Künstliche Befruchtung

Hallo Leute,

ich würde gerne bald IVF starten..
das Gespräch ist erst im August, ich würde mich aber jetzt schon gerne Informieren wie es ca abläuft
Welche Erfahrung habt ihr gemacht ? Findet da eine OP statt? Wart ihr krank geschrieben ? Wie viele Medis und Spritzen nehmen ?

Danke!

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Wie viele Medikamente und Spritzen du nehmen musst, ist abhängig von der Verfahrensweise deiner Ärzte. Bei mir waren es ab ZT 2 Stimulationspen (Pergoveris), Fragmin (Heparin) und ab ZT 6 Orgalutran (Unterdrücken des ES).
Alles Andere, was ich so nehme, sind ja NEM und quasi selbst verordnet ;-)

ZT 10 ist meist der erste US und es folgen ggf. weitere, bis die gewünschte Follikelanzahl und -größe erreicht ist.

Die Punktion der Eizellen ist eine OP, ja. Du kannst meist selbst entscheiden, ob Analgosedierung oder Vollnarkose. Ich würde Letzteres empfehlen.
Der Eingriff dauert ca. 20 min, man ist direkt wieder wach und muss dann noch ca. 2 Std. zur Beobachtung bleiben.
Ich war aber PU immer min. für 4 Tage krankgeschrieben, weil ich aufgrund meines PCOS immer in der Überstimulation lande, was tatsächlich nicht risikofrei ist.
Deshalb gibt es bei mir ein freeze all und keinen Frischtransfer.

Der Transfer selbst ist keine OP. Der dauerte bei mir nur 10 min und war komplett schmerzfrei bis auf das Einführen des Spekulums (oder was auch immer sie benutzt hatte). Das hat etwas gedrückt die ganze Zeit, war aber problemfrei auszuhalten. Dafür braucht man keine Krankschreibung, manche Kliniken machen das aber wohl, damit man sich schont.

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Ich müsste nie zur Beobachtung bleiben.
Bis ich ganz wach bin, dauert es meist 15 Minuten.
Dann trinke ich was, warte auf den Biologen und sitze meist 45 nach dem ich auf dem Stuhl lag und die Narkose bekam, wieder im Auto.

Also alles sehr easy.

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Bei uns wird ab Tag der Punktion bis zum Tag des Transfers krank geschrieben.

So unterschiedlich wird es gehalten, da musst du gucken, wie deine Klinik das macht.

Viel Erfolg ✊✊

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Als Ergänzung:
Hast du wenige Follikel, kannst du die Entnahme auch ohne Narkose machen.
Bis zu drei ist das in der Regel kein Ding.
Das dauert unter 10 Minuten.
Bekommt man es gut erklärt, ist es unangenehm aber nicht schmerzhafter als Blutabnehmen.
Beim ersten Mal war die Ärztin noch unerfahren und es war echt kacke und extrem unangenehm.
Die anderen Male, hat es eine erfahrene Ärztin gemacht und es war echt ein Klacks.
Und ich habe pro Punktion 250€ gespart

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Guten Morgen,

Das Prozedere ist je nach Klinik, euren "Baustellen" und Wünschen etwas unterschiedlich. Ich kann dir als Beispiel von meiner ICSI mit Antagonistenprotokoll und Tag-3-Transfer berichten (der Ablauf ist genau wie bei der IVF, nur die Befruchtung im Labor ist anders):

ZT1: Ultraschall zum Zystenausschluss
Ab ZT2: jeden Abend eine Spritze zur Stimulation
ZT6: Ultraschall, Kontrolle der Follikel, evtl Dosisanpassung
Ebenfalls ab ZT6: jeden Abend Stimulationsspritze + zusätzlich Spritze, die den Eisprung unterdrückt, bis ZT10
ZT10: nochmal Follikel Kontrolle
ZT11: nur noch Auslösespritze
ZT13: Punktion (OP), in meinem Fall nur mit Sedierung. Fand ich absolut ausreichend, hatte keine Schmerzen und war danach sofort wieder fit. Parallel wäre die Spermaabgabe des Mannes dran gewesen, wir hatten aber eingefrorenes Sperma.
Ab Punktion täglich 3x Progesteronzäpfchen (vaginal).
ZT16: Transfer, der ist wie ein etwas ausführlicherer Abstrich
14 Tage später Bluttest.

