Grundschulempfehlung BW

Hallo,
ich bin neu in diesem Forum und gerade etwas verzweifelt. Am Donnerstag hatten wir mit der Klassenlehrerin unseres Sohnes das Gespräch zur Grundschulempfehlung. Zwar hat er den für das Gymnasium erforderlichen Schnitt von 2,3 trotzdem empfiehlt sie uns die Realschule für ihn. Begründung:
1.seine auditive Wahrnehmungsschwäche, die sich bei ihm nur im Fach Englisch bemerkbar macht (auch hier hat er konstant die Note 3+.

2. Daraus resultierende Unsicherheit in diesem Fach.

3. Keine konstante Leistungen, außer im Fach Mathe.
Was allerdings so nicht wahr ist. In Deutsch hat er 2Diktate und einen Sprachtest verhauen, ansonstenhat er nur 2er.
Was haltet ihr davon?

1

Hallo!

Warum ist es dir so wichtig, das dein Sohn aufs Gymnasium geht? Bei einem Schnitt von 2,3 finde ich schon auch, dass das eher in Richtung Realschule geht. Damals bei mir in der Grundschule waren auch einige Eltern dessen Kinder unbedingt aufs Gymnsium sollten. Die Eltern haben so penetrant darauf bestanden, schlussendlich sind die Kinder dann auf die gewünschte Schule gekommen und ich kann dir nur sagen, dass kein einziger der gezwungener Maßen die höhere Schule besuchen durfte das Abitur gemacht hat. Entweder irgendwann auf die Realschule heruntergegangen oder das Gymnasium abgebrochen.

Warum denkst du, gibt es eine Grundschulempfehlung? Hier werden die Leistungen der Kinder eingestuft und danach wird entschieden welche Schule die Beste wäre.

Man hat heute so viele Möglichkeiten das Abitur "nachzumachen". Bei einem Schnitt von 2,3 würde ich befürchten, dass mein Sohn immer hinterherhinken würde.

schnuppe511

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Hallo Sotimo,

es ist ein schwieriges Thema.
Wir haben am Anfang auch 2 Diktate verhauen, leider waren ein ungeübtes Diktat dabei. Meine Tochter hat sich dann aber so gesteigert und nur noch zwischen eins und zwei geschrieben, dass wir einen Schnitt in Deutsch und Mathe von 2.0 haben. Wir haben in den Nebenfächern einen Schnitt von 1.375 und trotzdem wurden Bedenken angemeldet, weil meine Tochter nicht immer alles auf Anhieb versteht. Da sie aber sehr fleissig ist, haben wir jetzt grünes Licht bekommen. Trotzdem habe ich Zweifel, ob das Gymnasium das richtige für sie ist. Da sie allerdings unbedingt möchte, werden wir sie auf das Gymnasium anmelden, allerdings mit der klaren Aussage, falls wir merken, dass sie sich schwer tut, kommt sie auf der Stelle vom Gymi runter.
Ich denke, die Aussage ist berechtigt. Wenn ich mir die Aussagen von anderen Eltern und Kindern anhöre, die auf dem Gymnasium sind, ist es alles andere als Honigschlecken. Und Englisch ist nun mal ab der 5. Klasse Hauptfach. Und in der 6. Klasse kommt dann auch schon die 2. Fremdsprache dazu.
Vielleicht versuchst du mal in deinem Bekanntenkreis ein paar Eltern mit Gymnasiumkindern zu kontaktieren. Frag sie doch einfach mal, wie es dort so abläuft um dir ein Bild darüber zu machen.

Ich drück dir die Daumen, dass du richtige Entscheidung triffst.

LG Kerstin

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Hallo,
unsere Tochter hatte in der Grundschule super Noten,hat selbständig gearbeitet und der Lehrer war sehr davon überzeugt das sie es locker schafft auf dem Gymnasium.
Also wagten wir den Schritt.Heute bereue ich es ein wenig den mit dem G8 ist es echt hart für die Schüler.Sie ist mit den Noten abgefallen und die Lehrer verlangen sehr viel.
Nun hat sie sich einigermassen gefangen,aber ich hoffe es bleibt auch so.
Sie leiden sehr auGym.
Vielleicht überlegt ihr euch es nochmal.
LG Tanja

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Hallo,

irgendwie höre ich raus, daß es Dich ärgert, daß die Lehrerin die Realschule empfiehlt. Das muß doch aber nicht negativ sein.

