Warum machen wir immer weiter??? Ist das gesund?

Guten Morgen,

ich bin schon lange im Geschäft. Habe unzählige ICSIs,IMSIs und Kryos hinter mir. Ein gesundes Kind in 2015.
Ich war danach so angestrengt, dass ich dachte ich mache das nie wieder. Nun sind wir seit diesem Jahr doch wieder dabei für ein Geschwisterchen.
Hab Mittwoch Bluttest und Pippitest ist negativ.
Trotz der Enttäuschung spüre ich in meinem Kopf ,wie ich schon beim nächsten Termin bin.
Warum ist das so?
Es ist ja fast wie eine Sucht. Es geht immer weiter...
Ist das noch gesund?
Wie findet man den Punkt aufzuhören?
Sorry für den langen Text...

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Das Frage ich mich auch oft.
Leider bin ich ob dieser Gedanken hier - sogar in diesem forum- mal sehr böse angegangen worden.

Ich finde die ganze Behandlung extrem anstrengend. Hätten wir das gewusst.. ich weiß nich, ob wir je angefangen hätten...

Ich bin gerade im kryozyklus und habe Mittwoch Transfer. Aktuell bin ich voller Hoffnung und positiv.

Warum? Keine Ahnung? Die Chancen sind jedesmal gleich schlecht...

Mir kommt es oft so vor, als wäre die Behandlung mit zb krebs zu vergleichen oder Querschnittslähmung.

Diese Menschen Entwicklen Kräfte, die man nicht erahnen kann. Hoffnung und innere Stärke, die über das natürliche hinaus gehen.
Wir haben es wohl in uns, für Leben zu kämpfen

Trotzdem denke ich auch, dass der Weg den wir gehen, manchmal nicht gesund ist.
Wir versteifen uns auf etwas, dass wir nicht erzwingen können. So wird die Enttäuschung immer nur größer.
Es liegt aber daran, dass wir nicht akzeptieren können und wollen, dass eben Menschen übrig bleiben.

Kein Kind bekommen oder eben kein weiteres.
Wir leben in einer Welt, in der man eigentlich alles kaufen kann...

Aber das eben nicht.
Kinder werden verschenkt, ob ich sie will oder nicht.

Wir sind machtlos und das wollen wir nicht sein.
Und deswegen machen wir den ganzen Zirkus. Um der Machtlosigkeit entgegen zu wirken... Obwohl man dagegen gar nicht ankämpfen kann

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Das hast du sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht!

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Sehr schön geschrieben und genau auf den Punkt gebracht.

Ich habe auch schon mal hier im Forum gefragt, ob jemand seine IVF/ICSI bereut hat, da war die Verwunderung auch sehr groß. Aber es ist doch so, dass es schon welche gibt, die sich heute wünschen würden, nie mit dem ganzen angefangen zu haben.
Jeden Monat wieder von vorne, Hoffnung, Trauer, Gewissheit, usw.

Aber ich frage mich aktuell auch manchmal, ob mein Kiwu durch die FG so anders wurde, oder weil es die Unerreichbarkeit ist? Denn ich hatte nie so einen extremen Kiwu, sondern eher gedacht "ohne ist auch komisch" und mein Mann hatte auf jeden Fall einen Wunsch.

Ich wünsche dir alles gute morgen für den Transfer.

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Ich weiß recht gut, was du meinst und ich denke, dass es wichtig ist, auch diese Dinge anzusprechen.
Ich wollte schon nach dem ersten Durchgang wegen Nullbefruchtung aufhören. Dann habe ich noch einen vergeblichen Durchgang mit Transfer gemacht und wollte eigentlich nur noch die Kryo mit dem einen Eisbärchen machen und habe mich wieder zu einem Frischversuch überreden lassen. Nach der Punktion habe ich mir geschworen, dass es die letzte war und jetzt denke ich doch wieder daran, wenn es nichts wird mit etwas Abstand den letzten unterstützten Versuch zu unternehmen.
Es is ganz klar die Hoffnung, die uns antreibt und dahinter verblassen die ganzen Strapazen und das Leid, das wir erdulden. Wir sehen, wie es doch immer wieder beim 9. 10. Oder 11. Versuch klappt, und irgendwie ist man trotz des Leidens in jedem Durchgang so nah am Schwangersein dran, dass man das Bedürfnis hat, dieses Gefühl so schnell wie möglich wiederzuhaben. Ich hatte drei Durchgänge in 6 Monaten. Ich bin körperlich und psychisch so am Ende, dass mein Lebensgefährte jetzt ein Machtwort gesprochen hat. Sollte es wieder ein Negativ werden, muss ich pausieren. Und ich entgegne: aber die Kryo, die machen wir schon...und das, obwohl ich gerade TF+4 bin.
Das ist schon etwas krank.