Zusammengerechnet musste ich 16x spritzen, ansonsten nur die Zäpfchen nehmen. Meine Klinik schreibt ab Punktion grundsätzlich eine Woche krank.

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Hallo,
im ersten Gespräch wurde uns erklärt wie genau die IVF abläuft und mir wurde Blut abgenommen. Mein Mann musste, bevor wir dann mit der IVF starten konnten, ein aktuelles Spermiogramm bringen. (Vielleicht vorher in der Klinik mal nachfragen, ob das bei Euch auch so ist - manche Kliniken machen das auch selbst). Wir brauchten dann noch eine Genehmigung der Krankenkasse. Sobald die der Kiwu-Klinik vorliegt, machen sie den Behandlungsplan fertig und schicken die Rezepte an die Apotheke. Mit dem nächsten Zyklusbeginn konnten wir dann starten.
Die IVF beginnt mit täglichen Spritzen um die Bildung von vielen Eizellen zu erreichen. Das wird nach einigen Tagen mit Ultraschall überprüft, dann kommen noch tägliche Spritzen hinzu, die verhindern, dass der Eisprung statt findet und dann, wenn die Eizellen die richtige Größe haben, wird der Eisprung mit einer weiteren Spritze ausgelöst. Zur Punktion (kurze Vollnarkose - war nicht schlimm) musste ich in die Klinik und danach abgeholt werden. Bei uns konnte man sich entscheiden, ob man eine Krankschreibung bis zum Transfer wollte oder nicht. Hab ich nicht gemacht, da es mir gut ging und ich Ablenkung durch die Arbeit brauchte. Der Transfer war bei mir easy-peasy (hab keine Erkrankungen). Man schaut über Ultraschall zu, wie die Blastozyste (bei mir war es eine) einsetzt wird und kann direkt danach heimfahren. Danach musste ich Utrogest vaginal nehmen. Nach 2 Wochen erfolgt der Bluttest.
Je nach dem was Du für Baustellen hast, könnten noch andere Medikamente dazukommen.
Viel Erfolg!

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Ach ja, habe den Beitrag des Mannes vergessen: Während Du bei der Punktion bist, sorgt der Mann in einem extra Raum für frisches Sperma. Dafür musste der letzte Samenerguss zwischen 3 und 5 Tagen her sein. Das Sperma wird dann zu den punktierten Eizellen dazugeschüttet (ich glaube das wird vorher noch irgendwie gereinigt) und dann wartet man einen Tag, ob die Eizellen befruchtet wurden.

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Krankgeschrieben war ich nie.
Am Punktionstag hätte ich eine haben können. Wollte ich aber nicht.
Die Punktionen mit Narkose habe ich mich im Büro krank gemeldet (bis drei Tage geht das ja ohne AU).
Und war am nächsten Tag ganz normal arbeiten.

Bei den Punktionen ohne Narkose habe ich in der Regel danach ganz normal im Home-Office gearbeitet.

Bis zum Transfer AU zu sein, wäre bei mir contraproduktiv 🙃😜

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Hey,

wie die anderen schon geschrieben haben, das kommt alles auf dich und deine Klinik an.
Ich schreib mal von meiner Behandlung und Klinik:

Ich bekam bei der 1. ICSI-Stimulation Gonal-F (FSH, 1Pen) und startete im Laufe der Stimulation mit Orgalutran (1 Fertigspritze; unterdrückt den natürlichen ES). Man geht ab ZT10 regelmäßig zum US und haben die Follikel dann eine Größe von ca. 18mm, plant man die Punktion. Ob das eine OP ist oder nicht, ich weiß nicht. Jedenfalls liegt man in Narkose, wenn mehr als 3 Follikel punktiert werden. Mit einem US-Gerät, an dem eine Kanüle befestigt ist, geht der Arzt in den Scheideneingang und zapft dort die Follikel an. Sie werden abgesaugt und in der Flüssigkeit sollte die EZ schwimmen. Schwimmt keine darin, heißt das nicht, dass der Follikel leer ist. Man geht davon aus, dass jeder Follikel eine EZ enthält, manchmal hängt sie aber noch an der Follikelwand und schwimmt nicht frei herum. Oft spülen die Kliniken dann den Follikel mit Flüssigkeit, bis sich die EZ von der Wand gelöst hat.

