Einschulung in die 2. Klasse?

Hi.

Mein Sohn ist im Januar 6 geworden und ich bereue es, ihn nicht letztes Jahr eingeschult zu haben. Er war schon immer sehr weit, konnte früh lesen, sich sehr gut ausdrücken und ist gut in logischen Dingen.

Ich habe ihn noch im Kindergarten gelassen, da er einen großen Bewegungsdrang hatte und weil es ihm schwerfiel abzuwarten, ohne jmd. ins Wort zu fallen. Außerdem wäre er ja noch recht jung gewesen und ich wollte ihm dieses Jahr Kindheit noch lassen.

Mein Sohn hat aber für sich selbst entschieden, schreiben und rechnen zu lernen. Er ist glücklich und ausgeglichen, wenn er z.B. Rechenaufgaben bekommt.

In den letzten paar Monaten hat sich gezeigt, dass er sich in der 1. Klasse vermutlich langweilen würde. Er liest flüssig, kann gut addieren und subtrahieren und auch multiplizieren macht ihm keine großen Schwierigkeiten, solange das Ergebnis nicht zu hoch ist (er rechnet das ja noch alles aus und kann es noch nicht auswendig). Am liebsten löst er Textaufgaben. Er schreibt auch gerne Briefe oder macht sich Notizen, wenn er sich etwas merken möchte.

Seine Rechtschreibung ist allerdings nicht immer ganz richtig- vieles schreibt er, wie er spricht.

Nun frage ich mich, ob es nicht besser wäre, wenn er gleich die 2. Klasse besucht. Er hätte dann nicht nur seine Freunde in der Klasse, sondern wäre dann auch leistungsmäßig nicht unterfordert. Ich kann mir nämlich bei meinem Kind gut vorstellen, dass er Blödsinn macht, wenn er sich zu sehr langweilt. Ich denke auch, dass er besser zuhört, wenn die Lehrer etwas erzählen, was er noch nicht weiß. Und von Extraaufgaben halte ich auch nichts, da er keinen Sonderstatus bekommen soll.

Da die anderen jedoch schon 1 Jahr Schulalltag erlebt haben bin ich verunsichert, ob das nun wirklich die richtige Lösung wäre. Und man lernt in der Schule ja auch mehr als nur lesen, rechnen und schreiben. Der Stoff von Sachkunde und Religion baut jedoch nicht aufeinander auf, sodass es nicht schlimm wäre, das er bisher diese Fächer nicht hatte.

Ich überlege schon lange, was das Beste für mein Kind wäre. Er selbst möchte zu seinen Freunden in die 2. Klasse. Aber geht das überhaupt, dass man nach der Einschulung direkt in die 2. Klasse gehen darf?

Wenn sie ihn erst in die 1. Klasse packen, um abzuwarten, wie weit er ist, um ihn dann in die 2. Klasse zu versetzen, dann muss mein Kind sich wieder neu orientieren und sich neu einfügen. Ich habe eh die Sorge, dass er schwierigkeiten bekommt, sich einzufügen, da er bei "Zwang" sehr schnell in eine Verweigerungshaltung verfällt. Aber vielleicht ist diese Sorge ja auch total unbegründet, da er ja ausgesprochen gerne lernt.

Ich würde mich über eure Meinung sehr freuen. Vielleicht hat ja sogar jmd. ähnliches mit seinem Kind erlebt und kann mir einen Tipp geben.

Lg abenteuer

Ich denke nicht, das Du das entscheiden kannst. Die Entscheidung, ob ein Kind eine Klasse überspringt, trifft die Schule. Und die achten auf andere Sachen als nur die kognitiven Fähigkeiten. Frustrationstoleranz, Selbstorganisation, Sozialverhalten, etc. Im ersten Schuljahr wird ein Mangel derselben noch mit Nachsicht 'geübt' - in der zweiten Klasse muss das sitzen.

Es gibt in jeder ersten Klasse Kinder (ich habe zwei Söhne in der Grundschule), die lesen können, schreiben können, im Hunderterbereich rechnen. Deswegen können sie noch lange nicht die Linien einhalten oder die Grundzüge der Geometrie. Macht nix, solange sie in der ersten Klasse sind. Gute Grundschullehrerinnen kennen das und können damit umgehen, sodas sich auch die 'Überflieger' nicht langweilen. Und wenn sie das nicht schaffen, werden sie von sich aus einen Übertritt in die zweite Klasse vorschlagen - aber mit einem Blick auf's ganze Kind - nicht nur seine intellektuellen Fähigkeiten.

