Rückläufiges Elternengagement?

... gleich noch ein Thread von mir. Beobachtet ihr das auch? Ich hasse es, wie sich viele Eltern inzwischen leider drücken.

Ich bin bei meine Tochter in der Klasse Elternvertreterin. Mache ich supergerne, auf dem Elternabend fand sich so gar niemand, der das machen wollte ... und das, obwohl viele der Mamas gar nicht oder Teilzeit arbeiten (ich arbeite 100%).

Nun ziehe ich gerade einen Zettel aus der Tasche meiner Tochter. Eigentlich wollte die Schule eine schöne Weihnachtsfeier machen - allerdings nur, wenn sich vier Eltern pro Klasse zum Helfen melden. Ich weiß das sich die Mutter ihres besten Schulfreundes auch gemeldet hat - damit hat sich das gehabt (ist in der Klasse immer so!) und es sind immerhin 29 2. Klässler. Das regt mich soooo auf.

Im Kiga beim Mittleren genau das gleiche. Da haben sie sich nun ewig aufgeregt, dass die Laternen nicht mehr morgens gebastelt werden, sondern beim Bastelmittag/ -abend mit den Eltern. So what?

LG
Anne

1

rückläufig?

ich glaube ich kenn das gar nicht anders!
in unserem kiga gibt es wie überall einen elternrat. es sind immer dieselbern, da sich natürlich auch kein anderer dazu meldet. ich bin nicht gewählt, mach aber immer mit.
es gibt fast nie freiwillige eltern bei sommerfest, laternenumzug, lesenacht...
alles wird von uns wenigen gestemmt, die fast alle - man staune - nicht zu hause sind.
wir müssen bei jeder gelegenheit jemanden finden, der sich um unser kind kümmert, da wir ja kuchen verkaufen, die schatzjagt begleiten, die spiele beaufsichtigen...

mein weg dagegen: ich spreche eltern direkt an, wenn etwas zu tun ist. da ist die hemmschwelle nein zu sagen größer!

lg,

schullek

11

Ja, so war's bei uns im Kiga und so ist es bei uns in der Schule. Ich finde das so mies ...

Noch schlimmer finde ich allerdings, wenn sich Elten dann noch null interessieren. Bei meiner Tochter in der Klasse gibt es ein Mädchen, die hatte die Hauptrolle im Einschulungstheater (und alle Kinder waren total nervös und aufgeregt) und obwohl die Lehrerin zweimal vorher schriftlich fragte, ob an dem Tag auch alle können kam das Mädchen einfach unentschuldigt nicht. :-[ Die Kleine selbst war total traurig.

LG
Anne

2

Ich sehe das etwas gemischt. Bei uns sind viele Eltern engagiert; klar, es gibt auch die, die nie was machen, aber ich finde das ist die Minderheit.
Ich wäre sehr ungern Elternvertreterin - da ich beruflich schon immer auf dem "Präsentierteller" stehe brauche ich in meiner Freizeit ganz dringend einen Gegenpol dazu. Ein Job wie der der Elternvertreterin wäre deshalb absolut nicht mein Ding und ich glaube auch nicht, dass ich das gut machen würde. Dafür melde ich mich dann zum Protokollschreiben.

Ich versuche, möglich zu machen was geht. Es ist für mich selbstverständlich, dass ich auch etwas zum Buffet beitrage, wenn Laternenfest, Sommerfest oder Ähnliches ist. Ebenso trage ich mich beim Sommerfest bei der Betreuung von Spielstationen ein oder beim Aufbau des Schulfestes.
Aber ich muss auch klar sagen, dass mein Engagement begrenzt ist. Ich bin berufstätig und bei Ausflügen stehe ich nicht als Begleitperson zur Verfügung, das ist einfach so. Ebenso sehe ich es nicht ein, in meiner mehr als knappen Freizeit drei Stunden am Samstag morgen am Kuchenstand zu stehen und Kuchen zu verkaufen.

Meine wenige Freizeit und Familienzeit (die Zeit, in der wir nicht ständig Termine und Verpflichtungen haben) ist mir heilig. Dazu gehört der Samstag morgen. Ich "kämpfe" seit Jahren bei uns im Kindergarten dafür, dass Eltern, die nicht so viel Zeit haben, anstelle einen Kuchen zu backen und sich am Kuchenstand einzutragen auch eine Geldspende machen können - es geht dabei nämlich darum, für den Elternbeirat Geld zu sammeln, damit der Kindergarten sich zusätzlich Spielzeug anschaffen kann.
Die meisten (nicht berufstätigen) Mütter haben dafür kein Verständnis, und es ist mir bis heute nicht gelungen, dass eine Geldspende als gleichwertig angesehen wird- das "Gschmäckle" von der ungengagierten Mutter hängt einem dabei immer an. Ich habe genau die Summe Geld gespendet, die meinem Anteil entsprochen hätte, hätte ich Kuchen gespendet und beim Verkauf geholfen, aber wurde nicht als gleichwertig angesehen.

