Was passiert, wenn Eltern nach Unfall nicht erreichbar sind?

Hallo,

obige Frage habe ich mir heute morgen gestellt. Ich hatte heute frei und habe meine Tochter ausnahmsweise mal mit dem Auto zur Schule gefahren. An der Hauptstraße sah ich plötzlich einen "Pulk" von 5 Mädels, die um ein anderes Mädel herumstanden, was auf dem Boden saß.

Nachdem ich angehalten hatte, habe ich erst gesehen, dass es sich um unser Nachbarskind/ eine Freundin meiner Tochter handelte. Sie war mit dem Fahrrad gestürzt und ihr Ellenbogen tat sehr weh, sie konnte den Arm nicht mehr bewegen.

Ihre Eltern waren leider nicht erreichbar, zu Hause war keiner mehr und Handy war ausgeschaltet, die Nummer von der Arbeitsstelle wusste die Kleine nicht, sie war auch ziemlich "durch den Wind". Ich bin dann mit ihr zum Arzt gefahren. Es war Gott sei dank nicht gebrochen, nur geprellt, danach wollte und konnte sie (mit Verband) auch direkt in die Schule. Hätte aber ja auch schlimmer kommen können.

Nun habe ich mir die Frage gestellt, was eigentlich passiert wäre, wenn ich nicht zufällig vorbeigekommen wäre. Eine andere Frau hat auch angehalten, wahrscheinlich hätte sie (oder jemand anderes) einen Rettungswagen gerufen. Wäre sie dann ins Krankenhaus gefahren worden? Und dann? Hätten sie sie dann dabehalten, bis sie die Eltern erreicht hätten? Oder wie wird dann vorgegangen? Sie ist übrigens 12.

Im Zeitalter von Handys rechnet man gar nicht damit, dass mal niemand erreichbar ist, aber wie es der Teufel will...

LG
Britta

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hallo

ich denke das kind wäre im krankenhaus geblieben, bis man jemanden erreicht hätte#kratz
oder?
ich meine würde man sie einfach alleine losschicken wieder?

aber grundsätzlich sollte man jemanden erreichen können finde ich, wäre für mich undenkbar, das meine kinder mich nicht erreichen.

wenisgtens eine mailbox sollte an sein, wenn das handy aus ist, so das man sich zurückmelden kann sobald es geht. aber auch die nummer der arbeitsstelle sollte man mit 12 im handy gespeichert haben.
ich geh mal davon aus, das sie die nummer nur im notfall benutzen würde und nicht nur so da immer anruft.
notnummern sind superwichtig. und sei es die mutter der besten freundin oder so.
l.g.

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meine kinder werden in der grundschule auch kein handy haben. mein sohn hat 3 handynummern und 2 haustelefonnummern im ranzen, eine davon wird zu erreichen sein.. immer. sollte ich tatsächöoich mal mein "mamafon" ;-) vergessen hat papa zwei in der tasche...

und wenn es wirklich lebensbedrohlich ist werden auch kinder behandelt, auch ohne die eltern dabei und ohne das jemand was weiß. bei s lapalien wird ggf gewartet. ich saß mit einem gebrochenen arm in der praxis bis meine mutter mit der versicherten karte kam. war doof, aber ist auch wohl nicht üblich...

wenn das kind schon an der schule ist wäre es sicher auch klug einem lehrer bescheid zu sagen, die sind dann auch verantwortlich und wissen was zu tun ist, haben auch nortfalltelefonnummern der eltern da.

mit einem fremden kind sollte man nirgends hinfahren! beim bekannten kind mag das noch ok sein. aber damit kann man in teufels küche kommen! das kind ist bei dir nicht versichert, und wenn was passiert ist es mit der freundschaft zu den eltern auch ganz schnell vorbei. gerade ein zwölfjähriges kind dürfte wohl schon in der lage sein eine telefonnummer zu bewahren, oder sich beim arzt mal alleine helfen zu können....

wenn ich bedenke wie selbstverständlich mien 8 jähriger samstag in die notaufnahme marschierte und erzählte sie sollen "bitte das loch in seinem kopf flicken" (auf die frage was ihm denn passiert sei) da kann ich mir nicht vorstellen dass ein mädchen mit einem geprellten, wenn auch sehr schmerzenden ellbogen völlig unzurechnungsfähig ist dass es nichtmal den weg zum sekretatiat schafft... mit 5 freundinnen dabei die fahrrad und tasche tragen könnten...

aber um dich zu beruhigen: wenn du keinen lehrer oder os dabei hast ist 112 immer richtig. die schicken auf jeden fall ne streife die sich der sache annimmt. da ist man auf der sicheren seite. so alleinegänge sollte man wirklich nur bei bekannten machen, das kann auch ganz böse nach hinten los gehen, auch wenn es nur gut gemeint ist!

