Ich habs geahnt - totaler Abrutsch im Gymnasium

Hi,

brauche mal wieder Euren Rat.

Alles fing damit an, dass sich mein Vater permanent in die Erziehung unseres Sohnes (11J) einmischte. Er übte großen Druck auf den Jungen aus, dass er es auf das Gymnasium schaffte. Wir haben dann auch die "passende" Grundschulempfehlung bekommen und ich habe, obwohl ich bei dem Gedanken ziemliche Bauchschmerzen hatte, dem Gymnasium zugestimmt. Man muss wissen, dass mein Sohn in der Grundschule wirklich recht gute Noten schrieb, aber eben nur, wenn man ihn permanent unter Beobachtung hatte. Er ist recht schluderig, unorganisiert und jede Hilfestellung greift nur kurze Zeit, dann geht es wieder von vorne los. Also, um es gleich vorweg zu sagen: ich helfe ihm, wo ich kann. Allerdings möchte ich auch, dass er lernt, selbständiger zu werden, die Hausaufgaben allein zu machen und ich nur kontrolliere. Zeitweise klappt es auch recht gut, dann kommt wieder der alte Schlendrian raus. Heute habe ich beim Aufräumen eine korrigierte Musikarbeit UNTER dem Schrank gefunden. Die Note wussten wir schon - die hat er uns schon gebeichtet. Eine 5+. Das ist nicht die einzige verhauene Arbeit. Die schlechten Noten ziehen sich durch sämtliche Fächer. Obwohl wir zusammen lernen und ich ihm helfe, so gut es geht, habe ich das Gefühl, dass er auf keinen grünen Zweig kommt. Dazu kommt, dass er in diesem Schuljahr schon mehrmals krank war und es nicht auf die Reihe bekommt, sich die fehlenden Unterlagen von den Lehrern oder Mitschülern zu besorgen. Hausaufgaben werden unterschlagen. Und wenn ich ehrlich sein soll, sehe ich nicht ein, ihm dauernd den Hintern hinterher zu tragen.

Ich werde das Gefühl nicht los, dass er heillos überfordert ist. In seiner Klasse sind 33 Schüler. Er geht dort unter. Nun habe ich schon öfter über die Möglichkeit nachgedacht, ihn auf die Realschule wechseln zu lassen. Ob das meinem Vater passt oder nicht, ist irrelevant, weil wir den Kontakt inzwischen abgebrochen haben. Hier würde mein Sohn also auch nicht mehr unter Druck gesetzt werden. Nur weiss ich halt nicht, ob das unser "Problem" löst. Lernen muss er auf der Realschule genauso. Nur habe ich irgendwie die Hoffnung, dass dieser Druck von ihm genommen wird. Wir als Eltern haben ihn nie unter Druck gesetzt. Wenn es eine schlechte Note gab, haben wir ihn getröstet - immer vorausgesetzt natürlich, wir wussten, dass eigentlich ausreichend gelernt wurde (ich hoffe, Ihr versteht, wie ich das meine). Ich selbst habe als Kind diesen Terror erleben müssen und ich habe mir geschworen, dass ich das meinen Kindern nicht antun werde.

Wer von Euch hat das schon mitgemacht: Wechsel Gymnasium - Realschule und welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Wie muss ich das anstellen? Und wie bringe ich es am besten meinem Sohn bei? Ich wäre für Tips wirklich sehr dankbar. Ich möchte doch nur, dass meinem Sohn die Schule wieder Spaß macht, so wie früher und er auch wieder Erfolgserlebnisse hat.

Gruß
C.

Ich kann dir zwar dabei keinen Rat geben, aber für deinen Sohn wäre die Realschule wahrscheinlich der reinste Segen.

Der Bruder vom Erzeuger von meinen Patenkind wollt auch das er das Gymnasium geht. Immer war er am meckern...du verbaust ihn die Chancen....

Meine Schwester hat ihn den Piepvogel gezeigt und der Bengel geht auf Real und hällt sich dort gerade mal soooo.

Was hätten wir ihn wohl angetan, hätten wir ihn ins Gym gesteckt?

Hallo!

