Missed Abort / selbstbestimmte Fehlgeburt bzw. natürlicher Abgang

Hallo ihr Lieben,

zunächst einmal möchte ich allen Frauen, die das erleben müssen oder mussten, mein Mitgefühl aussprechen.

Ich habe am Donnerstag bei 10+1 erfahren, dass das Herzchen von meinem Baby nicht mehr schlägt und das wohl aus schon seit ca 2 Wochen, also um die 9. Woche herum. Meine Ärztin wollte mich direkt in die Klinik zur Ausschabung schicken. Ich allerdings möchte eigentlich lieber einen natürlichen Abgang, da ich 1. wahnsinnige Angst vor einer Vollnarkose habe und 2. schlechte Erfahrungen bei einer Ausschabung machen musste.

Wer hat Erfahrungen damit? Gibt es Beratungsstellen? Meine Ärztin wollte gar nicht auf meine Frage eingehen und setzte mir quasi die Pistole auf die Brust.
Wer kann helfen?

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Tut mir leid das du in dieser Situation bist :-(

Ich bin gerade in der gleichen Situation wie du. Ich habe es freitags von meiner FA erfahren. Da war ich bei 9+3. Das Herz blieb wohl bei 7+3 stehen. Leider ist es meine zweite Fehlgeburt. Ich hatte bereits eine in der 15 Ssw infolge einer Trisomie 18. Bei meiner ersten Fehlgeburt hatte ich laut den Ärzten bereits die Wahl zwischen Abwarten, medikamentöser Abgang und Ausschabung. Ich habe mich damals aus psychischen Gründen für eine Ausschabung entschieden.

Ich habe bereits Schmierblutungen und habe mich direkt für einen natürlichen Abgang entschieden. Nun bin ich jedoch am überlegen, ob ich noch mit Cytotec nachhelfen will. Bei uns in der Schweiz wird nicht direkt zur Ausschabung geraten. Die Ärztin (Deutsche) damals meinte, bis 2.5 cm Kopfdurchmesser hätte man die Wahl - in Deutschland sei das anders.

Grüsse Kala

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Danke dir für deine Worte und es tut mir sehr leid für dich 🤍

Hast du dich mittlerweile entschieden? Vor Cytotec hab ich richtig Respekt. Die Geburt meiner Tochter wurde damit eingeleitet und das ging direkt von 0 auf 100 und innerhalb von 2,5h war sie da. Ob das in dem Fall auch so wirkt, weiß ich nicht

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Nein bis jetzt habe ich mich noch nicht entschieden. Ich warte noch ab. Ich habe immer mehr Schmierblutungen und leichte Krämpfe. Ich habe einfach Angst, dass ich total überrascht werde und Sturzblutungen kriege.

Bei meinem Sohn wurde ich auch mehrere Tage eingeleitet. Aber ich erinnere mich nicht mehr obs da Cytotec gab... Vor der Ausschabung hatte ich eine vaginal genommen vor der OP.

Wie geht es dir? Hat sich etwas getan?

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Hier sind zwei threads wo Betroffene ihre Erfahrung beim natürlichen Abgang und beim Abgang mit cytotec beschrieben haben. Ich hoffe du kannst ein paar Fragen klären.
https://m.urbia.de/forum/55-fruehes-ende/5222978-erfahrungsbericht-natuerlicher-abgang-mit-cycotec?pp=36431862#p-36432331

https://m.urbia.de/forum/55-fruehes-ende/5215426-cytotec-erfahrungsbericht-9ssw#p-36355295

Ich habe es auch mit cytotec versucht. Leider hat es bei mir nicht wirklich funktioniert. Ich denke mein Baby und ich waren noch nicht so weit Lebewohl zu sagen.
Ich habe 4 1/2 Wochen auf den Abgang gewartet. Es war wie eine kleine Geburt und sehr heilsam. Lass dich zu nichts drängen. Höre auf deinen Bauch.
LG und viel Kraft
Missmaja

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Ich habe halt auch einfach wahnsinnige Angst, dass es gleich total dramatisch sein kann. Dank dir für deine Worte

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Umso weiter die Schwangerschaft fortgeschritten ist umso dramatischer wird es immer, unabhängig von cytotec. das Gewebe muss halt aus dem Körper raus und das das in der 12 Woche mehr ist als in der 7. Dass ist denke ich jedem klar. Und umso später desto mehr muss der Körper in Form von kleinen Wehen eben auch nach helfen damit sich alles löst. Bei mir ist auch wirklich sehr viel Blut und Gewebe herausgekommen. Wenn man damit nicht gut umgehen kann, ist vielleicht eine Ausschabung doch die bessere Wahl. Vielleicht hörst du einfach in dich hinein, stellst du die Situation vor und schaust wie viel Angst sie dir macht oder wie du reagieren würdest

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Bin zwar nicht so weit gekommen wie du (Windei festgestellt bei 7+3), warte aber gerade auch auf den natürlichen Abgang.

