FA sagte heute "Diagnose MA"

Hallo Ihr lieben,
heute hat es mich beim zweiten FA Termin getroffen.
Ich wurde von 8+3 auf 5+4 zurückdatiert und habe dennoch einen Mutterpass ausgestellt bekommen mit den Worten ich hätte eine MA. Nach dem Runtergerattere der Statistik durfte ich nach Hause gehen und habe in 2 Wochen erneut einen Termin. Am Freitag hole ich mir eine Zweitmeinung und stelle mich bereits auf das Schlimmste ein.

Ich fühle mich innerlich leer und kann es noch nicht fassen.
Aktuell muss ich mich damit befassen, was ich tue, wenn es nicht von selbst abgeht...
Ich starte eigentlich Mitte Juli im neuen Job und kann dann schlecht direkt krankgeschrieben werden. Dh ich sollte die Entscheidung davor treffen.
Garnicht so einfach. Wie seid ihr damit umgegangen?
Ich fühle mich als ob ich versagt hätte.... :-(

1

Hallo Luisa,
das tut mir leid das du diese Erfahrung gerade durchmachen musst :(
War der Arzt sich sicher bei der M.A.?
Die Idee mit der Zweitmeinung finde ich sehr gut, dann hast du schneller Gewissheit und kannst weiter schauen was du machst.

Leider kenne ich diese innere Leere zu gut, hatte vor knapp 2 Wochen einen Spätabort. Bitte versuche dir keine Vorwürfe zu machen! Dich trifft erstens keine Schuld und zweitens bringt dich das auch überhauptnicht weiter. Leider enden sehr viele Schwangerschaften viel zu früh.

Alles Gute #klee

2

Vielen Dank für deine Antwort. Ich weiß mein Beitrag muss sehr herzlos und neutral klingen, aber ich kann es aktuell noch nicht emotional an mich ranlassen. Das wird aber noch kommen.

Ich habe kaum Hoffnung, dass innerhalb von 2 Tagen viel passiert, aber es ist schwer die Hoffnung aufzugeben.
Mein Mann meinte, dass wir vor dem 13.7. (da ist der andere Termin) nochmal ins KH gehen können, sodass wir Gewissheit haben.

Ich möchte aber auch nicht an Dingen festhalten die nicht passieren können. Ein richtiges Dilemma.

Unabhängig davon tut es mir leid zu hören, dass du auch einen Verlust hattest. Ich hoffe, du konntest zwischenzeitlich wieder positiv testen. Alles Liebe #herzlich

3

Hey Luisa,

das ist wirklich heftig, ich leide so mit dir!
Ich war vor 2 Tagen, am Montag, rechnerisch bei 8+6, wir haben mit unserem 3. Ultraschall extra noch einmal zweieinhalb Wochen gewartet, um große Veränderungen zu sehen. (Meinen 1. US hatte ich bei 6+1, da sah man eigentlich nur eine kleine Fruchthöhle, kaum mehr. Die Ärztin wollte dann an 6+3 noch einen US machen, da haben wir dann 2 kleine Pünktchen gesehen, sie meinte Embryo und Dottersack.)

Das was uns dann am Montag erwartete, können wir immer noch nicht fassen.
Es hatte sich nach allem nichts getan, meine Ärztin verkündete mir, ich habe eine verhaltene FG erlitten. Der Embryo wurde bei einem weiteren US im Krankenhaus gemessen und auf 5+3 datiert. Das heißt, er hat vermutlich schon bei 1. US nicht mehr gelebt. Das ist so unendlich traurig.
Dann ging alles ganz schnell. Gestern hatte ich meine Ausschabung, ohne dass ich es auch nur ansatzweise verdaut habe.

Ich würde dir so unendlich gern Hoffnung machen - meine FA meinte aber, wenn man in der 7. bzw. 8. Woche keinen Herzschlag sieht,gibt es keine Hoffnung. Ich drücke dir alle Daumen, die ich habe, ich denke aber, du solltest dich auf das Schlimmste gefasst machen.

