Gebärmutterhalsschwangerschaft

Hallo Zusammen.

Nach knapp 2 Wochen Drama fühl ich mich endlich mal in der Lage über die ganze Sache zu schreiben und vielleicht Meinungen, bzw. ähnliche (wohl aber eher unwahrscheinlich) Erfahrungsberichte zu bekommen.

Mein Mann und ich hatten bereits Ende letzten Jahres mit der Kinderplanung begonnen. Es hatte auch auf Anhieb geklappt, aber im Feb diesen Jahres hatte ich dann in der 9. Woche eine FG. Das Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen. Es folgte Ausschabung und eine ziemlich bittere Zeit der Einsamkeit. Hätte ich gewusst, was in diesem Jahr noch auf mich zukommt, ich hätte drüber gelacht und die FG als harmlos angesehen....

Ende März zogen wir dann in die USA, da mein Mann beruflich hierher musste. War auch eine ganz schöne Umstellung und Veränderung. Wir haben uns dann gesagt, vielleicht war es "besser" so. Ich hätte als Schwangere echt viel Stress gehabt während dem Umzug und der Umgewöhnungsphase.

Mitte Mai war dann die, vom FA vorgeschlagene Babypause um. Ich hatte auf einer Seite tierisch angst wieder schwanger zu werden und ähnliches zu erleben, auf der anderen Seite, ich wollte nichts mehr als ein Baby. Also entschieden wir uns es noch einmal zu versuchen. Wieder klappte es auf Anhieb. Wir haben uns so tierisch gefreut, ich konnte mein Glück kaum fassen. Hätte ich nor vorher gewusst was noch kommen würde.....

Nach 2 Wochen Glückseligkeit bekam ich dann am 4. Juli eine leichte Blutung. Mein Herz sprang mir fast in den Hals vor Schreck. Der erste Gedanke war nur noch "Oh Gott, du verlierst dein Baby schon wieder". Wir sind dann sofort ins Krankenhaus gefahren und haben da Stunden mit Ultraschall (2x) und anderen Tests und Proben zugebracht. Mein HCG Wert lag da bei 4080. Wir wurden mit der Vermutung einer ektopischen SS wieder nach Hause geschickt, um nach 48 Stunden, anhand eines erneuten BT Gewissheit zu bekommen.
Sonntags dann bekam ich wieder Ultraschall und der Arzt stellte etwas am linken Eierstock fest. Der HCG Wert lag dann bei 12000.....Uns wurde mitgeteilt, dass ich eine ektopische SS hätte und sie versuchen wollten das ganze (statt mit OP) durch Methotrexat zu "bekämpfen" (hier in USA ist Methotrexat viel weiter angewandt als in Deutschland). Ich bekam also meine 1. Chemo-Behandlung.
Donnerstags war das HCG dann weiter auf 17500 gestiegen. Mein Arzt wollte es noch einmal versuchen, ich bekam die Spritzen, wir wieder heim.
Sonntags dann wieder ins Kkh, Blut abgenommen. Wert bei 22000. Sie machten 3x Ultraschall, ich wurde auf eine OP vorbereitet, aber die Ärzte konnten sich nicht einig werden. Meine Hände und Arme sahen zu dem Zeitpunkt wie ein Löcherkäse aus, von all den Spritzen, Blutabnehmen, 2 Zugänge an beiden Handrücken, Infusionen, etc. Ich war bedient. Nach 6 Stunden kam dann endlich mal ein Gyn und erklärte und, es sei keine ektopische SS, das Baby wäre in der Gebärmutter, 6 Wochen und 2 Tage alt, aber man müsse es trotzdem entfernen. Ich hätte die Wahl zwischen AS und Tabletten. Ich solle mir das mal überlegen und am nächsten Tag mit meinem zuständigen Arzt reden.
Gesagt getan. Wir sind am nächsten Tag stinke sauer zu meinem Gyn und der meinte nur, er könne nicht glauben was man uns da gestern mitgeteilt hätte. Er machte nochmal US, rief dann die Chefärztin vom Kkh (alle Gyns sind hier in Krankenhäusern untergebracht) dazu und später noch den Chef der Radiologie (die am Tag zuvor ne "normale" SS festgestellt hatten).
Alle 3 wurden sich auf einmal einig, dass es eine ekt. SS ist und dann kam der Hammer.
Ich habe eine GEBÄRMUTTERHALSSCHWANGERSCHAFT. Daher hatten sie auch so Probleme es zu erkennen. Zusätzlich habe ich am linken Eierstock ne Zyste.
Der Arzt erklärte mir, er wolle einen Bluttest machen, wäre der HCG Wert dann gesunken würden wir es nochmal mit Methotrexat versuche, wenn nicht müsse operiert werden und es könne passieren, dass mir dabei die Gebärmutter entfernt werden müsse. Wir waren geschockt.
Das HCG war dann aber auf 20500 gesunken. Nicht genug laut Arzt, aber immerhin ein Stück. Ich wieder Spritze, heute entscheidet es sich.
Waren vorhin beim Blutabnehmen, jetzt warten wir auf Ergebnisse. Wenn der Wert um nicht mind. 15% gesunken ist, muss operiert werden. Ich habe dermaßen angst vor dem Ergebnis, das kann sich keiner Vorstellen. Zudem ist heut auch noch der Geburtstag meines Mannes :(

