Einschulung mit 5 1/2 ?

Hallo zusammen,

ich würde mich gerne mit Eltern austauschen, die ihr Kind mit 5 1/2 eingeschult haben.

Wir stehen momentan vor dieser Entscheidung, da unser Sohn kognitiv seinen Altersgenossen deutlich vorraus ist und nun auch anfängt zu lesen.

Langeweile in der Kita ist schon länger ein Thema (wobei die Kita da wirklich klasse mit umgeht und sehr viele tolle Angebote hat, die ihn auch fordern). In der Kita hat er viele Freunde, auch welche, die im Sommer zur Schule kommen, allerdings ist ihm in seiner Gruppe vom Kopf her niemand gewachsen, bzw. kein Kind, mit dem er sich messen könnte. So schätzt es die Gruppenleiterin ein.

Wäre da nicht seine geringe Frustrationstoleranz würden wir überhaupt nicht zweifeln, ob es richtig ist, in schon einzuschulen.

Wie sind eure Kinder damit umgegangen immer die jüngsten zu sein? Besonders im Sport macht sich das ja vermutlich bemerkbar...

Unser Sohn ist sehr selbstbewusst und spielt gerne mit älteren Kindern. Er kennt die Schule durch seinen älteren Bruder und bewegt sich in den Räumlichkeiten ganz ungezwungen. Er fühlt sich dort wohl.
Aber wenn er etwas nicht kann (oder glaubt zu können), dann ärgert ihn das sehr und er verweigert oft jegliches weitere versuchen. Ich denke, das liegt auch daran, dass er in seinem kleinen Kopf die perfekte Lösung des "Problems" kennt und genau weiss, dass er der Sache motorisch nicht gewachsen ist. Seine Folgerung ist dann, dass sich ein Versuch nicht lohnt.

Nicht so einfach die Lage ;-), darum bin ich für Erfahrungen und Berichte sehr dankbar!

Achja, wenn man ihn fragt (bzw. er äußert das auch von sich aus), dann will er unbedingt zur Schule gehen.

Liebe Grüße,
Lena

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Aus unserer Erfahrung kann ich dir nur abraten. Unser Sohn war bei der Einschulung gerade erst sechs. Alle schwärmten von seinem Intellekt, der Kindergarten faselte schon was von Hochbegabung und alle waren ganz und gar der Meinung, dass der UNBEDINGT in die Schule muss.

Wenn da nicht seine schlechte Feinmotorik, seine spezielle Art, seine geringe Frustrationstoleranz und seine Neigung, sich bei Sozialstress abzuschalten gewesen wäre, hätte das gut klappen können Wir haben uns belatschern lassen und ihn eingeschult, seitdem hängt und zwickt es überall. Sozial wird er von den teilweise fast zwei Jahr älteren Jungs platt gemacht, und weil er nicht das machen kann, was er will und ihm die Reife fehlt, verweigert er ganz oft im Unterricht. Mit entsprechenden Folgen.
Zu früh eingeschulte Kinder werden überproportional mit ADHS diagnostiziert. Dabei sind sie einfach noch unreif.

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Danke für deine Antwort und die genannten Bedenken. Ich werde das mal im Hinterkopf haben bei unserer Entscheidungsfindung!
LG!

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meine große tochter wurde mit 5 1/2 eingeschult, die kleine mit knapp 6.

ob sich das im schulsport bemerkbar macht, kommt auf's kind an. ich würde das auch nicht als ausschlaggebend für ne einschulung sehen.
meine große ist voll der godzilla und legt beim ringen auch kinder auf die matte, die drei jahre älter sind und nen kopf größer und rennt beim stadtlauf den älteren davon. die kleine war zwar bei einschulung älter, aber ist voll der zwockel und steht nicht so auf sport, also ist sie auch im schulsport voll unbrauchbar. (habn beide den gleichen sportlehrer und der lacht auch nur drüber, wie unterschiedlich die zwei sind)

schulsport ist ja wirklich sowas von egal.

wenn der bub sich in der kita langweilt und schon am lesen ist, dann schick ihn zur schule. stur wird er vermutlich mit 35 noch sein.

lg

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Vielen Dank für deine Antwort. Klar, Schulsport ist egal, aber immer der Letzte, Langsamste, etc. sein, kann halt frustrierend sein. Aber damit muss er eh lernen umzugehen und sich ständig zu langweilen und unterfordert zu sein ist sicher das größere Übel...
LG!