In der in der ICSI bekam ich andere Medikamente - Puregon (Pen, FSH) und Luveris (Lösung zum Selbermischen; LH) - das Follikelwachstum unter FSH & LH ist meist besser, aber oft startet der Arzt mit nur FSH, weil er nicht weiß, wie du darauf reagierst - der 1. Versuch ist leider immer ein Schuss ins Blaue. Wichtig ist, dass du deinen Arzt immer fragst, wie du es dir spritzen sollst. Bei mir wurde mal der Pen vergessen mitzugeben oder nicht erwähnt, dass man Spritzen und Nadeln in der Apotheke dazukaufen muss und dann hatte ich am Ende nur die Lösung zu Hause, wusste aber nicht, wie ich sie mir verabreichen soll. Ich hoffe andere Kliniken sind da engagierter! :-D

Dann wirst du ggf noch ein paar Stunden beobachtet. Für den PU-Tag hab ich mich immer spontan krankgemeldet. Die meisten Frauen haben nach der PU keine Schmerzen, ich allerdings schon. Ich hatte wie Gebärmutterkrämpfe, die mir keiner erklären kann. In der Klinik erfährst du noch, wie viele Eizellen entnommen wurden.

Dann gehst du nach Hause und deine Eizellen werden auf ihre Reife untersucht. Sind sie nicht reif, werden sie verworfen. Dein Mann muss am PU-Tag auch dabei sein und Sperma abgeben. EZ und Sperma wird dann nach der Reifeprüfung zusammengegeben und dann für 24h beobachtet, ob eine Befruchtung stattfindet. Am nächsten Tag ruft man im Labor an (oder das Labor ruft dich an), wie viele reif waren und wie viele sich haben befruchten lassen. Dann werden sie entweder alle direkt kultiviert - wichtig ist, dass ihr vorher mit dem Arzt besprecht welche Kultivierung ihr wollt (Blastozyste - ein Embryo der 5Tage reift) oder einen 8-Zeller (ein Embryo der 3 Tage reift) und welche Zusatzleistungen gemacht werden sollen. Findet in dem Zyklus in dem die Stimulation stattfindet kein Transfer (wegen bspw. erhöhter Progesteronwerte vor PU oder einer drohenden Überstimulation) statt, werden meistens alle befruchteten Eizellen vor Kultivierung eingefroren und man wartet auf seine Periode und startet dann in einen Kryo-Zyklus.

Zum Transfer wird dir dann dein Embryo am jeweiligen Tag eingesetzt. Das ist ganz schmerzfrei ohne Narkose. Wenn du dich bspw. für eine Blasto entscheidest ruft dich das Labor am 3. und am 5. Tag in meiner Klinik bis 9Uhr an, falls etwas mit dem Embryo nicht stimmen sollte und der Transfer abgebrochen werden muss. Rufen sie nicht an, alles gut.

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Danke für diese tolle Erklärung :)

Du hast dich immer für eine Blastozyste die 5 Tage alt war entschieden richtig?

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Ja, aber bei mir wollte die Klinik trotzdem schon am 3. Tag transferieren, weil ich so wenige befruchtete Eizellen hatte. Beim 1. Mal bekam ich am 3. Tag also - ohne dass ich mitreden durfte - 2 8-Zeller zurück. Beim 2. Transfer eine Blasto und beim 3. Transfer bestand ich trotz nur 2 Vorkernen auf eine Blasto und hab sie auch bekommen.

Man muss sich auch immer entscheiden, ob man 1 oder 2. Embryonen zurückhaben will. Bei Zellern am 3. Tag setzen sie 2 ein, wenn du 2 hast und bei Blasto werden in meiner Klinik nur eine eingesetzt.

Man redet aber hier im im Forum davon, dass wenn man 2 einsetzt und eine weniger gut ist, dass die GMSH dann generell auf "Abstoßen" geht und den guten mit abstößt. Anders herum kann es auch in sehr sehr seltenen Fällen sein, dass du 2 Blastos zurücknimmst, sich beide einnisten oder und sich eine noch mal teilt. Dann hast du nicht nur Zwillinge sondern Drillinge. Das passiert sehr selten, aber es passiert.

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