Intrigante Schulfreundin

Hallo!
Ich bin neu hier und habe mich extra angemeldet, denn
ich muss mir was von der Seele scheiben und hoffe auf ein paar Meinungen außerhalb meines Tellerrands.

Die Vorgeschichte: Meine Tochter ist 7 Jahre und wurde letztes Jahr eingeschult. Ihre beste Kindergartenfreundin ist leider in eine der Nebenklassen gekommen, aber sie hatte trotzdem keine Probleme mit der Eingliederung, denn einige Mädels aus den anderen Kindergartengruppen sind mit ihr in die gleiche Klasse gekommen und durch die Betreuung hat sie hat auch neue Freunde aus den anderen Klassen gewonnen.

Sie hat sich auch mit einem Mädchen in der Klasse angefreundet was sehr einnehmend ist. Am Angang habe ich das nur beobachtet. S. hat zum Beispiel gesagt, dass meine Tochter mit ihrer besten Freundin R. nicht mehr spielen darf. Teilweise ist S. aufgestanden und weinden weg gerannt, wenn meine Tochter mit anderen Kindern spielen wollte. Außerdem wurde sie mit "Geschenken" von S. überhäuft. Keine gemalten Bilder uns so, sondern Lillifee Stifte etc. Ich habe meiner Tochter gesagt, sie soll die Sachen zurück geben, was sie auch gemacht hat.

Es ist so, als wollte sie ihre Freundschaft erpressen, emotional und auch materiell. Wenn meine Tochter mal nicht mit ihr spielen wollte, hat S. andere Kinder versucht aufzuhetzten und immer direkt gesagt: Jetzt bist Du nicht mehr meine Freundin! Zudem erzählt sie teilweise noch horrende Lügengeschichten--- als meine Tochter mal gestürzt ist hat S. den anderen Kindern erzählt, sie wurde von 2 älteren Jungs verprügelt, oder ihr Cousin wurde entführt und lauter solche Sachen.

Diese Woche hat meine Tochter mich nun gefragt, ob das richtig wäre, dass ich will, dass sie auch mit anderen Kindern spielt.

In der besagten Angangszeit- mit den vielen Geschenken und Heulgeschichten- habe ich imeiner Tochter in einer ruhigen Minute gesagt, dass sie spielen kann mit wem sie möchte und dass sie viele Freunde hat. Freundschaft ist nicht kaufbar. Ich dachte eigentlich, es wäre besser geworden.

Sie hat sich jetzt aber mittlerweile selber so eingeengt gefühlt ( und nicht getraut zu sagen, dass sie mit anderen Kindern spielen will) , dass sie mich vorgeschoben hat ( womit ich grundsätzlich kein Problem habe, aber ich hätte es besser gefunden sie hätte es von ihrem Standpunkt erzählt, aber da sieht man mal, wieviel "Macht" S. schon über meine Tochter ausübt)

Und jetzt hat sie knapp 1 Tag später die beste Freundin meiner Tochter zu sich eingeladen ( die sie eigentlich nicht leiden kann und noch nie was mit ihr zu tun hatte) und behauptet, dass sie zusammen schwimmen gehen und R. bei ihr schläft. Bis auf die Einladung stimmte nichts, sie wollte einfach meiner Tochter extra weh tun.

Nun frage ich mich, wie die Geschichte weitergehen soll. Ich habe noch mal mit meiner Tochter gesprochen und ihr versucht ein Gespür dafür zu geben, was gute Freundschaft ausmacht und was nicht.
Ich bin davon überzeugt, dass bei dem anderen Mädchen irgendwas nicht stimmt. Das Ganze hat schon fast stalkerhafte Züge. Meine Tochter ist aber wohl noch zu unbeholfen das Spielchen zu erkennen und dem entgegen zu wirken.

Einerseits finde ich, Kinder sollten versuchen solche Dinge selber zu regeln und ihre Erfahrungen machen. Anderseit regt micht die Sache auch ziemlich auf, ich habe ein ungutes Gefühl.

Was würdet ihr machen, wie seht ihr die Sache?

Wenn ihr bis hier gekommen seid, vielen Dank fürs Lesen übrigens :-D

1

Ich habe einen Sohn und da kommt sowas nicht vor!

Allerdings bei meiner Freundin, die auch ein 7 jähriges Mädchen hat.
Sie erzählt, das gleiche wie du, Rumzickereien, Drohungen (ich bin nicht mehr deine Freundin, mit der darfst du nicht spielen etc) und was ganz schlimm, was ich an einem Geburtstag erlebt habe, dass ein Kind besonders ausgegrenzt wird und nicht nur von den Kinder, sondern auch von den Müttern!!!