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schulsport ist ja so ein thema, bei dem manch ein erwachsener noch 20 jahre später schweissausbrühe kriegt. aber dafür musser bei den bundesjugendspielen weniger punkte erzielen. .

lg

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hallo Lena,

Unser Sohn ist Ende des Jahres geboren und wir hatten letze Woche die schulärtzliche Eingangsuntersuchung. Daher wundert es mich, dass du von einer Erzieherin sprichst.

Bei dem Test wurde er wirklich auf Herz und Nieren getestet. Die Ärztin sagte uns, dass wäre das Kind nur in einem der Teilbereiche nur ein Stücl auffällig, hätte sie seine Zustimmung nicht gegeben.

Wart ihr schon bei dieser Untersuchung ?

#winke

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Hallo,
von einer Schuluntersuchung habe ich hier noch nie gehört...liegt das am Bundesland? Wir wohnen in NRW. Oder betrifft das nur KInder, die früher als üblich eingeschult werden? Unser Großer musste sich in der Schule kurz vorstellen, das war´s dann auch schon. Untersucht wurde da nix...
Ich werde mich mal erkundigen, klingt ja ganz sinnvoll...
Danke für en Tipp!

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Hallo Zimtkriegel,

ich habe mich. für euer Bundesland etwas schlau gemacht.

Die Anmeldung erfolgte im Oktober 2015. Der Termin für did schulärtzliche Untersuchung wird durch euer Gesundheitsamt mitgeteilt.

Dein Kind ist ein sog. kann Kind und ich schaute nach, dass es unterschiedliche Gemeinden unterschiedlich haben. Bei 5 1/2 hätte ein psychologisches Gutachten erstellt werden müssen und der Schulleiter könnte entscheiden, obwohl ich z.b. bei der Stadt Müllheim an der Rihr grlesen habe, dass solche Konder nur aufgenommen werden, wenn es freie Kapazitäten gibt.

Der Zug ist abgefahren, wenn du Einschulung jetzt im September meinst.

Bei uns müssen kann Kind bis Glaube ich Dezember Antrag stellen, dann ist Anmeldung bei der Schule.Wir waren jetzt beim Amtsarzt und nächste Woche formelles Gespröch mit dem Schulleiter. Bescheide gibt es bis zum 30.5.

#winke

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Hallo,

meine Tochter wurde auch mit 5 1/2 eingeschult. Wir wohnen in Berlin und zu der Zeit MUSSTE sie eingeschult werden (Stichtag war der 31.12., mittlerweile ist es der 30.09.). Sie ist die jüngste in ihrer Klasse.

Ich hatte viele Bedenken und wollte sie eigentlich zurückstufen lassen (wäre aber fast unmöglich gewesen). Letztendlich haben wir uns FÜR die Einschulung entschieden und uns gesagt, wenn es gar nicht funktioniert, wiederholt sie eben ein Jahr.

Meine Tochter ist jetzt in der 2. Klasse und kommt super im Unterricht mit. Sie gehört zu den besseren Schülern, versteht viel auf Anhieb, die Hausaufgaben sind meistens schon in der Schule erledigt.

Die sozialen Kompetenzen haben sich im Laufe der Zeit gebessert. Sie hat gelernt, sich in der Gruppe durchzusetzen. Das einzige, woran sie noch arbeiten müsste: sie gibt schnell auf, wenn sie etwas nicht sofort versteht. Wenn ihr z.B. nicht augenblicklich einfällt, wie man am besten 85 - 39 rechnen könnte, hat sie gar keine Lust, sich da Gedanken zu machen.