Ich selbst habe zwar wirklich Glück mit meinem Arzt, er hat mir zwar die Ausschabung empfohlen, aber meinen Wunsch zu warten mit "früher gab es auch keine Ausschabungen..." kommentiert. Umentscheiden kann ich mich ja immer noch, wenn es mir zu lange dauert.

Ich hab daraufhin Hebammen abgeklappert (mein Arzt war dann im Urlaub) und tatsächlich eine gefunden, die mit mir telefonische Beratung gemacht hat. Das war wirklich hilfreich. Du hast auch tatsächlich ab positivem Schwangerschaftstest Anspruch auf Hebammenbetreuung, die Krankenkasse zahlt das. Einziges Problem ist, dass die extrem ausgelastet sind und du eine finden musst, die Zeit für dich hat.

Für mich hat sich aber wie gesagt eine extra Zeit genommen #verliebt

Sie hat auch direkt gemeint, man kann heute danke sagen, wenn ein Arzt einen nicht zur Ausschabung drängt... Hebammen sprechen da eine deutlich andere Sprache :-)

Die Hebamme hat mir, wie die Damen hier, zu Cytotec geraten, FALLS es mir zu lange dauert. Allerdings mit dem Hinweis, ich sollte da erst mit meinem Arzt drüber sprechen und wenn ich darf, Cytotec lieber unter ärztlicher Aufsicht nehmen. Cytotec kann ganz schön heftig sein.

Ich persönlich habe ehrlich gesagt mehr Angst vor Cytotec als vor einer Ausschabung (habe wahrscheinlich zu viel gegoogelt ;-) ). Ich warte jetzt erst mal einfach ab und hoffe, dass mein Geduldsfaden lang genug ist ;-)

Tipp der Hebamme war, alles zu tun wonach mir ist (baden, Sport, Sex,...) und alles zu lassen, wonach mir nicht ist.

Onkel Google hat mir außerdem noch zu Hirtentäscheltee geraten. Bisher merke ich aber noch keine Wirkung ;-)

Wenn ich das nächste mal schwanger werde, ist jedenfalls ganz ganz sicher das erste was ich mache: Hebamme suchen.

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Ach und noch was... Mein Arzt hat mich trotzdem dazu gedrängt, nach dem Abgang UNBEDINGT zur Nachkontrolle zu kommen.

Das ist auch tatsächlich wichtig. Da muss kontrolliert werden, ob alles sauber abgegangen ist, sonst kann es zu ganz ganz fiesen Entzündungen kommen.

Sollte es nicht sauber abgegangen sein, kann man sich immer noch zwischen Cytotec und Ausschabung entscheiden.

Die Hebamme hat mir das auch nochmal bestätigt, dass ich ca. 2 Wochen nach dem Abgang !zwingend! zur Nachkontrolle soll.

Wünsche dir alles Gute #klee

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Das tut mir leid für dich 🤍

Vor Cytotec habe ich auch einen heiden Respekt. Die Geburt meiner Tochter wurde damals damit eingeleitet und es ging direkt von 0 auf 100 und innerhalb von 2,5h war sie da. Ob das in solch einem Fall genauso ist, weiß ich natürlich nicht.

Wie lange willst du warten?

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Hallo,
Erstmal tut es mir ganz furchtbar leid, dass du eine so traurige Erfahrung machen musst und nun auch noch gedrängt wirst.
Ich hatte nach dem ersten Kind eine MA . Festgestellt in der 9. SSW, da war die Größe schon in der Rückentwicklung.
Ich habe mich für einen natürlichen Abgang entschieden.
Es hat drei Wochen gedauert, bis mein Körper loslassen wollte. Ich hatte dann leichte Unterleibsschmerzen und schwallartige Blutungen. Am nächsten Tag war ich zur Kontrolle bei meinem Gyn. Da noch minimal Reste da waren, bin ich dann doch noch ins Krankenhaus gegangen, wo eine AS gemacht wurde.
Gefühlt war es für mich trotzdem so der richtige Weg.
Ich hoffe, du wirst dich so entscheiden können, wie es für dich richtig ist.

Alles Gute
Love

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Hallo,

tut mir leid das du auch diese Erfahrungen machen musst.

Habe mich nach meiner MA für eine Kürettage entschieden weil es kurz vor Weihnachten war, ich nicht eventuell an heilig Abend eine stille Geburt haben wollte und weil ich so schnell wie möglich wieder schwanger werden wollte.

