Deutsch Lesetest - Lesekompetenz - 3. Klasse

Hallo ihr Lieben,

unsere Tochter ist mittlerweile 3. Klasse. Mit Rechtschreibung und Grammatik hat sie in Deutsch keine Probleme, allerdings mit den sogenannten Lesetest schon..... ihr fällt es unendlich schwer Fragen anhand eines Textes zu beantworten. Ihr fehlt häufig auch die eigene Meinung dazu. Einfache Fragen zu beantworten schafft sie schon, aber manchmal kann sie Fragen im Zusammenhang nicht beantworten. Ihr fehlt dieses Denken darüber hinaus und dieses Kombinieren.

Wir lesen sehr viel und regelmäßig und es liegt auch nicht daran, dass sie Texte grundsätzlich nicht versteht. Sie versteht schon, was sie liest.

Wie kann man da helfen ? Einfach diese Lesetexte mit Fragen üben ? Oder kommt das irgendwann von alleine ? Wie war es bei Euren Kindern ? Sollen wir 2 x die Woche üben ?

Ich finde, dass es schon sehr wichtig ist, dass man Informationen aus einem Text herausfiltern kann. Das braucht man irgendwie in allen Fächern.

Danke für Eure Tipps

Gotschie

Huhu,

unsere haben einen Wochenplan für die HA. Da ist jede Woche ein Din A3 Blatt bei, in der Mitte gefaltet, wo links ein Text über ein Tier steht und rechts Fragen dazu stehen. Die Kinder sollen diese Fragen im ganzen Satz beantworten. Dort soll das entnehmen von Infos aus Texten gezielt geübt werden.

Damit würde ich anfangen. Der Text wird einmal gelesen. Danach lass sie jede Frage mit einer Farbe markieren. Dann wird der Text, Frage für Frage, nach der Antwort durchgegangen. Die Antwort wird dann mit der gleichen Farbe wie die Frage unterstrichen. Danach wird der Satz gebildet und aufgeschrieben.

Alternativ kannst du da doch auch prima bei Antolin üben. Und wir haben ganz viele Bücher zu Hause, wo am Ende ein Frageteil ist.

Ich würde aber auch mal ausprobieren, ob sie die Probleme auch hat, wenn du den Text vorliest.

An der eigenen Meinung liegt es wohl eher nicht, oder? Die Fragen sind ja - zumindest bei uns - so simpel und eindeutig formuliert, dass es da keinen wirklichen Spielraum gibt. Aber du hast völlig recht: Leseverständnis ist definitiv furchtbar wichtig. Mit ein wenig mehr Übung bekommt ihr das sicher in den Griff.

LG
Jenx

Hallo Jenx,

vielen Dank für Deine Antwort. Bei uns in der Schule ist es leider so, dass es großartig nicht viel geübt wird. Als Hausaufgabe z. B. gar nicht. In der Schule wurden 2 x im Unterricht Texte mit Fragen verteilt. Die Kinder haben diese in der Arbeitszeit dann bearbeitet. Ich gehe mal davon aus, dass die Lehrerin dann während der Arbeitszeit rumgelaufen ist und nach den einzelnen Kindern geschaut hat. Einzelne Kinder haben anschließend dann Ihre Antworten vorgelesen und die Kinder sollten dann ihre Antworten selbstständig verbessern (kann mir nicht vorstellen, dass dies funktioniert).

Dies war dann Montag und Mittwoch. Am Donnerstag haben sie dann eine Arbeit darüber geschrieben.

Ich wäre sehr dankbar, wenn sie es regelmäßiger im Unterricht üben würden, aber tun sie leider nicht. Auch scheitert es an den vernünftigen Anleitungen. Zuhause haben wir auch schon mal probiert mit Textmarkern zu arbeiten. Das hat ganz gut funkioniert.

An unserer Schule wird auch schon erwartet, dass sie über die Fragen darüber hinausdenken. Es werden auch "warum"-Fragen beantwortet und sie sollen auch ihre eigene Meinung schreiben. Natürlich gibt es auch einfache Ankreuzfragen, wo man die genaue Antwort aus dem Text entnehmen kann.

Mit Antolin arbeiten wir auch schon fleissig.

Ich glaube mit dem Vorlesen würde es nicht so gut funktionieren, weil sie den Text eher optisch vor sich braucht. Sie soll ja auch nicht auswendig den Text bearbeiten, sondern mit dem Text arbeiten.

