuck wieviele Vaterunser beten - griiiiiiiiins - meinte er......#schein Ich weiß noch definitiv, dass ich schnurstracks in die Pommesbude marschiert bin.
LG Moni

PS: Zudem haben wir in unserer Stadt derzeit eine "Pforte der Barmherzigkeit" - wenn man da durchgeht, bedeutet das doch einen vollkommenen Ablaß - und Leonie ist mit mir da auch schon zweimal durchgegangen....das könnte sie doch auch vorbringen :-) Somit alle "Sünden" erledigt ?! Ja ich weiß, ich bin nun sehr ironisch #zitter

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Hallo.

Ich selbst bin Katechetin und ich erlebe den heutigen Umgang mit dem Thema "Beichte" als sehr angenehm.

Es wird einen Gemeinschaftstag zu diesem Thema geben ("Schuld & Sühne"), der mit einem Familiengottesdienst beendet wird, in dem die Kinder nochmals mit dem Thema Aussöhnung konfrontiert werden. Alle, auch die anwesenden Erwachsenen, können auf einen Zettel schreiben, wen sie mal verletzt haben oder mit wem noch ein Thema offen ist. Die Zettel werden verbrannt. Kerzen können dann dem Menschen überreicht werden, der auf dem Zettel stand, wenn er anwesend ist. Die Kinder nehmen das sehr gerne an und können damit wohl sehr gut umgehen. Der Pfarrer wird dann ganz allgemein an alle gerichtet die Vergebung aussprechen.

Kurz vor der Kommunion wird es dann nochmals eine Familienbeichte geben. Die ist freiwillig. Auch hier wird der Pfarrer nochmals auf das Thema eingehen und wer möchte, kann dann mit ihm ein persönliches kurzes Beichtgespräch führen.

Deine Begeisterung für das Bravsein Deiner Enkelin in allen Ehren ... aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass Du Dich aufgrund eigener schlechter Erfahrung gar nicht mit neuem Ansatz mit dem Thema auseinandersetzen möchtest.

Es geht hier nicht im "Todsünden", aber auch für brave Kinder sind die Themen Schuld, Aussöhnung und Vergebung relevant ...

... und ich denke, dass es für Deine Enkelin sehr viel besser wäre, wenn Du Dich bei dem Thema zurückhalten würdest, da Du doch sehr respektlos mit dem Thema umgehst und Deine Enkelin mit Sicherheit so mehr verunsicherst als hilfst ...

... lass sie mal machen ... Kinder haben ein gutes Gespür für das Thema ...

... Ihr als Eltern und Oma habt den "Sündenzettel" (so etwas gibt es bei uns allerdings nicht) auch nicht zu kontrollieren ...

... wenn sie da schlussendlich drauf schreibt, dass sie immer brav war und es nichts und niemanden gibt, mit dem sie sich aussöhnen muss, dann ist das eben so ... und sie wird sich schlussendlich dahingehend mit dem Pfarrer auseinandersetzen müssen ...

... und für einen guten Pfarrer wird das dann auch in Ordnung sein ... für uns wird es das am Gemeinschaftstag auf alle Fälle sein ... wenn ein Kind sich an dem Tag als unfehlbar empfindet, können wir auch damit leben.

LG

P.S.
Ohne Dir zu nahe treten zu wollen ... ich finde, dass Du Deine Enkeltochter unglaublich überhöhst ... das halte ich persönlich langfristig für sehr schwierig und für die persönliche Entwicklung wenig förderlich.

P.P.S.

>>> Somit alle "Sünden" erledigt ?! Ja ich weiß, ich bin nun sehr ironisch #zitter <<<

Das ist nicht ironisch ... das ist respektlos.

1

Hallo,

ich bin evangelisch, bin aber an eine katholische Schule gegangen.

Ich habe also miterlebt, wie meine Freundinnen zur Firmung ihre Beichtzettel geschrieben haben.

Unter großem Gelächter wurden da kleine Sünden aufgelistet. Die meisten waren wahrscheinlich schlicht ausgedacht.

Das mag man finden wie man will, aber so werden es wahrscheinlich die meisten Kommunionkinder und Firmungskinder machen.

Einmal die Hausaufgaben vergessen, dem Nachbarn den Radiergummi gemopst, was auch immer.

GLG

3

Dieses Kind macht - im Gegensatz zu meinen Kindern - meistens mehr, als es an Hausaufgaben machen muss. Lach, und eher nimmt man ihr einen Radiergummi weg als umgekehrt. #augen
Das Ausdenken von Sünden ist doch eine Lüge - oder nicht? :-p
Ich sehe den Zettel gerade vor mir...."ich habe einen Ratzke geklaut, ich habe keine Hausaufgaben gemacht - und ich habe gelogen, nämlich meine Sünden...."#klatsch#klatsch
DAS wäre doch eine gute Idee :-D
LG

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Hallo,

so ähnlich wird das wohl laufen :-D

Was bin ich dankbar, dass es für die Konfirmanden die allgemeine Beichte respektive einen Beichtgottesdienst vor der Konfirmation gibt.

Hier wird allerdings nicht im üblichen Sinn gebeichtet, sondern die Jugendlichen (und die Eltern) sollen ein wenig in sich gehen und ihr bisheriges Leben reflektieren.