Hat irgendjemand (ich weiß es kommt weniger als 1% in allen Fällen vor) von euch auch schonmal eine Gebärmutterhalsschwangerschaft gehabt? Wie wurdet ihr behandelt? Habt ihr es geschafft wieder schwanger zu werden? Auf zumindest irgendeinem Wege? Bin total fertig, brauch dringend ein paar Erfahrungen!

Lg
Hope

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Hallo,

Gebärmutterhalsschwangerschaft? Das ist anscheinend wirklich sehr selten. Ich kann dir leider nur einen Erfahrungsbericht über eine Eileiterschwangerschaft geben.
Deine Geschichte klingt ein wenig dubios, bist du dir sicher, dass du eine Gebärmutterhalsschwangerschaft hast, oder wollen die Ärzte vertuschen, dass sie eine normale Gebärmutterschwangerschaft mit MTX behandelt haben.
Bei den Schadenersatzforderungen in Amerika wäre das ja kein Wunder.

Ab einen HCG-Wert von 1.000 ist eine Schwangerschaft am Ultraschall erkennbar.

LG
Claudia

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Nene, das gibts wirklich. Aber halt wie gesagt verdammt selten (weniger als 1% aller Fälle). Habs auch aufm US gesehen, der Arzt hat es auch nochmal ganz genau gezeigt und erklärt. Hab viel drüber gelesen. Vertuschen tun die da nix......

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http://www.toppharm.ch/ratgeber/krankheitsbilder/405.html

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Liebe Hope,

ich kann dir nichts raten, aber ich bewundere deine Power, die da zwischen den Zeilen rausschwappt.
Starker Tobak, was da mit dir angestellt wurde!
Ich halte dir fest die Daumen und hoffe du kannst in naher Zukunft über eine intakte Schwangerschaft berichten!