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Ich kann mich meiner Vorschreiberin nur anschließen:

Niemals, wirklich niemals ein anderes Kind im Privatwagen zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren !
Das lernt man in jedem Ersthelferkurs.

Warum ?

Wenn es dem Kind unterwegs plötzlich schlechter geht, es vielleicht sogar bewusstlos wird (was bei Unfallopfern immer möglich ist, weil man viele Verletzungen einfach nicht sieht) hast Du im Auto ganz, ganz schlechte Karten. Die erstickt an ihrem eigenen Schmodder ohne dass Du eingreifen kannst. Versicherungstechnisch ist das ganze auch sehr problematisch.

Also was machtst Du in Zukunft besser ?:

Richtig ! 112 wählen und die PROFIS machen lassen.

Die kümmern sich auch darum, dass die Eltern verständigt werden und lassen das Kind erst wieder gehen, wenn sie es an die Eltern übergeben können.

Wie würdest Du reagieren, wenn Du von Freundinnen Deiner Tochter erfahren müsstest, dass Deine Tochter verletzt von irgendeiner Fremden im Auto mitgenommen wurde...#schock

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Um das nochmal klarzustellen:

Es war das Nachbarskind, eine gute Freundin meiner Tochter, dementsprechend gut kenne ich auch die Eltern, von daher war das auf jeden Fall in Ordnung, dass ich sie gefahren habe. Die Mama war sehr dankbar darüber (haben gerade miteinander gesprochen) und ich wäre es auch gewesen, wenn es umgekehrt gewesen wäre! Der Unfallarzt (bei dem sie auch schon oft war, war ca. 2 km weg, die Schule übrigens noch 3 km.

Wäre es ein fremdes Kind gewesen oder wäre sie z.B. auf den Kopf gefallen , hätte ich sie natürlich NICHT einfach mitgenommen.

Na ja, ich hoffe, ich bin erreichbar, falls mit meiner Tochter mal irgendwann etwas sein sollte... Mit Schmerzen und Angst alleine im Rettungswagen, stundenlang warten im Krankenhaus - nee, das finde ich auch für eine 12jährige ganz schrecklich!

LG

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Ach so: Wir hatten der Mutter selbstverständlich eine Nachricht auf die Mailbox gesprochen. Sie konnte sie aber erst gegen 13.00 Uhr abhören.

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In dem Fall, dass man das Kind selber ins Krankenhaus fährt oder ein Rettungswagen alarmiert wird, sollte man immer in der Schule Bescheid geben!
Erstens weiß der Lehrer sonst nicht, wo das Kind ist (und löst womöglich eine Großfahndung aus) und zweitens haben die in unserem Sekretariat in der Akte jedes Schülers eine Liste mit Notfallnummern.
Da stehen für jedes Kind die Festnetz-Nummer, Nummern der Arbeitsstellen der Eltern, die Handynummern und (wenn gewünscht) Nummern von anderen Leuten drauf, die angerufen werden sollen, wenn die Eltern nicht erreichbar sind (können Omas, Verwandte, Nachbarn, Freunde, etc. sein).

So ist sichergestellt, dass auf jeden Fall jemand erreicht wird, der sich um das Kind kümmert.

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"sollte man immer in der Schule Bescheid geben! "

Da stimme ich Dir 100 % zu.

"und löst womöglich eine Großfahndung aus"

bei 12 Jährigen an einer weiterführenden Schule ? Das bezweifele ich.

Wie Du aber richtig schreibst, haben sie an der Schule diverse Notfall-Telefonnummern und werden sich sicherlich bemühen die Eltern zu verständigen.

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<<"und löst womöglich eine Großfahndung aus"

bei 12 Jährigen an einer weiterführenden Schule ? Das bezweifele ich.<<

Das wäre aber zu wünschen! Wenn ich als Mutter mein Kind zur Schule schicke und KEINE Rückmeldung bekomme, dann gehe ich davon aus, dass mein Kind in der Schule sitzt.
Umgekehrt sollte ein Lehrer, dem ein unentschuldigtes Kind fehlt, immer sofort beim Elternhaus nachfragen, wo das Kind ist. Ist niemand im Elternhaus zu erreichen, sollte er sofort die Polizei einschalten.

Wenn ein Kind Opfer einer Entführung wird, zählen die ersten 60 Minuten. Hat die Polizei eine Chance, in den ersten 60 Minuten nach Verschwinden Zeugen zu befragen und Spuren zu sichern, potenziert das die Chance auf einen Fahndungserfolg.

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