Eine Freundin von mir hatte 3 Fehlgeburten. 2 mit einer kürettage und eine mit natürlichen Abgang bzw mit Nachhilfe der Tablette.

Sie meinte der natürliche Abgang war sehr schmerzhaft.
Sie hatte auch viel geblutet. Nochmal hätte sie es nicht gemacht.

Die Kürettage bei mir ging schnell und ich hatte auch danach keine Schmerzen.

Jedoch zu wissen jetzt nehmen sie dir dein Baby weg war das schlimmste auch wenn es nicht mehr gelebt hat.
Aber was gehen zu lassen ohne das man es gesehen hat ist hart.

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Hallo Cicarina,

ich hatte vor 4,5 Wochen einen natürliche Fehlgeburt. Tatsächlich mit richtigen Wehen ohne Medikamente. Ich hätte nicht gedacht, dass die Wehen in der 8. Woche so heftig sein können.
Die Ärztinnen waren alle super nett und hofften, dass mein Körper es alleine schafft.

Leider hat sich bei meiner Nachkontrolle gezeigt, dass noch Gewebereste in der GM waren. Da es weiter blutete durfte ich weiter warten. Aber nach 2,5 Wochen war leider immer noch etwas auf dem US zu sehen.
Im Krankenhaus haben sie mir Cytotec gegeben. Ich hatte echt Bammel davor.
Bei meiner Tochter war die Tablette unten und 10h heftige Wehen ohne Pause kamen dabei heraus.
Die natürlichen Wehen der kleinen Geburt zuvor waren VIEL angenehmer. Auch deutlich und schmerzhaft, aber wie Wellen und mit langen Pausen.

Ich habe also die Cytotec genommen und mich auf eine schlaflose Nacht eingestellt - es passierte nichts. Zwei/dreimal hat es leicht schmerzhaft gezogen und gut war.

Die Wehen während der kleinen Geburt haben mich auch mit meinem Körper ausgesöhnt. Mir hat es geholfen mit dem Verlust zurechtzukommen, dass ich mich während der Wehen verletzt und stark zugleich gefühlt habe. Zudem war der Schmerz viel begrenzter, weil die Gebärmutter ja viel kleiner war. Bei meiner Tochter (40+0) hat es überall so heftig weh getan, dass ich gar nicht mehr klar denken konnte.
Bei der kleinen Geburt war es auf den Unterbauch und den unteren Rücken begrenzt und gut aushaltbar.

Ich wünsche dir alles Gute!

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Also musstest du keine Ausschabung mehr vornehmen? Gingen die Reste mit Tabletten noch ab? Entschuldige die Nachfrage - ich habe selber ein wenig bammel...

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Du kannst gerne nachfragen, mir ging es ja nicht anders. 😊

Ich brauchte keine Ausschabung mehr. Mit Cytotec gingen die letzten Reste ab und fast genau einen Monat nach der Fehlgeburt habe ich jetzt meine Periode bekommen.

Alles Gute dir!

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Wir raten grundsätzlich auch immer zur Abrasio, einfach aus dem Grund, dass sich ganz böse Entzündungen entwickeln können, wenn man zu lange wartet.

Wird das abgelehnt begleiten wir natürlich aber auch auf dem natürlichen Weg, allerdings nicht wochenlang. Ich hatte mal eine Patientin, die echt bis zur rechnerisch 18. SSW gewartet hat und dann aufgrund einer nicht bemerkten (oder ignorierten) Endomyometritis ihre Gebärmutter verloren hat, was bei Kinderwunsch logischerweise echt die Hölle ist. Sie hatte solch eine schwere Sepsis entwickelt dass die Ärzte in der Klinik die Gebärmutter sofort entfernt haben.

Das ist natürlich selten, kann aber vorkommen, also die Entzündung. Deswegen raten wir echt zur Ausschabung, wenn sich wochenlang nichts tut.

Als erstes probieren wir es immer mit Senfmehlfußbädern und haben damit auch schon gute Erfahrungen gemacht, wenn man bei dem Thema von guten Erfahrungen sprechen kann.

Nicht zu missachten ist aber auch, dass mit zunehmendem Fortschritt der SS das abzublutende Gewebe auch mehr wird und dass eine MA in der 7. SSW was anderes ist als in der 9. SSW oder noch weiter. Der Embryo ist da dann deutlich sichtbar, und das erträgt nicht jede Frau.

Wir empfehlen auf jeden Fall immer auch eine Hebamme zu kontaktieren, die einen zusätzlich begleitet, das steht einem in einem solchen Fall auch zu.

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