7 jahre und macht nachts ins bett

hallo!

ich weiß garnicht was ich machen soll... vielleicht könnt ihr mir ja helfen!?

meine tochter ist 7 jahre und geht in die 2.klasse.
sie macht nachts immer ins bett, auch schon im letzten schuljahr - das komische, in den ferien war nichts... jeder morgen wars bett trocken!

ist der schultag immer so anstrengend, daß sie nachts nicht wach wird, wenn sie mal muß?

will die woche mit ihr deswegen zum kiarzt... ob die mir da medis oder so verschreibt? gibt es dafür etwas?

VG, nancy

1

Hallo,

mein Sohn ist jetzt 8 und hat bis vor 2 Monaten auch ins Bett gemacht.

Wenn du zum Kinderarzt gehst, bestehe darauf das du zu einem Kinderurologen überwiesen wirst, denn nur die sind geschult genug um vernünftig zu handeln.

Es gibt unter Umständen "Medikamente", aber...hoffe für deine Tochter das die nicht nötig sind, denn dabei handelt es sich um Hormone die wirklich nur in dem Fall gegeben werden sollten das der Körper zu wenig davon produziert.

Mein Sohn hat einfach immer zu tief geschlafen, er wurde einfach nicht wach.

Wenn er dann in den Ferien eine Stunde später als sonst schlafen ging blieb das Bett auch trocken, aber wenn er wieder früher zu Bett ging nässte er ein.

Da bei ihm aber komplett abgeklärt war das einzig und allein der tiefe Schlaf die Ursache war, habe ich ihn einfach immer dann nochmal zum Clo gebracht wenn ich schlafen ging. Er ging zwar mit und hat auch gemacht, aber alles im Schlaf...mitbekommen hat er das nie.

Seit den Sommerferien jetzt steht er plötzlich auch alleine Nachts auf ( allerdings auch immer noch ohne es zu merken).

lg

Andrea

2

Hallo,

meine eine Tochter hat auch recht lange das gleiche Problem.

Ich hol mal etwas weiter aus (sorry;-)):
Also, das Problem ist meist, das die Reizübertragung von der Blase zum Gehirn (noch) nicht richtig bzw. sicher funktioniert. Bei Babys und Kleinkindern ist das ja ganz normal, aber mit der Zeit sollte sich sozusagen eine "Standleitung" zwischen diesen beiden Stellen ausbilden. Mal so bildlich ausgedrückt.:-)
Die Meldung "Blase füllt sich, Urin anhalten" bzw. "Blase voll, ab aufs Klo" sollte über diese "Standleitung" sicher zum Gehirn weitergeleitet werden. Am Tag funktioniert das bei den meisten Kindern ja zuerst und irgendwann auch zuverlässig. Bis es in der Nacht klappt, dauert es ein bisschen länger, auch ganz normal. Und bei einigen Kindern ist eben die Reifung dieser Leitung (stark) verzögert.
Hier gehts oft nicht nur darum, das eine volle Blase das Kind wecken soll, sondern vielfach ist das Gehirn auch nicht in der Lage, unbewusst (weil im Schlaf) den Urin bis zu einem gewissen Füllstand in der Blase anzuhalten, weil die Reizübertragung eben nicht richtig funktioniert. Die Blase läuft also aus, ohne das sie wirklich voll war.
Das erklärt auch, warum manche Kinder, die sonst regelmäßig eingenässt haben, nach Beseitigung dieser Störung durchschlafen können, ohne nachts aufs Klo zu gehen.
Wenn die Reizübertragung noch nicht richtig sicher funktioniert, ist sie leider auch sehr störanfällig, also bei Stress (Schule), Übermüdung, körpl. und psych. Erschöpfung oder beginn. Krankheit kann es sein, das dann wieder verstärkt eingenässt wird. (und im Urlaub eben nicht unbedingt)
Manchmal funktioniert sie auch ohne einen ersichtlichen Grund überhaupt noch gar nicht. (so wie damals bei meiner Tochter)
Ob nun der tiefe Schlaf schuld ist, daß das Gehirn nicht "aufwacht" bei voller Blase oder ob der Tiefschlaf nicht ebenso nur eine Folge von Übermüdung und Stress etc. ist und somit nicht unbedingt DIE Ursache fürs Einnässen, tja... kann ich leider nicht sagen.
Aber wir haben das mit dem Aufwecken und zum Klo bringen auch mal ne Weile praktiziert. Mit dem Erfolg, das alles nur noch schlimmer wurde.

