1. Klasse bald um- kann nicht lesen, nicht schreiben, Logopädie ratsam

Hallo,

Ich möchte Euch mal etwas fragen.
Meine Tochter wird im August 8, und besucht die 1. Klasse, nun folgt ja schon bald das 2. Schuljahr.
Sie leidet an ADS und bekommt Medikamente unter denen es Schulisch sehr gut läuft, im Gegensatz zu voher. Mathematik ist zwar nicht ihr Bestes Fach, aber da ist sie deutlich gut, im Gegensatz zu Deutsch.
Sie kann neben wenig anderen Kindern leider noch nicht lesen, auch ganz knappe kurze Wörter bereiten ihr Schwierigkeiten. Es wirkt oft, als nehme sie Buchstaben oder Satzabschnitte garnicht war. Das Lesen bereitet ihr somit keinen Spass, und sie hat keine Erfolgserlebnisse :-(.
Auch Schreiben ist ein Problem, oft sollen die Kinder entweder Worte vervollständigen, oder gar Sätze zum Ende bringen. Das kann sie garnicht, ohne meine Hilfe.
Sie bekommt bereits Förderunterricht.
Sie besucht unter anderem Ergotherapie, und der Therapeut ist in das Problem eingeweiht. Er übt natürlich auch das Lesen mit ihr, durch verschiedene Spiele. Das klappt aber schlecht, sie strengt die Augen sehr an beim lesen, beschwert sich auch oft, das sie *zucken*.
Augenärztlich wurde das schon abgeklärt, auch ein Sehtest fand mehrmals statt, ohne Defizite. Es muß also nervlich bedingt sein. Jetzt bekommt sie nächste Woche einen visuellen Wahrnehmungstest bei der Ergo, und dann gucken wir, wie man weiter händelt. Ich selber kenne mich nicht aus, ich war damals in Deutsch immer gut, bei mir war es andersrum. Sprechen kann sie perfekt, ist da schon viel weiter, als Gleichaltrige. Würde Logopädie trotzdem weiterhelfen, neben der Ergo?
Muß jetzt noch das Ergebnis abwarten, und dann werd ich ja hören, was er meint. Aber ich würde trotzdem gern wissen, wessen Kind da auch Probleme hat, und vor allem, wie ich es unterstützen kann?
Oder kann hier gar eine Leserechtschreibschwäche der Grund sein? Keine seltenheit, für ADSler.
Ich vermute, die Konzentration leidet halt, und somit ist lesen dann direkt abgewertet, denn das erfordert ja ziemliche Konzentration von uns.

Würde mich über Erfahrungen sehr freuen, evtl. auch von ADS Eltern.

LG, Julia

Hallo!
....kann nur sagen, dass das Zusammenlauten ein langer Prozess ist und sich oft bis in die zweite Klasse reinzieht. Ich bin selbst Lehrerin und möchte da gar keine gutgemeinten Tipps geben, aber ich finde es nicht so abnormal, dass dein Kind zu dieser Zeit noch nicht Lesen kann. Sinerfassend geht das sowieso erst oft richtig Ende 2. oder Anfang 3. Klasse. Und das Zusammenlauten passiert bei manchen Kindern erst spät. Dass sie sich beim Schreiben sehr schwer tut ist dann klar. Eine Logopädin kann dir sicherlich dabei helfen! Ich würde eine Entwicklungsdiagnose erstellen lassen, in Ö. geht das auf E-Card im Ambulatorium..., wegen ev. Wahrnehmungsschwächen. Üben tu ich mit meinen FÖ Kindern immer vom Minimum ausgehend. Zuerst nur Silben (mim-mam-mum-mom, sim-sam-sum-som,.....)dann ganz ganz kurze Wörter, immer nur 3-4 Stück mit Bild, Buchstaben (auf Papier schreiben) auf dem Boden auflegen, abhüpfen lassen, mit einem Setzstempelkasten zusammensetzen lassen und drucken, spelling (Buchstabieren) Mama zuerst, danach gemeinsam, usw.......Voraussetzung ist natürlich, dass die Buchstaben automatisiert und gespeichert sind - akkustisch-haptisch und visuell,
und in der ersten Klassen um diese Zeit habe doch die Kids doch noch gar nicht alle gelernt. Wenn man bedenkt, dass sich die Kleinen so viele Zeichen merken sollten, es kommen ja die Mathe-Zeichen und Zahlen auch noch dazu.......zusammengefasst, in meiner Schule in den ersten Klassen können einige Kinder noch gar nicht Lesen, das Zusammenlauten wird laut LP auch erst Ende erste Klasse bei kurzen leichten Wörtern verlangt....der Deutschunterricht besteht ja zum Glück nicht nur aus Schreiben und Lesen, das Verbale und der Einsatz wird ja auch beurteilt, sprich Gesamtnote in einem Fach. Wünsche dir und deiner Tochter noch viel Erfolg!#klee#blume#blume
LG M

#danke

Auch mal schön, das aus der Sicht einer Lehrerin zu lesen. Nein, sie haben noch nicht mal alle Buchstaben durch, sie lernen halt durch wiedererkennungswert. Also Wort geschrieben- merken- frei aus dem Kopf hinschreiben.