Auch wenn es das Schlimmste und Traurigste ist, was mir jemals zugestoßen ist - es hat doch alles einen Sinn. Sei es fehlerhaftes Erbmaterial, eine Fehlentwicklung oder ähnliches - solltest du erleben, was ich erlebt habe, halte dir das vor Augen. Es hilft mir auch etwas, auch wenn ich trotz allem rationalen Denken den größten Schmerz fühle, den ich je gefühlt habe, und nicht weiß, wann oder ob er jemals weggeht.

Ich umarme dich ganz fest und wünsche dir alles Gute #herzlich

4

Völlig vergessen:

Mach dir keine Vorwürfe! Nach dem Alles-oder-nichts-Prinzip sortiert die Natur schon alle kleinen nicht-lebensfähigen kleinen Krümel aus. Darauf hat niemand Einfluss. Die Zellen des Embryos teilen sich weiter und weiter - und damit leider auch die eventuell vorhandenen Fehler im Erbgut.
Mich tröstet es im Nachhinein sehr, dass es wesentlich schwieriger zu ertragen gewesen wäre, in der späteren SSW ein schwerbehindertes Baby abtreiben zu müssen.

Und noch wichtiger:
Auch ich habe gerade erst (15.06.21) einen neuen Job angefangen - super Timing, direkt krank geschrieben. Du bist sicherlich genauso auf deinen Job angewiesen wie ich. Sei dir jedoch bewusst, dass deine Gesundheit und dein Wohlbefinden IMMER vorgehen! Ich habe meinem Chef genau erzählt, was für einen Schicksalsschlag ich hatte. Danach hatte ich das Gefühl, er leidet mehr als ich, obwohl wir uns erst so kurz kennen. Das Körperliche ist das eine, aber ich denke psychisch habe ich noch sehr lange mit der Trauer zu kämpfen. Der Rückhalt, den auch du erfahren wirst, wird bei der Verarbeitung helfen, da bin ich überzeugt. Sich einigen ausgewählten Personen anzuvertrauen ist wie ich finde sinnvoll, nur dann kann man auch Verständnis erwarten. Sollte ich bei einem Meeting mal einfach hinausgehen oder einen Nachmittag frei brauchen, wird niemand etwas sagen, ich weiß, dass es auch bei dir glatt gehen wird. Im Gegensatz zu dem, was dir widerfährt ist es halt "nur" ein Job!

Sorry für meine Romane, ich hoffe ich kann dir helfen!

5

Hallo liebe Leni,
ja du konntest mir mit deinen Antworten wirklich sehr helfen.
Nachdem ich eine Nacht darüber geschlafen habe sieht die Welt zwar nicht anders aus, aber ich habe den Mut eine Entscheidung zu treffen. Ich denke ich möchte nicht 2 Wochen warten bis zur eh schon klaren Entscheidung.
Der Termin morgen wird mir Klarheit bringen und dann heißt es für mich Abschied nehmen.

Ich drücke dich #liebdrueck

6

Hallo Luisa,
erst mal: es tut mir wahnsinnig leid um deinen Verlust. :-(

Ich hatte im April eine MA mit AS (wollte ich so) und war ungefähr gleich weit wie du (meine 1. SS nach 10 Monaten probieren). Ich dachte, meine Welt bricht zusammen. Ich habe tagelang geweint.

Mittlerweile geht's wieder und ich freue mich darauf, wieder los starten zu können.
Klar, die Angst, dass es wieder passieren könnte, begleitet mich, aber ich versuche mich nicht überrennen zu lassen. Ich versuche mich an den schönen Dingen zu freuen, nämlich Zärtlichkeiten mit meinem Partner, Ausflügen, dem schönen Wetter und Träumereien von einem Sommer/Herbst-Baby 2022.

Ich wünsche dir alles Gute.
LG Marie

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