Bei uns ist es mittlerweile so, daß viele Eltern ihre Kinder freiwillig in die Realschule schicken, weil das G8 so viel von den Kindern verlangt. Die Kinder gehen dann bis zur 10. in die Realschule und wechseln danach aufs Gymnasium. So habe ich es übrigens zu meiner Zeit auch gemacht.

LG, Anja

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Wobei dann aber der Wechsel von Realschule auf Gymnasium wohl schwieriger ist als früher, da ja aufgrund von G8 der Rückstand Realschule 10. Klasse auf Gymnasium 10. Klasse größer ist als früher.

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Was du da schreibst, ist auch das Ziel meiner Tochter. Nagut, wir haben noch etwas Zeit bis es soweit ist. Nach den Osterferien wird sie erstmal zurückgestellt, von der 2 in die 1 Klasse. Aber trotzdem hat sie dieses Ziel vor Augen. Ich finde das gut, so wird sie motivert und außerdem will sie Tierärztin werden. Ich würde nie verlangen sie aufs Gym zu schicken, wenn ich weiß das sie die Real gut schaffen könnte. Sie soll dann lieber langsam anfangen und später mehr daraus machen. Ich hoffe das sie alles so packt wie sie/wir es uns vorgenommen haben.

LG

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Hallo,

in welche Schule möchte denn Euer Sohn?

Habt ihr die Realschulempfehlung schon schriftlich, oder hat die Lehrerin lediglich ihre Bedenken angebracht und wird trotzdem aufgrund des Notendurchschnittes eine Gymnasialempfehlung aussprechen?

Ich finde auch die Einstellung des Kindes zu Schule und Lernen sehr wichtig, lernt Euer Sohn "gerne", macht er seine Hausaufgaben selbstständig, oder braucht er immer jemanden, der "anschiebt" und daneben sitzt?

Leider vergessen viele Lehrer auch, das in der 4.Klasse in ersten Halbjahr ein immenser Druck auf die Kinder ausgeübt wird und zwar nicht nur von den Eltern, wie immer gerne behauptet wird, sondern vor allem in der Schule ( unsere Tochter hat im Dezember innerhalb von 10 Schultagen 6 Klassenarbeiten/Tests geschrieben!!!!), damit kann nicht jedes Kind umgehen und viele schaffen einen Schnitt von 2,3 nicht!

Ja, ja ich weiß durch G8 sind die Kinder auch unter Druck, aber da geht es nicht innerhalb von 4 Monaten "um die Wurst"!

Ich würde auf jeden Fall einen Beratungslehrer ( in eurer Schule oder beim Schulamt nachfragen) aufsuchen.

Viele Grüße und alles Gute
Lillyhasi

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Hallo Lillyhasi,
ja unser Sohn lernt gerne, macht gerne und selbständig seine Hausaufgaben. Auch seine Lehrerin sagt, dass er die nötige Intelligenz besitz- sie will ihn Aufgrund seiner leichten auditiven Wahrnehmungsschwäche nicht streßen. Klar ist das G8 ein Streßfaktor, aber nicht nur für mein Kind. Sie stellt das Ganze so dar als wolle sie ihn schonen und nur sie wüßte was für ihn gut ist.
Das Problem liegt eher darin, dass sie bereits auf dem ersten Elternabend dieses Schuljahres verkündet hat nur bis zu einem Schnitt von 2,1 die Gymnasialempfehlung abzugeben- sie macht also ihre eigenen Gesetze. Wie sie auf eineDeutschnote von 2,8 kommt ist auch nicht nachvollziehbar, das werden wir uns aber jetzt im Beisein der Direktorin vorrechnen lassen. Auch ein Gutachten der Logopädin und des behandelnden Profs werden dabei vorgelegt. Ich muß mein Kind nicht auf ein Gymnasium zwingen, aber da er das Potential dazu hat sehe ich nicht ein warum er diese Chance nicht erhalten sollte. Zu was gibt es den überhaupt so einen Schnitt wenn Lehrer sich so willkürlich darüber hinwegsetzen können. Es gibt viele Kinder die einen knapperen Schnitt haben und die Empfehlung trotzdem erhalten,aber auch gut auf dem Gymnasium bestehen.
Als nächstes muß unserSohn dann wohl dieses Beratungsverfahren über sich ergehen lassen.