Grüße,
Katharina

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Hallo hope09,
ich habe Deinen Beitrag nur gefunden, weil ich selbst im Internet etwas zum Thema suchte. Wollte mich eigentlich nicht selbst anmelden, aber nun denke ich, dass es für Dich vielleicht hilfreich ist, zu lesen, dass Du nicht die Einzige bist, die das gerade durchmachen muss. Leider kann ich auch nichts an Erfahrungen berichten, was Du nicht schon weißt. Ich weiß seit vorgestern, dass es bei mir eine Gebärmutterhalsschwangerschaft ist, nachdem zuerst von einer "normalen Fehlgeburt" ausgegangen wurde. Beim zweiten Versuch mit einer künstlichen Befruchtung (Kryo nach ICSI) war der Schwangerschaftstest eigentlich negativ, aber ich bekam im Monat danach keine Blutung und dann war der Test positiv, zum allerersten Mal bei mir. Man hat aber nichts im Ultraschall gesehen, deshalb war die Freude von Anfang an sehr vorsichtig und beim zweiten Ultraschall zwei Tage später an einem besseren Gerät wurde vermutet, dass es eine Fehlgeburt ist, die noch nicht abgegangen ist. Das Schwangerschaftshormon sinkt seitdem kontinuierlich und ich blute jetzt seit 14 Tagen, aber es ging eben nicht von allein ab. Vor zwei Tagen hat sich bei der Kontrolle dann herausgestellt, dass die Frucht sogar noch gewachsen ist und es eben eine Gebärmutterhalsschwangerschaft ist. Ich bekam dann auch Methotrexat i.m. gespritzt und hoffe nun, dass es ohne Gebärmutterentfernung abgeht. Auf der anderen Seite finde ich es so furchtbar, jetzt hoffen zu müssen, dass mein Kind endgültig stirbt und dann abgeht, schon die Worte klingen so schrecklich. Es ist einfach schlimm - ich habe sowieso nicht mehr viel Zeit, schwanger zu werden und nun kann es jeden Tag soweit sein, alle Hoffnungen schlagartig begraben zu müssen. Ich quäle mich mit Fragen und finde keine Antworten und muss abwarten. Gerade, weil es so selten ist, macht so unsicher, ob es wirklich außer Methotrexat keine Methode gibt, nicht operieren zu müssen.

Du müsstest ja nun schon mehr wissen, ich hoffe so sehr für dich, dass es bei Dir ohne Operation ausgegangen ist! Vielleicht schreibst du noch mal?

Es wäre auch schön, wenn jemand bei dem das alles länger zurückliegt, von ihren Erfahrungen berichten könnte.

Viele Grüße
kiebitz

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Hallo kiebitz!

Erstmal tut es mir wirklich unendlich leid, dass du das alles auch miterleben musst. Es klingt wirklich doof, aber in solchen Situationen (zuzmindest war es bei mir so) wünscht man sich fast eine normale FG, gerade weil das hier so selten ist).

Bei mir war es ja ähnlich. Es hat ewig gedauert bis sich die Ärzte endlich sicher waren. Habe insgesamt 4x Methotrexat bekommen und ich habe die Chemo langsam wirklich gemerkt. Hatte sogar etwas Haarausfall, etc. Aber nun geht es wieder besser. Einer OP bin ich erstmal entkommen. Bei mir war ja auch mehr das Problem, dass das HCG immer weiter gestiegen ist (war dann auf 23000) und es einfach trotz Methotrexat nicht sinken wollte. Aber nun hat sich das glücklicherweise in letzter Minute geändert und letzten Montag war ich bei 14000 und auf die Ergebnisse von gestern warte ich noch (muss einmal wöchentlich zur Blutabnahme). Ich hoffe der Wert sinkt immer weiter und das es von allein abgeht. Du hast da schon recht. Es klingt wirklich grausam, aber was bleibt uns anderes übrig!? Ein gesundes Kind kommt ja auf jeden Fall nicht mehr zustande, daher lieber auf den natürlichen Weg hoffen und somit die Chance haben es irgendwann nochmal erleben zu dürfen (also wieder schwanger zu sein). Ich habe jetzt auch knapp über 1 Woche starke Blutungen und hoffe, dass es sich damit "erledigt" :(

Zu deinem "Fall": Mein Arzt meinte, dass Gründe für eine solche Schwangerschaft z.B. eine künstliche Befruchtung sein kann. Wäre zwar ja (sowieso) selten, aber manchmal käme es vor, dass das Ei an der falschen Stelle eingesetzt wird. Bei mir war es wahrscheinlich die Ausschabung im Februar. Da ist scheinbar irgendetwas in der Gebrmutter angekratzt worden und es ist niemandem (auch meiner FÄ) aufgefallen. Ich bekam grünes Licht zum schwanger werden und naja, könnte sein, dass sich das befruchtete Ei durch diesen Kratzer oder so nicht einnisten konnte und sozusagen weitergerutscht ist. Mein jetziger FA kann das aber auch nur vermuten und will sich da nicht festlegen. Ist halt wirklich noch etwas unerfahrenes Gebiet mit diesen Gebärmutterhalsschwangerschaften.

