Kind will sich nichts erklären lassen von uns

Ich verzweifle gerade an der Zickigkeit und Bockigkeit meiner Tochter.

Sobald man ihr etwas erklären möchte, fährt sie aus der Haut uns schreit das ganze Haus zusammen. Ein Beispiel heute: Sie übt Klavier und mein Mann beaufsichtigt das immer. Weisst sie liebevoll auf etwas hin, sie schreit, wird wütend und drischt auf ihren Vater ein.

Der Tonfall meines Mannes war liebevoll und er wollte ihr nur etwas erklären. Als sie keine Ruhe gab, hab ich das Klavier abgeschlossen und und sie sofort in ihr Zimmer geschickt. Dort hat sie sich den Schlafanzug angezogen, dann Zähne geputzt und nun schläft sie.

Solche Dinge geschehen derzeit immer häufiger. Sie akzeptiert mal wieder keine Grenzen, keine Regeln und tickt sofort aus.

Meine vermutung ist (korrigiert mich bitte falls ich daneben liege): sie ist die älteste in ihrem Kindergarten. Hat kaum adäquate Spielpartner und langweilt sich sehr dadurch. Zwar spielt sie mit allen Kindern "schön" nur habe ich den Verdacht, daß sie sich dieses Verhalten bei den kleineren abgekuckt hat. Bei den beiden Mädchen mit denen sie häufiger zusammenkommt, ist dieses Verhalten gang und gäbe und die Mütter geben sofort nach, wenn ihre "Prinzessinen" brüllen.

Meine Tochter war bis vor kurzem ein kooperatives Kind und wir konnten uns mit ihr immer ganz gut einigen. Mich macht das wahnsinnig, daß sie sich so gar nichts sagen lässt und gleich hoch geht.

Weiss jemand ob sich die Situation entspannt wenn sie in die Schule kommt? Sollte es so weitergehen dann, bin ich reif für die Klapse.

Gruß und danke für's Lesen.
Barbarelle

Ich kenne das! Allerdings nicht vom Kiga her, sondern jetzt erst seit Schulbeginn!

Sie hat immer kooperiert, sie wird mit Respekt behandelt etc. Und seit ein paar Monaten ist sie zeitweise extem schlimm!

Sie gibt patzige Antworten, ist frech ... aber echt bitter!

Und dann hat sie Tage, an denen heult sie für jede Winzigkeit herum ...

Ich denke, sie sind in einer Art Pubertät.
Heute wurde mein Mann sauer und schimpfte herum!

Ich kenne das nicht von ihr! Muss aber dazu sagen:ihre beste Freundin ist auch so - war auch immer schon so!

Und jetzt sind sie zusammen in einer Klasse und meine nimmt es total an .... ich habe ihr schon gesagt, daß sie sich bald mal ne zeitlang nachmittags nicht sehen, wenn sie jetzt nicht endlich mal wieder etwas zugänglicher wird. Aber letztendlich: was solls - sie sind Rebellen - ;-))

Hallo Scrollan,

danke für dein Feedback. Dir geht es GENAU so wie mir. Deine Erzählungen kommen mir vor, als würdest du über unsere Tochter berichten.

Patzige/freche Antworten, geschrei und Zickenalarm ohne Ende.
Wo sie sich durchsetzen könnte, tut sie es nicht aber uns macht sie so gut es geht fertig :-(

Mal sehen wie es weitergehen wird. Einerseits bin ich ständig am organisieren, damit am Nachmittag eine Freundin für sie hier ist, mit der sie spielen kann, andererseits ist der "Dank" das man nur deren schlechte Eigenschaften mitnimmt.

Nun werde ich eine Weile keine Freunde mehr für sie einladeen. 5 Stunden Kindergarten jeden Vormittag mit anderen Kindern...der Kontakt dort muss reichen. Meine Nerven machen das sonst nicht mehr mit.

Liebe Grüße
Barbarelle

Morgen Barbarelle, da war die Erholungstour ja gleich "aufgebraucht".

Also ich glaube nicht an die Theorie von den bösen anderen Mädchen wo man sich das abschaut.

