Wohin zur Abortsprechstunde und weiterführenden Diagnostik?

Hallo ihr Lieben,

nach nun insgesamt 5 Fehlgeburten, suchen wir nach einem KiWu-Zentrum/ Uniklinik, die Erfahrung mit habituellen Aborten haben.
Wir kommen aus Nordhessen. Mit den KiWu-Zentren Kassel und Göttingen sind wir leider nicht zufrieden, sodass wir eine Anlaufstelle suchen, bei der von gynäkologischen Untersuchungen, Spermiogramm, Genetik, bis Immunologie etc. alles aus einer Hand abgeklärt wird.
Könnt ihr mir da was empfehlen? Die Distanz spielt keine Rolle, aber in Deutschland sollte es schon sein. :)
Dr. Würfel in München hat gerade Aufnahmestopp, da könnte ich im Juli zu seiner Kollegin...

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Das würde mich auch sehr interessieren!

Wohnen auch in der Nähe von Kassel.
Aber wenn du sagst, dass die nicht gut sind!?
Sollten wir vielleicht auch woanders hin???

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In Göttingen habe ich mich nicht wohl gefühlt und der Dr. hat es nach der 3. FG auf Pech geschoben.
In Kassel wurde der immunologische Ansatz belächelt und als Geldmacherei abgetan. Meiner Meinung nach wird dort nur nach Schema F alles abgehakt. Sie sind halt eher auf "schwanger machen" und nicht "schwanger bleiben" spezialisiert.

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Hi,

ich stehe vor dem gleichen Problem, komme aber aus NRW. Habe mich daher für die Abortsprechstunde an der Uniklinik Düsseldorf entschieden. Dort habe ich heute angerufen und einen Termin in 4 Wochen bekommen. Uniklinik Essen wäre auch noch eine Option.

LG

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Hallo Maryjo,

ich komme gerade von der Abortsprechstunde aus Heidelberg und habe mich dort gut aufgehoben gefühlt. Wichtig ist mir vor allem, dass alle Untersuchungen gemacht werden. Hier die Übersicht der Untersuchungen, die mir empfohlen worden (falls noch nicht angeklärt):

- Gerinnungsdiagnostik
- Genetische Untersuchungen
- Spermiogramm
- Bestimmung basaler Hormone
- Bestimmung der Hormone der Lutealphase
- Gebärmutterspiegelung ambulant

Zusätzlich (für Killerzellen etc. - übernimmt nicht die KK, Gesamtkosten für Untersuchungen ca. 300 Euro):
- Immunologische Untersuchung
- Endometriumbiopsie zur Bestimmung uteriner Killerzellen / Plasmazellen

Insgesamt 3 Termine:
1. Termin: Vorstellung + Besprechen evtl. schon erste Blutabnahme
2. Termin: Gebärmutterspiegelung (+ Killerzellen) + 2. Blutabnahme
3. Abschlussgespräch (alle Befunde werden zusammen durchgesprochen)

Wir machen das volle Programm! (Außer das Spermiogramm, weil wir keine Probleme mit dem schwanger werden, sondern nur mit dem Bleiben haben.)

Gesamtdauer ca. 3 Monate, wenn nicht alle Untersuchungen gemacht werden, schneller. Heidelberg bietet auch eine kostenlose psychologische Beratung an.

Wichtig: Schnell Termin ausmachen! Wir haben 4 Monate auf unseren Termin gewartet und vor/während der Untersuchungen nicht schwanger werden, sonst können diese nicht gemacht werden. ;-)

Alles Liebe!

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Hallo,ich war letzte Woche in der Uniklinik Marburg,Fr.Professor Kühnert.Sehr nett und kompetent :)

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Hi,

ich könnte die Heidelberger Uniklinik empfehlen, aber das ist bei dir wohl nicht gerade um die Ecke... ich habe mich dort sehr gut aufgehoben gefühlt. Und - viel wichtiger ;-) - sie haben eine Ursache gefunden und die nächste Schwangerschaft direkt ab positivem Test bis zur 14. SSW sehr engmaschig betreut (weil ich mich eigentlich gar nicht mehr getraut habe, noch mal schwanger zu werden). Im April wird unser Sohn ein Jahr alt :-)

ich wünsche dir alles Gute und drücke die Daumen, dass du kompetente Hilfe findest!

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Danke für deine Empfehlung.
Darf ich fragen, was die Ursache bei dir war?
Liebe Grüße

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Ja, natürlich darfst du. Es gab mehrere Diagnosen, die zu den FG beigetragen haben "könnten" (erhöhte Killerzellen im Blut, Eisenmangel, SSA-Antikörper) und die sozusagen prophylaktisch mitbehandelt wurden, ich habe in der Schwangerschaft also Intralipid-Infusionen bekommen, ASS genommen und natürlich Eisentabletten geschluckt (und Fleisch gegessen :-p). Aber die wohl entscheidende Ursache war etwas, was man furchtbar einfach hätte beheben können, wenn man es denn gewusst hätte: Ich hatte in der Gebärmutter eine Entzündung, die da wahrscheinlich schon Jahre oder Jahrzehnte vor sich hin schwelte und mir auch jeden Monat große Schmerzen verursacht hat. Das hat aber nie jemand ernst genommen, und man hat es dann erst entdeckt, als man in der Gebärmutter mittels Biopsie nach Killerzellen gesucht hat (es waren keine vorhanden). Deshalb war des Rätsels Lösung letztlich ein starkes Antibiotikum, bei der Kontrollbiopsie war die Entzündung weg und drei Monate später war ich schwanger (durch eine ICSI, wegen meines Alters und der ganzen Vorgeschichte, unter anderem einer ELSS, wollten wir kein Risiko mehr eingehen).

Also ich hatte den Eindruck, dass sie mich in Heidelberg einmal quasi auf den Kopf gestellt haben. Das hat mir schon allein deshalb geholfen, weil ich endlich mal nicht das Gefühl hatte, mir alle Infos selbst irgendwo zusammensuchen zu müssen und dann den Ärzten zu sagen, bitte untersuchen Sie doch mal dies oder jenes.

Was ich dir nicht verschweigen will: Die Schwangerschaft war trotz der wirklich tollen Betreuung psychisch ein echter Ritt (u. a. hätten diese SSA-Antikörper bei meinem Sohn Herzrhythmusstörungen auslösen können, deshalb mussten wir alle zwei Wochen zum Ultraschall), und das hat Spuren hinterlassen - ich hatte selbst nach der Geburt noch unglaublich viele, auch viele total irrationale Ängste, die erst jetzt langsam besser werden. War erst mal nichts mit "Kind da, alles vergessen" :-p. Aber jeder einzelne Schritt hat sich gelohnt und ich wünsche dir von Herzen, dass ihr auch noch solch großes Glück habt.

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