Desweiteren besteht die Möglichkeit, das ein Hormon fehlt bzw. noch nicht produziert wird, welches normalerweise die Urinmenge in der Nacht konzentrieren soll. Es wird also zu viel Urin gebildet. (allerdings erklärt das m.E. noch nicht unbedingt das Einnässen, denn bei funktionierender Reizleizung würde das Kind ja aufwachen.)
Es gibt Medikamente (Hormone) die diese ev. fehlende Urinkonzentration in der Nacht bewirken. Diese werden abends gegeben. damit soll eigentlich nur eine gewisse Zeit (der Reifeverzögerung) überbrückt werden, bis der Körper in der Lage ist dieses Hormon selbst zu bilden. Allerdings muss man dann wegen der möglichen Nebenwirkungen (Ödembildung) die Trinkmenge am Abend sehr einschränken.
Bei meiner Tochter hat die Medikamentengabe anfangs recht gut gewirkt und auf alle Fälle erstmal den Druck von ihr genommen, später war der Erfolg nicht mehr so doll.
Unsere KiÄ hat uns dann ne Klingelhose empfohlen.
Der Sinn der Klingel ist ja, die Meldung der vollen Blase, die das Gehirn nicht "hört", zu verstärken. Man wacht auf, wird sich bewusst, das die Blase sich entleert, bemerkt aber eben auch noch den Harndrang und kann schnell aufs Klo gehen. Mit der Zeit bildet sich dann ein Reflex heraus, das Gehirn wacht nicht mehr vom Klingeln, sondern schon vom Blasendruck auf.
In unserem Fall haben wir einen langsamen Medi-Ausstieg (über 3 Wochen) mit der Klingelhosenbehandlung kombiniert. Dadurch hat es insgesamt vielleicht etwas länger gedauert, bis wir den Erfolg hatten. Aber für unsere Tochter wäre es belastend gewesen, erst wieder dauerhaft einnässen zu müssen, ehe man mit einer neuen Behandlung beginnt. So war es halt "schonender", nach ca. 6 Wochen hatte unsere Große es geschafft und war sehr froh darüber.
Frag doch mal euren KiA, ob er euch so ne Hose verschreibt. Ich weiß nicht nur von unserem Fall, wo die sehr gut geholfen hat, (meist innerhalb von 4-6 Wochen)
Auf alle Fälle die Hose hinterher noch eine zeitlang aufheben, kann gut sein das nochmal ein Rückfall (entwicklungsbedingt) kommt. Das hatten wir auch, aber seitdem ist Ruhe.

Viel Erfolg
cornichon

3

prima erklärt!!!


>>Ob nun der tiefe Schlaf schuld ist, daß das Gehirn nicht "aufwacht" bei voller Blase oder ob der Tiefschlaf nicht ebenso nur eine Folge von Übermüdung und Stress etc. ist und somit nicht unbedingt DIE Ursache fürs Einnässen, tja... kann ich leider nicht sagen. <<

Das ist einer der Gründe warum ich immer sage das nur wirklich gute, spezialisierte Kinderurologen da ran sollten. Denn das wurde bei meinem Sohn auch erst abgeklärt.

Es ist und war bei ihm z.B. immer so das gegen Morgen sehr wohl wach wird wenn die Blase drückt, lediglich in den Tiefschlafphasen gibts da keine Chance...für gar nichts, völlig egal was man versucht.

lg

Andrea

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