Wenn du noch Fragen zu Methotrexat hast oder allgemein zu Gebärmutterhalsschwangerschaften, dann kann ich dir gerne ein paar gute und aufschlussreiche Links schicken (auch mit ein paar Erfahrungsberichten). Die wären dann allerdings alle auf englisch (lebe ja hier in den USA und hier ist man scheinbar etwas weiter als in Deutschland).

Ich wünsche dir jetzt erstmal ganz viel Kraft, ich weiß wie hart das alles ist. Aber ich kann dir nur raten: Versuch dich IRGENDWIE abzulenken. Lade Freunde ein, verbringe ein paar schöne Stunden mit deinem Mann (sofern mögich), schließ dich nicht daheim ein, denn das macht dich nur noch mehr fertig! Es wäre schön von dir weiterhin zu hören und was bei dir so rauskommt....Ich wünsche dir jedenfalls alles Liebe und Gute und ganz viel Stärke!!!!

Lg
Hope

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Hallo hope09,
danke für Deine Antwort, nun warten wir also beide. Mal sehen, wie lange es noch dauert. Es ist nett, dass Du mir noch weitere Informationen anbietest, ich hatte ja auch danach gefragt, aber im Moment glaube ich eher, dass es mich noch mehr verrückt macht, wenn ich noch mehr darüber lese. Letztendlich sind der Verlauf und die Chancen danach doch individuell. Ich wußte vorher immerhin auch schon, dass ich Methotrexat vor ein paar Jahren recht gut vertragen habe, da ich es wegen einer Arthritis schon einmal eine Zeitlang genommen habe. Sonst hätte mir allein der Begriff Chemotherapeutikum viel mehr Angst gemacht. Da gehe ich in eine Kinderwunschabteilung und finde mich plötzlich in der Chemotherapieabteilung wieder! Ich glaubte auch, vor der Kinderwunschbehandlung auf Risiken vorbereitet zu sein - immerhin hatte ich mich sehr damit beschäftigt und fühlte mich gut aufgeklärt - aber man geht Risiken ja doch nur ein, weil man hofft, dass alles gut geht. Ja, es kann durchaus bei mir an der ICSI liegen, aber ich glaube eher nicht, dass es an einer falschen Platzierung des Embryos lag. Die sind wohl ziemlich autonome Gebilde und können sich vor der Einnistung bewegen, sonst ließe sich das erhöhte Risiko für eine Eileiterschwangerschaft bei künstlicher Befruchtung auch nicht erklären. Vielleicht will ich das aber auch nur glauben, weil ich auf einen guten Ausgang ohne OP und auf einen nächsten erfolgreichen Versuch hoffe.

Ich habe im Moment eher das Bedürfnis nach Ruhe, einige geplante Treffen habe ich zwar noch mitgemacht, aber auch einiges abgesagt. Mir ist gerade nicht so nach Gesellschaft und dann habe ich auch immer Angst, es könnten gerade dann so ganz starke Blutungen oder Schmerzen anfangen, wennn ich unterwegs bin. Ich hoffe auch, in diesem Fall rechtzeitig in mein behandelndes Krankenhaus zu kommen, das eine gute Stunde entfernt ist, bevor ich hier vor Ort wieder zu für mich ganz neuen Ärzten muss. Bei so seltenen Sachen denke ich, je größer, desto besser. Aber so dramatisch wird es hoffentlich nicht werden! Ich werde mich melden, wie es weitergeht.
Also auch für Dich alles Gute, Geduld und Optimismus - es wird hoffentlich alles gut ausgehen.
Viele Grüße über den großen Teich
kiebitz

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http://www.urbia.de/forum/index.html?area=thread&tid=2000474&pid=12791649&bid=2

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Hallo,

Ich komme grad aus dem KH und habe erfahren das meine Fruchthöhle in dem Gebärmutterhals steckt. Frage ist nur nun ob es noch wandert weil es noch zu früh ist oder ob es dort bleibt. Also wenn es dort bleibt dann bin ich auch mit dem gleichem Problem betroffen.

Ich hatte deinen Beitrag nur gesehen während ich mich schlau machen wollte und musste mich anmelden und ihr mal Texten. Tut mir so leid für euch alle das ihr da durch musstet.

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