Mein Sohn ist wie Deiner. Schludrig, faul und bequem. #augen

Er ist auch auf dem Gym. und er wird dort bleiben, auch wenn er kein 1er Zeugnis bekommt. Das braucht er nicht. Das Bildungsniveau ist dort wesentlich höher als auf der Real. Mit seiner Art, so wie er momentan drauf ist, wird es in der Real nicht besser... Sollte er Probleme bei der raschen Stoffbewältigung geben, ist das was anderes. Und ich denke auch, dass sie Zeit brauchen. Einer mehr, einer weniger.

LG

Meine Tochter war auf einem G8-Gymnasium. Trotz freiwilliger Wiederholung waren die Noten auf 6 in Mathe und Musik, der Rest 5 und 4.

Nach dem Wechsel in die Realschule hat sie zwar arbeiten müssen, hat jetzt 3 Einser, der Rest Zweier, nur Mathe und Physik sind (und da bin ich froh) Vieren.

Sie ist auch völlig chaotisch und ein eher kreativer Mensch, der gerne denkt. Seit dem Schulwechsel habe ich wieder ein fröhliches Kind.

Das Abitur kann sie immer noch machen, wenn sie in die Oberstufe wechselt oder ein Fachabi. So wie sie möchte und nicht irgendwer anders!

Gruß

Manavgat

Hallo! :-)

Ich finde das bewundernswert, wenn Eltern sich so leicht von ihren eigenen Wunschvorstellungen für das Kind lösen können - und die Erwartungen ein Stück zurückschrauben, damit sie wieder ein glückliches Kind haben.

Das kann bei weitem nicht jeder! #pro

Geht es dir gut?

Joulins #klee

Ja, mir geht's blendend.

Ich hatte gestern meine Zeugenaussage im Strafprozess gegen meinen Ex. Ergebnis: vorläufige Einstellung, wenn er monatlich den Unterhalt und auf den Rückstand zahlt: 400,-- Euro im Monat! #huepf
Ich bin schon 3,5 Jahre ohne Unterhalt für mein Kind.


Meine Tochter hat in Mathe (dem Angstfach) eine 4 geschrieben und morgen beim Elternsprechtag kann ich mir dann das volle Lob abholen. Ich bin soooo...... #huepf

und auch ansonsten läuft alles rund. Richtig unheimlich ;-)

Wie isses bei Dir?

LG

Manavgat

weitere 2 Kommentare laden

Willkommen im Club liebe C.,

Das was Du da schreibst hätte ICH sein können...genau dasselbe in grün...Sohn 11, total unorganisiert, faul(meiner), total überfordert....der Erzeuger hatte damals darauf bestanden das er aufs Gymnasium geht, zumal auch meiner die Empfehlung hatte...Zweifel hatte ich immer.

Wir hatten zuletzt in Reli ne 5-6 in Musik ne 5....alles Fächer bei denen ich mir echt an den Kopf lang...und auch ich helfe zwar wo ich kann, hab aber auch noch andere Dinge zu erledigen.....zumal er relativ frech und unverschämt wird momentan...

Die Lehrer, 3 an der Zahl haben mir letzte Woche erklärt ein Wechsel auf die Realschule wird nix ändern. Die Intelligenz sei da, nicht aber der Wille sie einzusetzen:-(...und haben mir geraten ihn auf ADS untersuchen zu lassen.....#kratz

Jetzt steh ich da und weiß nicht was tun....untersuchen lassen auf ADS und Therapien?hmm...
In erster Linie kommt er jetzt mal in einen Sportverein und wir müssen irgendwie einen anderen Weg finden zueinander, der herrkömmliche funktioniert wohl nicht-auf anraten der Lehrer lieber wiederholen lassen wie runternehmen...

Ich war Dir jetzt zwar Null Hilfe;-)aber vielleicht fühlst Du Dich jetzt nicht mehr so alleine....

LG Marion

Hallo!
Lass ihn doch auf ADS untersuchen wenn die Lehrer der Meinung sind.
Wenn wirklich ADS vorhanden ist hilft der Sportverein nicht.
Mein Kind spiel seit 8 Jahren aktiv Fußball und seit guten 3 Jahren aktiv Schach.
Trotzdem wurde jetzt ADS diagnostiziert.

Ja klar...mach ich ja auch....Das ist nur begleitend gedacht....

Jetzt muß ich erstmal eine "fähige" Praxis finden!