Hallo,

seid ihr über die Schule bei Antolin registriert? Das ist doch die beste Übung. Wenn sie ohnehin, wie Du schreibst- sehr viel liest, dann kann sie die gelesenen Bücher doch auch bei Antolin eingeben (also die Fragen beantworten). Da wirst Du merken, ob sie Texte überhaupt versteht und die Fragen beantworten kann.

LG Andrea

Hallo Andrea,

Antolin machen wir schon und da funktioniert es ganz gut. Es geht eher um die Fragen, wo es über das Thema darüber hinaus geht.

Manchmal versteht sie auch einfach nicht, dass sie die Antworten aus dem Text nehmen soll und nichts hineininterpretieren soll. Also nicht schreiben soll, was sie denkt, sondern die Information aus dem Text nehmen soll.

Mich interessiert halt auch, ob man da üben soll, oder ob das Textverständnis ganz von alleine kommt. So mit der Reife....

Gruß
Gotschie

hi gotschie,

bei den Lesetests geht es ja eigentlich NIE darum, die eigene Meinung kundzutun. Es geht immer um Inhalte des Textes, vielleicht auch mal um Inhalte, die man sich einfach erschließen kann (Bsp.: "Er trank die ganze Flasche Limonade sofort aus." Frage: "Wie viel Limonade hatte er noch am Abend in der Flasche?" Klar, die Antwort steht so nicht im Text. Aber beim sinnerfassendem Lesen hätte der aufmerksame Leser registriert, dass nix mehr drin sein kann).

Lass sie doch mal selbständig lesen und dir hinterher von ihr berichten, was in dem Text vorgekommen ist. Dazu eignen sich nicht nur abgeschlossene Geschichten, sondern auch Bücher, die in kleine, kurze Kapitel gegliedert sind. Meine Tochter liest z.B. gerade "Pippa Pepperkorn" und kann die Kapitel toll hinterher erzählen (wenn sie mal für sich und ohne mich gelesen hat, damit ich den Anschluss nicht verpasse).

Oder versuch es doch mal anders herum: lass sie Fragen zu einem Text entwickeln! Das übt einfach auch mal eine andere Sichtweise für den Text. Frag die Lehrerin, ob sie einen Tipp hat, mit welchem Material du üben kannst.

LG
cori

Hallo Cori,

Danke für Deine Antwort. Ja, genau es geht um so Fragen wie die mit der Flasche, wo es eben nicht genau im Text steht. Damit tut sie sich unendlich schwer.

Manchmal beantwortet sie die Fragen auch einfach so, weil sie denkt, dass sie die Antwort kennt, aber eben ohne nachzudenken.

Wir lesen jeden Abend zusammen, die Bücher werden in Antolin eingegeben. Aktuell fängt sie auch selbst im Bett zu lesen. Sie hat ein unheimliches Interesse an Büchern.

Bei uns wird in Lesetest auch nach der eigenen Meinung gefragt und damit tut sie sich auch schwer, darüber etwas zu formulieren. Sie hatten mal einen Text zum Thema Fuchs. Da waren dann auch so fragen drinnen wie: "was denkst Du kann man tun, um den Fuchs zu schützen."

Die Lehrerin ist leider eine von der Sorte, die nicht möchte, dass man mit den Kindern übt. Deshalb kann ich sie selbst nicht fragen. Leider wird das Thema im Unterricht auch nicht oft behandelt.

Liebe Grüße
Gotschie

hi Gotschie,

ich würde um ein Elterngespräch bitten und die Lehrerin drauf ansprechen, was im täglichen Leben getan werden kann, um deiner Tochter zu helfen. Aber voran sei vielleicht die Frage gestellt, OB überhaupt Hilfe notwendig ist (manchmal sehen wir Eltern das ja auch viel zu eng und die Lehrer finden, das ist alles im normalen Rahmen und entwicklungsfähig).

Ansonsten hilft es ja vielleicht, wenn ihr einfach über Geschichten, die sie mit dir liest, sprecht. Lass sie sich mal Fragen zu Texten formulieren, so dass sie praktisch erst mal in die andere Rolle gerät und sich dadurch in die Rolle des Antworters hinein versetzen muss. Ich mache das selbst mit meinen Schülern immer zur Wiederholung: Fragenentwicklung zu einer Thematik hilft den Schülern, sich selbst Sachverhalte zu verdeutlichen.

Ansonsten schwören viele Eltern hier ja auf die "Star"-Übungshefte, z.B. Deutsch-Star Lesetraining, gibt's für alle Jahrgänge der Grundschule. Ich selbst kenne die Hefte nicht, aber die Beurteilungen bei Amazon sind sehr gut. Ein Versuch wär's ja vielleicht wert.

LG
cori

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