Stille Geburt, verheimlichen oder offen darüber reden.

Stille Geburt, offen darüber reden oder verheimlichen? Ich wohne in einem Dorf wo jeder jeder kennt und wo viel und gerne getratscht wird.
Wir haben bereits eine Tochter 2.5 und nach mehreren versuchen in der kiwu Praxis hatte es endlich mit dem Geschwisterchen geklappt. Leider wurde eine fehlbildung festgestellt und in der 17 ssw musste ich sie still zur Welt bringen. Ihr Herz hatte aufgehört zu schlagen. Wir hatten uns gegen den Abbruch entschieden. Von der schwangerschaft wusste kaum jemand. Ich bin nich immer sehr traurig über den Verlust und man sieht es mir auch an, dass es mir nicht gut geht. Ich hab mein lachen bzw meine Fröhlichkeit verloren. Aber wie soll ich damit umgehen, den Verlust verheimlichen oder offen ansprechen?

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Wir haben 3 Jahre gebraucht mit kiwu Klinik bis ich endlich meinen großen hatte. Wir haben es nach anfänglicher Zurückhaltung erzählt, so verstanden Freunde, wenn ich auch traurig bei babynews war und mich nicht freuen konnte wie ich wollte. Wir haben viel Unterstützung erhalten, aber manchmal war es auch schwer für alle Beteiligten.
Letztlich würde ich sagen euer Sternchen gehört zu euch, hat eine "Daseinsberechtigung" auch beim Erzählen, aber man sollte sich bewusst sein, dass es nicht einfach wird, weder für dich noch dein Gegenüber.
Ich wünsche dir, dass du dein Lächeln wiederfindest und deine kleine bald große Schwester wird. Alles Gute

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Danke,
Ob es nochmal einen Versuch für ein Geschwisterchen geben wird, weiss ich noch nicht. Eigentlich sollte der 5. Versuch für's Geschwisterchen der letze gewesen sein. Die letzten 2 Versuche hab ich ziemlich viel an Nebenwirkungen mitgenommen obwohl im Vergleich zum Vorjahr nichts verändert wurde an den Medis. Wir sind selbstzahler und haben schon so viel ausgeben. Ich weiß nicht ob ich mit 38 noch mal die ganze Prozedur der kiwu Behandlungen durchmachen will.

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Du kannst darum bitten, dass der Name eures Kindes ohne Nachname vorgelesen wird! Ihr könnt da mit dem Pfarrer sprechen. Ihr habt ein Recht auf Privstsphäre! Nur so als Tipp!

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Bei meinen Zwillingen ist das eine Baby in SSW 24 gestorben, auch einfach kein Herzschlag mehr.
Ich hatte keine stille Geburt, in SSW 36 wurde ein Kaiserschnitt gemacht und dem anderen Baby geht es gut. Trotzdem war ich natürlich sehr traurig und auch nervös.

Verheimlichen ging nicht, weil es natürlich schon jeder wusste dass ich schwanger bin. Geredet habe ich nur mit wenigen explizit darüber.
Ich fand es vor allem schwierig, weil die anderen einfach nicht wissen, was sie sagen sollen und irgendwie hilflos nach Worten suchen. Das tat mir leid, ich hatte da aber selbst nicht die Kraft gut damit umzugehen. Deswegen habe ich es meistens nicht angesprochen, eher über Dritte verbreiten lassen bei weniger engen Kontakten.

Am besten hat mir geholfen, mit einer Freundin zu sprechen, die selbst eine stille Geburt hatte. Das war einfach eine ganz andere Gesprächsebene.

Mein Weg muss aber nicht deiner sein, ich wünsche dir alles Gute und dass du dich von deinem Baby ausreichend verabschieden konntest!

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Ich habe im Dezember 2018 meinen Sohn in der 25 woche still zur Welt bringen müssen.
Wenn das Thema in einem Gespräch aufkam habe ich offen darüber gesprochen. Eine meiner Nachbarinnen weiß es erst seit einem Monat.
eine andere war die erste mit der ich darüber gesprochen hatte. Ich finde man sollte es immer so machen wie es sich für einen selbst am besten anfühlt aber eins sage ich dir reden hilft.

Jeder Mensch hab sein eigenes Tempo,
mir geht es mittlerweile ganz gut für mich heißt dass: ich weine nicht mehr jedes mal wenn ich über ihn rede bin eher wehmütig und traurig anstatt zu Tode betrübt und verzweifelt.

Am Freitag ist ein gedenkgottesdienst am Grab meines Sohnes. Er liegt in einem Sternchen Gruppen Grab in Erlangen das ist 1h Fahrzeit von uns entfernt. Bis jetzt haben wir uns noch nicht hin getraut. Freitag wird schwer aber wir werden hin gehen. Für uns für unseren Sohn und für unsere fast 4jährige Tochter die immer noch nicht versteht warum das passiert ist und so viele fragen hat.