Gruß Sotimo

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Hallo!

Die Lehrerin kann sich nicht über den Schnitt von 2,3 hinwegsetzen. Dein Sohn wird die Empfehlung fürs Gymnasium bekommen, ganz klar. Die Lehrerin kann dir zwar eine andere Schulart empfehlen, aber auf dem Papier steht 2,3 und das bedeutet Gymnasium. Punkt.

Allerdings kann ich aus Erfahrung auch sagen, dass bei diesem Schnitt der Rat, eine Realschule zu wählen, durchaus angebracht sein kann. Der Wechsel ist wirklich nicht einfach und dein Kind muss ein enormes Pensum schaffen - und noch Freude dabei haben! Vergiss das nicht!

Gruß
ciju

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Wenn hier manche sagen, der Notendurchschnitt von 2,3 spreche schon für die Realschule, wird mir ein bißchen anders. Ich hatte selbst einen solchen und bin "dennoch" aufs Gymnasium. Da bin ich dann kontinuierlich besser geworden und hab mein Abi mit 1,4 Schnitt, mein Studium mit Prädikat und meinen Doktortitel mit magna cum laude gemacht. "Trotz" 2,3 im 4. Schuljahr...

Was muss man den heutzutage für einen Notendurchschnitt haben, um die Chance aufs Gymnasium zu bekommen???


Grüße, das teufelchen

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Vielen Dank Teufelchen für dein Verständnis!
Gestern haben wir, nach einem Begabungstest unseres Sohnes, die revidierte Grundschulempfehlung bekommen . Er kann jetzt das Gymnasium besuchen.
Dafür haben wir Eltern auch einiges an Nerven gelassen.
Aber wir freuen uns sehr und hoffen, dass es für ihn die richtige Entscheidung war.
Liebe Grüße Sonja

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Hallo Sotimo!

Wir hatten letztes Jahr das gleiche "Problem", unsere Tochter hatte einen Notendurchschnitt von 2,2, überall zweier außer in Mathe.

Die Grundschullehrerin empfahl uns die Realschule, weil unsere Tochter nicht gut unter Druck arbeiten kann und Kinder auf dem G8 Zweig Druck aushalten können müssten.

Zuerst haben wir uns auch etwas geärgert, uns dann aber doch (glücklicherweise) für die Realschule entschieden. Unsere Tochter ist heute ein halbes Jahr nach dem Schulwechsel eine gute und vor allem glückliche Schülerin, die Spaß an der Schule und am Lernen hat. Andere Kids, die von ihren Eltern aus falschem Ehrgeiz gegen Empfehlung des Lehrers auf den Gym-Zweig geschickt wurden, sind da nicht so gut dran. Nachhilfe in mehreren Fächern, keine Freizeit, Druck und eine Menge vierer im Zeugnis machen es diesen Kindern nicht leicht.

Vertraut auf die Empfehlung des Lehrers, man kann auch nach der Realschule noch das Abi machen. Die Kinder haben noch eine Menge Schuljahre vor sich und was haben die Beteiligten davon, wenn den Kids irgendwann unter dem Druck die Luft ausgeht und sie die Freude am Lernen verlieren?

In unserer Schule war das zum Teil schon fast in einen Wettstreit unter den Eltern ausgeartet. Welches Kind schafft es aufs Gymnasium, welches nicht. Sogar Aussagen wie "Mein Kind soll doch nicht mit Hauptschülern zusammen unterrichtet werden!", sind auf Elternstammtischen gefallen. Und das bei Viertklässlern! Man sollte sich dann fragen, ob es wirklich das ist, was man für sich und seine Kinder will.

Wünsche Euch viel Glück und eine erfolgreiche Schulzeit!
:-)

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