Was ich damit sagen will ist, dass man sich heutzutage nicht bei allem engagieren kann - aber oft wird das von allen Seiten erwartet. Gerade wenn man wenig Zeit hat muss man sich schon gut überlegen, welches Engagement unbedingt notwendig ist. Wenn es direkt den Kindern zugute kommt (wie Elternvertreter, Beitrag zum Buffet etc.) ist es wichtig. Aber Kuchen backen und verkaufen und dabei einen halben freien Tag opfern - das ist es mir einfach nicht wert, da ist es mir tausend Mal lieber, ich spende die entsprechende Geldsumme. Unfair finde ich dann, wenn mir das als "Engagementlosigkeit" angekreidet wird. Ist bei uns aber tatsächlich so passiert.

Ich bin auch nie bei den Themenelternabenden dabei - das sind nicht die "normalen" Elternabende (da gehe ich immer hin), sondern Themenelternabende zur gesunden Ernährung, zur ersten Hilfe bei Kindern etc. Wenn sich die Organisatoren dann beklagen dass so wenige Eltern teilnehmen dann sollten sie sich überlegen, ob es sinnvoll ist, diese Sachen anzubieten. Ich habe nicht mal Zeit, um meine besten Freunde so oft zu treffen wie es wichtig wäre - da gehe ich doch abends dann nicht zu einer Veranstaltung zu einem Thema, über das ich mich (auch aus beruflichen Gründen) bestens auskenne. Das wird aber oft dann nicht differenziert, sondern nur gemeckert, dass die Teilnahme so gering war.

lg
K.

3

Hallo,
nein diese Beobachtung kann ich ( seit Mitte der 90ziger mit Schulkindern gesegnet ) nicht bestätigen.Es gab und gibt unterschiedliche Gründe sich hier zurückzuhalten.
Da sind einmal die beruflich voll eingespannten Eltern, die es nur zum Elternabend schaffen.Kann ich nachvollziehen, ging mir bei meiner Ältesten auch so.
Dann gibt es die Introvertierten, für die freies Sprechen schwierig ist.Man erkennt sie daran, wie unwohl sie sich auf Elternabenden fühlen und wie leise und selten sie ihre Meinung äußern.Vielleicht spielen da noch schlechte Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit mit.
Ich habe nie Probleme ( als Elternbeiratsvorsitzende )Mütter zu finden , die tatkräftig einspringen.Auch Väter helfen beim Aufbau ( Schulfeste ) Sponsoren Anwerbung, EDV-Unterricht u.s.w.
Bei unserem letzten Schulfest z.B. wurden statt der benötigten 32 Kuchen, mehr als 50 abgegeben #schock--------für den Theken Dienst war reichlich "Personal" vorhanden.

In der Grundschule waren es meist 4 Mütter die Wandertage begleitet haben.
Diese positiven Erfahrungen habe ich (Umzugs bedingt ) in mehreren Schulen gemacht.

L.G.

4

kann ich so nicht bestätigen. Ich selbst bin voll berufstätig und deshalb bei wandertagen und co eher selten dabei (2 x hat es bisher geklappt, da war ich dann natürlich mit von der Partie), aber es finden sich unter den Teilzeit- und Hausfrauenmüttern immer ein paar, die mitmachen.

Elternvertreter hatte die Lehrerin mich gefragt, aber da mein Mann schon im Kitaausschuss ist (der auch für den Hort mit zuständig ist) fand ich das zu viel. Und bei 21 Kindern in der Klasse gab es am Ende 6 Bewerber um den Posten des Elternvertreters...

Bezüglich der Bastelnachmittage: das ist bei mir auch ein Aufreger - weil nämlich die Startzeit spätestens 15 Uhr ist. ich bin voll berufstätig und habe anderthalb Stunden Weg, mein Mann dito. Und es gibt in der Kitagruppe unserer Kleinen mehrere Kinder, wo die Eltern solche Zeiten haben. Diese Kinder werden in meinen Augen damit rücksichtslos systematisch ausgegrenzt, zumal mitbasteln erst erlaubt ist, wenn die Eltern da sind, vorher werden die Kinder in einer anderen Gruppe "geparkt".

Gott sei dank empfindet Anna das nicht als schlimm, weil ihr Lieblingskumpel Lenny auch immer mit fremdgeparkt wird, aber mir tut das weh.

gruß, schwarzbaer

5

Ich hab mich auch geweigert, Laternchen zu basteln. Für sowas hatte ich keine Nerv und keine Zeit. So what!?

Wenn sich für die Weihnachtsfeier niemand findet, dann gibt es keinen Bedarf und gut ist.

Jeder Verein (und mein Kind war in 3 Vereinen), in der Schule und sonstwo war immer irgendeine Feier. Ich frage mich, wie das Leute mit mehreren Kindern gebacken kriegen.!