Deine Bedenken bezüglich nochmalige Eingliederung verstehe ich - aber noch viel schwerer würde es doch, einen kompletten Neuling in Sachen Schule gleich zu den 'alten Hasen' zu stecken. Und wenn es in der zweiten Klasse nicht läuft und er zurück in die erste müsste, wäre die Frustration wesentlich tiefer, meinst Du nicht?

Grüsse
BiDi

Hi,

gehe in die Schule und frage, ob er nicht jetzt sofort eingeschult werden kann.

Bei uns in der Schule wird es manchmal so gehandhabt. Genauere Infos habe ich dazu allerdings nicht.

VG

Tattel

Mein Sohn (9, 4. Klasse) konnte auch etwa ein halbes Jahr vor Schulbeginn lesen, schreiben und rechnen - auf Zweitklässlerniveau. Wir haben ihn (mit knapp 7) in die erste Klasse eingeschult, im November wurde er dann probeweise in der zweiten Klasse beschult.
Mein Sohn kam ganz schwer mit dem Sonderstatus in der ersten Klasse zurecht, wobei er als jüngster in der Klasse 2 natürlich auch einen hatte.

Generell gab es schon ein paar Anlaufschwierigkeiten, weniger wegen der Umgewöhnung, als einfach in puncto Arbeitsverhalten und -organisation - die Kinder müssen halt auch lernen, mal ungeliebte und langweilige Aufgaben zu machen, sich in den Schulalltag einzufügen, Umgang mit zum Teil zwei Jahre älteren Mitschülern etc.

Ja, man lernt in der Schule mehr als "nur" lesen, schreiben und rechnen!

Im Nachhinein sehe ich das Überspringen kritisch, zum einen kamen bei uns viele ungünstige Faktoren zusammen (unwillige aufnehmende Lehrerin, schwierige Klasse, Lehrerwechsel), zum anderen hat mein Sohn in Sachen Arbeits- und auch Sozialverhalten einen gewissen Nachholbedarf, so dass wir mit ihm zusammen entschieden haben, dass er bei der weiterführenden Schule auf die Gesamtschule geht und damit G 9 macht - ein Jahr Zeit für ihn.

LG

Anja

Hallo

gibt es bei euch keine Schulen mit Eingangsstufe (1 und 2 gemeinsam)?

Wir haben eine Tochter die ebenfalls, schreibt (auch auf den Linien bereits) rechnet und liest... Wir haben uns gegen eine frühzeitige Einschulung entschieden aber für eine gemischte Klasse...

Lg

Hallo

Die erste Klasse besteht aus mehr als Lesen und Plus und Minus rechnen.

Nimm Dir einfach mal die Bücher von einem Erstklässler.

Kann er Zahlenreihen, kann er die Zeichen Größer und Kleiner?
Schreibt er richtig in den Linien? Kann er richtig zuordnen.
Kann er die Schreibschrift (unsere fangen nun damit an).

Hi
Meine zweite tochter war wie dein sohn. Sie brachte sich mit ende vier jahren, das lesen uns chreiben und auch das rechnen bei. Sie rechnete bis zu 100 + und - aufgaben. Sie wurde im januar 5 und wir machten uns zuerst auch keine gedanken, zumal sie mit ihrem koennen nicht hausieren ging. Im kiga sprach man uns aber auch bald an, und die ueberlegungen gingen auch dahin, sie mit 5,5 jahren einzuschulen. Unabhaenging voneinander, kamen der kiga und wir ueberein, doch noch abzuwarten, von der sozialen seite her. Nicht das sie es nicht gepackt haette, aber ihren besten zwei freundinnen, mit denen sie vom ersten tag im kiga an, zusammen war, kamen halt erst im jahr darauf in die schule.
Bei der schuluntersuchung wurde uns geraten, sie gleich in die zweite klasse zu stecken, wollten wir aber nicht, da sie auch so schrieb, wie sie es hoerte und auch keine schreibschrift konnte. Wir wollten, das sie das von anfang an lernt in der schule und. Nicht als quereinsteiger dazu kommt. Ihre klassenlehrerin war auf sie "vorbereitet" und hatte immer aufgaben fuer sie, der schwierigkeit nach gestaffelt, wenn sie frueher fertig war. Sie kam in den ersten zwei schuljahren selten nach hause mit der bemerkung, sie haette sich gelangweilt.
Sie kommt nun in die 5. Klasse aufs gymi und wir sind froh, dasss wir es haben so laufen lassen.
Lg conny

Hallo,

hast du nicht die Möglichkeite in einer Flexklasse einzuschulen?