Ich wünsche dir das dein Lachen bald zurückkehren wird und das du das Geschehene verarbeiten kannst. Wenn du mal reden willst dann schreib mir ruhig eine pn.

Ps: bei Facebook gibt es eine Gruppe Namens stenenwunder und frühchenzauber da kannst du eine Nachricht hin schreiben und bekommst ein kleines Tröster packet meiner Tochter hatt eine kleine kuschelwolke bekommen mit der sie immer ihre Tränen weg wischt wenn sie traurig ist.

Lg Keks

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Unsere ist bei uns am Friedhof beerdigt, eine Sternenkinder sammel Beerdigung wollten wir nicht. Uns wsr es wichtig das wir sooft es geht, bzw wenn wir wollen hingehen können. Somit wird es ab Allerheiligen jeder wissen, weil im Gottesdienst alle Namen der verstorbenen vom letzten Jahr vorgelesen werden. Verwechslung ausgeschlossen, da es unseren Nachnamen kein zweites mal gibt.

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Aber dann stellt sich die Frage doch eigentlich nicht. Erfahren werden es eh alle, also kannst du dich offen mit denen darüber reden, bei denen du das Gefühl hast, es täte dir gut.

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Mein Beileid!
Da kann nan dir wohl kaum raten. Lass dich nicht unter Druck setzen. Du kannst es auch später erzählen, wenn du es möchtest. Da gibt es kein "ich muss jetzt" oder ein "ich darf jetzt nicht"......
Geh in dich, lass dir Zeit :-).
Alles Liebe!

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Danke

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Ich stand auch einmal vor der Entscheidung. Ich habe allerdings nicht in einem Dorf gewohnt. Dafür meine Eltern. Und ich habe mich dagegen entschieden, die stille Geburt (24. Woche) öffentlich zu machen.

Bei mir war die Situation noch einmal etwas anders: Ich wusste praktisch von Anfang an (11.Woche), dass das Kind nicht lebend zur Welt kommen würde.

Im Nachhinein hätte ich mir einerseits gewünscht, ich wäre direkt offen damit umgegangen, auch und gerade wegen meiner Tochter, die ich gefühlt durch mein Schweigen etwas verleugnete. Andererseits hätte ich unmöglich während der Schwangerschaft die normalen Schwangerschaftsgespräche ausgehalten mit dem Wissen, dass mein Kind es nicht schaffen würde.

Auch unsensible Kommentare zur stillen Geburt hätte ich nicht ertragen. Auch in der ganz akuten Trauerphase noch die Reaktionen der anderen Menschen zu erleben bzw. abfangen zu müssen, hätte ich nicht gut verkraftet. Von daher war es gut, mich zu schützen und nur ganz ausgewählten Personen etwas zu erzählen.

Mittlerweile (10 Jahre später) gehe ich offener damit um und mache in Gesprächen gute Erfahrungen. Aber zu einem "Dorfgespräch" zu werden, halte ich für keine gute Idee.

Ich kann dir nur raten, dich auch etwas zu schützen und behutsam zu schauen, ob dir öffentliche Anteilnahme gut tut und ob du mit Kommentaren umgehen kannst.


Es tut mir sehr, sehr leid, dass auch du eine ähnliche Erfahrung wie ich machen musstest. Ich wünsche dir viel Kraft, damit du den Verlust nicht unbedingt hinter dir lässt, ihn aber irgendwann besser in dein Leben integrieren kannst!

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Wir wussten knapp zwei Wochen das sie nicht lebensfähig ist. In der 15 ssw 2ar der Ultraschall auffällig. Diagnose anenzephalus. Offener schädel, Zum Zeitpunkt der Diagnose konnte uns keiner sagen wie lange die SS gehen wird.
Einen Abbruch hätte ich nicht machen lassen können. Wir haben uns bewusst dagegen entscheiden.
Wir wussten das die weitere ss nicht leicht werden würde, und irgendwie waren wir erleichtert das es dann doch so schnell ging.
Welche Diagnose hattet ihr?
Ab allerheiligen werden es dann eh alle wissen, da unsere Tochter bei uns an Friedhof beerdigt ist und alle verstorbenen vom letzten Jahr im Gottesdienst vorgelesen werden. Verwechslung ausgeschlossen, da es unseren Nachnamen kein zweites mal gibt.

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Ich denke, das kommt ganz darauf an, wie viele Leute denn schon hier und da auf Deine Schwangerschaft aufmerksam geworden sind. Es ist ja letztendlich nichts, wo Leute Dich verachten werden o.ä. Eher im Gegenteil...es wird ihnen doch bestimmt Leid tun, was Dir passiert ist und die Gesellschaft darf ruhig mitbekommen, das so etwas "real" ist und es nicht nur im Fernsehen gibt.
Noch dazu würde ich es in dem Fall erzählen wollen, damit die sich nichts merkwürdiges denken und auf komische Ideen kommen.
Ich dachte eine Zeit lang auch, das meine Nachbarin minds. im 6. Monat schwanger war und auf einmal ein paar Monate später, stand sie rank und schlank wieder vor mir (ohne ein Baby). Ich bin ehrlich, mich hat das eine Zeit lang etwas irritiert, auch wenn es mich natürlich nichts angeht.