Wo wir beim Thema wären. Mütter neigen dazu den Kindern einzureden, was gut und was schlecht (Freunde) für sie ist. Woher kommen die Geschenke wohl und woher kommt so eine Einstellung?
Das denken sich die Kinder nicht selbst aus.

Ich würde die Frau offensiv darauf ansprechen und auch mit der Klassenlehrerin.

mfg

2

Hallo!
Meine Maus, auch letztes Jahr eingeschult, hatte das ganze Spiel im Kingergarten, letztes Kiga-Jahr gehabt. Da waren Gott-sei-dank die Erzieherinnen da, die es beobachten konnten, die mit den Kindern gesprochen haben, was Freundschaft ist, dass man mehrere Freunde haben kann, dass jeder noch so gute Freund auch das Recht hat, mal mit jemand anderen spielen zu dürfen und trotzdem ein Freund bleibt.
Ich finde es gut, wie du das mit deiner Tochter handhabst, aber ich denke, deine Grenzen und die deiner Tochter sind erreicht.
Ich würde auch versuchen, mit der Lehrerin zu sprechen, vielleicht kann sie das Thema (ohne direkte Nennung) in der Klasse aufgreifen. Im Endeffekt muss deine Maus lernen, sich selbst zu behaupten und im Zweifelsfall die andere links liegen zu lassen. Nur geht das nicht, wenn man in der selben klasse ist.
Versuch ihr andere Freunde in der Klasse näher zu bringen, dass sie vielleicht sich nicht so allein fühlt und gestärkt werden kann, durch eine positive Freundschaft.
Meine Maus ist dank dem Kindergarten etwas abgehärtet in diesem Punkt und weiß sich inzwischen hinzustellen und zu sagen, ich bin deine Freundin, auch wenn ich heute keine Lust habe, mit dir zu spielen und wenn du das nciht einsiehst BIST DU KEINE ECHTE FREUNDIN FÜR MICH!
Das mti den Geschenken muss nicht von ihren Eltern kommen, ggf hat das Kind so viel, dass sie einfach davon abgeben kann oder die Eltern denken noch, ach das ist ja so lieb, dass sie ihrer neuen Freundin etwas schenken will...
Manche Kinder sind wirklich intelligent (und das setze ich voraus, wenn ein so kleiner Mensch so integrieren kann, dazu gehört wirklich einiges im Kopf dazu) und ich denke, sie hat ganz viel Angst, keine beste Freundin zu haben, sie hat Angst vor Enttäuschungen... es wäre auch eine Möglichkeit, sie und ihre Eltern EINMAL kennen zu lernen,ggf gemeinsames Treffen auf dem Spielplatz. Dann kannst du die Eltern einschätzen, dir ein Bild machen und wer weiß, vielleicht sind die nett, verstehen das Problem und reden mit deiner Tochter und helfen ihrem Kind, ehrliche Freundschaften auszubauen!?
Eine gute Freundin meiner Tochter war auch zeitweise so, immer das machen, was SIE will, immer spielen, mit wem SIE es will, kleine Geschenke, kleine (böse gesagt) "Erpressungen"... aber die Mutter wußte es gar nicht so, hat das nicht realisiert, weil die Kinder unter sich quatschen... und ich habe mich mit beiden hingesetzt und der Maus den Spiegel vorgehalten, auf eine nette Art aber auch überzeugend, habe sie gefragt, wie sie sich fühlen würde, wenn es die anderen machen...
Es hat geholfen, aber sie kommt noch heute immer wieder in dieses Verhalten zurück. Und dann sagt meine Maus ihr die Meinung und dann wird das inzwischen ausdirskutiert.
Ich wünsche euch viel Glück, dass ihr das hinbekommt und deine Maus lernt, dass sie sich behaupten muss. Das ist schwer und ein falsches Spiel hinter einer Freundschaft zu durchschauen schaffen manchmal nicht mal wie Erwachsenen und wenn man es dann gesagt bekommt, will man es meist nicht einmal glauben. Das ist eine harte Schule, schön ist, dass deine Maus erkennt, was ihr nicht gut tut und du musst ihr helfen, damit leben zu können und sich nicht davon fertig machen zu lassen#liebdrueck
Tanja

3

Hallo Ihr 2,

vielen Dank für Eure Einschätzung.