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Ja, genau diese Spirale mit Sogwirkung macht mir Angst und ich weiß nicht, ob wir überhaupt eine IVF/ICSI starten sollen. Mit meinem Alter (mittlerweile Ü40) kann ich davon ausgehen, dass eh nicht nur ein Versuch ausreichen würde, wo wir dann wieder bei der Spirale wären "ach noch einen, noch einen, nur noch diesen letzten". Noch dazu sind wir Selbstzahler und ich habe Angst, dass wir dann beide nervlich, körperlich am Ende sind und dazu noch so gut wie Pleite.

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Also bei mir ist jetzt eine Grenze erreicht. Ich hatte jetzt bei bei der letzten Icsi eine Überstimulation inkl Krankenhaus.
Ich bin aktuell in der 7ssw. Sollte alles gut gehen weiss ich nicht ob ich überhaupt noch lust hab auf die Eisbären fürs Geschwisterchen. Ich kann mir echt vorstellen das es bei diesem 1 Kind bleibt. Eine Icsi kommt absolut nicht mehr in Frage.

Ich werde dann höchstwahrscheinlich die einzigste Frau in meiner Kultur sein die nur 1 Kind hat. Aber das ist ok 😊

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Hallo!
Gesund ist das sicher nicht!
Aber es liegt in unserer Natur Nachwuchs zu wollen. Da versucht man eben einiges...

Wann der Punkt kommt aufzuhoeren? Wenn ich so weit sein werde, bekommst du eine PN;-)! Ich glaube, das merkt man irgendwann von selbst, die einen eher, die anderen spaeter.

LG#klee

P.S.: Unser gesundes Kind kam auch 2015 zur Welt.

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Ach ihr bringt das alle so schön auf den Punkt.
Ich glaube ich mache noch die eine Kryo und dann muss Schluss sein. Dieses Thema beherrscht nicht seit der ersten Icsi 2003.
Es muss einmal ein Ende haben.
Finanziell ist das schon lange ausgereizt. Aber die Hoffnung bringt nicht nur mentale Kräfte,sondern auch die Finanzierung klappt immer wieder irgendwie. Ich finde einfach jede Frau sollte selbst bestimmen dürfen ob sie noch ein Kind bekommt. Da tun wir schon alles erdenkliche und trotzdem wird es nichts. Das kann ich nach fast 20 Jahren Kinderwunsch noch immer nicht verstehen.

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Ganz ehrlich? Das frage ich mich auch und dabei bin ich gerade erstmal in meiner aller ersten Behandlung für die IVF. Morgen ist Punktion und ehrlich gesagt habe ich mir nach der ganzen Spritzerei der letzten Tage gesagt, dass ich das Thema abhake, wenn es jetzt oder in einem Kryoversuch nicht klappt. Nochmal stimulieren werde ich nicht. Ich ziehe extrem den Hut vor den Frauen, die das schon etliche Male versucht haben und trotzdem dran bleiben. Für mich ist es allerdings nicht der richtige Weg. Ich wünsche allen, dass es schnell klappt 🍀

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So geht es uns auch. Wir merken eigentlich, dass es nicht der richtige Weg für uns ist auf IVF/ICSI umzuschwenken. Aber das bedeutet im gleichen Atemzug sich mit der Kinderlosigkeit abfinden müssen und das bekomm ich auch noch nicht hin. Überlege hin und her, wo ich uns Hilfe dafür holen kann, aber mein Kopf arbeitet einfach unaufhörlich.

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Das tut mir sehr leid für dich! Es ist wahrscheinlich schlimmer, wenn man noch keine Kinder hat. Die Hemmschwelle und die Grenzen werden halt immer wieder überschritten. Ich kann das gut nachvollziehen.

Wir haben die Behandlung abgebrochen. Wir hatten bis kurz vor Punktion viele viele Gedanken, ob das alles richtig ist was wir machen und ob wir nicht einfach froh sein sollten, dass wir bereits 2 gesunde Mäuse haben. Dazu muss ich sagen, dass alles was in der Kiwu-Klinik lief ziemlich abgedreht war und wir dort schon hin und hergerissen waren. Ich bin zwar froh darüber die Entscheidung getroffen zu haben, aber unfassbar traurig darüber nächstes Jahr nicht nochmal so ein kleines Wunder erleben zu dürfen. Wir haben jetzt für uns beschlossen, dass ich nochmal eine Bauchspiegelung machen lasse und wenn es dann klappt ist es schön und wenn nicht, dann ist es halt so.

Ich frage mich halt auch oft, ob das für den eigenen Körper alles so gut sein kann und vorallem für das spätere Baby. Immerhin wird ja viel in die natürlichen Vorgänge eingegriffen.