Ob es gut ist ein Kind mit 5 1/2 Jahren einzuschulen, hängt sehr vom Kind ab. Bei uns ist es bis jetzt gut gegangen. Ich hätte aber niemals einen Antrag gestellt, sie früher einschulen zu lassen.

Alles Gute,

ez

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Danke für deinen Erfahrungsbericht. Da erkenne ich meinen Sohn teilweise wieder ;-)
Wenn er nicht explizit diese Langeweile äußern würde, wäre ich auch nicht auf die Idee gekommen, ihn früher als geplant einzuschulen...bin eigentlich prinzipiell gegen eine frühe Einschulung. Aber Unterforderung ist auch Mist...
LG!

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Hi,

unser Sohn war 6,5 Jahre alt bei der Einschulung - und damit einer der jüngsten. Nur unser Nachbarsjunge war noch jünger (5,5 Jahre). Drei Viertel der Klasse waren Kinder, die bereits 7+ Jahre alt waren bei Einschulung. Und der Unterschied in der Entwicklung war gravierend.

Unser Sohn kam gut mit, der Nachbarsjunge hätte noch ein Jahr länger gebraucht. An Inelligenz mangelte es ihm nicht, aber er konnte weder mit dem Sozialverhalten der anderen mithalten, noch konzentriert arbeiten / zuhören. Auch war und ist er sehr aggressiv anderen gegenüber.

Wenn ich mir nun vorstelle - die Jungs sind jetzt in der 7. Klasse - wie alt / jung sie nach dem Schulende sind... Fabian wird dann gerade 16 sein. Der andere Junge ist dann gerade mal 15 geworden. Damit findet er niemals eine Lehrstelle.

Ich finde, das sollte man auch nicht außer Acht lassen. Nur weil die Kinder jetzt weiter sind - heisst das nicht, dass sie das auch später sein werden. Und die sozialen Probleme sind immer noch die gleichen.

Gruß
Kim

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Hallo,
das Alter bei Schulende ist ein interessanter Aspekt. Danke für den Hinweis! Allerdings kann man solche Probleme damit lösen, ein soziales Jahr oder Ähnliches einzuschieben. Das bekommt den meisten eh ganz gut ;-)
Was mich wundert ist, dass bei euch so viele Kinder schon über 7 sind zu Beginn der ersten Klasse...die hätten dann ja eigentlich alle im Jahr vorher (als sie 6 waren) in die Schule gemusst. Wurden die alle zurückgestellt oder wohnt ihr nicht in Deutschland und es gelten andere Regeln?
LG!

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Hi,

nein, wir sind in Deutschland - genauer RLP. Das mit den 7jährigen hat mich auch gewundert. Die waren wirklich alle zurückgestellt. Und das hat mich bei vielen doch sehr gewundert. Teilweise war der Geburtstag im Mai - und Einschulung war Ende August!

Das Überbrückungsjahr als Soziales Jahr oder Bufdi ist schön, aber ich kenne nicht viele Jungs, die da wirklich Interesse dran haben. Und in vielen Bundesländern liegt das Mindestalter dabei auch bei 16. Es ist nicht ganz so einfach ;-) Und die Stellen für so junge Abgänger müssen auch da sein - auch hier werden viele AG eher ältere einstellen, weil das Jugendarbeitzschutzgesetz doch ziemlich strenge Regeln hat (was gut ist).

Gruß
Kim

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Hallo,

mein Sohn ist mit knapp 5 1/2 Jahren vorzeitig eingeschult worden. Es gab und gibt keinerlei Probleme. Inzwischen ist er in der 6. Klasse eines Gymnasiums und wird nächstes Jahr in eine Sprachen-Schwerpunktklasse dort wechseln.

Gruß, Lena

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Danke für deinen Erfahrungsbericht! Das macht ja Mut, dass auch alles gut laufen kann :-)!
LG!