LG

Meine Mutter wollte auch dass ich auf das Gymnasium gehe, aber sie dachte dass es besser ist, wenn ich auf Realschule gehe... und dass man da keinen Leistungsdruck hat, stimmt nicht so ganz, da muss man auch ganz schön lernen, aber halt nicht so wie auf dem Gymnasium. Auf dem Gymnasium wird auch immer alles schwieriger erklärt als es ist, ich kenne einige die da drauf waren und abgehen mussten,weil die Lehrer sich da gegenseitig übertroffen haben in schwierigen Erklärungen.

Ich würde dir empfehlen deinen Sohn auf die Realschule zu stecken und ihn versuchen da zu fördern wo es nur geht. Und wenn es seinen Realschulabschluss eingermaßen gut abgeschlossen hat, dann kann er immer noch in die 11te Klasse wechseln oder Fach Abitur machen!

Wird schon... ;-)

LG

Mein Sohn hatte nach der OS die Gymnasialempfehlung. Aber er war/ist wie dein Sohn. Schulunlustig, faul, schluderig, chaotisch usw. Wir haben ihn dann, nach langem Überlegen, auf die Realschule geschickt und dachten: "na mit einer Gymnasialempfehlung müsste er ja auf der Realschule beste Noten einfahren!". Pustekuchen. Bis zur 9. Klasse lag er eher im schlechteren Mittelfeld! #schock In der 9. rappelte er sich dann und wurde so gut, dass er nach der 10. Klasse zum Gymnasium wechseln konnte. Da hat er sich erstmal umgeguckt, was er alles "von alleine" lernen und erarbeiten muss - und muss jetzt prompt die 12. wiederholen. #augen Ich glaube, wäre er gleich aufs Gymnasium gegangen, hätte er noch nicht die Reife gehabt, mit diesem Druck und Frust umgehen zu können.

Hallo C.

mein Sohn könnte rein von den Noten auch aufs Gymnasium, aber das machen wir nicht. Bei uns ist die Realschulen fast genauso Straff wie das Gymnasium. Und ich finde, lieber aufsteigen - als absteigen.....

Schul ihn zum Sommer in eine Realschule, wenn er später, die Kriterien erfüllt, die ein Kind fürs Gymnasium braucht, kann er bei vorhandenen guten Notendurchschnitt nach der 10. Klasse der Realschule immer noch wechseln, zumindest ist das an unserer Schule so....Bei meinem macht es bestimmt auch erst in der 8. Klick (hoffentlich)....

Ich war auf einem Gymnasium und musste dann auf die Realschule wechseln, abgesehen mal davon, dass ich es peinlich fand "versagt" zu haben war es eine absolute Erleichterung#schein. Nach der 10. Klasse Realschule hatte ich einen Notendurchschnitt von 1,6. Ich hätte aufs Gym wechseln können, hatte aber keine Lust. Habe dann eine Ausbildung angefange und später das Fachabi....Studieren wollte ich sowieso nicht. Fachabi habe ich nur zur Überbrückung gemacht bis ich eine Anstellung fand....

Hallo,

vielen lieben Dank für die vielen Antworten. Ihr habt mich eigentlich in dem bestärkt, was ich eh schon vorhatte. Ich habe mir heute einen Termin in der nächsten Realschule geben lassen. Dort werden wir uns das mal angucken und -hören. Im Moment brauchen wir ja noch nicht zu hetzen. Wir werden auch noch die andere Schule ansehen und dann entscheiden. Mit meinem Sohn habe ich auch gesprochen. Er nimmt es eigentlich recht gut auf - ich habe sogar das Gefühl, als sei er erleichtert, dass wir hinter ihm stehen. Den letzten Englischtest hat er heute auch zurückbekommen: eine 3. Er war früher 1er-Kandidat. Allerdings waren es ausnahmslos Leichtsinnsfehler, die er gemacht hat.

Nun, wir werden sehen, was die Klassenlehrer dazu sagen. Ich werde morgen einen Gesprächstermin vereinbaren.

Also, nochmals vielen Dank an Euch und noch nen schönen Abend.

Gruß
C.