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Ich denke jeder muss seine Grenze selbst kennen. Wir freuen uns so auf unser Mai-Wunder und ich werde definitiv keine weitere Behandlung danach mehr machen. Gut, bis die Maus zur Welt kommt bin ich 39. Aber auch unabhängig davon möchte ich die Zeit danach genießen und mich nicht durch eine Behandlung einschränken. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Meine Entscheidung ist gefallen.
Wie es weiter laufen würde, wenn der 4. Versuch nicht geklappt hätte, weiß ich allerdings auch nicht. Vermutlich mindestens bis 40 und auch dann hätte man sich vielleicht gesagt: komm mach noch einen auf Selbstzahlerbasis. Wer weiß...

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Wir hatten uns meine 40 (er 36) auch immer als Grenze gesetzt, aber durch die FG wurde auch diese Grenzen einfach verwischt. Und jetzt ist man auch da so, dass man denkt "okay eben noch ein Jahr mehr" darauf kommt es nicht an. Die Zeit rast extrem und seit der Kiwu Zeit noch vielmehr.

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Gut, dass du das mal ansprichst....
Ich habe 3 ICSI und 2 Kryos hinter mir, dann in 2018 endlich eine gesunde Tochter bekommen. Jetzt grade sage ich mir "Ist doch toll, immerhin ein gesundes Kind. Dabei bleibt es, den ganzen Aufriss mach ich nicht nochmal." Wer weiß, ob sich meine Haltung da noch ändern...

Worüber auch aber viel nachdenke, ist die Frage ob es nicht nur psychisch, sondern auch medizinisch wirklich gesund ist, was wir da machen. Mit jeder Hormonbehandlung steigt das Risiko an weiteren Krankheiten: Bildung von Gallensteinen (hab meine Gallenblase schon nach der 1. SS ziehen lassen, Steine können sich trotzdem wieder bilden), Lipödeme können durch veränderten Hormonhaushalt entstehen, jeder Frau in den Wechseljahren wird gesagt, sie soll nicht zu lange Hormone dagegen nehmen, weil da Krebsrisiko eklatant steigt und wir fressen die gleichen Tabletten wie Smarties...
Irgendwie ist das voll das Tabu und auch die Ärzte in den KiWus informieren da nicht: Aber riskieren wir da total krass unsere eigene Gesundheit? Dann haben wir Kinder und womöglich total gestiegenes Krebsrisiko? Ich bin da langsam wirklich skeptisch...

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Hallo!
Ich hatte mir vor der allerersten Behandlung ein Limit von 3 Kompletten IVFs gesetzt ( +Kryos ). Und beschlossen dass danach einfach Schluss ist. Ich habe die ganze Behandlung dann auch als Teil von Prozess genommen mich vom Kiwi zu verabschieden. So bisschen wie- ich hab dann wirklich alles mögliche versucht. Ich bin glücklicherweise bei dem 4 TF ( 2te IVF ) schwanger geworden. Aber ich war da fast schon damit abgefunden dass mein Leben kinderlos bleibt.
Ich denke ich hätte auch die Konsequenz gehabt nach den 3 IVF Schluss zu machen.
Genau vor dem Suchtfaktor hätte ich nämlich auch angst, dass man denkt es könnte ja nächstes mal doch klappen. Ich hab schon gemerkt wie das alles geschlaucht hat, beides seelisch und körperlich.Ich finde es wichtig seine eigene Grenze zu setzen und die mag bei jedem auch unterschiedlich liegen.

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Herzlichen Glückwunsch, dass es geklappt hat bei dir.
Ich bin an sich kein Konsequenter Mensch und hab da echt meine Ängste davor keinen Abschluss zu finden.

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Genau so geht es mir auch. Zuerst haben wir gesagt, wir lassen die Natur entscheiden, ob wir ein Kind bekommen oder nicht. Dann nach einem Jahr doch an eine Kiwu Klinik gewannt und uns zumindest mit IUI unterstützen lassen. Schon waren wir raus aus dem "die Natur entscheiden lassen". Tja und da dann auch noch die erste IUI völlig unerwartet geklappt hat (Leider FG) waren wir völlig in dem Strudel gefangen, von wegen das muss doch jetzt nochmal klappen. Tja, aber nichts 5 weitere IUI´s nach der FG erfolglos. Dann hat mein Mann die Pause gefordert, da es uns beiden nicht gut geht mit dem ganzen. Er versucht Plan B zu entwickeln und ich denke trotz "Pause" an nichts anderes als wie weiter machen, wo weiter machen, zu welchem Preis, wie ist mein Zyklus,..... Seit der FG ist in meinem Kopf einfach alles anders und ich komm nicht zur Ruhe. Noch dazu gerade zwei schwangere Freundinnen um mich.

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