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Hallo, ich kann die Erfahrung mit meinem Neffen beisteuern.
Er wurde auf eigenen Wunsch mit 5,5 eingeschult. Es gab tatsächlich niemals Probleme, obwohl er körperlich eher klein war.
Er hat inzwischen sein Abi und auch schon einen Studienplatz.
Allerdings war er immer ein ruhiger und kreativer Junge mit guten Sozialverhalten und guten Selbstbewusstsein.

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Vielen Dank für das Teilen deiner Erfahrungen!
LG!

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Hallo,

Ist die geringe frustrationstoleranz das einzige Problem? Ist dein Kind sozial-emotional so weit? Ist es gar nicht ausgelastet im Kindergarten?
Das Kognitive ist für mich zweitrangig. Meine Kinder lesen, seit sie 4,5 sind, mittlerweile fließend, betont und sinnentnehnen. Eine der beiden rechnet im Hunderterraum. Trotzdem habe ich darauf bestanden, dass sie zurückgestellt werden. Auch wenn sie kognitiv mindestens ein Jahr voraus sind/ waren, so waren sie sozial und emotional eher ein halbes Jahr zurück und wären dem Schulalltag nicht wirklich gewachsen gewesen.

Ich muss aber sagen, dass unser Kiga super ist und sie auch dieses Jahr gerne gehen. Allerdings freuen sie sich nun auf die Schule, das haben sie letztes Jahr nur geäußert, obwohl alle ihre Freunde eingeschult wurden.

Wenn das einzige "Problem" also die geringe frustrationstoleranz ist, koennte ich mir durchaus vorstellen, dass der Schulstart erfolgreich verläuft.

LG
Delfinchen

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Hallo,

meine große Tochter ist mit genau 5 Jahren (1 Tag nach ihrem 5. Geburtstag) eingeschult worden, war also noch ein halbes Jahr jünger und somit die ganze Schulzeit über teilweise bis zu 2 Jahre jünger als ihre Klassenkamerad/innen.

Bevor wir das gemacht haben, haben wir neben der Schulreifeprüfung einen Kinderpsychologen aufgesucht und ihn gebeten, sich das Kind nur unter dem Gesichtspunkt der emotionalen Reife und Stärke anzuschauen und die Intelligenz komplett außen vor zu lassen.

Erst, als der uns sagte: das Kind ist sozial und emotional sehr reif und zudem extrem stabil und in sich gefestigt, haben wir diesen Weg gewagt.

Tatsächlich musste unsere Tochter sich schon durchbeißen gegen die älteren Schulkameraden, was ihr aber vom Selbstbewusstsein her eher gut getan hat (meine Tochter ist inzwischen erwachsen und im Ernst: ich kenne keinen selbstbewussteren Menschen als meine Tochter :-D).

Allerdings wurde es schwierig in der Pubertät.. Also: von Klasse 5 - 8 war es richtig schwer, da flossen Tränen, da habe ich mich oft gefragt, ob das alles richtig war und habe ihr auch angeboten, die Schule zu wechseln/Klasse zu wiederholen etc. Die Schulkollegen gingen schon zu Parties/hatten ihre ersten Freunde/gingen in Kinofilme, die für sie nicht gut waren etc.

Ab Klasse 9 war wieder alles super.

Sie hat dann mit 17 ein sehr gutes Abi hingelegt (das war noch G9).

Wenn man sie heute fragt, sagt sie: das war genau richtig so, das war mein Weg.

Wenn man mich heute fragt: für sie war das vielleicht richtig, für mich als Mutter aber doch der anstrengendere Weg. Ich würde vielleicht heute doch versuchen, sie noch ein Jahr irgendwie im Kindergarten zu halten. Einfach, weil die Jahre in der Pubertät mich so viel Kraft und Sorge gekostet haben. (z.B. musste ich ihr viel zu früh Dinge genehmigen, bei denen ich ein wenig Bauchweh hatte etc., es war halt immer eine Gratwanderung)

Liebe Grüße und alles Gute für die Entscheidung

liki

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