Ich kann mir denken, woher das Verhalten von S. kommt.
Die Eltern sind getrennt, und S. lebt mit ihrer Mutter und dem neuen Freund zusammen. Die wenigen Male, wo sie hier war habe ich gemerkt, dass sie noch sehr an ihrem Vater hängt, den sie ab und zu an den Wochenenden besucht. Ansonsten ist S. lange in der Schule, weil die Mutter voll berufstätig ist. Als Hobbypsychologin würde ich sagen, sie hat Verlustängste und versucht mit den Lügengeschichten sich interessant zu machen bzw. Aufmerksamkeit zu bekommen.

Irgendwo tut mir das Mädchen ja auch leid, ich verstehe, dass sie auch eine Freundin sucht und braucht. Aber auf die Art und Weise wird das wohl nichts. Ich möchte auch nicht, dass meine Tochter der " Mitleidstyp" wird, der die Probleme der Familie auffängt. Anderseits, wenn ich ihr zu viel "Rüstzeug" gegen S. mit auf den Weg gebe ( ignoriere sie/ du hast doch andere Freunde, dann spielst du halt nicht mit ihr sondern mit den anderen/ Freunde hat man, weil man sie von sich aus gerne hat und nicht weil man erpresst wird oder Geschenke bekommt) kehrt sich das vielleicht ins Gegenteil und S. wird fertig gemacht, das möchte ich auch wieder nicht *seufz'* Was ist zu viel was ist zu wenig?

Mir ist übrigens sehr unwohl bei dem Gedanken mit der Mutter so offen zu sprechen. Oberflächlich hatten wir ein paar Mal Kontakt, aber nicht genug um so ein intensives Gespräch zu führen ... dass ich als fremde Person plötzlich ihr Kind analysiere. Das kann ja auch ganz daneben gehen, oder?

Mit dem Weg über die Klassenlehrerin hatte ich in Gedanken auch schon gespielt, war mir unsicher, ob es nicht übertrieben ist. Aber vielleicht kann ich sie bitten, mal ein Auge auf die "Beziehung" der beiden zu werfen um
zu erfahren, wie sie die Sache einschätzt.

Danke für den Blick von außen !!

4

wir beide bzw. unsere Töchter haben ungefähr das gleiche Problem...guck mal hier:
http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&bid=7&tid=2661970&pid=16869281
#winke
Es kostet wirklich Nerven!

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Ja, das hat mich bis heute auch Nerven gekostet, ich bin mal gespannt, wie es morgen in der Schule ist. Ich hatte gehofft, die blöde " Ich bin nicht mehr Deine Freundin" Erpressertour ist bald vorbei, wenn die Kinder mehr nachdenken und Situationen durchschauen können, aber du bist ja schon im Jugendlichen Forum #kratz

Wie alt ist deine Tochter denn?

7

Habe vielleicht etwas "hoch gepokert" mit dem Jugendlichen Forum. Wobei meine Tochter ist nun 10 Jahre alt und geht in die 4.Klasse. Die ersten drei Jahre sind "wir" verschont geblieben. Das ist erst seit diesem Schuljahr, sie hat die Schule gewechselt und fast vom 1. Schultag waren es wirklich Freundinnen. Nun sind seit einigen Monaten viele neue Kinder dazu gekommen und seitdem geht es los. Es ist ja in Ordnung, wenn die Freundschaft zerbricht....Freunde kommen und gehen, aber dann soll sie doch meine Tochter in Ruhe lassen. Meine Tochter hat nicht genug Durchsetzungsvermögen. Sie möchte gerne mit einem anderen Mädchen spielen, darf das aber von dem Mädchen aus nicht, weil sonst sind sie ja keine Freundinnen mehr. Andererseits darf das andere Mädchen mit anderen Mädchen spielen. Herrlich wie kompliziert! #rofl
Ich bin auch schon gespannt, was heute wieder gewesen ist. #zitter

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6

Vermutlich ist die Mutter genauso durchgeknallt (Role-Modell).

Kennst Du die Familie?

und nein, Du kannst da nicht zusehen, sondern musst eingreifen.

Gruß

manavgat

8

Ich habe heute mit dem Leiter der Schulbetreuung gesprochen.
War mir nach einer Nacht Bedenkzeit logischer, da treffen alle Kinder zusammen und spielen die meiste Zeit, während des Unterrichts treffen sie aufgrund anderer Gruppentsiche wohl gar nicht so oft zusammen. War mir auch zunächst nicht ganz so offiziell, die Klassenlehrerin möchte ich ansprechen, wenn sie die Gelgenheit ergibt.

Dort vor Ort sind nur vereinzelnd Sachen aufgefallen, vorwiegend aus der Anfangszeit ...in der großen Geschenkephase also...
In nächster Zeit soll verstärkt auf das Verha lten geachtet werden und dann wird man weiter sehen....und ich auch.

#danke

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