GLG

2

Hallo
Die selben Gedanken hatten wir damals auch, die wenigsten Kinder haben etwas getan das "Beicht würdig" ist und ich glaube wenn ich so zurück denke werden sich die "Beichten" unserer Gruppe um ähnliche Banalitäten gedreht haben.
Sinnvoll..? Naja, da gibt es mittlerweile so einiges das ich anzweifle#zitter

LG

4

Frag doch mal, wie der Pfarrer dieses Beichtgespräch organisiert - mein (protestantischer) Mann hat damals auch schier aufgeschrien, als unser Sohn vor der Kommunion zum "Beichtgespräch" geladen wurde - :-)....ich hab mich köstlich amüsiert, klar: das kannte er nicht. Die ganze Aufregung war aber komplett umsonst, weil unser (moderner!) Pfarrer aus dem "Beichtgespräch" eine wunderbare, intime Zeremonie mit den Kindern in der Kirche gemacht hat: jedes Kind durfte sich aus einem großen Korb einen Stein aussuchen, und diesem Stein durfte (musste aber nicht!) das Kind dann anvertrauen, worüber es traurig ist oder was es quält oder vielleicht auch, was es an sich selbst nicht so gut findet...... . Natürlich haben die Kinder das FÜR SICH getan (nicht laut!). Der Pfarrer hat dann vorne am Altar gewartet und jedes Kind kam zu den Stufen und hat seinen Stein wieder in den Korb gelegt - wer wollte, durfte dem Pfarrer was ins Ohr flüstern, wer nicht wollte, musste nicht. Damit war's getan. Die Kinder hatten viel Spaß - mein Sohn hat auch nichts gesagt (obwohl er unseren Pfarrer kennt und mag), weil ihm einfach nichts eingefallen ist. Das war völlig in Ordnung.

Will nur sagen: viele Pfarreien gestalten dieses "Kommunions-Beichtgespräch" heute völlig anders als wir das von früher gewohnt sind. Insofern ist es sicher gut, sich einfach mal zu erkundigen und ansonsten dem Kind eben zu sagen: Du bist o.k.so wie Du bist und wenn Dir nichts einfällt ist das auch in Ordnung. Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendein Pfarrer das nicht akzeptiert.
Viel Spaß bei der Kommunionvorbereitung!

LG, evi

5

Hier geht es nicht um Todsünden, etc, sondern auch.... Ich habe x geärgert, ich hab den Tisch nicht abgeräumt obwohl ich es sollte, die Chance habe beim Nachbarn gespickt, etc.

Und auch wenn das Kind noch so lieb ist, es gibt immer was zu erzählen

Im kommunionsunterricht werden die Kinder vorbereitet und das ist eine lustige Stunde, wenn die Kinder so erzählen..,.

LG
Lisa

6

Hallo,

ich hab damals einfach gesagt das ich meine Mutter immer ärgere. Verstösst ja gegen das Gebot seine Eltern zu ehren :-p

Ich find die Beichte vor der Erstkommunion auch albern. Zumal sie ja zwischen Beichte und Erstkommunion eh wieder "sündigen".

Lg wirbelwinds.mama

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Hallo Moni,

ich behaupte mal, es kommt auf den Pfarrer an. Unserer ist eine coole Socke und auch die Kinder mögen ihn.

Die Beichte meiner Jüngsten anlässlich ihrer Erstkommunion war "lustig" (meinte sie ;-)).

Uns Eltern war nur wichtig, dass die Beichte nicht im Beichtstuhl stattfindet. Der ist nämlich ein gruseliges, altes, knorriges und komplett dunkles Kastl, das mittlerweile den Staubsauger beherbergt. Zumindest hat er noch eine Funktion.

Die Religionslehrerin hat versucht, den Kindern zu vermitteln, dass der Pfarrer durchaus eine Vertrauensperson sein kann, wenn man das will. Und dass niemand schimpfen wird und auch keiner dazu verdonnert wird .. was weiß ich .. 10-mal das Vaterunser zu beten, sondern mithilfe des Pfarrers das eigene Verhalten zu reflektieren.

Es gab durchaus Kinder, denen keine Untaten einfielen. Das kann durchaus sein und darf auch sein. Dann wurde über den Schulalltag gesprochen oder den Familienalltag und dergleichen.
Viele von uns hatten in unserer Kindheit schlechte Erfahrungen mit der Beichte gemacht und es gab einige Eltern, die ähnlich wir Du reagierten, als sie von der Beichte vor der Erstkommunion hörten.

Zumindest hier hat sich "die Kirche" aber verändert. Durchaus ins Positive, finde ich. Fehlt noch das Schrotten des Zölibats, und alles ist paletti. #schein

Ich hoffe, dass euer Pfarrer der neuen Generation (Du verstehst) angehört...

LG
Karin

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Ich hab meinem Sohn gesagt er soll einfach sagen er habe Geflucht, sich mit seinem Bruder gezankt und nicht immer auf Papa und Mama gehört.

Passt immer oder?

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Hallo,
auch unsere Kinder gehen bzw. waren bei der Kommunion und der damit verbundenen Erstbeichte.
Ich fand es super, wie ihnen die Beichte nahegebracht wurde und es hat auch mich wieder zum nachdenken gebracht.
Hier wird mittels Sinnen bzw. Beichtspiegel "gebeichtet" (natürlich im Beichtgespräch, in unserer Kirche gibt es gar keinen Beichtstuhl mehr). Die Kinder sollen lernen ihr Verhalten zu reflektieren (positiv und negativ) und wie sie negatives Verhalten ändern können (z. B. Auge - wegsehen, wenn jemand geärgert wird (um vielleicht selbst keinen Ärger zu bekommen) - in Zukunft versuchen zu helfen).
Ebenso können sie sich aussuchen bei wem sie beichten. Dem bekannten Pfarrer oder einem "ortsfremden", den sie nicht im Reliunterricht haben. Manche schämen sich wirklich!!
Versuche mal von den Todsünden wegzudenken zum allgemeinen Verhalten - und da kann jeder von uns sich noch ändern!!
Liebe Grüße

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