Gerade für solche Kinder ist ds ideal. Sie gleiten da ganz automatisch in den zweiten Jahrgang, wenn sie das aus dem ersten wirklich können.

LG Birte

....deren jüngster im August letzten Jahres eingeschult wurde und nun in Deutsch noch in den Arbeitsbüchern der ersten Klasse arbeitet - in Mathe aber schon in denen der zweiten.....

Wenn er wirklich schon gut Lesen, Schreiben + Rechnen kann, dann musst Du dringend einen Termin mit der zuständigen Schulpsychologin (örtliches Schulamt) vereinbaren und beratschlagen, wie vorzugehen ist.

Gruß

Manavgat

Hallo,

eine Einschulung in die 2. Klasse sollte möglich sein. Allerdings entscheidet sowas die Schule bzw. der Schulleiter, sicher wird vorher umfangreich getestet. Ob das allerdings so sinnvoll ist? Die Kinder in der 2. Klasse hatten dann schon ein Jahr Zeit, sich einzugewöhnen, in der Schule anzukommen, die Verhaltensweisen zu lernen (die ganz anders als im Kindergarten sind). Es gibt so viel Neues, eben auch abseits vom Schulstoff.

Wir standen vor einer ähnlichen Entscheidung (auch Januar-Kind) und haben unseren Sohn vorzeitig eingeschult. Er durfte vorher 1 Woche zum Schnuppern in die Schule, da war sein größtes Problem, dass er nicht wußte, wie man sich als Schulkind verhalten soll. Das hatten die anderen Schüler zum Ende der 1. Klasse natürlich gelernt.

Sprich mit der Schule, welchen Rat man dir dort geben kann. Wahrscheinlich werden sie eher für eine normale Einschulung und dann - wenn es sich abzeichnet, dass dein Sohn unterfordert ist - einen Sprung in die 2. Klasse sein. Dann hat er zumindest die Möglichkeit, erst mal in der Schule anzukommen.

LG bluehorse

Hi,

weißt Du, was ich schade finde? Das die Kinder alle nur noch gefordert werden müssen/sollen.

Ich würde Dein Kind in die 1. Klasse stecken. Hier geht es nicht um rechnen oder schreiben lernen, sondern auch um das "Ankommen" in der Schule. Wieviele Kinder brauchen da eben sogar ein ganzes Jahr.
Hier müssen auch Gedichte gelernt werden, Arbeitsaufträge verstanden, sich NICHT ablenken lassen etc. und das Miteinander der Kinder ist eben auch ganz anderes als im Kindergarten. Ich denke ein Start in die 2. Klasse ist echt schrecklich. Und in der Klasse meines Sohnes konntes viele Kinder schon lesen und rechnen etc. -ich denke aber nur bei ganz wenigen war es der Wille des Kindes, es selbst zu lernen. Hier geht es doch oft darum, bei den Eltern gegenseitig zu sagen, mein Kind KANN,...bla,bla,bla.....
In dem 1. Zeugnis unseres Sohnes wurde nur gelobt wie toll er lesen kann etc. bei den anderen Kindern, die das bereits konnten, stand nichts davon im Zeugnis. Die Eltern waren empört,...grins,....-die Lehrerin begründete, daß sie nur von Dingen schreibt, was die Kinder in der Schule gelernt haben und sich bemüht haben, aber wenn ein Kind eben schon lesen konnte, wo ist da die Mühe in der Schulzeit,...fand ich echt lustig.

Jedenfalls denke ich, wenn sie ein Überfliegerkind ist, dann hat man auch die Chance sie von Klasse 3 auf 4 springen zu lassen,...
Ich würde Ihr dieses Stückchen Kindheit lassen. Langweile sollte natürlich in der Schule nicht aufkommen aber da wird die Lehrerin sich sicher zu helfen wissen.

An unserer Schule gibt es seit 2 Jahren kein überspringen der Klassen mehr aufgrund sozialer Reife der Kinder etc.

Viel Glück!!!