Leider sieht die KL das ganz anders, und erwartet das sie es einfach kann.

Hallo Julia,

mein Sohn ist auch 1. Klasse, gerade 7 geworden. Er hat bis vor kurzem ähnliche Probleme gezeigt. Er war bis letztes Jahr April 3 Jahre bei der Ergo und seit September jetzt wieder. Vor 4 Wochen war ein Test bei der Kinderspychologin, die da vorsichtig eine Lese-Rechtschreib-Schwäche diagnostizierte, jedoch unter Vorbehalt da mein Sohn noch ziemlich jung ist. Seit Janur geht mein Kleiner Montags zur Wahrnehmungsgruppe und Dienstags Ergo und Logopädie. Mittlerweile macht er Fortschritte, weiß nicht genau ob bei ihm jetzt der Knoten geplatzt ist oder ob Logopädie schon hilft????

Die Lehrerin will meinen Sohn die 1. Klasse nochmal machen lassen, weil sie der Meinung ist, dass er nicht kontinuierlich mitarbeitet. Das war der Stand Anfang März08.

Achso, Ende Mai muss mein Sohn zu einem speziellen Hörtest, nicht den normalen, sondern einen speziellen um Schädigungen im zentralen Hörsystem auszuschließen. Das gehört alles zu den Lese-Rechtschreibschwächen Ausschlußuntersuchungen...so sagte es mir die Kinderspychologin. Wir werden sehen, entweder ist irgendwas oder mein Sohn hat einfach noch nicht den Ernst der Lage erkannt.

Das was ich mit ihm zu Hause mache; ich nenne ihn ein Wort (z.B. Haus) und er buchstabiert es dann. Oder ich buchstabiere und er nennt dann das Wort. Oder wenn er auf dem Bauch liegt, schreibe ich auf seinem Rücken mit meinem Finger ein Buchstabe, den er mir dann nennen muss. Für Mathe habe wir uns jetzt einen Karteikasten angelegt, wir Schreiben auf 1 Karte eine Rechenaufgabe (z.B. 18-9=9) die wir so lange lernen (natürlich über mehrere Tage) bis er das Ergebis ganz schnell rausposaunt. Danach kommt die Karte in den Karteikasten. Mit Minusaufgaben hat meiner manchmal Schwierigkeiten, wenn er aber 100-8 rechnet kann er es!!!

Merkwürdiger Weise hat er alles Tests bei der Ergo mit Super Ergebnissen absolviert, allerdings ist er ja dort auch alleine und nicht mit 24 anderen Kindern zusammen...

Wenn Du noch Fragen hast, kannst du mich ja über VK anschreiben...

der Klassenlehrer unserer Tochter hat gesagt, das es bis zu 2 Jahre dauert mit dem Lesen und schreiben und sich die Kinder auch ihre Zeit nehmen dürfen. Und wenn doch vermehrt Probleme gibt, wird Förderunterricht gemacht.

Vor 2 Wochen ist ein Schüler ihrer Klasse in den Schulkindergarten versetzt worden, da er noch nicht die nötige schulreife hatte und er ab Sommer nochmal von vorn starten darf.

Er könnte aber jederzeit wieder quereinsteigen und zurückkehren.

Hallo Julia,

ich denke, du machst zu viel Druck. Schule, Ergo, Tests... Hat deine Tochter überhaupt Freizeit?

Lesen macht erst Spaß wenn man es kann - vorher ist es Arbeit. Das gilt für alle Kinder.

Es gibt noch andere Kinder in der Klasse, die so schlecht lesen wie deine Tochter?

Bei meinem Sohn gab es ähnliche Probleme - "Schuld" war jedoch nicht das Kind, sondern die Qualität des Unterrichts.

Gruß Marion

Hallo Marion,

Natürlich hat sie genug Freizeit, Ergo ist ja nur 1x Wöchentlich, und diese muß einfach sein da sie ja ADS hat. Sie bekommt diese ja nicht wegen des Lesens.

Die Tests sind übrigens wichtig, einfach um weitere Diagnostik zu bekommen. Wie du lesen konntest, stimmt etwas mit den Augen nicht, was aber mitunter am ADS liegen kann.

Der Druck kommt von Seitens der Lehrerin, ich selber sehe das eher gelassener. Aber sie möchte sie am liebsten nicht mal versetzen.

Trotzdem Danke für die Antwort.

LG

Achso vergessen, gibt neben ihr nur noch ein Kind, was so schlecht liest. Der Rest kann laut Lehrerin lesen.

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