Verhalten von Familie/Freunden/Bekannten 7 Wochen nach Totgeburt

Hallihallo,

es ist schon komisch: direkt nach der stillen Geburt unserer kleinen Maus in der 36.SSW, Mitte April war die Anteilnahme unserer Familie, Freunde und Bekannten sehr groß. Jetzt ca. sieben Wochen danach - fragt mich außer meinem Mann niemand mehr wie es mir geht....
Wer hat einen Rat für mich: wie kann ich damit umgehen? Soll ich meine Trauer direkt adressieren? Mir geht es momentan nicht gut und ich habe außer meinem Mann niemanden mit dem ich das Thema besprechen kann...

LG, w

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Hallo,

erstmal tut mir das sehr sehr leid. Es muß so unendlich traurig sein, so spät in der SS sein Kind zu verlieren. Umso unverständlicher erscheint es einem, daß davon niemand mehr etwas hören will. Ich kann Dir leider nur aus eigener Erfahrung sagen, das wird sich auch nicht ändern (ich hatte eine FG in der Früh-SS, also nicht mit Dir zu vergleichen). Leider ist auch Dein Mann kein guter Ansprechpartner, da selbst natürlich sehr betroffen. Ich würde mir an Deiner Stelle psychologische Unterstützung holen. Das hilft sehr, glaub mir! Ich weiß es aus Erfahrung. Im Übrigen konnte ich mit meiner Mutter gut quatschen, aber das weiß ich bei Dir natürlich nicht.

Ich wünsche Dir alles erdenklich Gute, viel Kraft und doch noch die Unterstützung, die Dir zusteht.

LG Simone mit #stern im Herzen und Nila an der Hand

2

hallo es tut mirleid was dir passiert ist und es muß sehr sehr schwer sein es ist in allgemein schwer ein kind in der schwangerschaft zuverlieren aber so spät da rechnet man mit sowas ja garnicht mehr warum mußte deine kleine maus den zu den sternen gehen ich habe solch traurige erfahrung zwar nicht gemacht aber wenn du reden willst kannst du mich gern anschreiben den manchmal hilft es ich zünde eine kerze an für deine kleine maus mein beileid

#kerze#kerze#kerze

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Hallo,

mein aufrichtiges Beileid zu deiner Totgeburt. Es tut mir sehr leid, solche traurigen Geschichten zu hören.

Die Trauer nur mit dir allein oder deinem Mann zu teilen ist auf Dauer nicht auszuhalten und wird nicht hilfreich sein, mit ihr leben zu lernen - was du leider mußt.

Viele Menschen trauen sich einfach nicht mehr nachzufragen, da sie Angst davor haben, "alte Wunden" wieder aufzureißen. Das ist leider einen ganz natürlich Scheu, die der Großteil der Menschen hat. Ich würde dir vorschlagen, daß du offensiv signalisierst, daß du weiterhin trauerst und auch erlaubst, daß dieses Thema und deine Befinden damit angesprochen werden darf. Vielen ist das nicht klar, denke ich.

Vielleicht hast du eine engere Freundin, der du als erstes diese "Offerte" machst? Oder du suchst dir eine Person, die unmittelbar nach der Totgeburt sehr sensibel reagiert hat, nun aber still geworden ist. Wo du also weißt, daß auf Nachfrage nicht nur irgendwelche Phrasen kommen.

Ich hoffe, es ist jemand bereit und in der Lage dazu. Du könntest auch eine Art Rundmail schreiben und einen Einblick in euer derzeitiges Leben geben, um sozusagen mal mit dem Zaunpfahl zu winken. Ich weiß, daß du eigentlich erwartest, daß die Freunde und Bekannten auf dich zugehen und nicht umgekehrt du dich darum kümmern mußt. Aber wie oben beschrieben, sind die meisten Menschen leider zu ängstlich dazu, scheuen es, eventuell einen Fehler zu machen und sagen lieber gar nichts.

In meinem Bekanntenkreis gibt es Leute, die nicht mal in der Lage waren mit zu Schwangerschaft zu gratulieren oder alles Gute zu wünschen. Nicht mal per Mail! Wie sollte das erst in so einer Situation sein?!

Ich wünsche dir alles Gute! #liebdrueck

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Hallo,

Es tut mir leid, dass Du seine Tochter gehen lassen musstest. Ich weiß wie Du sich momental fühlen muss - ich habe auch meine Tochter verloren, in 39SSW. :-(

Meine Familie wollte auch nichts reden (ausser mein Man). Ich habe dann beschlossen, dass ich einfach, wenn mir danach ist, wenn ich das brauche, über meine Tochter und meine Gefühle rede. Es hat mir geholfen.

Vielleicht probiert einfach selbstdarüber zu sprechen. Viele haben einfach Angst, dass Sie uns weg tun.

Liebe Grüsse
pola

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Hallo,

also ich hab nach meiner Totgeburt offen drüber gesprochen, es war mir egal ob es jemand hören wollte oder nicht - und ich hab nur positive Reaktionen bekommen.

Wenn dir danach ist, dann sprich drüber, es wird dir keiner verübeln.

Ich denke mal deine Freunde fratgen nicht nach, weil sie dich einfach nichta n dieses schreckliche Ereignis erinnern wollen.

LG BUNNY #hasi

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Ihr Lieben,

ich denke so werde ich es machen: das Thema adressieren. Wird wohl dennoch schwierig werden, da ich die meisten Freundinnen nur mit Kindern um uns herum sehe. Das ist nicht der richtige Rahmen, um sich zu öffnen....

Zusätzlich werde ich auch nach einem Trauerkreis suchen, das ist vielleicht der richtige Ansatz für mich - ich probier es halt einmal aus.

Psychologische Hilfe werde ich mir, denke ich, erst suchen, wenn die Folgess ansteht. Momentan ist, glaube ich, eher ein Seelsorger oder Trauerkreis das richtige.

Dankeschön für Euer Verständnis und Eure lieben Worte.
W

7

Hallo,

auch ich hatte eine Totgeburt (40.SSW).

Am Anfang haben sich alle sehr gekümmert, leider ist das mit der Zeit eingeschlafen. Jeder hat sich wieder um seine Sachen gekümmert und auch nicht mehr gefragt wie es mir geht.

Heute denke ich das alle Angst hatten die Wunden aufzureißen. Als ich die Hilfe am nötigsten brauchte war keiner mehr da. Ab da an habe ich mich immer mehr in mein Schneckenhaus zurück gezogen und habe meine Trauer mit mir selber ausgemacht.

Heute würde ich das ganz anders machen, wenns mir schlecht geht würde ich das sagen und drüber sprechen.

Auch heute rede ich noch viel über Luca, es tut einfach gut darüber zu sprechen, ich bin keine Person die das alles in sich reinfressen kann ich fühle mich nach dem reden immer besser.

Wenn du reden willst wirst du auch hier immer jemanden finden der dir zuhört und dir Tips und Ratschläge für deinen weiteren Weg geben wird.

Ich wünsche dir alle alles gute
Stefanie

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