Bzw. so wie ich abgeschautes Verhalten kenne, dann kann ich meist sogar die Person beim Namen nennen, die sie gerade "ausprobiert".
Ich denke das wäre so eindeutig das du die Frage nicht zu stellen bräuchtest.


Nee, ich denke deine Tochter reagiert einfach ganz empfindlich auf Kritik, oder dass was sie als solches aufffasst.
Und ich denke wütend wird sie aus der Zwiespältigkeit heraus, einerseits sich ärgern weil es nicht richtig war und andererseits die Scham darüber überhaupt einen Fehler gemacht zu haben.

Wie das zu erleichtern, dass würde ich selbst gerne wissen. #kratz

Kesh

Was dagegen tun, weiß ich leider auch nicht.

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Kenne ich!

Allerdings geht meine Tochter bereits in die Schule, und die haben eigentlich alle, ihre Klappe am Kopf, auf Deutsch gesagt.

Allerdings lasse ich mir das nicht bieten, ich bin darin wirklich knallhart. So kann sie mit ihresgleichen reden, sollen die das untereinander klären, ob sie den Ton so mögen. Aber mit mir, oder generell in der Familie, verbitte ich es mir. Schreit sie, oder wird patzig gucke ich sie streng an, dann weiß sie schon, das mich das gerade stört. Meißt wird sie dann ruhiger und lieber im Ton ;-) Andernfalls verweise ich sie auf ihr Zimmer, bis es in einem vernünftigen Ton klappt. Ich habe sie einmal auch bestimmt 10x zurück geschickt, sie durfte erst kommen als sie sich beruhigt hatte, und in einem ruhigen Ton sprach. Hat dann funktioniert.

Ich Ignoriere das, auch Draussen, wer mich anzickt, da höre ich garnicht zu. Seither klappt es :-)

Wenn sie aber richtig hysterisch rumschreit, das hat auch ne Konsequenz bei mir. Dann darf sie schonmal an bestimmten Dingen nicht Teilnehmen, einfach weil ich erwarte das sie Rücksicht nimmt. Die Nachbarn schreien ja auch nicht so rum. Sie ist ja keine 2 mehr.

Sei einfach konsequent, zickigkeit gehört dazu, natürlich. Aber auch da gibt es Grenzen.

LG, Julia

Hallo Julia,

danke auch dir für deine Antwort. Ja, ist wohl so mit unseren "Zicken". Muss ich mich damit abfinden.

Im Grunde tun wir ja nichts anderes als uns diesen Tonfall zu verbieten.

LG
Barbarelle

Hallo,
meine Tochter (6) mag es auch nicht, wenn ich sie ungefragt beim Klavierspielen korrigiere. Also lasse ich das. Das scheint sogar sehr produktiv zu sein. Sie kommt in ihrem Klavierbuch sehr schnell voran; auch ohne Mama! Ich bin auch nicht während ihrer Klavierstunde dabei. Sie hat mich nach der 2. Unterrichtsstunde rausgeworfen. Kinder wollen nun mal ihre eigenen Wege gehen. Ich würde sie auch nicht beim Üben beaufsichtigen. Lasst sie doch einfach in Ruhe Klavier üben, sonst hat sie bald keine Lust mehr.

Gruß
gluon

Hallo gluon,

Bei der Klavierstunde kann zum Glück keiner dabei sein. Zumindest nicht im selben Raum. Das lenkt nur ab, da hast du recht.

Allerdings findet sie es schön, wenn Papa beim Üben dabei ist und dann selbiges Lied auf der Querflöte spielt.

Gemeinsames Musizieren ist für sie das grösste und motiviert sie eher, als wenn sie alleine im stillen Kämmerchen üben müsste. Das mag sie ja selbst nicht.

Du darfst dir das nicht so vorstellen, als würden wir wie die Geier um sie herum stehen und umgehend eingreifen wenn ein Ton daneben geht...die Korrektur entstand im Spiel.

Danke auch dir für deine Antwort.

Liebe Grüße
Barbarelle

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