Wenn es kaum jemand wusste, das Du schwanger warst, würde ich es nicht an die große Glocke hängen.

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Ab allerheiligen werden es dann eh alle wissen, sie ist auf unserem Friedhof beerdigt und dann werden die Namen der im letzten Jahr verstorbenen vorgelesen. Verwechslung ausgeschlossen, unseren Nachnamen gibt es kein zweites mal.

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Hallo, es tut mir sehr leid. Mein Beileid. Ich hatte eine stille Geburt in der 21. Woche, alle wussten, dass ich schwanger war. Ich habe nach der Geburt sogar Karten mit einem schönem Text und dem Namen von unserem Baby verschickt. Ich wollte, dass er auch einen Platz in unserer Familie einnimmt. Er gehört genauso zu uns, ach wenn er tot ist. Ich habe Karten zurückbekommen, sehr lieb geschrieben, das hat mir sehr gut getan. Meine große Tochter war da ganz unkompliziert im Umgang. Sie hat jedem von ihrem Bruder erzählt, er wohnt halt jetzt im Himmel. Manchmal hat sie auch Besuchern, die zu uns kamen, das Foto gezeigt. Hier waren schon einige überfordert. Aber wir sind offen damit umgegangen, meine Tochter hat es gut verkraftet.
LG Leah

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Du musst selbst wissen, mit was du besser leben kannst. Ich kann dir ja von meiner stillen Geburt erzählen: Ich hatte einen frühzeitigen Blasensprung, das Kind an sich war gesund. Leider konnten wir es nicht retten. Ich habe damals nichts verheimlicht und hab offen darüber gesprochen. Auch und besonders über meine Gefühle. Es geht allen beteiligten und unbeteiligten besser, wenn du ihnen sagst, wie sie mit dir umgehen sollen und ich fand es damals besser angesprochen zu werden anstatt von allen stumm bemitleidet oder angeschaut zu werden. Trauer hatte Platz, aber auch wieder Freude und Glück. Von der Zeit her war ich etwa einen Monat zu Hause, und als ich wieder angefangen habe zu arbeiten habe ich Gespräche mit allen möglichen Leuten über die Sache geführt. Von allen Seiten kam ehrliches Mitgefühl und Erleichterung darüber, dass ich wohlauf bin und Zuversicht für die Zukunft habe. Du wirst sehen, wenn du dich ehrlich öffnest, dann wirst du von anderen Frauen hören, dass es ihnen oder jemandem den sie kennen ganz genau so ging. Viele Frauen haben schon ungeborene Kinder verloren. Und wir sollten da offen darüber sprechen können, ohne Angst zu haben, dass getratscht wird oder dass man uns wie Aussätzige behandelt.

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Liebe ti. 813,

bei mir stellte sich die Frage nicht, da so ziemlich alle von der Schwangerschaft wussten. Ich hätte es aber wohl eh erzählt. Da war ein Mensch, auch wenn er nicht rumgelaufen ist und ihn kaum jemand gesehen hat, war er doch da. Unser Sohn war genau so ein Wunder wie seine Geschwister. Ich habe ein perfektes kleines Baby zur Welt gebracht! Ich hatte das Bedürfnis, über ihn zu reden.
Da ist natürlich jeder anders. Du kannst nur für dich entscheiden, ob du es offen machst. Nur du kennst dein Umfeld und kannst eventuelle Reaktionen abschätzen. Man ist nie wieder so verletzlich wie nach einer Geburt. Erst recht nach einer stillen Geburt.
Ich habe viel ehrliche Anteilnahme bekommen. Das tat mir sehr gut. Es gab einige, die nicht reagiert haben, aus Angst. Das war ok für mich. Doofe Reaktionen gab es eigentlich kaum. Das war eher die Hilflosigkeit von denen, die zwar etwas sagen wollten, aber nicht wussten was. Das war aber auch ok.
Hast du liebe, dir positiv gegenüber eingestellte Menschen in deinem Umfeld? Dann kannst du es wagen, dich zu öffnen. Ich fand es einen wichtigen Schritt zur Trauerbewältigung. Es hat alles real gemacht. Hart, aber wichtig.

Alles Gute

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Ich hab leider kaum Freunde, oder keine richtigen, wir haben uns vor unserer ersten Tochter, jetzt 2.5 stark aus allem zurückgezogen, weil sehr viele Kinder bekommen haben und bei uns klappte es einfach nicht. Erst Jahre später haben wir, durch einen Frauenarzt Wechsel, den Weg in die Diagnostik und Kiwu Praxis gefunden. Von kiwu bis zur Geburt der grossen vergingen fast 10 Jahre.

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Es muss sich ja nicht nur um enge Freunde handeln. Auch Nachbarn, Kollegen, Bekannte können dich unterstützen.

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