Übrigens habe ich auf der Homepage der Realschule ein Foto einer 5. Klasse gesehen, auf dem eine frühere Lehrerin von mir drauf ist! Sie war meine absolute Lieblings-Englisch-Lehrerin!! Na, wenn das kein Zeichen ist?!

Wage den Schritt! Manche Kinder fangen das Lernen erst später an, dein Sohn kann auch nach der Realschule, wenn er will, noch in die Oberstufe wechseln.

Ich bin mit einer Realschulempfehlung aufs Gymnasium gegangen (vor allem, weil meine beste Freundin auch hinging). Ich war nur in der 5., 6. und 7. Klasse wirklich gut. Ab der 8. Klasse (Algebra) hatte ich immer (!) eine 5 in Mathe. Naturwissenschaften lagen mir nicht. Ich habe nach der 11. Klasse abgebrochen. Ich hatte zwar 2er in den Leistungsfächern Englisch und Sozialkunde, aber die 5 in Mathe blieb.

Wäre ich von Anfang an auf die Realschule gegangen, hätte ich wahrscheinlich ausgezeichnete Zeugnisse gehabt und eine Mittlere Reife anstatt mit einer 3,2 mit Sicherheit mit einem 2er-Durchschnitt (mindestens) gemacht.

Ich hätte eine viel größere Auswahl an Ausbildungsberufen gehabt. Ämter, Banken, Behörden usw. fielen mit einer 5 in Mathe direkt flach.

Ich bin nun 25 und mache nun ein berufsbegleitendes Studium. Das ist sehr anstrengend und ich könnte schon viel weiter sein, wenn ich auf die Realschule gegangen wäre!

Ähnlicher Fall in meiner Familie. "Unsichere" Gymnasialempfehlung nach der Grundschule, der Junge wollte gerne aufs Gymnasium. Katastrophe- große Klasse, in der er schlicht untergegangen ist, von Natur aus eher chaotisch veranlagt und natürlich notentechnisch ständig Misserfolge. Siebte Klasse wiederholt, ohne viel Erfolg, Wechsel auf die Realschule- und damit bekamen seine Eltern auch ein wie ausgewechseltes Kind: fröhlich, motiviert und von den Noten her im grünen Bereich bis an der Leistungsspitze. Bei den Elternsprechtagen hieß es auf einmal nicht mehr: "Ihr Sohn hat die-und-die Defizite", sondern: "Was haben Sie für einen tollen Jungen!" Für seine soziale Entwicklung war es super, Erfolgserlebnisse zu verbuchen.

Übrigens: nach der 10 hat er seinen Q-Vermerk bekommen und ist auf eigenen Wunsch wieder aufs Gymnasium gewechselt. Da war dann auf einmal auch die Einsicht da, es schaffen zu wollen und das Notwendige dafür zu tun. Er hat sein Abitur gemacht. Heute studiert er.

Hallo!
Ich würde deinen Sohn selbst entscheiden lassen. Ich bin das jüngste von 3 Geschwistern und habe als Einzige das Gymnasium besucht, weil ICH es wollte. Vor allem mein Vater ist bis heute noch der Meinung, dass ich doch lieber eine Lehre machen soll, als dass ich studiere. Zeig deinem Sohn die Möglichkeiten auf, die sich ihm bieten, wenn er entweder die Real macht oder das Gym. Es ist seine Zukunft. Natürlich weiß er jetzt noch nicht, was er mal werden will. Aber du musst erkennen, wo seine Vorlieben, Fähigkeiten und auch Schwächen liegen. Ist er eher handwerklich begabt, packt gern an? Oder träumt er (nicht ihr) schon immer davon mal Arzt zu werden? Diese Chance nehmt ihr ihm, wenn ihr ihn vom Gym nehmt. Es ist auch nicht ganz einfach, sich von der Grundschule an das harte Schulleben zu gewöhnen und in dem Alter hat man sicher was anderes im Kopf, aber er muss im Endeffekt selbst entscheiden was er will.
Ich hab heute meine erste Abiprüfung abgelegt und kurz vorher von meinem Deutschlehrer noch einen Zettel bekommen, den ich in der 5. Klasse mal geschrieben habe. Da stand drauf, was ich mal später machen möchte: Kommunikationswissenschaften studieren - und genau das werde ich tun.
Lasst eurem Sohn die Chance frei zu entscheiden!

lg, Kathrin

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