Gruß

Manavgat

6

Das Elternengagement ist meist nicht sehr ausgeprägt
(wobei ich es sehr okay finde, keinen Kuchen zu backen und statt dessen z.b. Geld geben - macht meistens sehr viel mehr Sinn und auch basteln muss nicht sein), aber wenn die Kinder die Eltern nicht zum Sportverein bringen ( O-Ton: schließlich kann ja die Trainerin sie mitnehmen) oder die Veranstaltung zum Finden der Lehrstelle als überflüssig ansehen (O-Ton: gibt ja eh keine Arbeit) dann kann ich nur noch den Kopf schütteln.
Un meistens sind die Mütter die mehrere Kinder haben und arbeiten, die die sich am meisten kümmern.
Warum es die sind und nicht die mit einem Einzelkind und einem Halbtagsjov - darüber rätsel ich auch.

7

Hallo,

ich habe auch noch niemals beim Basteln geholfen weil ich es als Kind schon haßte wie die Pest, meine Tochter ist oft zu anderen, als sie noch kleiner war,weil ich nicht halbherzig basteln möchte, weil ich es noch immer haße. Meine Tochter ist bald 11 und hat es überlebt (bastelt eben weil sie krank ist grad oben in ihrem Zimmer).

Nur weil man nicht berufstätig ist, ist es doch kein Zwang daß man helfen muß oder? Ich spende gerne was oder so, aber Kuchen backen und basteln mag ich eben nicht und muß es auch nicht. Es finden sich immer genug Eltern, denen das Spaß macht.

lg

8

Hallo,

ich kann das so auch nicht bestätigen, bei uns gibt es immer Mütter die überall dabei sind und helfen.
Ich muss dazu sagen, ich war einmal zum Weihnachtshäuschen basteln in der Schule, das hochschwanger , sass also 2 Stunden auf diesen Ministühlen, mein Mann war sogar als EINZIGSTER Vater dabei, doch als die Lehrerin anfing *ohhhhhh wie schön ist das denn Herr C......, das haben sie ja toll gemacht, hach ist das toll* war es ihm zu blöd und er fühlte sich wie im Kindergarten #rofl
Er hat trotzdem tapfer durchgehalten, doch das war das Einzigste und Letzte mal das wir sowas mitgemacht haben, sehe da keinen Sinn drin Laternchen zu basteln und Weihnachtshäusche, habe da ehrlich gesagt keine Nerven mehr zu.

Ich backe lieber Kuchen , wenn ein Fest ansteht oder bringe Luftschlangen und Muffins zum Faschingsfest, das reicht auch völlig, zu den Elternabenden gehe ich auch nicht mehr gerne, weil es immer die selben Eltern sind, die sich in den Vordergrund drängen!
Zu den persönlichen Elterngesprächen wenn es um mein Kind geht, bin ich immer da.

Nicht jeder hat so ein Organisationstalent das er das alles unter einen Hut bekommt und dann sind diese Aktionen auch noch abends, und da habe ich ehrlich gesagt , andere Dinge zu tun, als mich eine Stunde in die Kita oder in die Schule zu setzen und zu basteln.

Man muss ja nicht überall dabei sein :-)

9

Das ist leider häufig so. ICh kenne das von mehreren Seiten. Einaml bei meiner Tochter im Kiga. Da wollte mein Mann schon mal Statistik führen, wer sich an Aktivitäten beteiligt. Es sind immer die gleichen, die sich teilweise verbiegen, um es möglich zu machen. Ob nun Helfer beim Sommerfest (auf einem Samstag oder beim Basar, oder einfach nur als Begleitung bei einem Ausflug. Wir arbeiten beide, ich allerdings "nur" Teilzeit. Ich kann mir aber als Lehrerin meine Zeit nicht frei einteilen. Trotzdem sehen wir zu, dass mindestens einer von uns dabei ist.
Ich fände es furchtbar, wenn mein Kind alleine bei einem Bastelnachmittag sitzt.
Bei Elternabenden sieht es noch nicht ganz so schlimm aus. Aber in der Schule habe ich auch schon Aktivitäten abgeblasen, weil erst alle Eltern forderten, dass z.B. die Klasse gestrichen werden sollte, ales es aber an die Umsetzung ging, hatte auf einmal keiner mehr Lust.
Schön fand ich auf dem Kiga-Elternabend, dass man sich beklagt, dass der Beirat kaum etwas auf die Beine gestellt hat und man nichts gehört hat, aber wenn man etwas versucht, bekommt man null Resonanz. Gerade versuche ich einen Email-Verteiler einzurichten. Ich habe gerade mal 4 Rückmeldungen bekommen. Mal sehen, wer zum Elternstammtisch kommt. Den kann man dann wohl bei uns am Küchentisch abhalten.
Gerade die, die an solchen Sachen nie teilnehmen, schreien hinterher am lautesten.

lg ivik

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