LG, Tina

ich kenne das von unserer schule so:

die kinder werden ganz normal eingeschult und dann wird vor/nach den herbstferien entschieden ob 2. klasse oder eben doch 1.

umgekehrt wird dann vor/nach den weihnachtsferien geguckt, welches kind von der 2. klasse in die 1. klasse wechselt.

beides hatten wir jeweils einmal in diesem schuljahr

Genau das ist der Grund, warum ich unsere Tochter vor der Schule so wenig wie möglich mit Schulstoff gefordert bzw. gefördert habe.
Wir haben im Auto manchmal gerechnet (im Rechnen ist sie auch wirklich gut), aber bei Lesen und Schreiben habe ich immer gesagt, das lernst Du in der Schule.
Sie ist jetzt in der ersten Klasse, zusammen mit ihren Freundinnen, ist langsam in der Schule angekommen und langweilt sich nicht, weil sie jetzt erst Lesen und Schreiben lernt.
Sie ist sehr schnell, so dass sie immer Zusatzaufgaben von der Lehrerin bekommt.
Wir sind froh, dass wir nicht vorher angefangen haben.

Ja. Bis auf die Schreibschrift.

Hey.
Nein, leider nicht. Hier gibt es nur eine Dorfschule und die hat immer nur 2 Klassen pro Jahrgang.

Hi
Nein, leider nicht. Wir wohnen auf dem Dorf und hier gibt es nur die eine Grundschule

ok danke. Ich hoffe die haben da überhaupt einen Schulpsychologen.

Das ist auch mal ne Idee. Wäre nicht drauf gekommen, dass das geht. danke

Nun- er hat sich das Lesen aber selbst beigebracht. Bereits mit 2 fragte er immer nach den Buchstaben und konnte sie dann ziemlich schnell benennen. Ich hätte ihm nur die Antwort verweigern können und wollte nicht sagen: "das darfst du noch nicht wissen"

"Vorher angefangen" unterstellt ja, dass man dem Kind Lesen und schreiben vermittelt hat. Mein Sohn hat sich das Lesen und Schreiben ebenfalls selbst angeeignet - ich hätte nicht gewusst - wie ich das hätte "verhindern" können - und wollte es auch nicht.

Hallo, mein großer Sohn war in einer gemischten Klasse 1 / 2 . Nun - die Möglichkeit habt Ihr ja leider nicht . Ohne alle Beiträge gelesen zu haben: ich würde ihn erstmal in die 1 Klasse einschulen. Dann zu den Herbstferien schauen wo er steht und wie er in der Schule angekommen ist. Ich denke, die Umgewöhnung in die Klasse 2 fällt nicht so schwer - du schreibst ja, dass er bereits Freunde hat. Schulst Du direkt in die Klasse 2 ein dann kommt er ja auch in einen festen Klassenverband, alle kennen sich - kennen die Schule und die Regeln ... mhmmm - ich stelle mir das schwierig vor.
Ich möchte es genauso machen - meinen Sohn erstmal einschulen und dann abwarten, welches Feedback aus der Schule kommt.

#pro

Hallo,

wenn ein Kind wirklich lesen und schreiben lernen möchte, dann kannst du das aber kaum verhindern.
Ich habe mir damals mit 5 das Lesen selbst beigebracht anhand der Buchstaben aus meinem Namen und den Namen meiner Freunde.
Es hat sich nie jemand mit mir hingesetzt und mich "gefördert". Meine Eltern waren selbst überrascht, als ich "auf einmal" lesen konnte.
Gelangweilt habe ich mich im Unterricht nie, auch wenn ich bei Schuleintritt fließend lesen und schreiben konnte, weil einfach das ganze Drumherum sehr aufregend war.
Außerdem gab es schon damals vor 30 Jahren 2 x Woche Förderunterricht für die "guten" Schüler, wo wir separat gefördert wurden.

LG

Hallo!

Ich würde einen Termin in der Schule ausmachen. Dort können sie deinen Sohn testen, ob er den Stoff schon ausreichend beherrscht. In unserer Schule machen das die Lehrer aus den unteren Klassenstufen.

Meine Tochter konnte auch schon lesen und erstes rechnen. Es hat sich allerdings gezeigt, dass die Umstellung des Tagesablaufes im Schulalltag recht enorm waren. Mit dem Schulstoff hatte sie keine Probleme, war aber mit den Konzentrationsanforderungen den kompletten Tag über doch recht überfordert.

Bedenke:

Dein Sohn muss sich der Klassenstufe unterordnen. Schule ist keine Spaßveranstaltung. Ob er willig ist oder nicht, er muss den Tag durchhalten, sonst gibt es Stress.

Ob er soweit ist, kann von der Schule herausgefunden werden. Ich habe mich dazu entschlossen, meine Tochter in der 1. Klasse zu lassen.

LG Sabine

Ja, die Bedenken die du hast, habe ich auch... Ich finde bisher keine Lösung optimal.

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